Hund aus dem Tierschutz

  • Ich denke, es geht da um verschiedene „Zielgruppen“. Es gibt unbestreitbar viele Hunde, denen die Verbringung in Familien sehr hilft. Und es gibt Hunde, für die ein vernünftiger Shelter im Heimatland super ware. Und es gibt Hunde, für die ist das Leben auf der Straße gut.


    Wir hatten mal einen Transport im TH, gedacht zur Weitervermittlung, da war ein Rüde dabei, der drei Jahre(!) gebraucht hat, bis er sich von seiner täglich anwesenden Bezugsperson stressfrei hat das Geschirr anziehen lassen.

    Andere Menschen? Panik. Tierarzt? Nur sediert. Gassi mit Fremdmenschenbegegnung? Zitternde Flucht ins Gebüsch. Ob dem jetzt geholfen war? Ich wage es zu bezweifeln.

    Auslandstierschutz ist nicht per se überflüssig oder nutzlos, aber man muss sehr darauf achten, dass man im Sinne des jeweiligen Tiers handelt. Und da ist manchmal „kastrieren, Ohrmarke dran und wieder raus“ besser als das andere.

    Das sehe ich durchaus genauso, und eine vernünftige Orga betreibt ja eben auch Tierschutz vor Ort in Form von Kastrationen und Unterstützung für lokale Shelter und Tierschützer.

    Unser Verein, von dem wir Luna haben, und auch ProDogRomania bringen mMn nur Hunde nach D die gut vermittelbar sind, also keine Hunde, für die das Leben in D ein Alptraum wäre. Ich traue diesen Orgas einfach zu, das beurteilen zu können. (Meine persönliche Erfahrung mit PDR war jetzt nicht so dolle, da ging es aber eher um die Art und Weise der Kommunikation, als ich Interesse an einer Hündin bekundete. Wir waren zu dem Zeitpunkt in Rumänien und ich hatte gehofft, sie in Baile besuchen zu können, da wurde mir unterstellt, ich würde sie am Verein vorbei aus dem Land schmuggeln wollen... okay...!).PDR begründet irgendwo auch, warum sie nicht "alle" Hunde nach D bringen, also eigentlich ganz im Sinne der Diskussion hier.

  • Nochmal: es GIBT nicht nur den klassischen happy Straßenhund. Es gibt zahllose ausgesetzte, kleine, kranke, alte Hunde. Entsorgte Welpen. Die überlässt man also einfach ihrem Schicksal??? Und selbst unter den eigentlichen, verwilderten Straßenhunden gibt es viele, die unglaublich zutraulich und menschenbezogen sind - vermutlich weil sie irgendwann mal ein Heim hatten und doch menschengeprägt sind. Oder geschnallt haben dass Menschen=Wärme und Futter. Die Argumente hier finde ich sehr, sehr einseitig.


    Wo habe ich denn von den Hunden gesprochen, die sich in der Anwesenheit von Menschen wohl fühlen?


    Ich habe immer nur von den Hunden gesprochen, für die die Anwesenheit von Menschen Stress bis hin zu Todesangst bedeutet. Und denen tut man keinen Gefallen damit, sie einfach in eine Familie zu stecken.

  • Natürlich. Das ändert aber nichts an den Nicht-gelungenen.

    Natürlich nicht. Mir ging es um deinen Punkt, Direktimporte ganz zu unterbinden, und das halte ich für unsinnig.

    Ich will gar nichts unterbinden. Ich fände es nur besser und vernünftiger.

    Man kann da ja unterschiedlicher Meinung sein. Für mich zählt das potentielle Leid mehr. Das ist wie mit den Leuten, die für ihre eigene "freiatmende" Bulldogge die x anderen, die eben keine Luft bekommen, in Kauf nehmen. Für mich rechnet sich das nicht auf.

  • miamaus2013

    Es gibt aber immer auch noch positive Beispiele:

    Hund im Shelter lässt sich nicht Anfassen, angeblich auch bissig.

    Angekommen in seinem neuen Zuhause... von Tag 1 an anderer Hund.

    Es gibt Hunde die Stress im Shelter haben und sich deshalb so verhalten. Oder auch der Mensch dort sich nicht richtig verhält.

    Nicht alle Shelterbetreiber haben auch "die" Ahnung von Hunden. Die helfen gern, aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.


    Wichtig ist aber dass man den Hunden auch Zeit gibt. Und nicht den perfekten Hund erwartet.


    Ja Tammy hat in der ersten Woche Reissaus vor dem Geschirr genommen... und erstmal nur in der Wohnung gelöst auf Pipimatten.

    Bei Riley hat es nochmal viel länger gedauert. Aber gut... da wussten wir das beide erstmal auf Pflegestelle mussten bevor sie vermittelt werden können.

  • Ich glaube ihr seid jetzt ziemlich abgedriftet vom Thema.

    Liebe Sina 1234 , aus eigener Erfahrung habe ich feststellen müssen, dass meine Vorstellungen vom ersten Hund gar nichts mit der Realität zu tun haben. Die Realität ist viel schöner :grinning_face_with_smiling_eyes:- aber ich habe auch gemerkt, dass man die Veranlagungen des Hundes nicht unterschätzen darf.

    Trotz zweier Hunde vom Züchter, merke ich jetzt mit meinem zweiten wie viel einfacher und schöner das Zusammenleben ist, wenn man die optimale Rasse wählt. Mein Aussie wird immer! Management benötigen, damit er nicht ins Hüten fällt. Er ist top erzogen, wir sind ein tolles Team, aber mit tobenden Kindern würde ich ihn niemals laufen lassen. Sowas kann man deckeln, aber nicht wegerziehen.

    Mach dir das Leben leicht und schön, es hat auch mit einem einfachen Hund genug Herausforderungen.

    LG Mo :winken:

  • Nochmal: es GIBT nicht nur den klassischen happy Straßenhund. Es gibt zahllose ausgesetzte, kleine, kranke, alte Hunde. Entsorgte Welpen. Die überlässt man also einfach ihrem Schicksal??? Und selbst unter den eigentlichen, verwilderten Straßenhunden gibt es viele, die unglaublich zutraulich und menschenbezogen sind - vermutlich weil sie irgendwann mal ein Heim hatten und doch menschengeprägt sind. Oder geschnallt haben dass Menschen=Wärme und Futter. Die Argumente hier finde ich sehr, sehr einseitig.

    Du liest beeindruckend einseitig. NIemand hier sagt, daß man gar nichts machen soll. So eine Art der Diskussion ist unglaublich anstrengend, wenn jemand nur ein Wort liest und sich daraus ein Gedankenkonstrukt bastelt, daß alles andere komplett ignoriert. Warum tust Du das? Ernstgemeinte Frage. Oder zitiere mal hier aus dem Thread, wo jemand pauschal gegen Auslandstierschutz ist und gegen Hilfe

    Und zur Info, hier in Deutschland gibt es zahllose ausgesetzte, kleine, kranke, alte Katzen. Entsorgte Katzen. Die überläßt man einfach ihrem Schicksal. Ist Dir dieses unglaubliche Elend hier in Deutschland überhaupt bewußt? Kümmert es Dich? Allein ein Tierheim hier Nahe München ertrinkt im Katzenelend, es ist unglaublich, Und alle schauen fleißig weg.

  • Wichtig ist aber dass man den Hunden auch Zeit gibt. Und nicht den perfekten Hund erwartet.

    Wichtig ist dennoch zu realisieren, daß sich nicht jeder Hund in unsere Welt hineinpressen läßt und daß nicht jeder Mensch geeignet ist, einem Direktimport den richtigen Start ins neue Leben zu geben.

    Es muß für jeden importierten Hund durch eine Orga die Möglichkeit geben, hier dann eine gute Lösung zu finden, auch wenn der Hund sich an das Leben mit Menschen nicht gewöhnen wird. Gerd Schuster hatte da ja mal zb einen Hund dann in einem riesen Freigehege. Der Hund war umsorgt, aber sein Bedürfnis, weit weg vom Menschen zu leben, wurde respektiert. Und es muß die Möglichkeit geben, daß ein Mensch, der mit seinem Direktimport überfordert ist, die Unterstützung bekommt und auch im Sinne des Hundes dieser Hund an eine geeignete Pflegestelle kommt und nicht Langzeitinsasse eines Tierheimes wird. Denn diese falschen Vermittlungen füllen halt leider zunehmend unsere Tierheime und das kann nicht die Antwort sein

  • Wichtig ist aber dass man den Hunden auch Zeit gibt. Und nicht den perfekten Hund erwartet.

    Was eben viele Anfänger denken: Man bekommt ein weißes Blatt und kann es beschreiben.

    So ist es aber nicht. Natürlich muss (!!!) man jedem (!!!) Hund in seinem Tempo Zeit geben sich mit dem neuen Umfeld auseinander zu setzen, ihn schulen wie was wo wann geht.

    ABER: Aber auf dem Blatt steht schon ganz viel. Am Anfang in unsichtbarer Zauberschrift, die im Laufe der Zeit immer sichtbarer wird. Und zwar auch dort, wo man schon selbst was hingeschrieben hat bis sie auftaucht und immer stärker wird bis das ursprünglich Geschriebene evtl. gar nicht mehr lesbar ist. Was das ist? Genetik. Jagdverhalten, Wachverhalten, Ressourcenverteidigung, die Bereitschaft Probleme mit Aggressionsverhalten zu lösen und so weiter.

    Und genau diesen Punkt unterschätzen Anfänger in der Regel sehr.

    Aber, ich sage es noch mal: Hier ist jemand, der will jeden Weg gehen für die nächsten fünfzehn Jahre. Inklusive aller Einschränkungen fürs eigene Leben, die das mit sich bringen wird. Besser geht es ja gar nicht für den Hund.

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