• Und wie teilt man dem Hund nett mit, was man an der Leine von ihm haben möchte?

    Ich habe ihr freundlich mitgeteilt " Lockerlassen", und sie in dem Moment gelobt, in dem sie an der lockeren Leine stand oder ging. Was ist daran unfreundlich oder Rätselraten für drn Hund?

  • Und wie teilt man dem Hund nett mit, was man an der Leine von ihm haben möchte?

    Auch hier: nicht alles passt zu jedem Halter-Hund-Team.

    Zum Beispiel:

    - Radiustraining mit Belohnung -> du bringst dem Hund bei, welchen Radius er zur Verfügung hat = Bereich, in dem die Leine nicht auf Zug kommt. Wie gesagt, ich habs nach Turid Rugaas trainiert. Wenn man googelt gab's früher ein PDF mit einer leicht abgewandelten Form, falls du es genauer wissen möchtest.

    - Training der lockeren Leine -> du bringst dem Hund bei, dass du es super findest, wenn er die Leine locker lässt. Und/oder du bringst dem Hund bei, an der Leine entspannt zu sein. Und/oder du bringst dem Hund bei, eine gespannte Leine selbst zu lockern.

    - ...

    Alles anfangs nicht "im echten Leben", sondern kleinschnittig und in der langweiligst möglichen Umgebung. Bei uns begann das Training der Leinenführigkeit im Wohnzimmer.

    Gerade bei der Leinenführigkeit führen echt 1000 Wege nach Rom.

  • Und wie teilt man dem Hund nett mit, was man an der Leine von ihm haben möchte?

    Ich habe ihr freundlich mitgeteilt " Lockerlassen", und sie in dem Moment gelobt, in dem sie an der lockeren Leine stand oder ging. Was ist daran unfreundlich oder Rätselraten für drn Hund?

    Du darfst einfach die Vielfalt der Hunde und ihrer Charaktere nicht unterschätzen.
    Meine Maus würde dein Verhalten zu Beginn des Trainings total frustrieren. Einfach weil sie raten müsste was sie tun soll. Und es gibt Hunde die sind schnell gefrustet, wenn sie nicht sofort auf die richtige Lösung kommen. Andere geben auf und raten nicht weiter.

    Ja inzwischen kann ich hier auch einfach stehen bleiben und sie weiß, was ich will. Grundsätzlich das Konzept Leinenführig hat sie verinnerlicht. Gibt halt mal Tage, da muss man dran erinnern. Da ist dein Weg passend.

    Aber als Einstieg in die Thematik der völlig falsche Weg für meinen Hund. Es gibt einfach auch nicht grundlos so viele unterschiedliche Wege in dem Thema.

  • Und wie teilt man dem Hund nett mit, was man an der Leine von ihm haben möchte?

    Ich habe ihr freundlich mitgeteilt " Lockerlassen", und sie in dem Moment gelobt, in dem sie an der lockeren Leine stand oder ging. Was ist daran unfreundlich oder Rätselraten für drn Hund?

    “Lockerlassen” ist ohne Aufbau ja nichts was der Hund kennt.
    Dafür müsstest du dem Hund erst beigebracht haben dass lockerlassen bedeutet nicht an der Leine zu ziehen bzw. den Zug raus zu nehmen. Und dafür muss ja erstmal Zug da sein. Also selbst wenn der Hund weiß “locker lassen heißt ich soll aufhören zu ziehen”, dann baut das darauf auf, dass das “Fehlverhalten” gezeigt werden muss um danach das gewünschte Verhalten zeigen zu können.

    Schon allein deswegen ist das für mich persönlich nicht der idealste Weg.

  • “Lockerlassen” ist ohne Aufbau ja nichts was der Hund kennt.

    Dazu kommt ja der Oppositionsreflex. Wenn an einem gezogen wird, hält man gegen um nicht umzufallen. Kann man nix gegen machen.

    Ist also nur fair, dem Hund zuerst(!) beizubringen, was von ihm erwartet wird, wenn Zug auf die Leine kommt.

  • Ich schaffe für meine Hunde enorm viel Wert, an meiner Seite zu gehen. Der Bereich neben mir ist toll und lohnt sich.
    Von klein an. Zusätzlich markere ich das gezielte Nachgeben auf Zug am Halsband. (Dies aber nicht in Bewegung sondern gesondert als Übung zu Hause)

  • Ich glaube nicht, dass es reiner Frust war. Beziehungsweise wenn, dann die Art von Frust, die ein Hund z. B. hat, wenn er etwas nicht gleich kriegt oder nicht das, was er gerade im Moment will. Ich habe ihr weder verbal noch nonverbal oder emotional vermittelt, dass ich unzufrieden mit ihr bin o.ä., sondern lediglich: wenn du das machst (Ziehen und in die Leine werfen), dann passiert das darauf: stehen bleiben. Die ersten Tage bekam sie auch ein Lob, wenn sie die Leine dann locker liess, "braves Mädchen" oder " fein gemacht!", aber nicht so halligallimässig, als hätte sie was Wunderbares gemacht, sondern einfach ein kurzes,erfreutes Lob.

    Ich wüsste nicht so recht, wie man einen Hund ganz ohne Frust erziehen soll. Wenn er meint, den Pudel von der anderen Wegseite beissen zu müssen, oder sich in Kacke zu wälzen, oder etwas Unaussprechliches fressen zu wollen, usw., dann verbietet nan ihmdas, was für ihn Frust ist, weil er nicht kriegt und nicht darf, was er will.

    Also ich glaube, ohne Frust funktioniert Hundeerziehung nicht. Aber ich lasse mich gern überzeugen und eines Besseren belehren. Du bist Hundetrainerin und hast sehr viel mehr Erfahrung als ich, insofern lerne ich gern von dir was dazu.

    Wenn man über das Vorenthalten von Belohnung trainiert, trainiert man über Frust. Das ist schlichte Lerntheorie. Und es ist eine absolut legitime Trainingstechnik. Die eben nicht bei jedem Hund funktioniert, wenn man sie ausschließlich nutzt. Das war alles, was ich sagen wollte.

    Ich wüsste auch nicht wie man das Leben seines Hundes gestalten sollte, dass kein Frust auftritt. Ist in meinen auch nicht notwendig.

    Beim Verbot arbeite ich übrigens nicht über Frust, sondern Strafe. Finde ich an dem Punkt effektiver und stressfreier.

    Ich freue mich, dass es bei Euch geklappt hat.

  • flying-paws

    Ich mache auch gerade eine Frusterfahrung, kriege nämlich das Zitieren nicht hin. :woozy_face:

    Wie meinst du das, dass du beim Verbot nicht über Frust, sondern Strafe arbeitest, weil du das effektiver und stressfreier findest? Das kapiere ich nicht wirklich. Warum ist Strafe beim Verbot stressfreier? Ich bin nicht prinzipiell gegen Strafe, verstehe aber den Unterschied gerade nicht.

    Ich würde übrigens keineswegs alles beim Hund über Frusterfahrung üben und trainieren. Das hängt m.E. vom Hund, seinem Vertrauen, der jeweiligen Situation und dem Trainingsziel ab, und nicht zuletzt auch davon, was ich als Hundehalter glaubwürdig vermitteln kann und ausstrahle. Nicht alles ist für jeden sinnvoll und gut.

    Es hat z. B. keinen Sinn, weder bei der Leinenführigkeit noch bei sonstwas, die Trainings- und Erziehungsmethode von jemandem anderen zu kopieren, wenn es nicht das Meine ist. Der Hund schlägt ja nicht im grossen Handbuch für Hundeerziehung nach, welcher Experte dies und das empfiehlt, dem ist das schnurzpurzegal. Der schaut auf seinen Halter,dessen Körpersprache, Ausstrahlung, und hört dessen Tonfall, und wenn das nicht stimmig und authentisch ist, kann die Methode heissen, wie sie will. Es wird nicht funktionieren.

    Billieshep

    Danke!

  • Der schaut auf seinen Halter,dessen Körpersprache, Ausstrahlung, und hört dessen Tonfall, und wenn das nicht stimmig und authentisch ist, kann die Methode heissen, wie sie will. Es wird nicht funktionieren.

    Das. Und nichts anderes ist der Grund warum ich mich vom "Trainingskonzept" losgelöst habe und versuche es anderen zu erklären. Es in voller Gänze zu erklären ist so weitreichend, so komplex, aber, wenn man sich da reinfuchst wird klar, wie viel das mit uns Menschen zu tun hat und wie wenig mit dem Hund. Ihn juckt es nicht, er lebt halt nur.

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