Der "gefährliche" Hund Teil 3

  • Hier bei uns sind Listenhunde recht strikt verboten und nur aus dem TS erlaubt, entsprechend sieht man wenige. Es gibt keine Chance einen selbst erworbenen Hund zu behalten.

    Im Umkehrzug bedeutet das aber auch, dass man mit einem Mischling sehr sicher ist - das Vetamt wird nicht alles einsacken und dauerhaft unterbringen, was vermutlich/vielleicht einen Listenhundanteil hat.

    Die Leute, die hier Listis halten, meiden eher jeden Kontakt.

  • Ja, ich finde es einfach in keinster Weise unterstützenswert, daß der Staat plötzlich entscheiden kann, diese Mischung/Rasse ist zu gefährlich, wir ziehen nun alle ein, verwahren sie oder bringen sie um. Und dann seh ich mir Chilly an (denn so eine Staatsmacht endet ja nicht automatisch bei dem "gewünschten" Ziel), stelle mir vor, daß die Polizei meine Türe aufbricht, meinen Hund mitnimmt und ich bin machtlos. So etwas kann man doch nicht unterstützen.

    Du wohnst ja in Bayern. Da ist die Rechtslage bereits so, dass auch ein völlig unauffälliger American Bully jederzeit beschlagnahmt und eingezogen werden kann und die Vermittlung innerhalb Bayerns nicht mehr möglich ist. Weil es sich nicht um eine anerkannte Rasse handelt und das zuständige Amt nach Phänotyp einen Amstaff/Pitbull-Mix unterstellen könnte, für den es ein Haltungsverbot gibt. Das Risiko trifft jeden in einem BL mit strikten Auflagen, der sich nicht hinreichend informiert bzw. sich auf Werbeversprechen verlassen hat - oder der bewusst Auflagen umgehen wollte.

    Und die Vermittlung dieser Hunde, wenn sie denn in Tierheimen gelandet sind, ist nicht einfach. Gerade wenn dann mit zunehmendem Alter die durch den Körperbau oder Sonderlackierung bedingten gesundheitlichen Probleme zuschlagen. Es ist schlicht zum Kotzen.

  • Ich hab keinerlei Erfahrung mit solchen Hunden.

    Was muss passieren dass der Hund sowas macht? Der wird ja nicht einfach entscheiden seinen Besitzer zu töten? Oder?

    Ist der Besitzer vermutlich gestürzt und hat sich damit in eine andere Position gebracht?

  • Was ich nicht verstehe - der Hund hat seinen Halter getötet. Er hat also seine Gefährlichkeit bewiesen.

    Warum muss man nun einen Wesenstest zur Feststellung der Gefährlichkeit machen?

    Also ich verstehe die vermutliche Bürokratie dahinter bzw die Auflagen und finde es per se gut, dass nicht leichtfertig Hunde getötet werden dürfen.

    Aber das ist mit gesunden Menschenverstand schon etwas absurd.

    Und falls er den Test besteht - wer mit der nötigen Kompetenz will denn so einen Hund? Da steht doch nur die "arme Baby" Fraktion Schlange, an die man so ein Kaliber hoffentlich nicht vermittelt.

    Ergo fristet er dann in irgendeinem Tierheim sein Leben.


    Traurig, einfach für alle Beteiligten extrem traurig. Die Zucht dieser Hunde bringt doch wirklich nur Verlierer hervor. Die meist sehr kranken Hunde tun mir einfach so leid.

    Ich kenne eine Hündin, die so große gesundheitliche Baustellen hat, dass ich mir gar nicht alles merken konnte ...

  • Ich hab keinerlei Erfahrung mit solchen Hunden.

    Was muss passieren dass der Hund sowas macht? Der wird ja nicht einfach entscheiden seinen Besitzer zu töten? Oder?

    Ist der Besitzer vermutlich gestürzt und hat sich damit in eine andere Position gebracht?

    Ohne Zeugen lässt sich das nicht rekonstruieren. Auch falls das möglich wäre, muss es nichts sein, was für uns logisch oder schlüssig ist. Es könnte Frustration oder, wie schon beschrieben, fehlgeleitetes Beutefangverhalten, getriggert durch einen Sturz, äußeren Reiz oder auch Schmerzen gewesen sein. Vielleicht eine ganz alltägliche Situationen, die es zu Hauf auf Gassirunde gibt. Aufgrund der speziellen genetischen Grundlagen kann das plötzlich zu einer bisher völlig anderen Reaktion geführt haben. Das hat für den Hund in dem Moment "Sinn" gemacht, ist für uns ist es aber schwerer nachvollziehbar.

  • Ich hab keinerlei Erfahrung mit solchen Hunden.

    Was muss passieren dass der Hund sowas macht? Der wird ja nicht einfach entscheiden seinen Besitzer zu töten? Oder?

    Ist der Besitzer vermutlich gestürzt und hat sich damit in eine andere Position gebracht?

    Leider neigen American XL Bullies durch zu engen Genpool, Inzucht und Inzestzucht sowie Farben wie blue und merle zu Verhaltensauffälligkeiten.

    Da braucht es keinen Grund.

  • Also. Beispiel: Hund und Besitzer stehen an der Ampel, wie jeden Tag. Es passiert wirklich gar nichts ungewöhnliches.

    Und der Hund tötet plötzlich seinen Besitzer?

    Was muss da genetisch bitte falsch laufen?? Da müssen Hirnstrukturen wirklich heftig kaputt sein.


    Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nur versuchen es zu verstehen.

  • Ich bin immer zurückhaltend bei der Einschätzung solcher Situation. Einmal, weil ich kein erklärter Hundeverhaltensexperte bin und zum anderen, weil es super schwer ist aus einem Endbestand den exakten Vorgang zu rekonstruieren. Ich glaube, dass in vielen Fällen bei denen es zu schweren Beißvorfällen kommt, vorher einige Signale übersehen oder falsch eingeschätzt wurden. Es gibt für mich nachvollziehbares hündisches Verhalten, dass zu Schäden führen kann. Sowas kann bis zu einem gewissen Ausmaß in fachkundigen Händen korrigiert oder so gehändelt werden, dass keine Gefahr im Alltag von dem Hund ausgeht.

    Es gibt allerdings auch Fälle, die so gravierend sind, da sehe ich keinen Spielraum mehr. In diesem Fall wäre das für mich der Vorfall in Kombination mit der Grundausstattung des Hundes (die ich ihm aufgrund der Rassezugehörigkeit unterstelle), die ihn verhaltenstechnisch nicht einschätzbar macht

    Letzteres ist für mich per se die Definition eines gefährlichen Hundes. Das ist auch nicht korrigierbar, meiner Meinung nach.

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