Echte Wölfe und blöde Fragen - Teil 2

  • Ja, ich kenne das Video und es ist zeigt sehr deutlich, das ein Wildtier eben ein Wildtier ist. Ich habe da null Verständnis, wieso ich als Mensch so unbedacht handele. Das ist wohl die gleiche Dynamik wie bei Löwenbändigern und dergleichen.

    Dass es einige cool fänden Wolfshybriden zu haben, kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Es wurde erst einer aus privater Haltung beschlagnahmt. Zumindest war der Halter nach einem Jahr des Zusammenlebens von dem Gedanken, dass die Haltung eines F1 Hybriden eine gute Idee ist, geheilt. Für das Tier war es durchaus schwer. Es kann nicht in private Hände und auch nicht in einem Tierpark in ein Rudel eingegliedert werden.

  • Es kann nicht in private Hände und auch nicht in einem Tierpark in ein Rudel eingegliedert werden.

    Manche Tierparks halten auch Hybriden, z.B. der Wildpark Hundshaupten. Wobei sie dort "übriggebliebene" Tiere halten, weshalb sowohl der Wolf als auch der Hybride lange jeweils alleine im Gehege waren, zwar direkt nebeneinander, aber halt kein echter Kontakt. Mittlerweile hat der Hybride eine Gefährtin im Gehege.

  • Es kann nicht in private Hände und auch nicht in einem Tierpark in ein Rudel eingegliedert werden.

    Manche Tierparks halten auch Hybriden, z.B. der Wildpark Hundshaupten. Wobei sie dort "übriggebliebene" Tiere halten, weshalb sowohl der Wolf als auch der Hybride lange jeweils alleine im Gehege waren, zwar direkt nebeneinander, aber halt kein echter Kontakt. Mittlerweile hat der Hybride eine Gefährtin im Gehege.

    Ja, dieses Schicksal blüht den Hybriden dann leider oft. Allerdings ist eine Vergesellschaftung in ein Wolfsrudel nicht machbar und Tiergärten, die ein Wolfsrudel und separat einen Hybriden halten sind sicherlich Außnahmen und aus der Not geboren.

  • Allgemein hab ich irgendwie den Eindruck dass Wildtiersituationen weltweit am eskalieren sind.

    Hab bspw kürzlich auch ne Reportage über die Bärensituation in Rumänien gesehen. Das Problem dort war quasi sinngemäß dass es sehr viele Bären gibt, dass es relativ regelmäßig Zwischenfälle mit Bären gibt ( die auch regelmäßig in die Städte gehen um die Mülleimer auszuräumen, dass man nachts auf dem eigenen Grundstück Begegnungen haben kann, dass im Schnitt einmal die Woche ein Verkehrsunfall mit Bär zu Stande kommt und es natürlich Leute gibt die die anfüttern, Fotos machen ect ) und die Leute gleichzeitig nicht viel tun können. Die haben extra Spezialeinheiten die regelmäßig Streife fahren, zu Verkehrsunfällen anrücken ect, gleichzeitig dürfen die die aber nur schießen um einen Bären zu erlösen, nicht weil es Probleme gibt, weil die streng geschützt sind und sich das mit dem Gesetz beißt. Sprich das hat sich dort schon echt zugespitzt.

    Trentino war hinsichtlich Bären ja ein anderes negativ-Beispiel, übrigens lebt die Bärin die den Jogger damals getötet hat mittlerweile seit ner Zeit im Schwarzwälder Bärenpark ( hat der eine Typ, bzw "EinMannimWald" bei Youtube auch ein Video diesbezüglich gemacht weil er diesen Park selber kennt und sich etwas über die Situation da schlau gemacht hat ), weil man die Bärin wohl auch nicht töten durfte. Der Park selber schreibt zu dieser Bärin übrigens dass die sehr unzufrieden damit sind dass eine Bärin die 20 Jahre lang in freier Wildbahn gelebt hat jetzt in Gefangenschaft Leben muss. Die haben extra ein Spezialgehege gebaut, um zumindest noch das Bestmögliche aus der Situation raus zu holen, trotzdem, auch mit nem riesigen Gehege, ist das für Tiere die einst wild gelebt haben ne riesige Qual. Ist übrigens auch extra so gelegt dass da keine Besucher hin können, auch damit die nochmal mehr Ruhe hat als bspw Bären die aus Circussen oder schlechter Haltung gerettet wurden. Selbst die sagen dass es das beste gewesen wäre, wenn man sie erschossen hätte.

    Anderes Beispiel für weltweite Probleme die sich in den letzten Jahren häufen sind Hai-Attacken. Da gab es kürzlich wohl über 4 Fälle innerhalb 48 Stunden an verschiedenen Bereichen um Australien, und vor wenigen Jahren höchstens hat sich das bspw auch im Bereich um Nordafrika gehäuft.


    Bzgl Wölfen sollte eigentlich der Vorfall in den Niederlanden letztes Jahr ganz deutlich machen was da schief läuft. Es gab letztes Jahr bspw übrigens auch ein auffälliges Rudel in Thüringen die sich zweimal auffällig Menschen genähert haben. Einmal einem Hundehalter, da haben zwei der Wölfe sogar geknurrt und er musste die mit Steinen bewerfen, hatte dann Glück dass er einen an der Schnauze getroffen hatte. Und einmal ein Förster der zu seinem Auto ging und dann vom Rudel gefolgt wurde ( die haben sich dabei scherenförmig in Jagdpositionen begeben), Glück hatte er dabei dass er rechtzeitig an sein Auto kam. Das ging halt nicht so viral wie der Vorfall mit dem Kind in den Niederlanden weil ja nix passiert ist. In dem Fall interessant zu wissen, dass der Leitwolf kurz vorher illegal geschossen wurde. Bzgl des Problemwolfes Bram in den NL war ja bekannt dass der an Menschen gewöhnt war weil angefüttert, und das ja nicht der erste Vorfall mit dem war.


    Hinsichtlich des Schneeleoparden ist zu beachten dass das anscheinend so ziemlich eine der ersten Vorfälle ist die es mit dieser Tierart bzgl Menschen gab. Zumindest hab ich da bisher nix weiteres gefunden, abgesehen von Nutztierrissen. Interessant dabei wäre, warum es überhaupt im Skigebiet zu Sichtungen kam, gelten Schneeleoparden schließlich als rar gesäht und super selten anzutreffen, bzgl "Geist der Berge", weil die ja eigentlich recht zurück gezogen im Gebirge leben und dort auch so dermaßen gut getarnt sind dass, selbst wenn dort jemand einen treffen würde, das noch lange nicht bedeutet dass man diesen auch überhaupt sieht. Vermutung meinerseits wäre da, dass möglicherweise die Nahrung knapp geworden ist, der Bestand größer geworden ist, und die schauen müssen wo sie jetzt Futter finden. Wenn die dann in die Nähe von Menschen kommen- typische Problematiken - findet sich Essen in Form von Nutztieren, Abfällen oder eben gibt's einfach Deppen die die anfüttern. Zumindest hat man das ja bei Wölfen und Bären.


    Bemerkenswert fand ich auch als ein recht bekannter Tierfotograf/Biologe meinte, dass er mal auf einer Führung einem Menschen sagen musste : ,,Nicht den Pinguin hoch heben.", man nicht drauf gehört hat und dann wohl jemand ernsthaft nen Pinguin hoch gehoben hat. Is zwar nur ein recht harmloser flugunfähiger Vogel und kein Raubtier, aber wie wenig Respekt kann man bitte haben :see_no_evil_monkey:

  • Ich denke, dass sich diese Vorfälle häufen werden, auch hinsichtlich des Wolfes.

    In den Karpaten beispielsweise gibt es große zusammenhängende Waldgebiete, die auch gleichzeitig an Dörfern liegen. Durch den Mensch und vor allem dessen Müll verbessert sich die Nahrungssituation auch für Bären. Da ein Bestandsschutz herrscht, erfolgen auch keine Entnahmen, was zu größeren Populationen führt, welche sich mehr ausbreiten. Die Wildtiere lernen, dass sie in der Nähe von Siedlungen leicht Nahrung finden und durch diesen Erfolg verlieren sie mehr die Scheu vor menschlichem Kontakt im Sinne von Meidung von Siedlungen. Das wird dann zu einem handfesten Problem, sowohl für Wildtier, als auch für den Mensch. Was macht man also mit Bären, Wölfen etc. die auf der Straße oder durch Dörfer laufen, wenn sie nicht geschossen werden dürfen? Sie werden eingepackt und in Auffangstationen gesteckt. Ein Auswildern an anderer Stelle verschiebt in meinen Augen das Problem nur. Dann muss ein Tier, was nicht für die Gefangenschaft geschaffen ist ein Leben hinter Gitter fristen. Das Ganze wird dann auch noch als Tierschutz und -gerecht angesehen. Ich gehe da ein Stück weit mit, da wir Teilverursacher sind, da wir Lebensraum wegnehmen und viel Vermüllen. Allerdings fände ich ein Bestandsmanagement hier sinnvoller und gerechter.

    Hinzu kommt, dass der Mensch alles antatschen, Photografieren und Halten muss. Das Leben mit dem Wolf in unseren Wäldern kennen wir nicht und können damit auch nicht umgehen (meistens). Das führt zu Problemen.

    Allerdings ist das nicht nur bei Wildtieren der Fall. Ich bin auf dem platten Land groß geworden mit landwirtschaftlichen Betrieben ringsum. Wir wussten als Kinder bereits basics, wie etwa keinen Kettenhunde streicheln, keine Kälber auf der Wiese anfassen, nicht zu Rinderherden auf die Wiese gehen etc. Allerdings gab es immer mal wieder Besucher, die das eben nicht kannten und die süßen Kälber auf der Weide streicheln wollten oder die kleinen Kinder drauf gehockt haben. Das Mama-Kuh das nicht cool findet und du es mit ihr und/oder der Leitkuh zu tun bekommst, ist dann nicht verwunderlich. Ebenso mit der Pferdekoppel.... Kleinkinder hochgehoben, ans Pferdemaul. Joa, geht so lange gut, wie es gut geht. Meiner hat regelmäßig zugelangt.

    Ich sehe es als Gesamtbild: Tierauffangstationen, sowohl für Haus- als auch für Wildtiere sind am Limit, da wir scheinbar immer mehr das Maß, das Verständnis für - und die Nähe zur "Natur" verlieren.

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