Unsere Leinenrambos - Umgang, Austausch und (Erfolgs)geschichten

  • Bei uns ists aktuell schwierig zu beurteilen. Seit wir wieder zu Hause sind, ist uns beim Gassi schlicht kein Hund begegnet... Das ist Fluch und Segen zugleich.

    Wir haben nur befreundete Hunde getroffen zwecks gemeinsamer Gassitour bzw. waren beim Gruppentraining im Verein und da ist Balu in der Regel schlicht freudig aufgeregt, pöbelt aber nicht.


    Ach doch, da fällt mir ein, dass er einmal angeschlagen hat. Da waren wir gut 2 Stunden Gassi im Wald ohne irgendwem zu begegnen und dann ruft da plötzlich ein Mann herum. Da musste der Spitz den Wächter raushängen lassen und hat zurückgebrüllt.

    Balu klingt dann original wie der wütende Nachbar aus dem Video 😂

  • Mal Frage an Euch alle.

    Bei uns ist es ja in erster Linie ein Problem, wenn wir hausnah in seiner "Hood" unterwegs sind und dort auch vorwiegend seine 4/5 Rüdenerzfeinde. Da flippt er halt noch richtig aus, wenn wir zu nah kommen, was sich leider nicht immer vermeiden lässt. Bei einem davon ist die Besitzerin auch gern mal bereit zum trainieren etwas stehen zu bleiben, dann beruhigt Bucky sich auch wieder, weil der andere Hund dann deeskalieren schön wegguckt. Die anderen finden uns einfach zu, ko..., da bräuchte ich nicht nach Trainingsmöglichkeiten fragen. Deren Hunde fixieren halt auch wie Sau, auch wenn sie nicht eskalieren, so dass ich Bucky sogar verstehe.

    Jetzt hatten wir neulich wieder eine blöde Situation, wo ich mit dem Besitzer verbal aneinander geraten bin, was natürlich total super Vorbild für Bucky ist.

    Jedenfalls ist es mir inzwischen doch leider auch wieder unangenehm, dass Bucky so ausflippt, weil es ja auch ausgerechnet dort ist, wo man lebt und bekannt ist. Ich dreh gefühlt nur noch Schleifen und wechsel die straßenseite um allen Konflikten aus dem Weg zu gehen und merke, dass mich das auch bei anderen Hunden (außer den Erzfeinden) wieder vorsichtiger macht.

    Also nochmal mit Trainer gesprochen, was machbar ist.

    Trainer meint: er würde es einfach durch managemant regeln, wenn es wirklich nur die paar Erzfeinde sind, weil... alles andere würde viel Zeit und Muse kosten. Und damit auch Geld, weil wieder Einzeltraining. Sollte ich mir halt überlegen.

    Was meint ihr?


    P.S. wir reden hier nur über kurze Momente, sobald wir an dem anderen Hund vorbei sind, wird sich einmal geschüttelt und gut ist wieder.

  • Ich glaube, dass du das wirklich für dich selbst entscheiden musst.

    Im ersten Moment wäre da bei mir der Ehrgeiz gepackt, aber da ist die Frage, wie fruchtbar ein Training an der Stelle sein kann und wie frustrationstolerant man selber ist. Denn ich gebe deinem Trainer recht: Das wird dauern...

    Mein Rüde war bis zur chemischen Kastra null ansprechbar, wenn es zum Fixierduell mit nem anderen Rüden kam. Es war ihm viel zu wichtig, darauf zu reagieren. Seit der Chip wirkt, funktionieren Dinge wie einfach dran vorbei futtertreiben oder Blick einfordern überhaupt erst. Vorher absolut undenkbar. Der hat mir das Leckerli vor die Füße gespuckt.

  • Ein Trainer meinte mal zu mir "Erzfeinde trainieren wir nicht". Er war der Auffassung, dass auch ein Hunde ein Paar konkrete Wesen scheiße finden darf.

    Was wir aber trainieren sollten waren Gassigänge in der Hood ohne Erzfeinde. Ich gebe aber zu, dass mir die Muße fehlt, dafür momentan Zeit zu investieren.

  • Finde auch du musst für dich schauen, wie wichtig es dir ist. Ich stecke keine übermäßige Energie in alles, was mich im Alltag nicht oder extrem kurz beeinträchtig. Ich bin natürlich happy, wenn der Erzfeind mal nicht angebrüllt wird, sich schneller beruhigt wird und was weiß ich, aber ich trainiere es nicht (mehr) gezielt.

    Genauso wie ich es ihr oft zugestehe nen kurzen Laut zu geben, wenn was sehr plötzlich auftaucht oder wo sonst nie jemand oder etwas ist.

  • Ich finde ja, dass es auch schon viel wert ist, wenn Hund lernt, dass man nicht in jeden Konflikt reingehen muss. Also bei meinem ist das etwas, das wir uns aktiv erarbeiten, dass wir jederzeit umdrehen/ausweichen können und er eben nicht in weiter da rein MUSS. Das ist für mich auch kein reines Management, für meinen Hund ist das nämlich keine komplette Umgehung des Konflikts, ich belohne auch aktiv Dinge, sehe den Hund denken und erlebe Fortschritte.

    Wenn das auf gewisse Distanzen safe ist, kann man dann gucken, ob man mal einen Ticken länger stehen bleiben/ ein paar Schritte draufzugehen kann usw.

    Aber vielleicht fehlt mir auch einfach die Vorstellung, wie das Training/"Management" bei anderen aussieht. Wenn ich bspw. einen Hund sehe, dann hat mein Hund den in der Regel auch schon gesehen. Und Ablenken lässt er sich generell nicht, komplette Vermeidung kommt hier also höchst selten vor.

  • Ich würde schauen was überwiegt. Ich lese einen gewissen Leidensdruck aus deinem Beitrag. Vielleicht geben dir 1, 2 Einzelstunden wieder etwas Sicherheit und du gehst das Ganze wieder gelassener an.

  • Nyriah Ich würde das so machen, wie dein Trainer das vorschlagt. Bin auch der Meinung von Walkman:

    Ein Trainer meinte mal zu mir "Erzfeinde trainieren wir nicht". Er war der Auffassung, dass auch ein Hunde ein Paar konkrete Wesen scheiße finden darf.

    Marlon war ja ein Hund, der wirklich alle angepöbelt hat, auch auf zig Meter Distanz. Unser Trainer meinte damals (2010): ausweichen und managen, "da ist nicht viel zu machen, das sitzt zu fest in ihm."

    Wir hatten im Laufe seines Lebens gezählt nur fünf Hundefreunde, denen er normal begegnen konnte und zu denen er freundlich war. Ich war glücklich über diese 5, das reichte uns beiden.

    Und auch bei ihm gab es zusätzlich absolute Erzfeinde. Da eskalierte total. Wir machten jeden Tag dieselbe Runde (weil wir zu Fuß zu meiner Arbeit gingen, wo er mitkam), trafen also meist dieselben Hunde. Die, die uns kannten, wichen auch möglichst weiträumig aus, so wie ich. Im Winter in der Dunkelheit hab ich ein extra ungewöhnlich farbiges Licht für ihn verwendet, damit man uns schon von Weitem erkennen und ausweichen konnte :lol: (Einer hat sich mal bedankt dafür).

    Erzfeinde wird es immer geben. Ich denk mir halt auch immer, dass ich bestimmte Menschen auch einfach nicht abkann, ist so, warum soll das bei Hunden anders sein. Da wird ausgewichen, wie bei Menschen. Bei Marlon war das eben täglich mit denselben Hunden, mit der Zeit war das Ausweichen Normal-Modus für alle Beteiligten.

    Aus der Erfahrung mit Muffin jetzt, der lange Zeit Hunde Begegnungen als sehr stressig empfunden hat (mein Fehler) und auch mit dem Pöbeln angefangen hatte, finde ich das was Märchen schreibt, sehr gut und genau das was ich z.B. gelernt habe um Muffin zu helfen:

    Ich finde ja, dass es auch schon viel wert ist, wenn Hund lernt, dass man nicht in jeden Konflikt reingehen muss. Also bei meinem ist das etwas, das wir uns aktiv erarbeiten, dass wir jederzeit umdrehen/ausweichen können und er eben nicht in weiter da rein MUSS. Das ist für mich auch kein reines Management, für meinen Hund ist das nämlich keine komplette Umgehung des Konflikts

    Das hilft enorm, dass er erkennt, dass er sich nicht mit jedem auseinandersetzen muss. Der Fortschritt braucht seine Zeit, aber er kommt.

  • Also so es mir möglich ist, weiche ich aus oder drehen gar um. Das ist klar. Leider klappt das nicht immer und vor allem auch deswegen nicht, weil zumindest 2 der anderen Halter null kompromissbereit sind. Nicht ihr Problem. Die marschieren einfach weiter ihre Weges, egal dass ihr Hund fixiert wie sau. Ja, ich weiß, ich sollte mich nicht drüber aufregen, aber das Leben wäre so viel einfach, wenn man aufeinander Rücksicht nehmen würde.

    Im Moment ist halt auch das kurze Zeitfenster mit Tageslicht unser Problem. Da findet Bucky alles doppelt so doof. Und die gassigänge von allen HH finden geballter statt. Totale Dunkelheit versuche ich komplett zu vermeiden, weil die Spezialisten von oben auch Licht für überflüssig halten.

    Vielleicht hab ich auch nur ein emotionales Wintertief grade.

    Ich muss mir mal wieder aufschreiben, wann und wie oft das so passiert, dass Bucky noch ausrastent. Hilft mir tatsächlich immer das mal in nackten Zahlen zu sehen. Meist stell ich dann nämlich fest, ach war ja kaum undc ist ja schon viel besser geworden...

  • Die marschieren einfach weiter ihre Weges, egal dass ihr Hund fixiert wie sau.

    Das verstehe ich, nervt mich auch sehr und macht alles schwieriger. Man hat schon die Arschkarte mit dem Hund, der da schneller aus der Haut fährt.


    Wir rennen deswegen auch manchmal weg (wenn ich keine Sorge habe, dass der andere Hund dann direkt mitkommt). Wenn der andere HH mit glotzendem Hund im Stechschritt auf uns zumarschiert, muss er damit leben, dass wir uns dann auch nicht sonderlich angepasst benehmen. Kommt bei manchen anscheinend sehr peinlich rüber, damit hab ich aber kein Problem :D

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