Beiträge von Munchkin1

    So wie ich das lese, ist Kona für den Schutzdienst aufgrund ihres Verhaltens nicht geeignet. Auch Unterordnung auf Prüfungsniveau oder Obedience wäre mir brandgefährlich bei so einem Hund. Ich denke grade an so Späße wie Ablage oder Gruppe.

    Darum würde für mich auch Mantrailing ausscheiden, ich würde in Sparten gehen, wo ein Hund und ein Mensch trainieren. Korrigiert mich - Agility?Fährte. Canicross, Treibball, Dummy, halt alle 2:1 Sportarten

    Ich kann dir gerne sagen, wie DAS Experiment ausgeht:


    Zu Anfang ist der Zwerg niedlich und anspruchslos. Sofern Kona ihn als Mitbewohner akzeptiert und nicht ebenso plötzlich Artgenossenaggression zeigt. Weil der Welpe das nicht überleben würde.

    Ja, er wird von Kona lernen. Was wird er lernen? Sicherlich nicht, umweltsicher zu sein und sich adäquat zu verhalten. Das kann sie ihm gar nicht beibringen.

    Der Welpe wird lernen, sich zu verhalten, wie sie es tut.

    Das heißt konkret sooner or later, imho spätestens in der Pubertät hast du da Kona x 2 sitzen und das wird lustig.


    Ich habe einen Schäferhund hier, der lebt in vollstem Familienanschluss neben seinem Sport. Wenn ich mir ansehe, wie sehr er den Körperkontakt sucht, sich beim dösen immer in die Nähe zu jemandem legt, wie er quasi in uns rein kriecht zum Kraulen, dann ist es für mich undenkbar, ihm das zu verwehren. Der würde psychisch zugrunde gehen und eine Macke kriegen. Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

    ALLE Hunde, die ich kenne, die zwangsweise in Außenhaltung mit stundenweise sozialer Betätigung sind, haben einen Hauweg. Die einzige Ausnahme, die ich kenne, sind Hunde, die selbst wählen dürfen, wann sie Sozialkontakt zu ihren Menschen haben wollen und wann sie lieber draußen bleiben wollen.


    Hundesport ist kein Einzelsport, den man für sich alleine im stillen Kämmerchen machen. Ebenso wenig wie Reiten, Fußball, Kampfsport. Es gehört mindestens ein Trainingspartner dazu und behandelt man den blöde, ist man schlichtweg nicht geeignet für diesen Sport

    Wie sieht für euch Freilauf aus? Welche Grenzen gibt es?:

    Halsband dran, Leine ab oder Schleppleine dran. Der Hund darf nach Herzenslust schnüffeln, hin und her kreuzen, von mir aus jeden Grashalm einzeln anpieseln.

    Anforderung ist einfach: entweder bleibt der Hund ansprechbar oder Schleppleine dran. Menschen (außer mir natürlich) werden desinteressiert passiert, es wird nicht gebuddelt, nicht gejagt und auf Wegen geblieben, dabei zähle ich aber den Randstreifen großzügig zum Weg mit dazu


    Ab welchem Alter waren eure Hunde im Freilauf?

    Eigentlich von Anfang an, jedoch sehr lange mit Schleppleine, da wir Folgetrieb nicht kannten


    In was für Situationen lasst ihr eure Hunde frei laufen und in welchen Situationen nicht?

    Freilauf bei gut überschaubaren Flächen ohne Verkehr. Nicht in der Stadt. Je nach Situation uU mit Maulkorb für mein eigenes Seelenheil


    Wie macht ihr das, wenn ihr fremden Menschen/Hunden begegnet, ruft ihr den Hund ins Fuß oder lasst ihr jeden begrüßen, der nicht abgeneigt ist?

    Bei Menschen rufe ich ihn näher zu mir, dort darf er kurz warten oder näher an mir passieren. Bei Hunden wird angeleint oder festgehalten, Kontakt ist generell unerwünscht. Mailo darf er


    Was, wenn Fremde euren Hund locken und streicheln wollen?

    Nicht im Freilauf. Möchte ich nicht.

    Kommuniziere ich auch so und je nach Einsichtsbereitschaft des Menschen mehr oder weniger höflich

    Ich versuche mir grade vorzustellen, dass da ein Welpe ist, den ich nicht meine Gardine fressen lasse und der dann zu einem Gremlin mutiert. Und ich habe einen Schäferhund großgezogen, der Beißhemmung für ein nettes Spiel hielt, also im Sinne „hemme mich doch, damit ich dich nicht beißen kann.“


    Der Terrier kommt doch unmöglich an eure Finger und Gesichter. Absolut unmöglich.

    Und falls doch - Hausleine an den Schnappigator und mit Sicherheitsabstand aus der Gefahrenzone entfernen.

    Ja, Welpenzähne sind gemein, aber der ist mit Sicherheit nicht aggressiv. Runter vom Arm, solange das nicht sein muss, adäquate Beschäftigung und für den Krisenfall eben Management - Leine oder Laufstall.

    Ich würde gerne nochmal die zwei Teile aufgreifen:

    Draußen kann er inzwischen sehr gut entspannen. Anfangs musste er noch alles überprüfen, jeden Zaun, jedes Geräusch usw. Da haben wir dran gearbeitet und es wird akzeptiert, dass das Grundstück zu meinen Aufgaben gehört und er sich um nichts kümmern muss. Seitdem pennt er einfach in der Sonne oder nagt an seiner Rinderkopfhaut rum. Allein bleibt er draußen wenn nur kurz, da ich nicht möchte das er sich wieder um alles kümmern möchte.

    Das ist weniger das, was ich mit draußen meinte, aber ein Teil davon ist es auch.

    Bestätigt aber meine Vermutung so ein wenig - der Hund ist unsicher, kann sich jedoch auf Entspannungsangebote einlassen, wenn er sich sicher fühlt.

    Was ich machen würde, ich persönlich? Ich würde mir zuhause mit dem Hund ein Entspannungssignal erarbeiten. Mein Hund ist auch so ein unsicherer Kandidat, der viel Sicherheit von außen braucht. Einziger Unterschied, er ist sehr gut sozialisiert und das „Problemfeld“ betrifft aufgrund von Beißvorfällen nur andere Hunde. Mailo hat gelernt, dass das Markerwort „Easy“ bedeutet „Habe ich gesehen und als ungefährlich eingestuft. Du kannst dich entspannen, ich regel das für uns.“ Also so ähnlich wie Klick für Blick, aber belohnt wird nicht der Blick zu mir, sondern das einmal durchatmen und ruhig bleiben.

    Auf der Grundlage würde ich mich mit dem angeleinten Hund und einer Decke bewaffnet irgendwo auf eine ruhige Wiese setzen und ihn beobachten lassen. In sicherem Abstand. Ruhig auch mit Kaustange, wenn ihm das hilft beim Stressabbau. Mailo liebt zB zu dem Zweck Durafoam Bälle, auf denen er rumknautscht, und sich selbst runter reguliert, bis er teilweise mit dem Ding im Maul einschläft, wie ein Kind mit Schnuller.

    Ziel soll sein, dass er zum einen feststellt, dass die Welt nichts von ihm will und dass du feststellst, wo seine Zündschnur beginnt. Gehen 100m? 200m? Sichtkontakt? Wann musst du handeln? Was passiert bei deinem Hund bis dahin?


    Zitat

    Ausprobiert haben wir folgendes: da auf Grund der Pandemie alles dicht war arbeiteten wir zuerst mit Hilfe von Büchern und Videos u.ä., wir haben online Stunden wahrgenommen und sobald es wieder gelockert wurde mehr Angebote von außen wahrgenommen. Wir haben Familie und Freunde eingespannt, verschiedene Situationen und Begegnungen geübt...wir bereits erwähnt war sein verhalten da irgendwann recht gut, ausbaufähig aber in Ordnung.

    Das ist das Zweite, was mir auffällt. Eigentlich schreibst du gar nicht, was und wie ihr geübt habt. Ich lese Bücher, Videos, Online-Stunden. Aber zu welchem Thema? Mit welchem Inhalt?

    Dann wurden Freunde und Familie eingespannt und es wurden verschiedene Sachen geübt.

    Für einen unsicheren Hund fehlt da die Konstanz und die Struktur. Das wird nicht funktioniert haben, weil ihr zu viel auf einmal wolltet. Sucht euch einen Teilbereich, dröselt den in winzige Häppchen auf, übt diese bis zum Erbrechen und steigert dann die Anforderung. Als Beispiel Fahrrad:

    Erst darf er das Ding zuhause stehend als ungefährlich abspeichern. Dann könnt ihr drum herum bisl spielen oder arbeiten. Dann setzt sich mal einer drauf und füttert von da oben. Oder man schiebt im Garten das Rad hin und her. Spaziergang mit nebenher geschobenem Rad. Erweitern kann man das ja endlos, bis ihm irgendwann Räder pupsegal sind, weil die stocklangweilig sind.

    Dann kommt erst die nächste Baustelle dran. Und so Thema für Thema. Mischt ihr zu schnell/zu viel oder steigert ihr zu schnell, macht der Hund dicht und ihr erreicht gar nichts.


    Nochmal - alles steht und fällt damit, dass euer Hund im Alltag unsicher ist und solange ihr ihm nicht helfen könnt, kann er nicht raus aus seinem Verhalten

    So, da bin ich, mein Privatleben lässt mich auch mal leben.

    Was dein Problem ist, deiner Beschreibung nach, liebe TE, ist ein Gebrauchshund, der nicht umwelttauglich ist. Den du problemlos isoliert in deiner kleinen Blase halten kannst, aber nicht außerhalb. Nur gibt es diese Blase eben nicht.


    Im Grunde kann man dir nicht viel raten, das erste und wichtigste wird bei diesem Typus Hund immer, immer, immer Management sein. Management und Sicherung. Passender Maulkorb, passende Leine und/oder Geschirr, passende Führtechnik.

    So, da das Wichtigste gesagt wurde, kann man sich dem Kernthema annehmen:

    Euer Hund ist jung, er findet die Welt außerhalb beängstigend, weil er nie lernen durfte, dass es anders geht. Und dieser Typus Hund reagiert eben vorwärts statt rückwärts. Besonders, wenn eine klare Führung fehlt. Eingespielt hat sich da leider gar nichts, er hat schlichtweg festgestellt, dass er sich selbst schützen muss und das tut er jetzt.


    Mit stellen sich hier drei Fragen:

    1. Was ist für dich altersgerechte Auslastung eines 1-jährigen Schäferhundes, wenn der Hundeplatz keine Option ist?

    2. Du sagst, er kann alleine prima draußen entspannen. Kann er das wirklich? Kann er sich draußen hinlegen und dösen? Kann er beobachten, ohne kontrollieren zu wollen?

    3. Was genau habt ihr schon alles mit diesem Hund ausprobiert? Also innerhalb von einem Jahr?


    Ich würde gerne versuchen, etwas Hilfestellung zu leisten, allein um Schaden zu begrenzen

    Bissprävention ist für mich gleichbedeutend mit „korrektem Umgang mit dem Tier“.


    Und das fängt sehr sehr basal an:

    Wir fassen keine fremden Hunde an, ohne zu fragen.

    Wir rennen nicht in Anwesenheit von Hunden.

    Hunde müssen sich nicht von uns streicheln lassen.

    Wir bedrängen keine Hunde, wenn sie ruhen.

    Wir nehmen den Hunden nichts weg.


    Und dann gibt’s den winzig kleinen Teil, der tatsächlich mit aktivem Selbstschutz zu tun hat. Ruhig bleiben, einkugeln, abwarten


    Die wurde glaub ich an anderer Stelle schon mal verlinkt

    https://www.bundespublikationen.admin.ch/cshop_mimes_bbl/00/0024817F68691ED3ABCD0323414EF4BD.pdf