Gassi gehen und Besuch empfangen eine tägliche Herausforderung

  • Hallo zusammen,
    ich hoffe ihr könnt uns weiterhelfen, weil wir sind langsam echt am Ende mit dem Nerven.
    Wir haben eine Mini Australien Shepherd Dame, ist jetzt 1,5 Jahre alt. Wir haben schon diverse Hundetrainer durch, auch das Training mit einer Box hat uns nicht weitergebracht und wir wissen langsam nicht mehr weiter und unsere Nerven sind am Ende.

    Folgendes Verhalten hat unsere Dame und ja wir wissen sie ist mitten in der Pubertät

    Gassi gehen: hier müssen wir schon an Orte fahren wo die Chance dass sie andere Hunde begegnet relativ gering sind. Unsere Dame ist schon mehr als hyperaktiv bevor es überhaupt los geht. Sie dreht schon völlig durch bevor sie überhaupt ins Auto kommt und sobald wir am Ort sind ist sie voller Energie und mehr als hyperaktiv. Sie zieht, schnuppert wie wild und kommt kaum zur Ruhe. Das schlimmste sind die Begegnungen mit anderen Hunden. Sobald sie einen gesehen hat, ist sie kaum noch zu bändigen, zieht und bellt wie wild und kann sich auch kaum mehr beruhigen.

    Wenn Besuch kommt: hier Leinen wir sie schon an bevor der Besuch überhaupt das Haus betritt. Sobald sie den Besuch sieht bellt und zieht sie wie wild und ist nicht zu bändigen. Sie kann sich auch nicht beruhigen und wirkt eher aggressiv.. Wir bringen sie dann immer in ein Zimmer um sie zu beruhigen.

    Wenn Kinder zu Besuch kommen leinen wir sie an und einer sitzt neben ihr und sie kann dann beobachten. Aber auch zu Beginn bellt sie und wirkt aggressiv.

    Wir hatten schon drei andere Hunde, zwei Rüden und eine Dame, alles unterschiedliche Rassen, aber dieses Verhalten hatten wir noch bei keinem. Wir sind nervlich ziemlich am Ende und wissen nicht mehr weiter. Wie gesagt dass Gassi Gehen ist jedes Mal eine Herausforderung in der Hoffnung dass sie keinem anderen Hund begegnet. Und wir trauen uns schon gar nicht mehr Besuch einzuladen weil sie dann durch dreht und eher aggressiv wird.

    Wir sind unter der Woche meistens alleine, hier ist sie im Haus auch eher ruhig und hat ihr Ruhephasen. Dies ändert sich wie gesagt nur beim Gassi gehen und bei Besuchen.

    Wir waren auch schon in Hundeschulen / Hundetrainings, hier ist es sehr Tagesabhängig. An guten Tagen funktioniert es super und sie gehorcht auf jedes Wort, auch mit anderen Hunden kein Problem. Aber an schlechten Tagen hat sie alles komplett vergessen was man mit ihr trainiert hat und es ist eine totale Herausforderung.


    Habt ihr vielleicht noch Tipps was wir tun können?

  • Ist sie gesundheitlich durchgecheckt?

    War sie schon immer so oder kam das "plötzlich"?


    Ich würde sie erstmal komplett runterholen was den Stress angeht, so ist sie ja null lernfähig. Also mal ein paar Tage GAR NIX machen (kann natürlich zu einer ersten verschlimmbesserung führen, klar).

    Schläft sie generell genug?


    Ich fürchte aber ohne einen guten(!) Trainer kommt man da nicht weit da euch selbst ja jegliche Ansatzpunkte fehlen (so lese ich es raus)

  • Wurde sie schon mal gesundheitlich auf den Kopf gestellt? Das wäre so mein erster Ansatz, gerade wenn es sehr tagesabhängig ist. Oder mal aufs Futter schauen, manches Futter macht meinen auch (zusätzlich) kirre.


    Und wie sieht euer Gassi aus? Wie lang/wie viel geht ihr? Immer dieselben Strecken oder unterschiedlich? Wie viele/welche Reize begegnen euch?


    Abgesehen davon höre gerade vom Mini Aussie leider immer wieder, dass viele einfach sehr schwache Nerven haben. Gerade, wenn sie daheim in bekanntem Umfeld/in ihrer Routine gut zurecht kommt und nur der Umgang mit neuen Eindrücken ein Problem ist, würde ich mal überlegen, ob da eventuell das Problem liegt.

    Mit einem nervenschwachen Hund umzugehen ist herausfordernd und da helfen in der Regel nicht die üblichen Tipps zum Umgang mit Besuch oder der Leinenführigkeit. Einfach, weil der Hund so schnell so drüber ist, dass er eh nicht mehr lernen kann. In dem Fall macht es mehr Sinn, sich an einen Trainer zu wenden, der sich mit solchen Hunden wirklich gut auskennt.

  • Ich würde als erstes mal ein großes Schilddrüsenprofil (Nr. 2086 bei Laboklin) und ein geriatrisches Blutbild machen lassen. Werte kannst du dann gerne noch hier einstellen.


    Abgesehen davon sind viele Mini Aussies leider echt "durchgeknallt" und haben schwache Nerven. Gerade wenn man keinerlei Erfahrung mit der Rasse hat führt das schnell zu massiven Problemen. Ich würde mich nach einem Trainer umschauen der von Hütehunden und vielleicht sogar speziell Aussis richtig Ahnung hat.

  • Vielleicht habe ich was überlesen, aber dass ein Hund zu anderen will, ist doch erst mal hündisches Verhalten.

    Was macht sie denn, wenn ihr die Hunde nach Absprache von der Leine lässt, reagiert sie auf die Signale der anderen Hunde?

    Im Haus :


    Kann sie nicht einfach den Besuch mit begrüßen? Den würde ich eben vorwarnen, dass erst mal laut ist. V

    Als Aussie sitzt das bewachen halt auch in ihren Genen.

  • Abgesehen davon sind viele Mini Aussies leider echt "durchgeknallt" und haben schwache Nerven. Gerade wenn man keinerlei Erfahrung mit der Rasse hat führt das schnell zu massiven Problemen. Ich würde mich nach einem Trainer umschauen der von Hütehunden

    ich denke, das ist auch zu berücksichtige, dass manche Hunde nicht oder schwer "anders können".

    Eine Freundin hatte einen Schäferhund aus einer Leistungszucht;

    ihr Vater war der Auswerter für die HD ...

    und hat ihr einen 7 Monate alten Junghund anhand der Hüftaufnahmen der Eltern "vor die Tür gestellt". Vom Zwinger direkt in die Familie mit Kleinstkindern....


    Ein lieber, kluger und vorbildlicher Hund. Aber eben vorbildlich als Schäferhund.


    Wenn man da zu Besuch kam, wurde man erst mal lautstark erschreckt und verbellt. Der Hund hat einen nie berührt, aber er kam so, dass jeder, der sich mit Hunden nicht auskannte, schon einen Schreck bekommen hätte und mir war teilweise auch etwas unheimlich, vor allem beim Ohrenspiel...

    Aber da musste ich echt durch.

    Der Hund hätte mich ja auch stellen können etc., hat er nicht, er hat für sich, als Schäferhund aus der Gebrauchshundeszene sein Bestes gegeben, um sozialverträglich zu sein. Das hat man ihm schon angemerkt :)



    Bzgl. Mini-Aussie kenne ich nur zwei,

    aber beide benehmen sich bei Fremdkontakt mit Hunden/Menschen jedes Mal so, als würden sie nen Herzinfarkt bekommen.

    Nach einer Weile geht es, aber egal, was die Besitzer machen- sie kommen da anschienend über die Genetik nicht hinweg.


    Insofern würde ich mir evtl. kleinschrittige Ziele setzen, ganz verschwinden wird das wohl nie, aber solange der Hund nicht gefährlich ist oder massiv verscucht, euch nach seiner Pfeife tanzen zu lassen, würde ich über Kompromisse, über Teilziele nachdenken.

    Oder, auch, wenn es hart ist,

    den Hund an jemanden geben, dem das Verhalten egal ist. Eure Psyche ist ja auch wichtig, nicht nur die des Hundes...

  • Habt ihr die Hündin von Welpe an?


    War sie beim Gassigehen immer schon so überdreht oder hat das Problem sich im Laufe der Zeit verschlimmert? Wie sahen eure Runden mit dem Welpen bzw. Junghund aus und wie jetzt?

    Kann sie sich auch mal frei bewegen, ohne Leine? An welcher Leine führt ihr sie auf den Spaziergängen? Wie sieht es mit Kontakt zu Artgenossen aus?

    Was genau wurde mit den Hundetrainern besprochen und geübt?

    Wird eure Hündin irgendwie beschäftigt/mental ausgelastet?

    Könnt ihr vielleicht auch mal einen typischen Tagesablauf bei euch beschreiben?


    Ich weiß, Fragen über Fragen, aber mit mehr Infos kann man auch gezielter Ratschläge geben.

  • Hier bei uns in der Nachbarschaft wohnt auch ein Mini-Aussie mit Verhaltensauffälligkeiten.
    Letzten Sommer hat die Hündin beschlossen, nicht mehr Gassi zu gehen. Sie ist einfach nicht mehr gelaufen. Die Besitzer mussten sie jedes Mal ein ganzes Stück weit tragen, bis es dannn einigermaßen ging.
    Und die Hündin schnappt ständig nach anderen Hunden. Leider darf sie trotzdem immer wieder von der Leine. Ida wurde kürzlich auch mal plötzlich von ihr gepackt. Die Aussage der Besitzerin: "Man kann ja nicht jeden mögen." Mein Hund war aber nicht der einzige, der ins Fell gepackt wurde. Ein Rottweiler und ein großer Hütehundmix waren auch "Schnappopfer". Sicher gab es da noch mehr, man kennt ja nicht alle HH persönlich.

  • Wir bringen sie dann immer in ein Zimmer um sie zu beruhigen.

    ihr macht euch Gedanken, aber das ist kein Kind.

    Sie wird das Wegpacken noch mehr in Panik/Aggression umwandeln.

    Besuch = ich werde von meinen Menschen getrennt und das ist für die meisten Hunde das Schlimmste überhaupt.

  • Vielen Dank schon mal an alle für euren Input!


    Also wegen dem Besuchen:

    Das wir Sunny in den Raum bringen war bisher nur einmal der Fall, weil sie sich überhaupt nicht beruhigt hat. Der Besuch kam, Sunny war hier schon an der Hausleine. Sie hat gebellt und war voller Energie. Als der Besuch im Raum war ist man langsam mit ihr zu ihm hin und hat sie mal schnuppern lassen. Dann hat sie gleich wieder gebellt und war eher aggressiv. Wenn die Kinder (kommen öfters und keine neue Situation für Sunny) zu Besuch kommen, sollen diese Sunny erstmal ignorieren. Sunny sieht die Kinder, aber bellen ist automatisch bei ihr drin. Wenn sie sich dann beruhigt hat verfolgt sie das Spielen der Kinder an der Hausleine aber immer unter Aufsicht. Wir trauen uns auch gar nicht sie ohne Leine an die Kinder zu lassen da diese ja schnelle Bewegungen machen und Sunny dann eher in den Angriffsmodus wechselt bzw.. wir die Reaktion / das Verhalten von Sunny nicht einschätzen können. Wenn niemand im Haus ist, ist sie eher ruhig, beschäftigt sich auch mal selber, legt sich hin und ruht auch. Nur wenn Besuch kommt ist es sehr anstrengend. Und wie gesagt das in den Raum bringen ist nur dann die Notlösung wenn sie sich gar nicht beruhigt und nur noch beeilt und an der Leine zieht ohne Ende..


    Gassi gehen:

    Das Problem dass sie überdreht ist gibt es schon seit Anfang. Sie ist sehr hyperaktiv und sobald ein anderer Artgenosse kommt geht sie gleich in bellen und ziehen an der Leine über.

    In der Hundeschule trainiert sie unterschiedliche Dinge, dort gibt es auch Phasen wo alle Hunde von der Leine gelassen werden und sie herum springen. Hier ist es auch tagesabhängig, es gibt Trainings da spielt sie mit den anderen Hunden frei herum, aber es gab auch schon Trainings da musste man dazwischen gehen weil sie sich gegenseitig angegriffen haben.


    Wir haben Sunny als Welpe geholt. Durch die Hundeschule und unterschiedliche Trainer wird sie mental in verschiedenen Dingen gefördert. Auch trainieren wir oft mit ihr verschiedene Dinge, und fordern sie mental.

    Wenn kein Besuch da ist, bewegt sie sich frei im Haus, auch im Garten alles ohne Leine. Da haben wir auch keinerlei Problem, da ist sie die liebste und kuschelt auch gerne. Alles was man ihr bei bringt lernt sie schnell, aber es gibt auch Tage da hat sie alles vergessen und sie befolgt keinerlei Anweisungen oder sonstiges. Ihr Verhalten ändert sich sobald Besuch ins Haus kommt oder wenn wir Gassi gehen und sie somit aus dem Haus geht.

    Das sind die beiden herausforderndsten Situationen.

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