Euer Tagesablauf mit 2 Hunden und noch ein paar Fragen ;-)

  • Ich muss da nachfragen: sind erwachsene Hunde aus deiner Sicht grundsätzlich dem Spielen abgeneigt? Soweit ich weiß, spielen Wölfe, die nächsten Verwandten und die „Wildversion“ unserer Hunde, auch im Erwachsenenalter, und das Spiel dient nicht zwangsläufig der Konfliktlösung, sondern auch der Bindung innerhalb der Gruppe. Und hat unter Umständen auch andere soziale Funktionen. Und/oder macht einfach Spaß. Hunde sind so weit ja nicht vom Wolf entfernt, oder gehst du davon aus, dass die Domestikation dies verändert hat?

    Vereinfacht gesagt sind Haushunde juvenile Wölfe. Also in der Jugendentwicklung stehen geblieben.


    Adulte Hunde spielen theoretisch sogar mehr als adulte Wölfe (zumal Tiere nur dann spielen, wenn alle Grundbedürfnisse erfüllt sind und dies in der Wildnis schwieriger ist, als beim Haushund mit All Inclusive ;) ).

    Aber, und hier kommt der Punkt, auf die sich die vorherige Aussage (denke ich) bezog (also die von Lagurus ) , Hunde wie Wölfe spielen in der Regel nicht mit Artgenossen, die sie nicht kennen. In diesen Situationen ist es meistens eine Form von fiddeln/auf Abstand halten und den anderen einschätzen.

    Man kann nur dann spielen, wenn man sich sicher und wohl fühlt. Die wenigsten Hunde tun das mit ihnen fremden Artgenossen.


    Wie viel ein Hund spielt ist von extrem vielen Faktoren abhängig.

    Zum einen natürlich von der Rasse... Ein Labrador wird eher auch mit fremden Artgenossen spielen, als ein Kangal. Generell ernstere Rassen spielen weniger als die "Clowns".

    Dann kommt es auf die Erfahrungen und den Charakter des Hundes an. Hat er gute Erfahrungen im Spiel gemacht, oder wurde er immer wieder überrannt, ist das Spiel zu oft gekippt,...

    Weiterhin spielen Tagesform und auch der Gesundheitszustand sowie das Alter eine Rolle.


    Leider können die meisten Hundehalter echtes Spiel nicht von fiddlen, mobben oder gar jagen unterscheiden.

    Deswegen gehen so viele Hundehalter mit ihren Tieren in Hundeauslaufgebiete. Die Hunde verstehen sich ja so toll, spielen miteinander und sind danach so schön müde. :roll: Tja... Sorry aber nein.

  • Sorry..nun bin ich total verwirrt......Hunde spielen nicht mit Artgenossen die sie nicht kennen ???Aber warum gehen dann soviele Leute in den Auslauf ?( ich ja auch ) ?Also...tu ich meinem Hund garnix gutes ?

    Und das mit dem Nachbarshund ..Ok..die kennen sich.....spielen häufiger miteinander ....und wie ich schonmal gesagt habe....Wenn die beiden sich hören / sehen gibt es kein Halten mehr.....Liegt das dann daran das sie sich schon kennen ?


    Ich dachte bisher immer das sozialkontakte wichtig sind......Wurde mir auch von der Hundeschule so vermittelt ....Wir haben die HUnde immer am Anfang und am Ende "spielen " lassen.


    Ich bin jetzt echt verwirrt...........und weiß jetzt echt garnix mehr :-(....

  • Es ist tatsächlich so, dass die wenigsten Hunde mit fremden Artgenossen echtes Spiel zeigen. Trifft man sich aber immer wieder mit den gleichen fremden Hunden, so werden diese Hunde zu bekannten Hunden und u.U. auch zu Freunden.

    Je nach Persönlichkeit, kann ein Hund auch beim ersten Zusammentreffen mit einem anderen Hund schon Freundschaft schließen und spielen. Aber häufig kann es einfach nur das sog. Fiddeln sein. Das ist dann nicht sehr schön für die Hunde und führt häufig früher oder später zum Mobbing.


    Allerdings sieht man idR auch deutliche Unterschiede im Spielverhalten zwischen Hunden, die sich nicht so gut kennen und Hunden, die sich gut kennen.


    Mit Jin hatte ich auch schon die Situation, dass wir einen Fremdhund treffen und es zwischen beiden auf anhieb funkt und sie beim Leinenlos sofort miteinander spielen (echtes Spiel). Aber meistens läuft es so, dass man sich erstmal zumindest ein paar Minuten kennen lernen muss.


    Und dann darf man nie vergessen, dass es zwischen Hunden - wie Menschen - deutlich mehr Kommunikation als nur Spiel gibt.

    z.B. hatte meine Schwester die Situation, als Puck noch Einzelhund war, dass sie sich oft mit einer Freundin mit Huskymix getroffen hat. Die Hunde schienen von dem gemeinsamen Gassi nix zu haben und sich weitestgehend zu ignorieren. Bis sie sich einmal zufällig in der nähe eines (bekannten) Kaninchengebiets trafen: die Hunde gingen aufeinander zu, kommunizierten offenbar schon auf Entfernung und zack! bogen beide zusammen ab und ließen ihre Frauchen einfach stehen. Die konnten die beiden dann bei den Kaninchenbauten wieder einsammeln |)

    Jeder für sich alleine konnte an dieser Stelle problemlos frei laufen oder wäre zumindest abrufbar gewesen - beide zusammen ging aber nicht.

  • Cool, danke! So wird auch ein Schuh draus, ich war kurz total verwirrt. Klar, mit fremden Wölfen oder Hunden würde ein Wolf normalerweise auch nicht spielen ? Außer der berühmte Schwarze Wolf Romeo, der mit Hunden und Menschen gespielt hat, wenn er nur Gelegenheit hatte. Aber der war eine ziemliche Ausnahme.


    Paloella - Nachbarshund ist ja ein Freund, klar spielt man dann! Und im Auslauf trifft man doch auch oft auf immer dieselben Verdächtigen (ich gehe selbst in keinen, aber meine beste Freundin, und ihre Hündin trifft dort immer wieder dieselben Kumpels oder Feinde). Ich war auch kurz verwirrt, weil ich dachte dass es sich auf erwachsene Hunde insgesamt bezieht. Aber ist natürlich logisch, wir würden uns ja auch nicht mit wildfremden Leuten zu einer Runde „Siedler von Catan“ hinsetzen, ohne vorher zumindest eine Vorstellung und etwas Smalltalk stattfinden zu lassen.

  • Hunde spielen nicht mit Artgenossen die sie nicht kennen ???Aber warum gehen dann soviele Leute in den Auslauf ?

    Siehe:

    Leider können die meisten Hundehalter echtes Spiel nicht von fiddlen, mobben oder gar jagen unterscheiden.

    Deswegen gehen so viele Hundehalter mit ihren Tieren in Hundeauslaufgebiete. Die Hunde verstehen sich ja so toll, spielen miteinander und sind danach so schön müde. :roll: Tja... Sorry aber nein.


    Also...tu ich meinem Hund garnix gutes ?

    Siehe:

    Wie viel ein Hund spielt ist von extrem vielen Faktoren abhängig.

    Ob Du deinem Hund damit was gutes tust oder nicht, können wir nicht beurteilen. Du musst schauen, ob dein Hund wirklich spielt und Spaß hat, oder ob er gejagt oder gemobbt wird, respektive jagt oder mobbt.


    Liegt das dann daran das sie sich schon kennen ?

    Ja. Die Hunde sind sich ja nicht fremd. Meine Sitterhündin ist sehr unregelmäßig hier, lebt also nicht mit uns. Trotzdem spielen die Hündin und meine eigene Hündin viel miteinander. Sie kennen sich seitdem meine Hündin hier eingezogen ist.


    Ich dachte bisher immer das sozialkontakte wichtig sind.

    Dabei gilt folgender Grundsatz: Qualität vor Quantität. Lieber einen wirklich guten Hundefreund, mit dem alles passt, als viele halbgare Hundekontakte, mit denen es immer mal wieder Reibereien gibt und wo die Hunde eher nebeneinander existieren als miteinander.


    .Wir haben die HUnde immer am Anfang und am Ende "spielen " lassen.

    Finde ich sehr schwierig... Würde ich mit meinen Hund (die aber auch nicht everybodys darling sind) nicht mitmachen.

    Zum einen baut man damit bei den Hunden eine Erwartungshaltung auf, die ich nicht haben wollen würde ( = andere Hunde bedeuten immer Action) und zum anderen muss da die Gruppenzusammensetzung echt richtig gut stimmen, damit keiner der Hunde leidet.

    Der Trainer muss da einen verdammt guten Blick haben und darf während der Spielzeit nicht mit den Hundehaltern reden, sondern muss die Hunde sehr sehr gut im Blick behalten. Und das kann kaum ein Trainer leisten, der die Gruppenstunde alleine abhält.

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