Hund knurrt bellt manche Hunde an und fletscht dabei auch die Zähne

  • Hallo zusammen :)


    unser Hund (Bolonka Zwetna) ist ein 2 Jahre alter Rüde (nicht kastriert) den wir schon seit dem Welpenalter haben. Er versteht sich eigentlich super mit fast jedem Hund und wenn es mal nicht passt macht er das klar oder geht einfach weg. Er ist nicht dominant oder so und ist auch sehr gut sozialisiert.


    Das Problem: Es gibt Situationen in denen er manche Hunde ankeift, also richtig anknurrt oder anbellt und dabei die Zähne fletscht. Oft sind es Hunde die ihn entweder beschnüffeln wollen oder erstmal einfach begrüßen wollen. Aus irgendeinem Grund scheint er den Hund nicht zu mögen, aber anders als in manchen Situationen wo er dann einfach weg geht, wird er hier dann richtig sauer.

    Das Geschlecht, die Größe und die Farbe des anderen Hundes scheint nie eine Rolle zu spielen.

    Da er das aber nur bei manchen Hunden macht aber nicht bei anderen die das gleiche Verhalten zeigen, weiß ich nicht wie es begründet ist und was ich tun kann.

    In allen Fällen sind alle beteiligten Hunde immer im Freilauf, also alle ohne Leine. Die meisten Hunde kennt er oder ist ihnen schon mal begegnet.

    Er geht manchmal (eher selten) auch von selbst schwanz-wedelnd auf diesen Hunden zu oder freut sich sie zu sehen, wird dann aber auf einmal wegen irgendetwas sauer was wir nicht sehen.


    Habt ihr da Erfahrung mit ähnlichen Situationen oder kennt euch aus und habt eine Idee warum er das tut und was wir machen können?


    tl:dr:

    - Hund wird bei manchen Hunden richtig sauer wenn diese ihn beschnüffeln wollen

    - Es passiert immer im Freilauf (Möglichkeit zum weg gehen/ Schutz suchen besteht)


    Danke schon mal für jede Antwort!

  • Ist das denn schon immer so?:???:

    Mein Hund ist viel jünger, aber zu solchen Situationen wie du sie beschreibst, kommt es erst gar nicht. Ein freilaufender Hund hat meinen Hund weder zu "begrüßen", noch zu beschnüffeln. Ich nehme meinen Hund immer an die Leine, wenn mir ein fremder Hund entgegenkommt, egal ob dieser frei oder angeleint ist. Nach Absprache (!) erlaube ich evtl den Kontakt, ansonsten nicht. Und wenn mein Hund mir deutlich zeigen würde, dass er eben NICHT auf Hundekontakt steht, so wie es deiner dir zeigt, würde ich dafür sorgen, dass die jeweiligen Hundebesitzer ihren Hund anleinen oder jedenfalls bei sich behalten. Ich möchte auch nicht gerne von x-beliebigen Fremden auf der Straße zu einem Plausch angehalten werden;)

  • Ich würde Sozialkontakt und freies Spiel auf ausgewählte Hundefreundschaften beschränken. Das, was Du beschreibst, hört sich danach an, als wäre ihm der Kontakt zu viel. Weggehen ist halt nur ne zeitlang eine Lösung.


    Er ist mittlerweile fast erwachsen und mag möglicherweise einfach nicht mehr gut Kumpel mit jedem sein, baut aber auch nicht darauf, dass Ihr das für ihn reguliert.

  • Ich finde auch, dass das nach einem arg gestressten Hund klingt, dessen Signale voher nicht gesehen wurden, weil sie nicht deutlich genug waren. Lass ihn einfach nur mit ausgewählten Hundekumpels zusammen und erspare ihm sinnlose "Hundewiesen-Begegnungen"...

  • Jetzt nochmal mit mehr Zeit: Unsere alte Hundedame hatte in diesem Junghund-Alter auch die Tendenz zu „Zwei Seelen in einer Brust“ und ist auf Hunde zugelaufen, um dann festzustellen, dass sie aber eigentlich gar keinen Bock auf die hat (böse Zungen mögen behaupten, dass das davon kommt, wenn man sich ne Mischung aus Aussie, Labbi und Terrier holt). Und hat dann acheinbar aus dem Nichts das Stänkern angefangen. Anders motiviert als bei Deinem, würde ich meinen. Aber es hat ihr sehr gut getan, als wir dann eben nicht mehr jeden Kontakt zugelassen haben.


    So 2 Jahre später war die Phase vorbei und sie war souverän genug, selbst zu regulieren und entscheiden. Aber bei Deinem Kleinen kann das schon eine Lebensaufgabe sein, weil er halt auch von Anderen nicht immer ernst genommen wird.

  • Jetzt nochmal mit mehr Zeit: Unsere alte Hundedame hatte in diesem Junghund-Alter auch die Tendenz zu „Zwei Seelen in einer Brust“ und ist auf Hunde zugelaufen, um dann festzustellen, dass sie aber eigentlich gar keinen Bock auf die hat (böse Zungen mögen behaupten, dass das davon kommt, wenn man sich ne Mischung aus Aussie, Labbi und Terrier holt). Und hat dann acheinbar aus dem Nichts das Stänkern angefangen. Anders motiviert als bei Deinem, würde ich meinen. Aber es hat ihr sehr gut getan, als wir dann eben nicht mehr jeden Kontakt zugelassen haben.


    So 2 Jahre später war die Phase vorbei und sie war souverän genug, selbst zu regulieren und entscheiden. Aber bei Deinem Kleinen kann das schon eine Lebensaufgabe sein, weil er halt auch von Anderen nicht immer ernst genommen wird.

    Phonhaus Vielen lieben Dank für die nette und sachliche Antwort! Das klingt sehr passend und mit der Info können wir gut weiter arbeiten.

    Zu deiner Aussage: "Unsere alte Hundedame hatte in diesem Junghund-Alter auch die Tendenz zu „Zwei Seelen in einer Brust“ und ist auf Hunde zugelaufen, um dann festzustellen, dass sie aber eigentlich gar keinen Bock auf die hat", auch das hatten wir schon nur da verbellt er manchmal auch die Hunde anstatt wie sonst weg zu gehen.


    Bisher haben wir uns immer nur mit bekannten Hunden getroffen mit denen er sich versteht. Es kommen dann aber manchmal andere Hunde dazu die mitspielen wollen, mit denen sich meiner nicht versteht oder kennt, seine Kumpels aber schon. Sollen wir in dem Fall unseren Hund aus dem Spiel raus zu uns holen (Das klappt zum Glück ganz gut wenn nötig)? Also nicht zu den fremden Hunden lassen?

    Danke nochmal!

  • Ich finde auch, dass das nach einem arg gestressten Hund klingt, dessen Signale voher nicht gesehen wurden, weil sie nicht deutlich genug waren. Lass ihn einfach nur mit ausgewählten Hundekumpels zusammen und erspare ihm sinnlose "Hundewiesen-Begegnungen"...

    Dimmalimm Auch dir danke ich dür die Antwort! Den Sozialkontakt haben wir eigentlich schon ziemlich reduziert auf Hunde die er schon kennt und mag, nur oft kommen andere Hunde bzw. Freunde von seinen Kumpels auf die Hundewiese dazu und wollen dann mitspielen. Er sucht oft auch von sich auch den Kontakt und stellt dann fest, dass er den anderen Hund doch nicht mag. Was würdest du uns da raten was wir tun könnten?

    "Ich finde auch, dass das nach einem arg gestressten Hund klingt, dessen Signale voher nicht gesehen wurden, weil sie nicht deutlich genug waren." Hast du diesbezüglich einen Vorschlag was wir machen können in solchen Stresssituationen?
    Danke schon mal!

  • Wie oft seid Ihr denn auf der Hundespielwiese? Seid Ihr da sehr drauf angewiesen, oder habt Ihr die Möglichkeit, auch woanders in der Natur spazieren zu gehen?


    Ich würde tatsächlich eingreifen und meinen Hund rausholen, wenn die Gruppe größer wird. Das Hundespiel etwas reduzieren und parallel (wenn Ihr sowas noch nicht macht) mit einer Hund-Mensch Beschäftigung anfangen - Suchspiele, Apportieren oder ähnliches. Stärkt das Selbstbewusstsein, das „Wir-Gefühl“ und Konzentration und Impulskontrolle.

  • Es kommen dann aber manchmal andere Hunde dazu die mitspielen wollen, mit denen sich meiner nicht versteht oder kennt, seine Kumpels aber schon. Sollen wir in dem Fall unseren Hund aus dem Spiel raus zu uns holen (Das klappt zum Glück ganz gut wenn nötig)? Also nicht zu den fremden Hunden lassen?

    Ich mache das bei meiner so, ja. Rufe sie zu mir, gehe dabei in die Hocke mit geöffneten Beinen. Da kommt sie auch sofort gelaufen und lehnt sich quasi in meinen Schoß. Wenn ein Fremdhund dann doch zu ihr kommt, dann machen die das schon gleich langsamer, als würde meine Kleine alleine da stehen. So kann meine auch schauen, ob sie doch mit dem rumalbern will oder lieber nicht und ich hab die Möglichkeit, dne anderen Hund mit den Händen wegzuschieben, wenn er zu aufdringlich wird. Sollte man aber nur machen, wenn man den anderen Hund etwas einschätzen kann. Ein Hund, der geduckt und in Höchstspannung angeschlichen kommt, da hocke ich mich natürlich nicht hin. Ich spreche also von rein freundlich-aufdringlicher Kumpelnummer.


    Gruppendynamik sollte man nicht unterschätzen. Bei Hunden beginnt für mich eine Gruppe schon ab 3. Oftmals ist es auch eher eine lustige Mobbingrunde, als ein ausgeglichenes Spiel. Muss jetzt nicht bei euch so sein, wollte es nur mal anmerken. Vielleicht magst du ja in die Richtung auch mal die Fühler ausstrecken. Calming Signals wäre auch ein Begriff für Google.

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