Für die Leseratten - Der Bücherthread - Band 3

  • Fertig mit Rebel Witch - bedient so ungefähr jedes Romantasy Klischee. Wer das Genre mag, dürfte Spaß damit haben xD

    Ich hab ja leider ein etwas ambivalentes Verhältnis zu Romantasy und deshalb auch ein ambivalentes Leseerlebnis gehabt, haha. Zwischenzeitlich gingen mir die beiden gehörig auf den Keks und leider war der Plot auch am Ende ziemlich vorhersehbar.

    War aber trotzdem nicht schlecht geschrieben.


    Mache jetzt weiter mit "Children of fallen gods", das ist die Fortsetzung von Daughter of no Worlds! Da gibts auch Romanze, aber zum Glück deutlich weniger penetrant. Bin gespannt auf den 2. Teil!

  • Habe auch mal wieder ein Buch gelesen, völlig ohne Erwartungen und hinterher erst gesehen, ist ein Jugendbuch. Kann man aber auch gut erwachsen lesen:

    Lügentochter von Megan Cooley Peterson

    "Piper ist in einer Sekte aufgewachsen, sie weiß es nur nicht. Deshalb stellt sie auch keine Fragen. Niemals. Denn ihr Vater ist für Piper ein Prophet, er hat immer recht. Bis er es eines Tages nicht mehr hat: Als die Regierung eine Razzia auf ihrer Anlage durchführt, wird Piper von ihren Geschwistern, von Mutter, den Tanten und von allen Anhängern Vaters getrennt – sogar von ihrem Schwarm Caspian. Nun lebt Piper in der Außenwelt. Unter IHNEN. Bei einer wildfremden Frau, die sie angeblich beschützen soll. Doch Piper weiß es besser. Und sie wird entkommen."

    Ich-Perspektive Präsenz, aufgeteilt wechselnd in "Davor" und in "Danach". Die Grenze dazwischen ist die "Entführung" durch die Regierungsbeamten, vor denen ihr Vater so lange gewarnt hat.
    Nicht alles war schlecht im "Davor", die vielen "Geschwister" z.B., die sich umeinander kümmern. Anderes, wie ein stetiger Hunger und die "Tanten" dagegen nicht, aber das kritisiert Piper gar nicht, es ist einfach notwendig und ihr Vater ist über jede Kritik erhaben.

    Ich fand das Buch gut. Man ist durch die Perspektive immer in dem Denken von Piper, die lange braucht, um anzufängen, nicht mehr blind sich an ihrem unfehlbaren Vater zu orientieren, zumal die Außenwelt durch ihn eingetrichtert gefährlich und dem Untergang geweiht ist und sie diese nur durch ausgwählte Serien und Filme kennt. Ihr Ziel ist, irgendwann erwachsen ein wertvolles Mitglied der "Kolonie" zu werden.

    Ich habe mich mit Sekten nie näher beschäftigt, ich finde es aus dieser Perspektive aber interessant und nachvollziehbar erzählt. Es ist nicht extrem tiefgründig, ist recht freundlich erzählt, was vermutlich auch damit zu tun hat, dass es ein Jugendbuch ist. Die Liebesgeschichte hätte es auch nicht gebraucht und Piper kam hier und da jünger vor als fast 18 Jahre alt. Aber dennoch, das Buch empfehle ich weiter.

  • Macht einer von euch bei BookCrossing mit? Das ist eine Internetplattform, bei der man sich registriert, Bücher "frei lässt" und sie dann bei ihrer Reise verfolgen kann.

    Ich hatte heute ein Buch gesehen, es aber stehen gelassen, und überlege nun mich dort vielleicht anzumelden. Es ist komplett kostenlos und ob ich nun zum Bücherschrank laufe oder in der Gegend Bücher frei lasse, ist auch Wurst.

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    So ich hab Buch Nr. 2 für dieses Jahr gelesen. Hatte ich aus dem Bücherschrank mitgenommen

    Gazing into the stars - Zwischen Mondlicht und Mysterien ( Jodie S. Calussi)


    Gazing ist ein junger Mann. Schüchtern, groß und mit blonden Locken. Und mit Hasenohren.

    Eindeutig nicht von dieser Welt, aber wie er hier her gekommen ist und warum kann er nicht sagen. Gazing hat seine Erinnerungen verloren.

    Die gesamte Geschichte spielt in einer fernen Zukunft. Es gibt nur noch einen Bruchteil der Menschen, denn irgendwann stand alles vor dem Kollaps. Zu viele Ressourcen waren verbraucht und die Yaahks konnten mit ihrer Technologie einen Teil der Menschheit retten. Es gibt Portale mit denen man quer über die Welt reisen kann, ein Überbleibsel dieser Technik. Verschiedene Städte in denen die Überlebenden noch existieren und teilweise weiter ums überleben kämpfen.

    Eine dieser Städte muss Gazing verlassen, die Machthaber wechseln und es wird gefährlich für ihn weil er halt anders ist. Und so begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise.


    Hmm, ich weiß nicht so recht bei diesem Buch. Ich würde es als Jugendbuch einordnen. Es ist nett zu lesen und die Grundidee ist wirklich gut. Laut Rezension soll es ein kritischer Sci-Fi-Roman sein. Kritisch an der Gesellschaft, am übermäßigen Konsum und Missbrauch von Ressourcen.

    Es hat auch sicher eine gute Idee, aber es bleibt sehr Oberflächlich. Die Charaktere kann man schon gern haben, aber auch die sind oberflächlich. Bei Gazing dachte ich immer wieder "oh jetzt grübelt er wieder", aber die Autorin nimmt einen auf diese Gedanken nur wenig mit. Statt dessen steht er irgendwie, gefühlt, immer nur "wie eingefroren" herum. Die Städte sind einfach da, aber auch ohne näher ausgeschmückt zu sein. Es ist als ob man auf eine Postkarte schaut, man hat zwar eine Vorstellung, aber die ist ziemlich eindimensional. Es kommen Charaktere hinzu, aber...oberflächlich. Es ist nicht so, dass man sie nicht mag, aber man baut nur zu einem etwas Beziehung auf.

    Und überhaupt, die Vergangenheit wird nicht näher erklärt, was aber vielleicht doch wichtig wäre. Und am Ende des Buches hatte ich jede Menge offene Fragen.

    Die Story hätte Potential, aber dazu müsste man mehr Zeit und Liebe investieren und da wäre es in einer Buch-Reihe sicher besser aufgehoben.

    Man ärgert sich nicht, wenn man es gelesen hat. Aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht tut.

  • Yevgeny Zamyatin – We / Wir

    "Long live the United State! Long live the Numbers!! Long live the Well-Doer!!!"

    "Wir ist ein dystopischer Roman, der in einer weit in der Zukunft liegenden Gesellschaft namens “The United State" spielt, in der das Leben vollständig von Logik, Mathematik und strenger Ordnung bestimmt wird. Die Menschen sind nicht durch Namen, sondern durch Nummern bekannt, und jeder Aspekt des täglichen Lebens – Arbeit, Freizeit, Beziehungen und sogar Gefühle – ist geplant und geregelt. Die Geschichte wird aus der Perspektive von D-503 erzählt, einem loyalen Bürger und Mathematiker, der an der Konstruktion eines Raumschiffs mitarbeitet, das die Ideale des United States über die Erde hinaus verbreiten soll. Er beginnt eine Reihe von persönlichen Aufzeichnungen zu schreiben, die seine Gesellschaft erklären und verherrlichen sollen. Dabei stößt er allmählich auf Erfahrungen und Ideen, die seine Annahmen über Vernunft, Freiheit und die Bedeutung des Menschseins in Frage stellen. Der Roman konzentriert sich nicht auf äußere Handlungen, sondern auf psychologische und philosophische Konflikte und zeichnet den inneren Wandel des Erzählers nach, der darum ringt, Ordnung und Individualität miteinander zu vereinbaren."

    1921 geschrieben und große Inspiration für Orwell's 1984, ist Wir eine Charakterstudie, die den Niedergang von D-503 beschreibt, einem der loyalsten Bürger des Staates. Es gibt nicht viel explizites Worldbuilding aber man bekommt eine Idee der Routinen und Vorgaben und Regeln und Verfahrensweisen des Staates. Einerseits unglaublich interessant, andererseits echt beängstigend. Generell fand ich die Erzählstimme fantastisch, durch den Sarkasmus und schwarzen Humor, die verzweifelte Suche nach Rationalität und Logik im Angesicht von Irrsinn und Untergang, war diese Dystopie leichter zu ertragen und "zu genießen" als 1984.

    Wir wurde in der Sowjetunion verboten, weil es als direkte ideologische Bedrohung für das entstehende sowjetische System angesehen wurde, auch wenn es nie ausdrücklich Russland oder den Kommunismus nennt. Die Gründe waren eher politischer, philosophischer und historischer als literarischer Natur.

    Erforschte Themen: Vernunft vs. Freiheit – Individualität vs. Kollektivismus – Kontrolle und Überwachung – Emotionen, Verlangen und das Irrationale – Die Natur des Glücks
    Die Unterschiede zu 1984 liegen in den Themen: Rationale Utopie vs. politischer Terror – Transparenz vs. Geheimhaltung – Tonfall und Stil – Art der Sprachkontrolle – Die Rolle der Vergangenheit
    Überlappungen sind zu finden in den Themen: Totalitäre Kontrolle des täglichen Lebens – Kontrolle des Denkens, nicht nur des Verhaltens – intime, begrenzte Sichtweise

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