Erziehungsstile - positiv, aversiv, wie erzieht ihr und wieso?
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Interessehalber: Sollte ich ignoriert werden, "schiebe" ich dann durchaus. Macht es das für dich "falsch" oder "schlimm" oder würdest du sagen, dass das vom Hund abhängt ob es angemessen ist?
Nein, weder falsch noch schlimm. Irgendwie ist es so ein persönliches Ding, dass ich möchte, sie schauen mich an und hören zu und nicht "ich bringe sie in Position / weg". Da würde ich eher körpersprachlich deutlicher werden. Aber wenn der Hund einen erst nach "Schieben" wieder wahrnimmt, würde ich sicher nicht denken, dass er da ein Trauma von zurückbehält behält oder so. Von weiterziehen sicher auch nicht, da lernt er für mein Empfinden aber nicht das, was ich möchte.
Das sehe ich auch so.
Wenn man die Hunde tatsächlich stört über Körpersprache/ Raum einnehmen oder ganz stumpfes nerviges gezuppel an der Leine was alles ein aktives abwenden vom Reiz (wie z.B der Schnüffelstelle) impliziert lernen sie mEn was. Dieses Geziehe ist doch eher unsinnig und sinnloser Aufwand/Stress.
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Ich erziehe/trainiere wissenschaftlich fundiert und so „nett“ wie möglich und so wenig aversiv wie nötig.
Absolut Tabu sind für mich alles was dem Hund Schmerzen zufügt und/oder psychologisch Gewalt sind.Ich arbeite auch mit Körpersprache und dazu gehört auch blockieren (nicht aus dem nichts und nicht unnötig intensiv).
und wichtig: immer an den individuellen Hund und die Situation angepasst.This!
Als wir Carlo übernommen haben, war alles, was keine positive Verstärkung war, wie der Ritt auf einem Pulverfass. Carlo ist Meister im positiv Strafen und er hat sich da nicht zurückgenommen. Hat er sich auch nur im Allerkleinsten unter Druck gesetzt oder unfair behandelt gefühlt, ist er explodiert.
Oben drauf war ich in Sachen Strafen ein Noob. Konnte ich nicht, wollte ich nicht, widersprach zutiefst meiner weichen Wattebausch-Seele.
Es ging.
Sehr gut sogar.
Wir haben in den ersten Jahren so krasse Fortschritte gemacht, die ich nie für möglich gehalten habe.
Aber es war so anstrengend. Immer um die Ecke denken, immer Alternativen im Kopf haben, Training, Training, Training und Management, Management, Management.Und dann, Halleluja, ich kann mich noch ganz genau erinnern, als Carlo das erste Mal einen körperlichen Block von mir angenommen hat, ohne dagegen zu gehen. Das hat uns tatsächlich nochmal eine ganz neue Welt des Trainings eröffnet. Nicht, dass ich jetzt nur noch geblockt und draufgehauen habe, OMG, nein. Wie BadlyConfused schon so schön gesagt hat, Schmerzen und vor allem psychologische Gewalt sind (im kontrollierten Umgang, falls jetzt wieder jemand mit einem konstruierten "Aber wenn euch der Himmel auf den Kopf fällt, der Hund drei Giftköder und den Kopf vom Kleinkind im Maul hat"-Szenario daher kommt: in so einer Situation gilt natürlich Sicherheit für alle vor meinem ethischen Kompass) für mich Tabu.
Aber.. es macht das Leben so viel einfacher, wenn man dem Hund auch mal "Nein" sagen kann und der das annimmt und es für alle Beteiligten OK ist. Dass ich, wenn er Druck macht, auch mal gegenhalten kann und er sich trollt und mir nicht ins Gesicht springt.
Trotzdem bilde ich mich weiter, lerne dazu, versuche weiterhin hauptsächlich über positive Verstärkung zu arbeiten und zu reflektieren und auszubrechen, wenn ich in einer "Nein-Spirale" gefangen bin.
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Pfeffernaserl verwechsel ich dich oder hattest du mal die Trainerin ins Spiel gebracht die von "rein positiv" gewechselt ist und zur Unterstützung ein TIG genutzt hat weil sie nicht weiter kam ?
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TIG
Was ist das?
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Pfeffernaserl verwechsel ich dich oder hattest du mal die Trainerin ins Spiel gebracht die von "rein positiv" gewechselt ist und zur Unterstützung ein TIG genutzt hat weil sie nicht weiter kam ?
Nein, keine Verwechslung, das war ich.
Ich hab sie aus Neugier auf Instagram verfolgt, aber dort hat sie so viel Gegenwind bis hin zu Drohungen bekommen, dass es sehr still um sie geworden ist. Das Letzte, was ich von ihr mitbekommen hab, hat mir aber auch nicht mehr gefallen. Sie ist von einem Extrem (NUR positiv!!!) ins andere Extrem (NUR mit Strafe!!!) gefallen und hat dann auch ordentlich ausgeteilt. -
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Ich nutze alle 4 Lernquadranten. Angefangen habe ich mit dem Gedanken so "nett" wie nur möglich zu sein. Eingebracht hat es mir und dem Hund extrem viel Stress, Schmerzen und Kosten.
Ich weiss was ich beim nächsten Hund gleich von Anfang an anders lösen werde. Und auch die jetzigen Hunde sind trotz bewusstem Nutzen aller Lernquadranten ganz gut dran. Gerade der Rüde hat Freiheiten die er mit Erziehung basierend rein auf positiver Verstärkung niemals hätte. Denn kein Keks der Welt ist interessanter als das Jagen. Er weiss aber Jagen ist absolut verboten und dass ich Verbote auch ernst meine. und genauso weiss er dass sowohl Strafen als auch Belohnungen von mir kommen.
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Ganz ab vom Training ist das sinnvollste meiner Meinung nach immer sich einen passenden Hund anzuschaffen, Entwicklungsphasen zu beachten, Geduld zu haben und weder strafe noch Belohnung zu übertreiben, Hundehaltung ist mir oft viel zu technisch und verkopft.
Der angenehmste Hund ist nämlich der, bei dem ich gar nicht großartig trainieren muss weil er die passenden Anlagen einfach mitbringt.
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Pfeffernaserl verwechsel ich dich oder hattest du mal die Trainerin ins Spiel gebracht die von "rein positiv" gewechselt ist und zur Unterstützung ein TIG genutzt hat weil sie nicht weiter kam ?
Nein, keine Verwechslung, das war ich.
Ich hab sie aus Neugier auf Instagram verfolgt, aber dort hat sie so viel Gegenwind bis hin zu Drohungen bekommen, dass es sehr still um sie geworden ist. Das Letzte, was ich von ihr mitbekommen hab, hat mir aber auch nicht mehr gefallen. Sie ist von einem Extrem (NUR positiv!!!) ins andere Extrem (NUR mit Strafe!!!) gefallen und hat dann auch ordentlich ausgeteilt.Ach Mist , so sollte es ja nun nicht sein .
Schade drum. Mich hätte da durchaus interessiert wie es weiter ging aber Extreme sind halt nie gut. Danke für die Auskunft!
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Oh wow, da ist man mal kurz mit dem Hund 2 Stunden im Wald und kommt hier kaum noch hinterher.
Freut mich aber sehr, ich habe jetzt alles mal nachgelesen und habe erstmal schon viel über die Begrifflichkeiten gelernt. Das hilft den Durchblick bei den Beiträgen zu behalten. Allerdings muss ich auch sagen, ich bin da bei einigen anderen, ich mache das meiste aus dem Bauch heraus. Diese Begrifflichkeiten sind mir zu statisch und darüber in den verschiedenen Situationen erst nachzudenken sehe ich nicht sinnvoll. Wenn man jedoch gezielt bestimmte Dinge, mit z.B. Arbeitsrassen, trainiert, dann ist das sicherlich viel mehr von Bedeutung, als für den 08/15 Familienhund.
Ich habe bei Bucky gelernt, dass ich mit Wattebäuschchen werfen nicht immer weiter komme. Zumindest nicht kurzfristig. Manches braucht einfach einen kurzen knackigen Abbruch. Allerdings ist Bucky da auch sehr entspannt mit und nicht nachhaltig traumatisiert, wenn er mal ein scharfes "lass das" bekommt. Ich denke also alles in allem arbeite ich mit allen vier, wie nennt sich das, Ecken des Quadrats? Also ihr wisst schon.
Am Halsband wegziehen mag ich auch gar nicht. Gut, nun hab ich da 35 kg Gegengewicht, das ist natürlich was anderes als ein kleiner Hund, wo manche das vielleicht gar nicht merken, was sie da machen, während sie ev. am Handy daddeln. Wir regeln das auch mit eine "weiter" und notfalls körpersprachlichem Wegschieben. Wobei ich ihn nicht Mals berühren muss. Wenn ich ankomme, weiß er schon, ups, verbummelt. Allerdings darf er auch erstmal schnüffeln, schließlich ist der Spaziergang ja auch in erster Linie für ihn, da soll er auch Hundedinge machen.
Ich sehe es aber auch ganz klar so, dass kleine Hunde deutlich öfter unter übergriffigem Verhalten leiden müssen, als große. Einfach weil Mensch es kann. Der kläffende Zwergspitzt ist halt viel schneller mal kurz hochgehoben oder weggezerrt, als auf ihn erzieherisch gescheit einzuwirken. Und die wenigsten werden das Hochheben positiv aufbauen oder immer entsprechend ankündigen.
Und ganz am Rande nochmal, was ist das da zwischen Euch Nefeli und WorkingDogs ? Jede Eurer Reaktion auf den anderen ist förmlich in Ausrufezeichen geschrieben. Der eine zu seicht, der andere zu streng. Misshandelt wird wohl keiner der Hunde (hoffe ich), kann man dann nicht einfach mal die Meinung des anderen so stehen lassen? Auf einen Nenner kommt ihr beide eh nicht mehr.
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Lustig, ich hab mir "intuitiv, aus dem Bauch raus" verkniffen um hier nicht direkt unnütze Diskussionen über Wortwahl los zu treten.

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