Beiträge von Pfeffernaserl

    Und vielleicht noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Unsicherheit und Angst beim Menschen gegenüber dem Hund:


    Mir hat da ein Maulkorb Anfangs tatsächlich gar nicht geholfen. Überhaupt nicht. Ich war damit genau so unsicher wie davor. Ich bin einfach auch unglaublich gut darin, mir die schrecklichsten Horrorszenarien auszumalen und ja, auch mit Maulkorb gibts da in meinem Kopf noch mehr als genug Potenzial für Horror.


    Was mir geholfen hat, war analysieren der Situationen, versuchen, zu verstehen, warum er das macht, was die Anzeichen sind. Durchdenken (und teilweise auch ohne Hund durchspielen), wie ich mich beim nächsten Mal verhalten werde - und am aller hilfreichsten war wahrscheinlich mein Mann, der sich all meine Hirngespinste, Analysen, Ausblicke und Trainingspläne in Endlosschleife anhören durfte und das alles sehr, sehr unemotional betrachten konnte (den Part mit dem Ohr abkauen hat ihm jetzt das Forum teilweise abgenommen, darüber ist er glaub ich auch nicht unglücklich |) )


    Gerade als Hundeneuling darf man da in seinem Weltbild auch durchaus erschüttert sein. Man sollte nur nicht in der Erschütterung stecken bleiben.

    Damit meine ich gar nicht gegenüber dem Hund, sondern eher wie sich das psychisch auf euch und eure Beziehung auswirkt.

    Das erste Mal war ganz schlimm.
    Ich kam mir vor wie der furchtbarste Hundehalter der Welt, mein Hund hasst mich, wie soll ich damit umgehen, meine heile rosarote Hundewelt ist zusammen gebrochen.
    Es hat danach auch tatsächlich recht lange gedauert, bis ich wieder ganz normal und sorgenfrei mit meinem Hund umgehen konnte, da war immer viel Vorsicht und ja, auch Angst mit dabei. Das war das erste Mal, dass ich tatsächlich mit hündischer Aggression konfrontiert war und mein "alle Hunde sind lieb und nett und tun den Menschen nix" in Scherben vor mir lag.


    Das zweite Mal war schon weniger schlimm.
    Ja, noch immer waren die Gedanken da, schlechtester Hundehalter aller Zeiten, Hund hasst mich, wie soll ich ihm jemals wieder vertrauen,...
    Aber ich konnte diesmal die Situation auch analysieren, was ist passiert, warum ists passiert, wie lässt es sich verhindern.


    Mittlerweile hab ich aufgehört zu zählen, wie oft mein Hund nach mir geschnappt hat, wie oft seine Zähne Kontakt zu meiner Haut hatten.

    Für uns ist es mittlerweile normal, dass er sich so ausdrückt, bei ihm gibts vor dem Zuschnappen nur minimalste Anzeichen (Pupillen vergrößern sich und er wird für ne Millisekunde steif), die wir inzwischen, nach drei Jahren Zusammenleben, auch wahrnehmen, aber eben auch nicht immer.

    Carlo kommuniziert so mit uns, das ist halt seine Art zu sagen, dass er - was auch immer - gerade wirklich ungut findet. Ich kann das so als Kommunikation auch einfach annehmen, so wie andere wohl mit einem Knurren oder Beschwichtigungssignalen umgehen würden. Hund bekommt Raum, alles wieder gut. Wenn "was auch immer" gerade sein muss, ändere ich halt meine Taktik, damits angenehmer wird oder es gibt Management, wenn "was auch immer" Zeit hat, gibts einen Trainingsplan, wenn "was auch immer" für mich nicht klar war oder unwichtig ist, dann verschwindets unter "ja mei".


    Verändert hat die Aggression gegen mich meine Sicht auf Hunde im Allgemeinen und meinen im Speziellen allerdings wirklich sehr.

    Ich schaue sehr viel genauer hin, ich gehe von vornherein lieber lange Umwege, bei uns gibts - außer im aktuen Notfall - kein "da muss er durch".


    Ich trainiere übrigens an der Aggression nicht so wirklich direkt herum. Also, da gibts keine harten Konsequenzen, kein Abstrafen, weils für ihn halt so die einzige Möglichkeit ist, die er sieht, um mitzuteilen, was blöd ist.

    Was wir üben, sind Alternativverhalten, weggehen (ganz wichtig, man darf nie als gegeben hinnehmen, dass ein Hund schon gehen wird, wenn ihm was nicht passt!), Nein sagen und alles an Managementmaßnahmen (Maulkorb ohne Probleme tragen, sich fixieren lassen, solche Dinge halt).


    Wir werden dieses Verhalten aus diesem speziellen Hund nie raus kriegen, dafür sitzt die Strategie viel zu tief.

    Aber man lernt, damit umzugehen und die Beziehung zum Hund nicht sofort in Frage zu stellen.


    Ähm ja, ist vielleicht ein bisschen länger geworden, als gedacht, aber das ist halt einfach so unser Alltag, da kann ich stundenlang schwafeln.

    Es ist beim ersten Mal Schlimm und da darf man sich auch echt blöd fühlen und darüber viel nachdenken und viel reden (das hat mir geholfen, ganz viel darüber reden und schreiben). Die Zeit hilft da. Und nüchterne Betrachtung. Und mehr auf den Hund hören.

    Carlo ist überaus mitteilungsbedürftig.

    Starren, laut gähnen, sich strecken und dabei zuuuufällig die Füße der Menschen berühren, steppen, meckern, fiepsen, singen, bellen, knurren, auf Dinge klopfen, anpfoteln, schubsen, Kopf auf den Schoß schieben, knabbern,...


    Nur wenns wirklich dringend ist, sagt er nix. Wenn der Hund ganz still und leise aus dem Zimmer verschwindet, so, dass es einem kaum auffällt, dann muss es schnell raus gehen :lol:


    Ein bisschen was hab ich auch in bewegten Bildern:


    Carlo will gekrault werden:


    [Externes Medium: https://youtu.be/hHBm5XtRA0A]


    Carlo will beachtet werden:


    [Externes Medium: https://youtu.be/c9vC6z6hu8I]


    Carlo weiß, dass im Napf Hackfleisch ist und will das JETZT SOFORT UNBEDINGT HABEN BITTE!!! Achtung, es bellt. (mit freundlicher Unterstützung vom Ehemann im Nebenbüro.)


    [Externes Medium: https://youtu.be/yoB30RXa07Q]


    Draußen ist er noch deutlicher. Sein "Nö, ich hab keinen Bock auf den Weg, den du ausgesucht hast. Wir. Gehen. Da. Lang." (ich hatte Zeit und genug Nerven für eine Diskussion mit ihm)


    [Externes Medium: https://youtu.be/BXlIHWaPmbg]

    ich hab das gar kein bisschen verstanden Pfeffernaserl :( :

    Aber ich bin auch gerade nicht pfiffig und lese das einfach später noch mal und geb mir mehr Mühe. Aber dankeschön. Es klingt sehr klug! :ops:

    Ohje, dann versuch ichs anders:


    Wenn eine Mutation weiter vererbt werden soll, müssen die Zellen mutiert werden, die für die Weitervererbung zuständig sind, also Samen- und Eizellen (die Gameten). Wenn da keine Mutation vorhanden ist, wird auch nix vererbt.
    Es ist.... sehr schwierig, alle Zellen in einem Jahre alten Lebewesen zu mutieren. Wenn man also Mutanten haben möchte, mutiert man entweder schon in einem sehr frühen Entwicklungsstadium (weil es einfacher ist, 8 Zellen zu mutieren, als mehrere Milliarden) oder man nimmt erwachsene Tiere und mutiert gezielt nur die Samen- und Eizellen. Dann zeigt mein erwachsenes Tier noch keine Ausprägung der Mutation (weil eben nur die Samen- oder Eizellen betroffen sind), aber die Nachkommen haben dann zum Beispiel irgendein Protein weniger, weil ich das wegmutiert habe.


    Bei denen sind dann auch die Gameten mutiert (weil ja der ganze Organismus aus dieser einen mutierten Eizelle entstanden ist) und die Mutation kann sich fröhlich weiter verbreiten. Und um das noch zu beschleunigen, nimmt man noch den gene drive dazu, aber das ist dann eine andere Geschichte :klugscheisser:

    Kennt sich jemand von euch damit aus? Also, wenn ich ein Individuum mit Crispr modifiziere (das geht ja auch bei bereits Jahre alten Lebewesen) - wird diese "nachträgliche Mutation" dann vererbt? Ja, oder?

    Jein.
    Es müssen schon immer die Gameten von der Mutation betroffen sein, damit die auch weiter vererbt wird. Wenn du ein Jahre altes Lebewesen gentechnisch veränderst (weil du zum Beispiel eine knock-out-Maus herstellen möchtest), musst du dann eben gezielt die Gameten mutieren, dann findest du in der nächsten Generation deine Mutanten. Zielst du auf andere Zellen (wie mans ja zum Beispiel bei der Gentherapie macht), wird nix weiter vererbt.
    Gene drive wird zusätzlich genutzt, um die Verbreitung der mutierten Gene in der Population zu beschleunigen (macht man zum Beispiel gerade viel mit Mücken, um das Zika-Virus zu bremsen).

    Unser großes "Projekt" für 2022 ist das Entgruseln der Badewanne bzw. entspanntes sich-waschen-lassen.


    Davon abgesehen gibts keine große Planung. Weiter Hunde- und Menschenfreunde sammeln, bisschen mehr Canicross als letztes Jahr (würde heißen: weniger Verletzungen bei Mensch und Hund in diesem Jahr, das wär schon fein), mehr Wanderungen und ganz vielleicht ja auch ein echter Urlaub irgendwo im Nirgendwo...

    Ich fands auch schön, wieder ein paar Gesichter hinter den Forennamen kennen zu lernen :nicken:


    Ich hab nur ein paar Schnappschüsse gemacht, die meiste Zeit war ich einfach damit beschäftigt, zu bestaunen, wie harmonisch die Gruppe gelaufen ist :herzen1: