DCM bei Dobermann-Senior

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    Hallo ihr Lieben,


    ich würd euch gerne um euren geschätzten Rat bitten und ich bitte euch, dabei freundlich und sachlich zu bleiben. Ich weiß, es ist ein heikles Thema...


    Mein bald 10-jähriger Dobermann Rüde, den ich vor 7 Jahre gerettet habe, hat sich in den letzten Tagen recht schlapp gezeigt. Wenig Appetit, Spaziergänge fand er anstrengend, einfach eine Wesensveränderung. Am Freitag begann er zu husten und da sich der Husten nicht besserte und ich schon das Herz vermutet habe, bin ich am Sonntag in die Klinik zum Notdienst gefahren. Er wurde dort stationär aufgenommen mit dem Verdacht auf DCM, der sich gestern leider auch in einem deutlichen Befund bestätigte (Röntgen, EKG, Ultraschall).


    Nun wurden mir 4 verschiedene Medikamente mitgegeben, 3 davon wird er für den Rest seines Lebens brauchen. Man kann damit seine Lebenszeit noch etwas "verlängern", ihn aber nicht vor dem plötzlichen Herztod bewahren. Der Husten hat sich zwischenzeitlich wieder gelegt, er ist aber auch die meiste Zeit am Büseln und ich drehe keine langen Runden mehr oder setze ihn größeren Belastungen aus.


    Ich stehe nun vor einem sehr großen, innerlichen Konflikt. Ich habe mir nach dem Tod meiner Hündin vor zwei Jahren geschworen, dass ich mit Dauermedikation keine zusätzliche Lebenszeit von meinen Tieren mehr rausschinden möchte. Wenn die Zeit gekommen ist, dann ist es so. Auch hier habe ich die Entscheidung getroffen. Meine Tierärzte (ich habe insgesamt 3 zu ihren persönlichen Meinungen konsultiert) zeigten sich darüber sehr empört, dass ich darüber nachdenke, dem Hund keine Medikamente zu geben. Versteht mich nicht falsch, gegen den Husten bekommt er jetzt was, auch wenn sich alle ziemlich sicher sind, dass es vom Herzen kommt – aber zumindest etwas Bronchien erweiterndes, das würde ich ihm ja auch weiterhin geben, einfach damit ihm alles etwas leichter fällt...


    Bin ich jetzt ein schlechter Mensch? Abgesehen davon, dass diese Medikation eine dauerhafte, finanzielle Belastung darstellt – kann ich ihm nicht einfach noch ein schönes Leben bieten, ohne es mit Medikamenten hinauszuzögern? Es geht ihm aktuell nicht schlecht, er ist einfach ruhiger geworden und wenn er sich aufregt, dann hustet er, das legt sich aber gleich wieder. Würde ich ihm die Medikamente jetzt dauerhaft geben, dann wäre es doch auch irgendwann soweit, nur eben später als früher? Ich kenne einige Dobermann-Besitzer, deren Hund trotz Medikamenten an DCM gestorben ist und die trotz Medikamenten ein Lungenödem bekommen haben.


    Was anderes wäre es, wenn er noch jung wäre, aber mit fast 10 Jahren (gerade für einen Dobermann, dessen Lebenserwartung ja nicht soooo hoch ist), hat der Hund doch schon ein gutes Alter erreicht?


    Was meint ihr? Bitte keine Vorwürfe, er bekommt aktuell ordnungsgemäß die Medikamente, die mir mitgegeben wurden. Diese reichen für die nächsten 10 Tage...


    Danke schon mal blushing-dog-face

  • Die Medikamente sollen ja seinen aktuellen Zustand bessern. Ergo bedeutet 'keine Medikamente' das es dem Hund schlecht geht.

    Ich versteh's auch nicht um ehrlich zu sein. Mein Weg waere ein anderer..

    Wir sind zusammen an Grenzen gegangen nur um diese um ein unendliches zu erweitern. (©Lockenwolf)


    Die Malis und der Pan

  • Nein, die Medikamente sollen seinen Zustand konservieren. Denn die Erkrankung ist schon recht fortgeschritten. Es wird aber dennoch in absehbarere Zeit passieren, dass es ihm trotz Medikamenten schlecht geht, einfach weil das Herz schon sehr groß ist und die Klappen nicht mehr richtig schließen. Was wäre dein Weg?

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  • Der Hund kann mit den Medis noch eine schöne, beschwerdefreie Zeit haben.

    Ja, es gibt Hunde, die trotz Medikamenten ein Ödem entwickeln, ich kenne aber auch Hunde, die erst deutlich nach dem okkulten Stadium diagnostiziert wurden und nch wunderschöne Jahre gehabt haben.

    Natürlich wird der Hund in absehbarer Zukunft trotz Medikamenten sterben. Aber das muss kein Lungenödem sein, das kann noch immer der Sekundentod werden oder auch in zwei Jahren altersbedingtes Organversagen.


    Wäre es mein Hund, würde er die Medis bekommen und so lange es ihm damit gut geht, einfach weiterleben wie bisher.

    Ja, DCM Medikation ist schweineteuer, aber das ist halt so.

    LG Raphaela


    The problem is not the problem, the problem is your attitude about the problem - Cpt. Jack Sparrow

    She was not looking for a knight, she was looking for a sword. - atticus

  • Bei mir steht Lebensqualität über Quantität. Wenn also Medikamente die Qualität steigern, bekommt der Hund sie, auch wenn sie die Quantität steigern, oder verkürzen.


    Allerdings würde ich einen Hund, der körperlich starke Einschränkungen hat, nicht einfach ohne Medikamente dahin vegetieren lassen, sondern einschläfern lassen, bevor er nachher elendig dahin siecht.


    Was auf deinen Hund zutrifft, kannst nur du einschätzen. :ka: Und da würde ich mich auch fragen, ob es bei 3 Tierärzten die sich entsetzt zeigen, deine Einschätzung so ganz richtig ist.


    Schwer zu sagen, ohne den Hund zu kennen.

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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Vom Gefühl her würde ich auch sagen, dass du entweder die Medis weitergibt oder den Hund erlöst.


    Husten bei Herzproblemen hängt im allgemeinen damit zusammen, dass das Herz zu schwach ist und sich deshalb Wasser in der Lunge sammelt, was dann abgehustet werden muss.


    Sowas ist bei Menschen echt unschön, ich würde es meinem Hund unbedingt ersparen wollen.

  • Danke schon mal für eure Meinungen. Selbstverständlich würde ich ihn nicht dahinvegetieren lassen, sondern im Falle einer Verschlechterung von seinem Leid erlösen. Aktuell geht es ihm recht gut, er ist wie geschrieben sehr müde und möchte sich nicht anstrengen, aber er wirkt zufrieden.


    Ich hab die Formulierung mit den Tierärzten sehr überspitzt, sie haben mir dazu geraten, die Medikamente zu geben, um noch Lebenszeit zu gewinnen. Mein Gedanke ist lediglich der, dass es ihm (eben weil die Erkrankung schon sehr fortgeschritten ist) in ein paar Monaten schlechter gehen wird, das wurde mir auch seitens der TA bestätigt. Daher würde ich ihm jetzt noch ein schönes Leben bereiten und wenn es ihm akut schlecht geht, würde ich ihn gehen lassen. Er hat bislang ein wirklich schönes und erfülltes Leben gehabt, es hat ihm nie was gefehlt. Er hätte damals schon mit 3 Jahren sterben sollen crying-dog-face

  • Dann muss man überlegen was man macht. Denn innerlich zu ertrinken, weil das Herz die Flüssigkeit aus den Lungen nicht mehr rausbekommen kann, ist echt kein angenehmer Tod.


    Ich würde das Herz stärken, damit der Hund weniger Husten muss, ihm noch ein paar schöne Tage geben und ihn dann gehen lassen.


    Wie lang das noch geht, kommt drauf an, wie gut der Hund auf die Medikamente anschlägt.

  • Ich verstehe die "Logik" nicht.

    Er bekommt jetzt Medikamente und es geht ihm gut.

    Und warum genau überlegst Du jetzt, die Medikamente (die ihm helfen) abzusetzen und glaubst, dass es ihm damit besser geht und er dann ein "schöneres" Leben haben wird, bis Du ihn erlösen musst?

    Ich wäre damals heilfroh gewesen, wenn es irgendein Medikament gegeben hätte, um den Zustand zu "konservieren".

    Gönne ihm das schöne Leben MIT Medis. Der Zeitpunkt, wo es ihm schlechter geht, wird noch früh genug kommen.

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