Welpen-Austausch Teil 4

  • Der kleine weiße Hund "spielt" die ganze Zeit jagen.

    Richtig. Er versucht vor den anderen zu kommen und ihn auszubremsen. Wenn ihm das gelingt, wirft er sich hin und beschwichtigt oder geht ums Maul des anderen. Das zeigt den Stress, den er sich mit dem Jagen selbst macht. Der Größere findet das alles nur doof und weiß nicht wie er damit umgehen soll. Er würde gerne davor weglaufen, aber das geht nicht, weil er den kleinen an der Backe bzw. im Nacken-Schulter-Bereich hängen hat.

    Das nächste Mal filme ich das komplette Spiel. Da hatten wir zwischendurch immer wieder etwas Speed rausgenommen. Jetzt für das Video haben wir es extra laufen lassen. Der Große machte allerdings keinesfalls den Eindruck, als wolle er weglaufen. Das hätte er nämlich gekonnt, seine Halterin steht ja dabei.
    Zu der er übrigens nicht gelaufen ist Mehrhund wo siehst du das? Am Ende des Videos laufen sie an uns vorbei.
    Wir haben das Spiel letztlich aktiv abgebrochen, weil es einfach Zeit wurde.

    Mein gutes Gefühl hatte ich deshalb, da es beim ersten Zusammentreffen noch so war, dass der Doodle permanent komplett über Elna hinwegfegte, so dass sie jaulend zu mir kam. Diesmal konnten wir besser steuern.
    Ich würde jetzt schauen, wie es sich bei den nächsten Malen entwickelt. Elna ist halt erst 4 Monate. Sie muss ja lernen. Ob der Doodle das leisten kann, müssen wir sehen, aber so viele Möglichkeiten mit einigermaßen passenden Hunden von der Statur her, hab ich hier leider nicht.

  • Elna ist halt erst 4 Monate. Sie muss ja lernen. Ob der Doodle das leisten kann, müssen wir sehen,

    Unabhängig davon, wie das Spiel im Detail aussieht, sollte es aus meiner Sicht grundsätzlich nicht die Aufgabe eines Hundes sein, hier etwas zu regeln oder zu „lösen“. Genau dafür sind die Menschen da. Hunde spielen, reagieren, kommunizieren – sie übernehmen aber keine übergeordnete Verantwortung für Fairness, Tempo oder Ausgleich.

    Wenn solche Situationen entstehen, ist das für mich eher ein Zeichen, dass die Halterinnen und Halter gefragt sind, das Spiel zu strukturieren, zu verlangsamen oder auch klar zu unterbrechen. So bleibt Spiel wirklich Spiel und keiner der beteiligten Hunde gerät in eine Rolle, die er gar nicht tragen sollte.

  • Man kann sich auch alles rosarot reden. Ich dachte es war eine Frage.

    Nein, das ist kein Spiel.


    Ps : der Doodle läuft aus der Situation raus und es sah so aus, als würde er zu euch laufen.

  • sollte es aus meiner Sicht grundsätzlich nicht die Aufgabe eines Hundes sein, hier etwas zu regeln oder zu „lösen“.

    Da hast du mich falsch verstanden. Mit leisten meinte ich, ob er generell da Bock drauf hat, der "Spielpartner" zu sein. Anleiten wollen wir Halter das schon. Ich schrieb ja auch, dass wir vor dem Video immer wieder aktiv Druck rausgenommen haben.

    Wenn solche Situationen entstehen, ist das für mich eher ein Zeichen, dass die Halterinnen und Halter gefragt sind, das Spiel zu strukturieren, zu verlangsamen oder auch klar zu unterbrechen. So bleibt Spiel wirklich Spiel und keiner der beteiligten Hunde gerät in eine Rolle, die er gar nicht tragen sollte.

    Genau so würden wir das machen wollen. Aber auch dabei stell ich mir halt die Frage, ob der Doodle dafür der Richtige ist. Ich will ja nicht auf dem Rücken anderer Hunde meinen Hund anleiten.

    Man kann auch wie ein erwachsener Mensch antworten und die Frage beantworten...

    Danke.

  • Ich glaube, wir sind inhaltlich gar nicht so weit auseinander, ich würde es nur anders aufziehen. Für mich heißt das vor allem, die Situation von Anfang an ruhiger aufzubauen, statt sie erst laufen zu lassen und dann immer wieder eingreifen zu müssen.

    Ich halte nicht viel davon, stehen zu bleiben und die Hunde einfach spielen zu lassen, genauso wenig davon, die Leinen abzumachen und erst mal „machen zu lassen“. Viel sinnvoller finde ich es, in Bewegung zu bleiben, gemeinsam zu laufen, schnüffeln zu lassen, gern auch erst parallel oder mit etwas Abstand. So kommt gar nicht erst so viel Spannung auf.

    Wenn man immer wieder aktiv Druck rausnehmen muss, entsteht dieser Druck ja offensichtlich auch immer wieder neu. Und genau das finde ich eher kontraproduktiv, gerade bei jungen Hunden. Je ruhiger und strukturierter die Situation von vornherein ist, desto weniger müssen Hunde irgendetwas kompensieren, regeln oder aushalten.

  • Ich halte nicht viel davon, stehen zu bleiben und die Hunde einfach spielen zu lassen, genauso wenig davon, die Leinen abzumachen und erst mal „machen zu lassen“. Viel sinnvoller finde ich es, in Bewegung zu bleiben, gemeinsam zu laufen, schnüffeln zu lassen, gern auch erst parallel oder mit etwas Abstand. So kommt gar nicht erst so viel Spannung auf.

    Ah Mist, dann hätte ich mich durchsetzen sollen. Denn genau das war gestern eigentlich meine Idee gewesen. Wir trafen das andere Gespann nämlich zu Beginn unserer Runde und daher hab ich angestoßen, dass wir doch ruhig gemeinsam gehen können. Die beiden Hunde drehten an der Leine jeweils nämlich echt ab und wollten unbedingt miteinander "raufen" (Spiel ist es ja scheinbar leider nicht). Die Halterin vom Doodle meinte dann aber, dass wir ja direkt hier auf die Wiese gehen könnten und ich hab mich breit schlagen lassen.
    Das war wahrscheinlich schon der erste Fehler und das, wo ich es doch eigentlich besser wissen müsste, bzw. mein erster Impuls der bessere war.

    Wir werden beim nächsten Mal, wenn wir uns treffen erstmal miteinander "social walken", im Zweifel auch erstmal nur das. Das scheint mir dann auch der bessere Weg zu sein und Kontakt entsteht so ja auch.
    Ich danke dir. :smiling_face:

  • Ach, ich finde schon, dass man was voneinander hat. Hunde müssen ja nicht immer direkt beste Freunde werden.

    Es kommt einfach auf die Besitzer drauf an wie bereitwillig sie sind eben nicht dieses typische Leine runter und "spielen" zu machen sondern eben ein bisschen Arbeit und Hirnschmalz da rein zu stecken.

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