Definition: Sensibler Hund

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    Man ließt oder hört ja immer wieder, dass bestimmte Hunde/Rassen besonders sensibel sein sollen.

    Mich beschäftigt dieses Thema in letzter Zeit, da ich bis jetzt noch keinen Hund getroffen habe, der nicht "sensibel" ist.


    Sind nicht alle Hunde im Vergleich zum Menschen irgendwie sensibel?


    Ich habe einen WSS, ich würde ihn schon als sehr sensibel bezeichnen. Nun ist eine Dobermann-Hündin dazu gekommen. Vom Dobermann behauptet man ja, er sei besonders sensibel, jedoch empfinde ich diesen Hund nicht so.


    Bedeuted für einen Hund "sensibel" sein, auf (empfindlich) Stimmungen zu reagieren?

    Ist ein Hund, der zwar auf Stimmungen reagiert, aber kein besonderes Verhalten zeigt unsensibel?


    Wie muss ein Hund sein, was muss er zeigen um als sensibel zu gelten?

    Wie definiert ihr "sensibel" im Bezug auf den Hund?


    Mich würde mal interessieren was ihr dazu sagt :smile:

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Mich beschäftigt dieses Thema in letzter Zeit, da ich bis jetzt noch keinen Hund getroffen habe, der nicht "sensibel" ist.

    Ich dreh die Frage mal um. Was verstehst du denn unter sensibel? Wie müsste ein Hund sein, dass du sagen würdest: “ok, der ist wirklich nicht sensibel”?

    Das ist eine wirklich gute Frage auf die ich einfach keine Antwort habe...

    Es ist irgendwie schwer zu beschreiben, ich versuch es mal anhand realer Beispiele.


    Ares, mein Weisser Schweizer Schäferhund, reagiert mit Meideverhalten auf Laute Geräusche, er kann es nicht ab, wenn Menschen laut/energisch/aggressiv im Ton sind. Er selektiert stark bestimmte Menschentypen (Russen und typische Machos) und reagiert sehr ängstlich auf diese Menschen.

    Er mag es nicht immer angeschaut zu werden, das verunsichert ihn.

    Er mag es nicht immer angesprochen oder angefasst zu werden, wenn ihm das zu unangenehm ist, zeigt er das deutlich.

    Insgesamt lässt er sich extrem leicht in seiner Stimmung beeinflussen und scheint Menschen grundsätzlich erstmal zu beobachten.

    Er ist sehr offen für Stress und nicht immer leicht wieder runter zu kriegen. Wenn ihm etwas zu viel wird, verkriecht er sich. Wenn ihm Fremde nicht geheuer sind, versucht er zu verjagen und würde sich immer weiter reinsteigern, bis gebissen wird.


    Insgesamt sehe ich explizit diesen Hund als sehr sensibel. Jedoch habe ich mal mit einem anderen WSS trainiert, eine Hündin, die schon bei der kleinsten Berührung anfing zu jammern und jeder Blick in ihre Richtung ist für sie eine Drohung gewesen.

    Jetzt frage ich mich ob das Verhalten dieser Hündin noch "sensibel" ist oder schon zu "sehr schwache Nerven" zählt?

    Aber nicht jeder sensible Hund hat gleich schwache Nerven, oder?


    Die Dobermann-Hündin, die ich insgesamt als weniger sensibel betrachte, lässt sich zwar auch von Stimmungen beeinflussen (tut das nicht eh jeder Hund? Ist die Beeinflussbarkeit nicht notwendig um zu überleben? Wir Menschen lassen uns davon ja auch oft sehr leicht beeinflussen), scheint aber insgesamt weniger sensibel auf Reize zu reagieren, bei denen Ares schon längst nicht mehr locker flockig ist.

    Ich würde sie aber auch nicht als unsensibel bezeichnen, denn bis jetzt habe ich keinen Hund getroffen, der nicht sensibel ist/war.

    Ab wann ist die Sensibilität eines Hundes denn erwähnenswert?


    Wie man sieht, kann ich mir die Frage wirklich nicht beantworten:lol:

    Eventuell denke ich zu kompliziert?

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  • Es gibt verschiedene Interpretationen von "Sensibilität".

    Sensibel kann in Bezug auf Hunde bedeuten :


    - Reizoffen ( ein Hund springt also besonders schnell auf Außenreize an)


    - Stimmungsempfänglich ( es gibt Hunde die schneller und deutlicher auf Stimmungslagen und Unterschiede ihrer Menschen reagieren)


    - "feinfühlig", ka wie ich das genau benennen soll ( damit meine ich Hunde die stärker auf bspw unangenehme Berührungen reagieren und Schmerzempfindlicher sind)


    - empfindlicher ( Die Psyche reagiert stärker auf bspw negative Dinge/der Hund lässt sich leichter beeindrucken)


    - "kleinlicher" ( Der Hund reagiert auf Kleinigkeiten der Körpersprache bspw)



    Ich würde zB meine Schnauzerhündin als "Backstein-Hund" beschreiben, ohne ihr Sensibilität abzusprechen. Sie reagiert sehr sensibel auf Empfindungen, Veränderungen, Sinneswahrnehmungen und Körpersprache.

    Gleichzeitig ist sie sehr unsensibel, weil sie bspw nicht aus Schmerzen lernen kann und diese auch kaum zeigt.

    Ebenso lässt sie sich nicht so schnell beeindrucken, und springt nicht auf jeden Außenreiz an.


    Edit : Nicht falsch verstehen - mit "kann nicht aus Schmerzen lernen" meine ich Dinge wie der Hund läuft einem vor die Füße, und er lernt nicht,, In die Füße laufen = autsch".

    Oder sie rennt auf Eis, bremst nicht und legt sich auf die Schnauze/kracht gegen eine Wand. Sie lernt dann einfach nicht,, Besser abbremsen und vorsichtiger laufen - is rutschig, könnte weh tun. "

    Dieser Hund baut den selben Fehler immer und immer wieder, tut sich dabei immer wieder weh, und lernt nicht draus.

    Es gibt noch nichtmal irgendeine Reaktion darauf.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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  • Nochmal hinzufüg :


    Sensibel bzgl Stimmungen/Körpersprache : Sie reagiert bzgl mir sehr empfindlich.

    Laufe ich bspw anders als sonst ( weil Bauchschmerzen, Kopfweh, beliebig anderen Grund einfügen), läuft sie näher bei mir.

    Geht's mir nicht gut, oder irgendetwas an mir ist anders ( zB Periode *hust*) wird sie automatisch wachsamer.

    Begegnen wir einem anderen Menschen oder Hund, und ich achte besonders drauf ( zB indem ich besonders lange aus dem Augenwinkel anschaue, oder sich warum auch immer mein Pulsschlag erhöht), ist die Wahrscheinlichkeit dass sie auf diese Person/diesen Hund überhaupt oder besonders stark reagiert, höher als wenn ich diese Person/Hund nicht beachte und so tue als wäre da keiner.


    Zum Vergleich - auf all diese Dinge, reagiert der Westie hier nicht

  • Interessante Frage.

    Aber auch schwer zu definieren,finde ich.

    Warte mal gespannt ab.

    LG

    KayaFlat


    Kaya (Flatcoated Retriever *20.4.2017)

    Remus (Wolf im Katzenpelz *14.7.2014)


    Schauen von oben zu und winken: Asta (Dsh- Mix), Jacky (LZ- Dsh) und Hundeidol Derby (HZ- Dsh)

  • Meine persönliche Definition: je intensiver und offener ein Hund seine Umwelt und deren Reize wahr nimmt und wie diese sein Gemüt beeinflussen, desto sensibler ist er. Ob er dann als reizoffen gilt, bestimmt die Art, wie er damit umgehen kann.

    Flory, Sheltie / 1975 bis 1982

    DJ Bobo, Bordercollie-Spitzmix/ 2001 - 2013

    Leo, Kleinpudel/ 2003 - 2018

    Donna, Bordercollie/ bereichert seit Juni 2019 unser Leben

    Pfotothread: Donna, die fröhliche Wundertüte

  • Ich kann es nur aus der Richtung unsensibel beschreiben:

    Onno stört sich wenig an Stimmungsänderungen oder auch Krankheiten bei uns, der nimmt keine Rücksicht ;), egal wie ich drauf bin, er besteht auf seine Spieleinheiten usw.

    Ihn zu korrigieren geht wirklich nur relativ rabiat, sonst ist es ihm egal und selbst dann wird es ggf nochmal drauf angelegt :fear:. Unser Trainer hat uns das erst nicht geglaubt, denn Pudel sind ja immer so sensibel und menschenbezogen:skeptisch2:, der hat geglaubt, wir sind einfach Weicheier und verziehen den Hund.

    Klingt als wäre unsensibel was Schlechtes, ist es aber nicht, Onno ist mit neues Situationen schnell fein, allerdings anfangs immer etwas aufgeregt, aber eben nicht ängstlich. Der verträgt auch mal was Unangenehmes ohne gleich Schaden zu nehmen. Er ist trotz seiner nur 8kg körperlich echt robust.

    Ich würde vielleicht sagen unsensibel ist auch ein bisschen unkompliziert :ka:.

  • Nun kommt der Klassiker der Sensiblen Hunde - Collie Langhaar.

    Problem ist ja, dass es diverse Interpretationen gibt was Sensibilität bedeutet bzw. sich in vielerlei Hinsicht zeigen kann.

    Sensible wegen harter Ansprache ist zum Bsp. Ethan null komma null gar nicht. Da wird nicht gefiddelt, beschwichtigt. Da ist auch egal wer ihn anranzt.
    Hingegen dann Jumpy durch seine bescheidenen Vergangenheit anders reagiert. Jumpy ist halt in einem Rudel groß geworden, mit Nachbarn und Verwandtschaft der Vermieterin die den Hunden nichts gutes wollten - wurde Hunde aus dem Rudel verletzt von Fremden, Zaun wurde niedergerissen, damit die Hunde wegrennen uvm.
    Kommt die Ansprache von mir alles super, erhebt jemand anders die Stimme - geht er gleich rückwärts und sucht Schutz bei mir. Er ist dann total aufgelöst.

    Empfindsam für Stimmungsschwankungen oder Krankheit ist dann wiederum der Ethan eher. Bin ich krank passt er eher auf mich auf, bin ich mal sauer wegen was macht er für mich den Clown, während das dann eher alles an Jumpy abperlt. Ich empfinde aber Ethan Empathie nicht als negativ um ganz ehrlich zu sein, sondern ich sehe es als Gabe.
    Unsere TÄ sagte schon damals wo er klein war, dass er echt ein toller Theraphiehund sogar sein könnte. Ohne das sie wusste das einige seiner Großonkel und Tanten in verschiedenen Bereichen eingesetzt wurden (Alzheimerhund, Epilepsiewarnhund und Theraphiehund für Menschen mit Autismus). Ethan ist immer in der Lage entsprechend sich auf Menschen einzustellen und einzulassen. Was er aber nie machen würde ist die Stimmung von einen Menschen zu kopieren.

    Reizoffenheit haben wir hier wieder zwei Lager. Ethan nimmt alles intensiv wahr, aber reagiert in 99% der Fälle halt nicht drauf. Hingegen Jumpy durch seine Vergangenheit und das er kaum was kennengelernt hat schon sehr reizoffen ist. Der eine immer fokussiert, der andere halt oh schau mal ein Schmetterling :D

    Oder was Terri-Lis-07 angesprochen hat mit den aus Fehler lernen, dass kann der Ethan zum Bsp. schon. Er hat nur einmal versucht das Regal hochzuklettern - ein Absturz hat gereicht. Einmal auf dem Eis lang machen hat auch gereicht. Wo ich das eher unter Lernfähigkeit abstempeln würde :D Dann haben wir den Jumpy der sich mit der Schnauzerline zusammen tun kann. Da wird täglich 40mal im Weg gelegen, öfters wird versehentlich auf ihn gelatscht oder beim drübersteigen berührt...er liegt weiter im Weg. Stumpf wie ein Buttermesser einfach in der Hinsicht.


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