Verhalten richtig deuten/einschätzen

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    Hallo ihr Lieben!

    Seit letzen Spätsommer habe ich meinen Hund aus dem Tierheim jetzt bei mir! Er ist ca 2-3Jahre alt und ihm fehlte jegliche Erziehung. Seit er bei mir ist, gehen wir jede Woche in die Hundeschule und üben fleißig vom kleinen 1x1 an. Er ist natürlich noch recht jung und somit auch sehr stürmisch und noch sehr ungezogen. Dazu kommt, das er ein richtiges Testosteronpaket ist ... eigentlich läuft alles prima, er ist super verschmust, hört immer besser, lernt gerne und sehr motiviert, und wir wachsen richtig gut zusammen! Seit ca zwei Wochen ist es jetzt aber so, das er oft nach den Händen schnappt, zb beim anziehen. Ich stoppe den Vorgang dann direkt, und mache erst weiter wenn er sich beruhigt hat. Das klappt auch schon sehr gut! Jetzt war es gestern der Fall, das er sich einfach ein Leckerchen gemopst hat das ich ihm ja eigentlich auch geben wollte, aber wie immer erst wenn er auf seinem Platz liegt und schön wartet. Es lag kurz unbeobachtet auf dem Tisch da ich die Packung weggeräumt habe (Fehler!) . Er hat es sich geklaut und ist damit auf seinen Platz gerannt. Ich dachte mir, das ich das so nicht durchgehen lassen kann, da ich es ihm ja nicht erlaubt habe! Leider sitzt das „Aus“ Signal noch nicht.... ich hab das Leckerchen genommen und habe ihm gesagt das er loslassen soll, dann ist es natürlich passiert... er hat in meine Hand geschnappt. Ich denke ich war selbst schuld da es seine „Beute“ war? Wie hätte ich mich richtig verhalten sollen? Hätte ich ihm das durchgehen lassen sollen, weil es ja eh für ihn bestimmt war? Aber es hätte sich ja auch um etwas anderes handeln können das er nicht haben darf! Dann war heute der Fall das er sichtbaren Schmutz im Ohr hatte (Schlappohren) . Ich wollte nachsehen, plötzlich machte er eine Schnappbewegung in Richtung Gesicht (nichts passiert)

    Fühlte er sich von mir bedrängt? Normalerweise kann ich ihm Küsschen auf den Kopf geben etc... vielleicht habe ich komisch geschaut und ihn dabei in Unsicherheit gebracht.... viele Fragen die ich mir stelle... Natürlich kann ich diese Fragen auch meiner Trainerin stellen, doch erhoffe ich mir hier noch ein paar Experten-Einschätzungen. Wie gesagt, eigentlich waren die letzten Monate total unauffällig, es ist auch nichts passiert, ich schätze das ich mich anscheinend falsch verhalte ... wie denkt ihr darüber?

    Liebe Grüße

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Ich tippe auf Grenzen testen, weil er jetzt erwachsen wird und, fast noch mehr, dass er jetzt bei Dir angekommen ist und mal sein Köfferchen auspackt.

    Das ist von der Zeitspanne her nicht untypisch für Hunde aus dem Tierschutz. Da gibt es nach einiger Zeit Schübe in positiver wie auch in negativer Richtung.


    Weis man so grob, welche Rassen beteiligt sind?

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  • ich hab das Leckerchen genommen und habe ihm gesagt das er loslassen soll, dann ist es natürlich passiert... er hat in meine Hand geschnappt. Ich denke ich war selbst schuld da es seine „Beute“ war? Wie hätte ich mich richtig verhalten sollen? Hätte ich ihm das durchgehen lassen sollen, weil es ja eh für ihn bestimmt war? Aber es hätte sich ja auch um etwas anderes handeln können das er nicht haben darf! Dann war heute der Fall das er sichtbaren Schmutz im Ohr hatte (Schlappohren) . Ich wollte nachsehen, plötzlich machte er eine Schnappbewegung in Richtung Gesicht (nichts passiert)

    Fühlte er sich von mir bedrängt? Normalerweise kann ich ihm Küsschen auf den Kopf geben etc... vielleicht habe ich komisch geschaut und ihn dabei in Unsicherheit gebracht.... viele Fragen die ich mir stelle...

    Das liest sich ehrlich gesagt so, als würdest Du Dich bei Deinem Hund regelrecht anbiedern, anstatt ihn klar zu führen. Hättest Du auch Verständnis, wenn ein Mensch Dir in Richtung Gesicht schlagen würde, weil Du "falsch geguckt hast"?

    Höre auf, Entschuldigungen für das Fehlverhalten Deines Hundes zu finden und fange an, ihn zu führen.

    Ich bilde meine Hunde ja durchweg positiv aus - wenn sie allerdings anfangen würden, mich maßregeln zu wollen, gäbe es garantiert keinen Stuhlkreis mit Problemkerze und Yogitee.... :barbar:

  • Liest sich für mich als wäre dein Hund hin und wieder genervt von deinem Aufdrängen. Er hat halt gemerkt, dass er sich dich durch Schnappen vom Leib halten kann.

    Ich denke, dass euer Umgang nicht ganz so passend ist, sonst würde er nicht nach dir schnappen. Und je öfter du ihm das jetzt durchgehen lässt, desto mehr wird er sich dieses Verhalten zunutze machen.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Danke erstmal für eure schnellen Antworten!

    Also meine Hundetrainerin war begeistert davon wie schnell wir ein Team geworden sind und wie schnell er auch eine Bindung zu uns aufgebaut hat, beispielsweise haben wir ihm auch einen neuen Namen gegeben da der alte wirklich grausig war, schon nach sehr kurzer Zeit hat er diesen angenommen. Unsere Trainerin hat das jedenfalls hoch gelobt hat aber auch zeitgleich festgestellt das er noch eine starke Verlustangst hat, wenn mein Partner oder ich auch nur kurz aus dem Blickfeld verschwinden, freut er sich wie Bolle das wir ihn nicht verlassen haben .... :( :

    Also für mich klingt die Antwort von Oleniv sehr plausibel, ich hab auch schonmal gelesen das Tierheimhunde nach ca 6 Monaten erst wirklich ankommen und da dann noch Veränderungen auftreten könnten. Und auch das mit dem Austesten würde Sinn machen da er sich bisher wirklich fast nie aufgelehnt hat...

    das mit dem genervt sein,da er mich zu aufdringlich findet kann ich mir wenn dann echt nur bei der Situation mit der Ohrenkontrolle erklären. Normalerweise lass ich ihm seine Ruhe, er ist derjenige der am liebsten ununterbrochen Aufmerksamkeit möchte, kaum putzt man die Wohnung, versucht er einen aufs Sofa zum kuscheln zu fiepen, guckt ganz traurig und leidet alleine vor sich hin, beschäftigt sich in der Zeit auch nicht mit seinem Kauknochen zb ... ich glaub das er vorher nie groß Streicheleinheiten erfahren hat und viel nachholen möchte (Vorbesitzer hatte Haltungsverbot, Hund wurde weggenommen)

    Natürlich hören wir nicht auf zu putzen oder Ähnliches, der Hund muss ja lernen auch einfach mal alleine zu ruhen wie es gefühlt alle anderen Hunde tun die ich kenne :tropf:

    Ich weiß es kommt rüber als würde ich mit meinem Hund am liebsten einen Gesprächskreis starten wollen, Und als würde ich dann nur den Fehler bei uns suchen, aber es ist nicht so das ich nach mir schnappen lasse ohne Konsequenz. Ob ich jetzt den Fehler bei mir oder dem Hund suche, trotzdem wurde er zurechtgewiesen da sowas ja immer böse enden kann und wie ihr schon sagt, wie ein Faustschlag ins Gesicht wäre! Und das Zurechtweisen hatte bisher auch enormen Erfolg, allein durch die richtige Stimmlage und Körpersprache...

    auch wir haben eine Trainerin die durchweg positiv ausbildet. Das klappt auch wirklich toll! Also ich denke es ist echt eine Mischung aus austesten und evtl. auch aus schlechten Erfahrungen, wer weiß was der Halter getan hat, das er sich nicht so gerne zb untersuchen lassen möchte....

  • Wie soll ich "durchweg" positiv Trainieren wenn der Hund nach mir schnappt?

    All meine Hunde fressen dann, wenn ich das OK gebe, alles gehört mir und wenn ich es erlaube, darf der Hund etwas benutzen.

    Nehm ein Leckerlie in die Hand, wenn er sich das leckerlie holen möchte, machst du die Hand zu und sagst "NEIN", auf zu, auf zu....bis er von alleine nicht mehr dran geht, dann gibst du ihm ein Kommando und er darf es sich nehmen.

    Wenn das klappt, darauf aufbauen.

    Nur ein Beispiel.

    Du triffst die entscheidungen nicht dein Hund.

    Ins Ohr schauen kann man auch gut positiev aufbauen, mein Mali hat das gehasst.

  • Für die beschriebenen Situationen sehe ich es ein bisschen anders als viele hier.

    Vielleicht hatte der Hund gerade Schmerzen im Ohr und wollte deshalb nicht, dass du drangehst?

    Und ja, ich hätte ihm DIESES Leckerli gelassen und stattdessen Tauschen mit ihm geübt. Und wenn meine Hunde an etwas drangehen, was sie nicht haben dürfen, werde ich auch mal richtig laut, so dass sie es freiwillig ausspucken - aber ich hole Fressbeute niemals einfach aus dem Maul, wenn es nicht lebenswichtig ist. Meiner Hündin konnte ich den Beutel Rattengift übrigens trotzdem aus der Schnute fischen, sie hat da sehr wohl bemerkt, dass es ernst von mir gemeint war. Würde ich ihr "normales" Futter abnehmen wollen ohne Tauschgeschäft, würde sie beißen, ohne zu zögern.

  • Also ich erklär mal ein paar Situationen die wir gefestigt haben:

    Bei der Futtergabe setzt er sich hin und wartet so lange bis wir ihm mit dem Kommando sagen :“du darfst“ brav am Ort und stelle. Wenn wir mit ihm Denkspiele spielen oder den Schnüffelteppich holen, wartet er so lange auf seinem Platz und sieht zu wie wir eifrig Leckerlis verstecken, bis wir ihm mit dem Kommando „such“ erlauben, zu den Leckerlis zu gehen. Also da gibt es viele solche Situationen die ich natürlich nicht alle beschrieben habe, deshalb ist es wahrscheinlich immer schwer sich für Forenmitglieder in die Lage richtig hineinzuversetzen da ihr echt nur das wisst was ich schreibe aber die restlichen Momente natürlich nicht einschätzen könnt. Aber das beschriebene bezeichne ich Zb auch als positives Training. Und ich könnte noch viele weitere Situationen aufzählen :bindafür:

    Es sind Wirklich nur diese zwei Momente die ich beschrieben habe... sonst läuft es gut und hört er auch gut... mein Partner will heute während ich arbeite vermehrt versuchen das Kommando „Aus“ zu verbessern, mal sehen wie es klappt

  • Kennt er denn, daß du ihm z.B. so einfach "an den Ohren rumfummelst" ? Vielleicht hatte er wirklich, wie oben schon erwähnt, Schmerzen am Ohr und hat deshalb geschnappt?

    Mein Hüterich hat mir beigebracht, daß ich jede Manipulation an ihm nicht nur langsam einführen / üben musste, sondern auch ankündigen. Das mache ich seit Jahren, hier gibt es "Öhrchen putzen", "Zecke", "Pfoti", "Leine", "Schwanz" (für die ewig in Schwanz und Hosen hängenden Zweiglein) und vieles mehr. Wenn ein Hund diese Ankündigungen kennt, dann kann er sich darauf einstellen was passiert und ist auch bei Schmerzen eher zur Kooperation bereit.


    Fürs "Aus" gibt es ein tolles Video, das ganz anders das "Aus" aufbaut als man es landläufig gewöhnt ist. Klappt aber toll.......wenn ihr das vielleicht neu aufbauen wollt, dann könnte man auch das Wort ändern.........

    https://www.youtube.com/watch?v=ndTiVOCNY4M

    Es grüßen: Birge & der Hüterich


    Dachs - AHH - 4/2009

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