Hund hat panische Angst vor Treppenhaus, brauche dringend Hilfe!!

  • Mein Sheltierüde ist leider auch so ein übersensibles Gänseblümchen. Ein Traum von einem Hund, aber das ist schon dezent anstrengend :fear:


    Was ihm sehr sehr sehr geholfen hat ist zum einen natürlich die Sicherheit bei mir. Allerdings habe ich den Fehler gemacht ihn zu oft auf den Arm zu nehmen. Mit dem Ergebnis, dass er mir nun immer auf den Arm springt wenn er sich fürchtet. Hat schon was wenn du durch die Stadt gehst und auf einmal dreht sich der Hund um und springt dir in die Arme :ugly:


    Aber was vor allem spielen wir schon von Anfang an die Spiele "Trau dich" und "Zeig mir das böse Ding". Also zum einen üben wir ganz oft mit allen möglichen Gegenständen irgendeinen Quatsch. Ich habe fast immer Leckerli einstecken und wenn mir irgendwas in die Hände fällt machen wir was damit. Zum Beispiel: Lauf über die Plastiktüte, wert die Flasche um, steig auf den Karton, umrunden den Eimer, steig mit den Vorderpfoten auf den Eimer, kletter auf den Stein, Lauf über den Baumstamm und und und. Und wenn er es schafft große Party :applaus:

    Daraus ergab sich "Zeig mir das böse Ding" xD Irgendwann habe ich draußen angefangen wenn er z.b. vor nem Schild oder der Parkuhr rückwärts ging ihn dafür zu bestätigen dieses Ding mit den Vorderbeinen zu berühren also sprich sich dran zu stellen. Und dann Party :applaus: Jetzt sind wir so weit z.b. er toucht mit den Pfoten auf etwas was er komisch findet und strahlt mich an "Guck da ist es" :herzen1: Und wenn er es erstmal gezeigt hat ist es nicht mehr so fürchterlich.

  • Oh jaa! Ich mach das mit Lupo ähnlich. Wenn er sich vor etwas erschreckt, klopfe ich den Gegenstand an und tu so auf interessiert xD

    Das Ergebnis: Lupo wird dann auch neugierig, schnüffelt mal dran und merkt, dass es eigentlich garnicht so schlimm ist.


    So hab ich es mal mit diesen E-Scootern (die hier in der Stadt überall rumliegen) gemacht. Nach ein paar Tagen ist Lupo ohne Angst von selber hingegangen und hat die E-Scooter angepinkelt. :skeptisch:


    Seitdem muss ich ihn von den Dingern fernhalten. xD (Kaum zu glauben, dass er mal unheimliche Angst vor ihnen hatte).

  • Also für mich ist mein erster Gedankenschritt eigentlich immer das schrittweise Schönfüttern.

    Wenn der Hund so eine helle Panik vor dem Treppenhaus hat, ratet mal, wer dann mit dem Hund im Arm bei offener Wohnungstür im Flur sitzt und ins Treppenhaus schaut, während er tonnenweise Würstchen oder Käse in den Hund schiebt?

    Und dann in der Wohnungstür sitzt. Und dann im Treppenhaus. Und dann todesmutig ein Würstchen ins Treppenhaus kullert.


    Also so mal ganz grob, die Schritte passe ich natürlich dem Hund an.

    Aber mein erster Schritt wäre tatsächlich mir zu überlegen, wie ich dem Gespenst „Treppenhaus“ seinen Umhang nehmen kann, wie es normal werden kann.

    Hauruck ist Quatsch, geht nicht, aber ansonsten... Babygitter kaufen und Tür offen lassen. Mit einem Buch im Arm in die offene Tür setzen und lesen, der Hund darf in der Wohnung bleiben oder kuscheln kommen, wie er mag. Spiel mit dem Hund auf dem Flürchen, dass es vor jeder Wohnung gibt. Minifährte aus Keksen aus der Wohnung auf das Flürchen. Aktuell muss es auch gar nicht Treppen runter sein, raus aus der Wohnung reicht wahrscheinlich völlig


    Sei kreativ, zwinge ihn nicht, biete nur an, dass es sich lohnen könnte, mal einen Blick raus zu werfen.

    Oh je sprich vorher mit deinen Nachbarn, dass ihr eine Gewöhnung startet

  • Hallo,

    Speedy ist ebenfalls ein ausgesprochen ängstlicher Hund. Er ist im Alter von 7-8 Jahren aus schlechten Verhältnissen zu uns gekommen.

    Wir haben ihn in sehr kleinen Schritten überall heran geführt. Z.B. Angst vor anderen Menschen; da hab ich mich in eine ruhige Ecke in den Park gesetzt und ihn alles in Ruhe beobachten lassen und ihm alles "gruselige" schön gefüttert. Anfangs war er so aufgeregt,dass er nicht mal Würstchen annehmen konnte. Das Ganze hat sehr lange gedauert. Erste Erfolge gab es nach ca einem halben Jahr.

    Er bellt immer noch wenn ihm etwas unheimlich ist, das gilt leider auch für viele Hunde, dann nehme ich ihn auf den Arm, dann ist er sofort ruhig. Anfangs versuchte er dann, in die Jacke zu kriechen,das macht er nicht mehr.


    Du hast nach der Dauer gefragt. Nach meiner bisherigen Erarbeitung, wird aus einem eher ängstlichen oder unsicheren Hund kein selbstbewusster und in sich ruhender Hund.

    Bei Speedy hab ich mich darauf eingestellt, dass ich ihn lebenslang unterstützen muss. Trotzdem sind deutliche Fortschritte zu erkennen.


    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Chrissi mit Speedy

  • Ich würde auch erstmal tragen und gegebenenfalls wenn er hochheben doof findet eine Tragehilfe einüben.



    Kennt er Clicker oder Markerwort?

    Wenn ja Minischritten Richtung Treppenhaus Clickern.


    Oder Leckerlies kullern im Flur und so langsam ins Treppenhaus vorarbeiten.

  • Wir hatten ein ähnliches Problem... auf Raten von nem Trainer, mit einfach weiterlaufen und mitziehen wurde es nur schlimmer... im Gegenteil, da hat er direkt Vertrauen verloren und das Problem hat sich ausgeweitet. Ich ärgere mich heute noch, das ich das gemacht habe.

    Was geholfen hat: Richtig tolles Futter in den Hausflur schmeißen, am Anfang nicht zu weit und weggehen, bzw ein paar Schritte weg, damit er gesehen hat, dass ich ihn nicht zwinge. Alles ohne Intention, dass er in den Flur "muss", aber kann. Hat 1Woche gedauert, bis er den Flur superklasse fand und alleine erkundet hat. Hab dann irgendwann beim zusammen rausgehen auch Leckerchen in die Ecken fallen lassen. Durch die doofe Erfahrung mit dem einfach weiterziehen, haben wir das alles ohne Leine weitergemacht. Auch mit offenen Türen, damit ein Fluchtweg frei war. Nach 3Wochen war es, als hätte es das Problem nie gegeben, auch mit Leine.

    Ich weiß bis heute nicht, warum er von einem Tag auf den anderen Angst hatte.

    Was ich aber gelernt habe... zwingen und Druck bei Angst macht viel kaputt, auch wenn die Angst aus Menschensicht sinnfrei ist.


    Bei uns hat Tragen die Sache auch verschlimmert , als Anmerkung. Denke aber wie immer, es kommt auf die Hundepersönlichkeit an.

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