Tierschutzgesetz vs. Vibrissen kürzen

  • Die grundsätzliche Frage ist doch, ob man unnötige Einschränkungen bei Hunden aufgrund persönlicher Präferenzen hinnehmen will oder nicht. Ich zumindest will das nicht. Eigentlich ist auch das TSchG da relativ klar, es mangelt halt an der konsequenten Umsetzung. Daraus leite ich für mich nicht ab, daß ich mich dann auch nicht danach richten sollte. Wenn andere das anders so sehen wollen, fein, aber "not my cup of tea".

    Du nimmst mit der Haltung von Hunden immer Leid in Kauf, weil dein Hund nicht von Luft und Liebe lebt.

    Und da kann man noch so oft „Whataboutism“ quaken, wenn wir ernsthaft dort sind dass wir bei Hunden über Scherfell und Vibrissen über Leid oder Qual reden, aber es bei Nutztieren voll ok ist wenn denen die Knochen brechen aufgrund der „Leistung“, dann ist das für mich nicht Whataboutism, sondern einfach nur noch Pervers und Dekadent.

  • WorkingDogs Ich schrieb allerdings von "unnötigen Einschränkungen bei Hunden" nicht von "Leid". Dein Post ist dahingehend ziemlich OT. Mittlerweile gibt es auch Insektenfutter für Hunde. Was dann wiederum mit weniger Leid verbunden ist, wäre auch wieder eine philosophische Frage. Wertet man jedes Leben gleich oder nimmt man Abstufungen vor? Der Buddhismus würde diese Frage völlig anders beantworten als christliche Religionen. Und was wäre die Begründung, Abstufungen vornehmen zu dürfen? Führt hier aber zu weit.

  • WorkingDogs Ich schrieb allerdings von "unnötigen Einschränkungen bei Hunden" nicht von "Leid". Dein Post ist dahingehend ziemlich OT. Mittlerweile gibt es auch Insektenfutter für Hunde. Was dann wiederum mit weniger Leid verbunden ist, wäre auch wieder eine philosophische Frage. Wertet man jedes Leben gleich oder nimmt man Abstufungen vor? Und was wäre die Begründung, Abstufungen vornehmen zu dürfen? Führt hier aber zu weit.

    Aus dem Blickwinkel finde ich es verwerflicher Hunde anzuschaffen die ihr Leben an der Leine fristen müssen. Dann doch lieber verkrüppelte Vibrissen und Scherfell. Denke das hat für den Hund weniger Relevanz.


  • Und da kann man noch so oft „Whataboutism“ quaken, wenn wir ernsthaft dort sind dass wir bei Hunden über Scherfell und Vibrissen über Leid oder Qual reden, aber es bei Nutztieren voll ok ist wenn denen die Knochen brechen aufgrund der „Leistung“, dann ist das für mich nicht Whataboutism, sondern einfach nur noch Pervers und Dekadent.

    Ja, ist pervers und dekadent, hat mit der Thematik aber nichts zu tun. Unnötige Einschränkungen bei Hunden mit dem Leid von Nutztieren rechtfertigen zu wollen geht sich einfach nichts aus. Auch bei Nutztieren hapert es an der Umsetzung des TSchG, das kann aber ebenfalls hapernde Umsetzung bei Hunden nicht rechtfertigen. Welcher Hund muß denn sein Leben an der Leine fristen? Wäre das der Fall, wäre man als Hundehalter in der Pflicht, nach sicheren Orten für Freilauf zu schauen. Meiner kann oft genug frei laufen, es gibt Bilder davon.

  • Ich habe noch keinen Hund erlebt der seine Vibrissen dazu nutzt nirgends festzustecken. (Ja, Anekdotisch, klar. Dennoch, im Laufe meiner 50 Lebensjahre habe ich mit vielen, vielen Hunden zu tun gehabt. Sicher weit über 100.)

    Mal rein faktisch: Unsere Haare haben auch alle Nerven, wir spüren auch Wind damit, dennoch fühlt man sich mit Mütze nicht eingeschränkt. Schamhaare sind noch empfindsamer in Sachen Berührung als Kopfhaare, dennoch rasieren sich viele die ab ohne das es irgendwelche spürbaren Auswirkungen hat.
    Es tut weh wenn uns einer ein Haar rauszieht, aber dennoch ist das doch nix was irgendwie einschränkt.
    Nur weil man etwas spürt heißt es halt doch nicht das dieses Ding eine wirkliche Funktion hat.

    Und ehrlich, grad Pudel in Schur waren und sind doch die Zirkushunde ohnegleichen! Und auch früher zur Jagd waren die Schnauzen doch rasiert. Es ist schlicht so offensichtlich das sie absolut nicht eingeschränkt sind mit rasierter Schnauze.

    Weiterhin finde ich es sehr seltsam das sowas als Gesetz verabschiedet wird wenn die einzige Studie auf einem Hund beruht. (Und auf Vergleiche mit Seehunden, einer völlig anderen Spezies!)
    Und ja, nennt es von mir aus Whataboutism, aber ein Fass aufzumachen über Haare während zig Rassen wirkliches, echtes Leid erleiden aufgrund zu kurzer Schnauze nicht ausreichend Luft bekommen, durch ihre enorme Größe teils schon früh mit Gelenkschmerzen zu tun haben, durch Hängelider ständig gereizte (und damit schmerzende) Augen haben plus oft Entzündungen, das ist doch irre!
    Haare. Ja, mit Nerven in der Wurzel die etwas anders aussieht als die von anderen Haaren. Gegen wirkliches Leid mit wirklichen Schmerzen.
    Ist doch einfach irre!

  • Ja, ist pervers und dekadent, hat mit der Thematik aber nichts zu tun. Unnötige Einschränkungen bei Hunden mit dem Leid von Nutztieren rechtfertigen zu wollen geht sich einfach nichts aus. Auch bei Nutztieren hapert es an der Umsetzung des TSchG, das kann aber ebenfalls hapernde Umsetzung bei Hunden nicht rechtfertigen.

    Für dich mag es nicht zusammenhängen, für mich tut es das, ich kann nicht auf einer Seite so nen Blödsinn fordern und Scherfell zur Qualzucht machen wollen, aber auf der anderen Seite sagen „mir doch egal“.

    Es harpert bei Hunden nicht an der Umsetzung, Scherfell und das Vibrissenthema ist einfach unnötig überzogen

  • Ich habe noch keinen Hund erlebt der seine Vibrissen dazu nutzt nirgends festzustecken. (Ja, Anekdotisch, klar. Dennoch, im Laufe meiner 50 Lebensjahre habe ich mit vielen, vielen Hunden zu tun gehabt. Sicher weit über 100.)

    Mal rein faktisch: Unsere Haare haben auch alle Nerven, wir spüren auch Wind damit, dennoch fühlt man sich mit Mütze nicht eingeschränkt. Schamhaare sind noch empfindsamer in Sachen Berührung als Kopfhaare, dennoch rasieren sich viele die ab ohne das es irgendwelche spürbaren Auswirkungen hat.
    Es tut weh wenn uns einer ein Haar rauszieht, aber dennoch ist das doch nix was irgendwie einschränkt.
    Nur weil man etwas spürt heißt es halt doch nicht das dieses Ding eine wirkliche Funktion hat.

    Jedes Haar hat an der Haarwurzel Nerven, Körperbeehaarung hat aber anders als Vibrissen keinen Sinus. Aus Wikipedia: "Im Unterschied zu anderen Haaren sind sie jedoch in einen speziellen Haarbalg (Follikel) eingebettet, der zwischen seiner äußeren und inneren Lage eine blutgefüllte Kapsel enthält, den sogenannten Blutsinus In der Wand liegen zahlreiche freie Nervenenden. Wird ein Tasthaar berührt, biegt es sich und bewegt das Blut in der Kapsel zur Seite. Das Blut verstärkt die Bewegung und ermöglicht den Nerven an der Basis, selbst minimale Reize wahrzunehmen. Bei manchen Säugetieren sind die Follikel der Tasthaare außerdem von Muskelgewebe umgeben, wodurch sie bewegt werden können, um die Umgebung aktiv zu erkunden."

    Funktionsweise ist also ähnlich dem Gleichgewichtssinn. Für mich steht völlig außer Frage, ob Hunde darüber Umwelteinflüsse wahrnehmen können.

  • Es geht doch aber nicht um Haare vs Schmerzen.

    Es geht einfach nur um Tasthaare. Es geht einfach nur um die Frage, ob ob man rein aus ästhetischen Gründen dazu berechtigt ist den Hunden diese kürzen oder gar komplett abzuscheren.

  • Mir ist es tatsächlich wichtig, daß mein Hund so gesund wie möglich ist, was sich auch in meiner Rassewahl ausdrückt. Beim Malamute gibt es abgesehen von AMPN und Zinc-responsive Dermatosis keine großartigen rassebedingte Erkrankungen (die nicht auch andere Rassen betreffen können).

    Diese Rasse erscheint dir für mitteleuropäisches Klima empfehlenswert?

  • Ja, ist pervers und dekadent, hat mit der Thematik aber nichts zu tun. Unnötige Einschränkungen bei Hunden mit dem Leid von Nutztieren rechtfertigen zu wollen geht sich einfach nichts aus. Auch bei Nutztieren hapert es an der Umsetzung des TSchG, das kann aber ebenfalls hapernde Umsetzung bei Hunden nicht rechtfertigen.

    Für dich mag es nicht zusammenhängen, für mich tut es das, ich kann nicht auf einer Seite so nen Blödsinn fordern und Scherfell zur Qualzucht machen wollen, aber auf der anderen Seite sagen „mir doch egal“.

    Es harpert bei Hunden nicht an der Umsetzung, Scherfell und das Vibrissenthema ist einfach unnötig überzogen

    Ich habe nie "mir doch egal" geschrieben. Es hapert in beiden Fällen - auf unterschiedlicher Ebene - an mangelnder Umsetzung und das Vibrissenthema ist da ebenso wenig überzogen wie das Nutztierthema. Das TSchG sagt da eindeutig "Das Inkaufnehmen von Funktionsausfällen an Sinnesorganen durch Zucht ist verboten." Das kann man jetzt von mir aus weiter versuchen klein zu reden, aber wenn Vibrissen durch die Zucht nicht so funktionieren können, wie sie funktionieren sollten... siehe oben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!