Verhalten richtig deuten/einschätzen

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    Fühlte er sich von mir bedrängt? Normalerweise kann ich ihm Küsschen auf den Kopf geben etc... ................

    Ich habe alles nachgelesen, hänge aber immer noch an dem Satz aus dem ersten Posting.


    Kann es sein, dass du aus Hunde Sicht etwas sehr über griffig bist, was die Individualdistanz des Hundes betrifft? Und dein Hund jetzt wo er langsam angekommen ist, zeigt, dass er das nicht wirklich mag?


    Viele Hunde dulden solch Verhalten der Besitzer, aber wenige finden es wirklich gut. Nur bemerken die Hundehalter oft nicht die kleinen Zeichen bei ihrem Hund, dass es diesem eigentlich unangenehm ist.


    Dein Hund packt nun langsam aus und ich kann dir nur dringend raten dir einen Trainer zu suchen, der nicht nur mit Eitütei arbeitet. Hunde brauchen klare Regeln und auch klare Grenzen.


    Mich würde auch interessieren, was für eine Mischung dein Hund ist? Hast du ein Foto? (bin neugierig ;-) )

  • Ja ich hab mir schon gedacht das der Satz mit dem Küsschen noch aufgegriffen wird :lol:

    Also ich würde meinen Hund als höchst Körperkontakt suchend bezeichnen. Er legt seinen Kopf zum schlafen auf oder an meine Hand, krabbelt so nah an unsere Gesichter wie möglich auf dem Sofa und fängt meist auch noch an uns abzuschlecken wenn wir ihm abends wenn er ganz müde ist ein Küsschen aufdrücken :???:

    Ich muss einfach mal mehr darauf achten, ist jetzt aber halt echt auch nicht der Fall das ich ihn den ganzen Tag abknutsche egal ob er will oder deutliche Signale zeigt das er nicht will ne, nicht falsch vorstellen :tropf:

  • Sali


    Das hört sich für mich nach einem pubertierenden jungen Rüden an, der hier mal testet, wer das sagen hat.


    Mein Rüde ist selbst so ein Tierschutzfall und ich hatte ähnliche Probleme auch wenn er nie geschnappt hat.


    Ich bin folgendermassen vorgegangen:


    Futter nur noch aus der Hand. Mindestens 3 Monate...und ich füttere Franken-Prey (also rohes Fleisch inkl allem an Organen und Mageninhalt... also echt öhm sagen wir, semi-gut-duftend:ugly:). Futter gibt es nur für Leistung in kleinen happen über den Tag verteilt. Du verwaltest das Futter, dein Hund ist von dir abhängig und hat einen Vorteil davon, dir zu gefallen. Arbeit mit dem Futterbeutel bietet sich hier auch sehr an, weil er den Lerneffekt hat, dass er auf dich angewiesen ist um Futter zu erhalten. Wer nicht mitarbeitet hat halt Hunger.

    Mein Hund läuft an der Leine oder allgemein ohne "Freizeichen" IMMER hinter mir. Zudem an jeder Abzweigung, unübersichtlichen Gabelung etc. Kommt er vor schicke ich ihn einfach mit einem Blick und Körpersprache zurück. (Achtung, ich tue ihm nicht weh oder schiebe ihn körperlich zurück, kein Wortzeichen). Wenn er überholt, bleibe ich stehen und stelle mich vor ihn, gehe mit bewusstem Augenkontakt auf ihn zu und er hat zurück zu weichen. Er hat die Situation nicht zu kontrollieren, sondern dafür bin ich da. Er darf einfach den Spaziergang geniessen und hat keine Verantwortung.

    Mein Hund darf aufs Sofa. Will ich auf die Couch und er liegt schon da, hat er sich wegzulegen. Er darf dann gerne dazu kommen aber mein Platz ist mein Platz und da hat er zu weichen. Auch hier ohne Schimpfen oder ähnliches. Ich gehe hin, da schaut er mich schon an. Blickkontakt, klare und bestimmte Haltung, mir innerlich sagen, dass das mein Platz ist und dann geht er. Wenn er nicht gehen würde, würde ich ihn am Halsband runter führen. Danach lade ich ihn zu mir ein und es wird liebevoll gekuschelt.


    Mein Rüde braucht solche klare Strukturen, er sucht danach. Er hat stress wenn er nicht klar geführt wird und gerade in der Pubertät, bei der deiner so richtig drinsteckt ist das umso wichtiger. Ich bin nicht dafür, meinem Hund ein Tauschangebot zu machen. Er hat sein Futter einfach nicht zu verteidigen wenn ich ihm sage, er hat das nicht zu nehmen und ihm den Erfolg lassen, auf keinen Fall...


    Ich hoffe ich konnte dir helfen. Ich denke die Erziehungsmethode ist auch wirklich stark Rassenabhängig. Mit einem Schäfi aus der Leistungszucht musst du anders umgehen als mit einem Terrier, einem Windspiel oder noch anderen Rassen. Sie haben alle ihre Eigenheiten. :tropf:

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Ja, aber auch ein DSH aus LZ funktioniert ohne ständige Machtspielchen mit denen sich der Besitzer aufspielen will.

    Sorry, aber das oben beschriebene Programm finde ich... mir fällt kein nettes Wort ein.


    Führung übernehmen hat nichts damt zu tun, dem Hund ständig und auch in den unsinnigsten Situationen beweisen zu müssen, dass man das "Sagen" hat und sich in dem von der TE beschriebenen Fall jetzt auf einmal auf solche meist unsinnigen alten Dominanzspielchen einzulassen, wird den Hund am Ende mehr verunsichern, als ihm Vertrauen und Respekt vor dem Menschen zu geben.

  • Liebe Helfstyna


    Ich denke das kommt auf den Hund an und hat nichts mit Macht/Dominanzspielchen zu tun.


    Ich habe einen sehr sehr unsicheren Rüden, der jeglichen Konflikt mit Aggression löst. Nicht gegen mich aber gegen alles andere. Ich habe es das erste Jahr auch ohne solche Dinge versucht aber mein Hund hat mir zwar vertraut, aber er glaubte, ständig die Kontrolle haben zu müssen. Und Kontrolle hat er über aggression gelöst. So hat er gelernt, dass er sich um nichts kümmern muss, dass ich das Regle und er einfach ein friedliches Leben hat. Und siehe da, mein Hund war nach 3 Monaten in der Wohnung und auf dem Spaziergang entspannt, zeigte im Training keine unkontrollierbare Aggression mehr sondern war fähig sich auf ein Beutespiel einzulassen und einen guten, sauberen Schutzdienst lernen. Kommen wir in eine Situation, die ihm nicht geheuer ist, wendet er sich an mich und lässt sich von mir sagen, wie wir das handhaben. Mein Hund arbeitet mit mir, wir arbeiten im Hochrisikobereich und es gibt Situationen in denen ich ihn scharf brauche. Dadurch, dass er mir aber zu 100% Vertraut und genau weiss, ich kann die Situation einschätzen und sage ihm, ob hier alles ok ist oder das er Gas geben soll.


    Es gibt keine Patentlösung. Aber ich habe hier erklärt, wie es bei uns am besten Funktioniert. Und das ist nun Mal so. Ich verstehe, dass du nicht grundsätzlich fan von diesen Methoden bist. Ich verstehe auch, dass man das, wenn man den Hund von Welpen an hat oder mit einem weniger ausgeprägtem Charakter in diesem Bereich, das nicht nötig ist. Aber es gibt halt auch Hunde, die sich genau danach Orientieren. Die sich an einem Halter orientieren können, wenn er die Kontrolle hat.


    Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich aufspielen möchte. Denkst du nicht, dass das auch wahnsinnig anstrengend ist? So Prey drei Monate aus der Hand zu füttern macht nicht unbedingt Spass. Aber bei uns, war das der Schlüssel. Und wie gesagt, ich habe verschiedene andere Methoden getestet und nicht nach kurzer Zeit gewechselt/abgebrochen.


    Sie hat das Forum um Rat gefragt. Ich habe erklärt, wie wir das ähnliche Problem gelöst haben. Warum prangerst du mich dann hier an? Finde ich sehr schade. Wie du auch, versuche ich zu helfen.

  • Aggression hin oder her, der Hund ist von dir abhängig und ich finde es unfair, ihm nicht einmal sein Futter zuzugestehen.

    Du kannst etwas davon abzwacken zu Trainingszwecken, aber eine Mindestmenge sollte er "einfach so" bekommen.


    Und warum muss er erst weichen, wenn er dann kommen muss?

    Wenn meine auf der Couch liegen - immer auf meinem Platz, wenn ich nicht dabei bin, da riecht es halt am stärksten - dann rücken die OHNE dass ich etwas sage soweit zur Seite, dass ich zwischen sie passe. Das finde ich eigentlich viel harmonischer. Und ich brauche es nicht für einen gemütlichen Fernsehabend, dass ich zuallererst einmal mir und den Hunden beweisen muss, was für ein toller Hecht ich bin.


    Irgendwie kommt mir euer Verhältnis nicht so ganz koscher vor. Und einem ständig geknechteten Hund würde ich zum Beispiel nicht zu 100 % über den Weg trauen.

  • Und wie gesagt, ich habe verschiedene andere Methoden getestet und nicht nach kurzer Zeit gewechselt/abgebrochen.

    Erinnere ich aus deinen Schilderung etwas anders, so unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Da habe ich eher komplett überfrachtete Beschäftigungspläne im Kopf.

    Und doch, den Hund von der Couch schicken, einfach nur um ihn runterzuschicken ist einfach nur Schikane.


    Denkst du nicht, dass das auch wahnsinnig anstrengend ist?

    Ja und ich bin jetzt mal etwas böse, du wirst auch nie müde zu betonen, was du alles für deinen Hund auf dich nimmst.

    Manchmal ist weniger mehr und mir kommt immer die Galle hoch, wenn ich lese, wie viele Trainer diese "mach dem Hund klar, dass er dir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist" immer noch als gewaltfei und souverän verkaufen und wie viele Leute das auch noch glauben.

    "Futter gibts nur, wenn du machst was ich will" ist Zwang und bei den wenigsten Hunden muss man so einen Affentanz veranstalten, wie du ihn beschreibst und ich zweifle auch ganz stark dran, dass es bei deinem Hund der Fall ist und auch bei dem Hund um den es in diesem Thread geht, wäre das reine Schikane und würde weder Tier noch Halter etwas bringen außer Stress.

  • Sali Zusammen,


    Hier muss ich wohl etwas erklären, was ich vergessen habe: Wir haben ein Zweiersofa. Liegt der Hund da ausgestreckt drauf, kann ich schlicht nicht mehr hinsitzen ausser auf ihn halb drauf. Das möchte ich nicht. Er soll weg, ich platziere mich, lade ihn ein wieder dazu zu kuscheln. Wenn er möchte kommt er, wenn er nicht möchte, dann nicht. Ich setze mich bestimmt nicht auf den Boden, damit der Hund das Sofa haben kann. Ich denke nicht, dass das Schikane ist, sorry.


    Ich finde es schade, dass du solche Schlüsse aus den wenigen Posts von mir ziehst. Ich war 1.5 Jahre nicht mehr in dem Forum. Habe meinen Rüden 3 Jahre. Du hast recht, am Anfang war das sicher ein Thema, ich habe um Rat gefragt und entsprechende Tips umgesetzt. Aber glaubst du nicht, dass sich ein Hundehalter in 1.5 Jahren oder vielleicht auch 3, ich weiss nicht mehr wie lange der angesprochene Post her ist, sich entwickeln kann? Neues dazu lernt? Wie der Hund auch? Hund und Halter wachsen aneinander, so soll es doch auch sein.

    Ich tue sehr viel für meinen Hund und glaube nicht, dass ich das verstecken muss, ja da hast du recht. Weil mir sehr viel an ihm liegt. Das finde ich nicht Verurteilenswert auf diese negativ angesprochene Art.


    Urteilen kannst du, wenn du uns kennst, uns erlebst und siehst. Nicht aber aus einzelnen Posts bezüglich Ansichten, Ideen und Fragen und Trainingsmethoden.

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