Beiträge von Pfeffernaserl

    Pfeffernaserl verwechsel ich dich oder hattest du mal die Trainerin ins Spiel gebracht die von "rein positiv" gewechselt ist und zur Unterstützung ein TIG genutzt hat weil sie nicht weiter kam ?

    Nein, keine Verwechslung, das war ich.
    Ich hab sie aus Neugier auf Instagram verfolgt, aber dort hat sie so viel Gegenwind bis hin zu Drohungen bekommen, dass es sehr still um sie geworden ist. Das Letzte, was ich von ihr mitbekommen hab, hat mir aber auch nicht mehr gefallen. Sie ist von einem Extrem (NUR positiv!!!) ins andere Extrem (NUR mit Strafe!!!) gefallen und hat dann auch ordentlich ausgeteilt.

    Ich erziehe/trainiere wissenschaftlich fundiert und so „nett“ wie möglich und so wenig aversiv wie nötig.
    Absolut Tabu sind für mich alles was dem Hund Schmerzen zufügt und/oder psychologisch Gewalt sind.

    Ich arbeite auch mit Körpersprache und dazu gehört auch blockieren (nicht aus dem nichts und nicht unnötig intensiv).
    und wichtig: immer an den individuellen Hund und die Situation angepasst.

    This!

    Als wir Carlo übernommen haben, war alles, was keine positive Verstärkung war, wie der Ritt auf einem Pulverfass. Carlo ist Meister im positiv Strafen und er hat sich da nicht zurückgenommen. Hat er sich auch nur im Allerkleinsten unter Druck gesetzt oder unfair behandelt gefühlt, ist er explodiert.

    Oben drauf war ich in Sachen Strafen ein Noob. Konnte ich nicht, wollte ich nicht, widersprach zutiefst meiner weichen Wattebausch-Seele.

    Es ging.
    Sehr gut sogar.
    Wir haben in den ersten Jahren so krasse Fortschritte gemacht, die ich nie für möglich gehalten habe.
    Aber es war so anstrengend. Immer um die Ecke denken, immer Alternativen im Kopf haben, Training, Training, Training und Management, Management, Management.

    Und dann, Halleluja, ich kann mich noch ganz genau erinnern, als Carlo das erste Mal einen körperlichen Block von mir angenommen hat, ohne dagegen zu gehen. Das hat uns tatsächlich nochmal eine ganz neue Welt des Trainings eröffnet. Nicht, dass ich jetzt nur noch geblockt und draufgehauen habe, OMG, nein. Wie BadlyConfused schon so schön gesagt hat, Schmerzen und vor allem psychologische Gewalt sind (im kontrollierten Umgang, falls jetzt wieder jemand mit einem konstruierten "Aber wenn euch der Himmel auf den Kopf fällt, der Hund drei Giftköder und den Kopf vom Kleinkind im Maul hat"-Szenario daher kommt: in so einer Situation gilt natürlich Sicherheit für alle vor meinem ethischen Kompass) für mich Tabu.

    Aber.. es macht das Leben so viel einfacher, wenn man dem Hund auch mal "Nein" sagen kann und der das annimmt und es für alle Beteiligten OK ist. Dass ich, wenn er Druck macht, auch mal gegenhalten kann und er sich trollt und mir nicht ins Gesicht springt.

    Trotzdem bilde ich mich weiter, lerne dazu, versuche weiterhin hauptsächlich über positive Verstärkung zu arbeiten und zu reflektieren und auszubrechen, wenn ich in einer "Nein-Spirale" gefangen bin.

    Habt ihr Strategien wie ihr eure Hunde nach solchen schwierigen Situationen wieder herunterfahrt oder ihnen ein Ventil bzw. eine Alternative gebt, dass sie ihren Stress abbauen können?

    Wenn genug Platz (und Sichtweite) da ist, dann werf ich Leckerchen abwechselnd nach links und rechts, so dass Carlo nachjagen kann. Das wird immer langsamer und ruhiger, bis er dann die letzten paar bei mir frisst.
    Das ist auch sein Lieblingsventil.

    Wenn kein Platz da ist, dann darf er auf Kommando mich anspringen, um den Stress rauszulassen, so oft, wie er es braucht. Danach dann wie oben, Leckerlies in Ruhe bei mir fressen.

    Oder wir laufen wild ein Stück, dabei darf er grunzknurren und sich aufregen - danach wieder, s.oben, Leckerlies bei mir zum Runterfahren.

    Oder ich hab gesehen, dass der andere Hund irgendwo hingepieselt hat, dann gehen wir dort hin, ich zeig die Stelle und Carlo darf drüber markieren und scharren.

    Wenn das Stresslevel nicht so hoch war, oder mir die Gefahr zu groß ist, dass uns, während wir noch die Erregung abbauen, wieder jemand reinläuft und ich Carlo also schnell wieder ruhig kriegen will, mach ich es auch wie Winnie82 und streue Leckerlies zum Suchen aus (dazu gibts auch das Signal "Futter", das auch als Notanker in schwierigen Situationen hilft, weil Carlo sofort auf den Boden glotzt und im Suchmodus ist)

    Zergeln/ein Wut-Tuch wär auch noch eine Strategie, die ich gern nutzen würde, aber geht mit MK nur schwer. Außerdem ist Carlo nicht so spielzeugfixiert, deshalb läuft viel über Kekse und andere Bewegung.

    Beides super, gerne das, was du als "Bestes" bezeichnest. Vielen Dank! :gut:

    Ich mag beide Varianten sehr gern :D
    Um bei mir das Prädikat "Bestes" zu verdienen, spielt auch immer die Aufwändigkeit und vor allem die Einfachheit der Zutaten eine Rolle. Ich will nicht erst durch hundert Spezialläden laufen müssen, um alles daheim zu haben, und dann wird die Hälfte schlecht, weil ichs nur für diesen einen Kuchen brauche (Looking at you, Leinsamenmehl :skeptisch2:). Deshalb hat bei den veganen dieser hier eindeutig gewonnen:

    Veganer Rotweinkuchen von eat-this

    Für omnivore Gelüste ists natürlich der vom Plachutta geworden. Aber auch nur, weil mein Opa kein eigenes Rotweinkuchenrezept hat :lol:

    Hier einmal - hoffentlich lesbar - abfotografiert:

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    Oooh, da hätte ich sehr gerne das Rezept :sweet:

    Die Basis ist super einfach und schnell zusammengemischt:

    Für eine 24er Springform

    Trockene Zutaten:
    250g Mehl
    180g Zucker
    1 Pckg Vanillezucker
    2 EL Backkakao (oder mehr. Nimm mehr.)
    2 TL Backpulver
    1 Prise Salz

    Gewürze:
    1,5 TL Zimt
    1/2 TL Cardamom
    1/4 TL Nelkenpulver

    Nach Geschmack/Belieben:
    - Orangenschale
    - Zitronenschale
    - Sternanis
    - Muskat
    - Fenchel
    - bisschen Chili
    - Ingwer
    - Rum (Aroma)
    ...

    Feuchte Zutaten:
    80g geschmolzenes Pflanzenfett
    250mL Pflanzenmilch
    1 EL Essig oder Zitronensaft (ich kann Rotwein- oder Walnussessig sehr empfehlen)

    How to:
    Pflanzenmilch und Essig mischen, zur Seite stellen.
    Pflanzenfett schmelzen

    Alle trockenen Zutaten + Gewürze gut vermischen

    geschmolzenes Pflanzenfett + Milch-Essig-Mischung dazugeben, kurz unterrühren

    In die gefettete Form füllen, bei 180° je nach Ofen ca. 30-40 min backen.

    Mit der Basis kann man dann schön kreativ werden. Schoki drüber oder als Stücke in den Teig rein, Nüsse in jeglicher Form auch entweder in den Teig oder dann oben drüber, glasieren mit Orangenglasur, Kuvertüre oder was einem halt einfällt, mit Marmelade füllen kann ich mir auch gut vorstellen, oder eine leichte Creme dazu/rein... Ist ein Allrounder, der Kuchen. Und macht sich fast von alleine :D

    Dieses Jahr wirds hier wohl keine Kekse geben, dafür aber ganz viele weihnachtliche Kuchen.

    Diverse Rotwein- und Lebkuchenkuchen-variationen gabs schon die letzten Wochen, immer zu schnell weg für ein Foto.

    Für die Kollegen hab ich vorhin den allerbestesten veganen Gewürzkuchen mit Schoko und gerösteten Mandeln vorbereitet.

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    Aber vielleicht macht es für sie wirklich einen Unterschied mit dem IBB-Signal.

    Bei mir heißts Start- und Stopp-Signal, aber ja. Ja, macht einen Unterschied fürs Tier. Einen ganz gewaltigen.

    Das Gefühl, selbst die Kontrolle zu haben UND das deutlich/verständlich kommunizieren zu können, ist ein unglaublich starker Verstärker.

    Wenn du noch eine positive Geschichte hören magst: mein Carlo, Beißer, hat jedes Annähern, bei dem er das Gefühl hatte, man will etwas von ihm, man will ihn anfassen, herummanipulieren, mit Aggression beantwortet.
    Vor allem die heiligen Pfoten anzufassen - darauf stand Todesstrafe.

    Fast forward: Dank Arbeit mit Kooperationssignalen liegt er beim Krallenschneiden inzwischen entspannt auf der Seite, erinnert mich jeden Abend ans Zähneputzen und Zecken ziehen wir auch ohne Maulkorb und ohne Angst.

    Hier war der Hund die gemeinsame Entscheidung und ist deshalb auch gemeinsame Verantwortung.
    Alleine könnt ich keinen Hund halten, das gibt mein Job nicht her. Außerdem war Carlo gerade zu Beginn auch eine gewaltige psychische Belastung, die jeder alleine so nicht hätte tragen können.

    Weil er eben auch nicht einfach und kein "Happy Bubble" Hund ist, ists auch nochmal wichtiger für mich, dass wir an einem Strang ziehen und nicht einer dies und der andere das macht.

    Anfangs wars schwierig, weil mein Mann Carlo, meine Sorgen/Bedenken und die Sache mit dem Maulkorb nicht so wirklich ernst genommen hat. Da ist ihm einmal der Himmel auf den Kopf gefallen - was besonders eindrücklich war, weil ich sonst nie wütend werd :pfeif::lol:

    Ich, kleiner Kontrolletti, der ich bin, musste auch lernen, die Verantwortung wirklich abzugeben und mich nicht bei Kleinigkeiten nörgelnd einzumischen. Hat er mich gefragt, hab ich erklärt, aber sonst hab ich versucht, mich rauszuhalten (was mal besser, mal schlechter gelungen ist).

    Inzwischen, nach 7 Jahren mit Carlo, ists sehr viel einfacher. Wir alle haben unsere Kommunikation verbessert, haben unsere Routinen und ich kann mich sehr viel besser raushalten.

    Mein Mann ist, weil er mit Selbstständigkeit und HomeOffice sehr viel flexibler ist, als ich, zuständig für Routine-TA-Termine, die Morgen- und Mittagsrunden unter der Woche und das Kochen vom Futter. Dazu ist er der Raufkumpel für die wülden Wolf-Spiele.
    Ich bin eher so für die Grunderziehung und das Training da - und fürs Etablieren von Regeln und Grenzen und die, an die man sich ankuschelt und die die besten Kraulspots kennt (und die, die daran erinnert, dass Routine-TA-Termine ausgemacht werden müssen. Das aber auch nur, weil meine Mail in der Praxis hinterlegt ist und ich deshalb die Erinnerungen bekomme :lol: )

    Oh, und in Sachen Konsequenz... naja, mein Mann sagt immer: "Das K in Sarah steht für konsequent." :headbash: :lol: