Wiedereinstieg in Pferdehaltung

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    Guten Morgen!

    Ich hab mal eine Frage an die Besitzer hier...

    Der Ausgangspunkt ist, dass ich gerne wieder ein Pferd möchte - nicht sofort, aber hoffentlich in den nächsten zwei bis drei Jahren. Vor rund 20 Jahren hatte ich schon mal eins, das ich dann leider abgeben musste...Seitdem hatte ich mit Pferden nicht mehr viel zu tun, leider. So, und nun das Problem: Ich habe nie gelernt, mich zu "kümmern", denn in der Reitschule war das nie Thema und mein eigenes Pferd stand in Vollpension. Als Kind/Jugendliche habe ich mich daher aufs Reiten beschränkt.

    Fütterung? Nie gemacht. Weidepflege? Nope...All diese Dinge, die Besitzer (vor allem die Selbstversorger unter euch) nun einmal machen.

    Leider habe ich damals keine guten Erfahrungen mit Vollpension gemacht, generell kommt für mich auch keine Boxenhaltung infrage.

    Meine Frage jetzt: Wo/Wie lerne ich das am besten? Bieten Reitschulen auch sowas an? Wie habt ihr das gemacht?


    :winken:


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    FN Richtlinien Band 4 vermittelt Dir einen guten Überblick.

    Natürlich geht es immer noch besser und wie bei der Hundefütterung gibt es tausend Philosophien.


    Es gibt enorm viel, was man wissen muss. Allein Fütterung, Boden und Temperatur.


    Wenn du so weit aus der Pferdewelt draußen bist, würde ich vom eigenen Pferd - noch dazu in Eigenregie - abraten, denn aus Fehlern lernen geht halt zu Lasten des Tieres.


    Such Dir doch 1-2 Reit- und Pflegebeteiligungen. Dann lernst du Haltungsformen und ihre Tücken kennen und die Besonderheiten, die deine Region mit sich bringt. (Bodenverhältnisse, wer verkauft verlässlich gutes Heu, nimmt meinen Mist ab, welche Hufpfleger gibt es - gute, sind manchmal rar! etc.)


    Selbstversorger: täglich misten, zweimal täglich füttern, Vertretung wenn du krank bist, selber um Heu und Mist kümmern...

    Ist enorm zeitaufwändig

  • Es gibt so einen Kurs ich weiß gerade nicht wie der heißt zur Pferdehaltung ich glaube etwas mit sachkundenachweiss.

    Und sonst würde ich gucken das du dir für den Umgang eine Pflegebeteiligung bei einer Privatperson suchst mit genau dem Schwerpunkt, ich denk viele Besitzer würden sich über Hilfe freuen.

    Zwanzig Jahre nix zu tun mit der Materie und dann Gleich Eigenregie ist schon eine Hausnummer...

    Ich würde für das erste eigene wider erst mal nach kleinen haltergemeinschaften schauen wo du dein Pferd dann mit anderen angeregtesten zusammen hälst.

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  • Achso, nee, das hab ich wohl schlecht erklärt :tropf: Ich will gar nicht direkt selbstversorgen, aber es wäre eben trotzdem schön, wenn ich nicht alle Verantwortung dem Tier gegenüber in andere Hände legen müsste, weil ich selbst keinen Plan habe und mich auf andere verlassen muss.

    Ich möchte z.B. schon wenigstens sowas wie "Nein, das und das Futter nicht, weil..." oder "Da hinten sind für Pferde giftige Pflanzen gewachsen" sagen können. Eben einfach mitbestimmen, aber dazu braucht man ja Wissen.

    Reitbeteiligung ist leider nur dann was für mich, wenn der Besitzer quasi sowieso nichts mehr mit dem Pferd macht. Ich bin da leider etwas eigen...:verzweifelt::fear: Ich hab schon in der Reitschule gehasst, dass andere an "meinem" Pferd dran waren. Es ginge höchstens anders herum - ich Besitzer und jemanden als RB. Irgendwie muss es "meins" sein...:ugly:

    Edit: Wenn es rein um die Haltung geht, nicht ums Tier, habt ihr recht, dann ist Mithelfen bei anderen eine gute Idee. Werde mich mal umhören...


    Danke für den Buchtipp, ist direkt auf meiner Liste gelandet.

  • Vileicht wehre zum einstig dann eher eine Pflegebeteiligung was für dich. Ist dann zwar ohne Reiten aber da gibt es öfters Konstellationen wo die PB dann die meiste Zeit mit dem Pferd übernimmt.

    Wenn du ein eigenes Pferd kaufst hat du da mal ebend 500 kg am Seil und nicht nur 5 bis 70 wie beim Hund da sollte man schon etwas in der Materie drin sein

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • |) äh nicht böse sein aber diese Einsteller, die mal was gelesen haben und deswegen meinen "ah da hinten wächst..", "das Heu ist...", "bitte beim führen alle meine Entchen vorsingen weil" - die sind die Pest. Grundsätzlich sollte doch ein gewisses Vertrauen in den Pensionsstall bestehen, in aller Regel sind dass Profis, die den Job schon etwas länger machen. Klar ist nicht alles perfekt, manches würde man allein vielleicht anders machen aber es ist immer noch ein Betrieb, der am Ende des Monats ne schwarze Zahl aufm Papier stehen haben muss und da ist manchmal Theorie schön aber die Praxis muss wirtschaftlich rentabel sein. Ich denke um wieder rein zu kommen wäre ne Reitbeteiligung wirklich ne gute Sache. Da muss man manchmal auch über seinen Schatten springen, denn ein Pferd halten wollen mit aller Verantwortung dabei und quasi null Ahnung aber dem Pensionsstall erklären wollen, wie er seine Arbeit machen soll, dass passt nicht zusammen.

  • also wenn RB nicht deins ist, würde ich die Kotakte zu Besitzern suchen, die eine Haltung ausüben die dir in etwa vorschwebt.


    Zudem würde ich mich in die Grundlagen einlesen, wie du schon genannt hast giftige Pflanzen, Bodenbeschaffenheit, Fütterung, Krankheiten.


    Bei uns gibt es einige Ställe die so Grundlagenkurse anbietet wo der Hauptpunkt in Haltung und Pflege steht. Da lernt in derjenige der immer Vollpension bucht auch mal das Misten oder Netze stopfen.


    Und ich würde mir mit den wichtigsten Dingen eine Art Check up Liste mit Fragen machen bzgl TA, Schmied, im Falle von Krankheit oder Urlaub, Umgebung (Austritt u. Training) und Vorlagen der Gemeinde

  • Das mit dem „Grundvertrauen“ in den Stallbesitzer kann ich so nicht unterschreiben.


    Das sind Gewerbetreibende. Die wenigsten sind gelernte Pferdewirte Schwerpunkt Haltung. Und auch bei den „tollen Profis“ gibt es genug, die vorne rum herzerwärmede Sprüche klopfen und hintenrum geht es nur um möglichst viel Kohle und wenig Aufwand.


    Bloß um zu sehen, welche Streitpunkte gar nicht zu selten sind, hilft das ratschen mit Pferdebesitzern, lesen in Pferdeforen oder in Rechtshilfe Threads auf Facebook.


    Es gibt weiße Schafe und schwarze Schafe.


    Deshalb würde ich mir wünschen, die Pferdebesitzer wären informierter.

    Auch wenn das für manche in meiner Gegend die bittere Erkenntnis wäre, lieber vom eigenen Pferd Abstand zu nehmen, anstatt das gerade noch bezahlbare Angebot eines Billigstalls anzunehmen.


    Wir haben einen guten Stallbesitzer und einen guten Hufschmied. Nach langer Suchen, viel Kosten und viel Stress für uns und das Pferd.

    Sollte ich mal kein Pferd mehr haben und an Neuanschaffung denken, such ich ERST den Einstellplatz, DANN den Hufpfleger — und dann das Pferd.


    Das sind zwei Faktoren, da ist man sonst echt machtlos. Und wenn man es noch so gut weiß.


    (Und dabei haben wir noch den Vorteil auch bei den hochpreisigen Ställen zu suchen, Job halbwegs flexibel mit der Arbeitszeit zu sein, eigener Hänger... )

  • Dass du weißt was du nicht willst, ist schon mal gut.


    Wobei ich mich frage: Warum keine Vollpension? Warum keine Boxenhaltung?


    Es gibt da solche und solche, und auch Boxenhaltung ist nicht gleich Boxenhaltung.


    Ich kann dir sagen, worauf ich geachtet habe bei der Suche nach einer geeigneten Unterbringung meines Pferdes:

    Die Grundbedürfnisse sind Licht, Luft, Bewegung, Versorgung mit ausreichend Rauh- und Kraftfutter und Artgenossenkontakte.

    Also braucht es eine Box die geräumig genug ist für ein Pferd, mit Fenster, TÄGLICHES Ausmisten, und ein gutes Stallklima (Geruch - BEIM Misten darf es nach Ammoniak riechen, DANACH nicht mehr; der Stall muss eine gute Luftzirkulation haben, wobei die Pferde nicht im Durchzug stehen dürfen.)

    Viel Weide, richtig viel - auch im Winter! Täglicher Weidegang, nicht nur für ein paar Stunden, sondern den ganzen Tag lang (wenn das Wetter es erlaubt).

    2x täglich Heu (gutes Heu riecht auch gut, nicht muffig oder gar schimmelig sondern ... nach Heu) in großer Menge, vor und nach dem Weidegang. (Bei uns am Stall wird den Pferden bei Schnee sogar zusätzlich Heu auf die Wiese gebracht, weil es für die Pferde einfach schön ist, an einem sonnigen Wintertag ganztägig draußen zu sein - und für Beschäftigung sorgt dann das Heu, weil sie stundenlang damit beschäftig sind, auch die kleinsten Heureste sorgfältig vom Schnee wegzupuhlen... so, als ob sie auf einer freien Wiese grasen würden.)

    2x täglich Kraftfutter, individuell auf den Bedarf des jeweiligen Pferdes abgestimmt.



    Eine Reithalle war mir schon wichtig - aber ich habe die zumindest hier bei mir nicht in erreichbarer Nähe bekommen, ohne Abstriche an die Grundbedürfnisse des Pferdes zu machen. Also gab es einen Hänger für mich (in meiner aktiven Zeit).

    Wichtig war mir auch, ein Reitgelände in unmittelbarer Nähe zu haben, denn nur Reithalle/-platz ist mir einfach zu wenig fürs Hirn eines denkenden und fühlenden Lebewesens.


    Gutes, pferdegerechtes Reiten ist wichtig, deshalb gehören für mich regelmäßige Reitstunden bei einem guten Reitlehrer dazu, der dich vom Boden aus beobachtet und korrigiert. Auch von dessen Erfahrungen kannst du profitieren.

    Genau so wie von den Erfahrungen von gutem Stallpersonal.


    Für Zusatzleistungen musst du entweder selber Zeit aufbringen, oder sie zusätzlich bezahlen. Was Zusatzleistungen sind, ist dabei von Stall zu Stall unterschiedlich, genau so wie die Preise.


    Zusammengefasst: Schau auf die Grundbedürfnisse deines Pferdes, und wenn du diese gut abdecken kannst, dann schau, was du persönlich noch für dich brauchst (eine Toilette, im Winter beheizt, ist zum Beispiel für mich wichtig, und ein warmes Reiterstübchen ist auch nicht schlecht, wenn du im Winter mal darauf warten musst, dass dein Pferd unter der Abschwitzdecke trocken wird).


    nepolino Oh ja, von dieser "Pest" kann ich dir so viele Geschichten erzählen, dass ich damit ein Buch füllen könnte... weshalb ich niemals mein Pferd in eine Selbst-organisierte-und-organisierende Stallgemeinschaft ... von Freizeitreitern unterbringen würde. Dabei war ich nie selber Turnierreiterin, sondern bin das was so allgemein als "Freizeitreiter" bezeichnet wird.

  • Ich hab mein Pferd jetzt 20 Jahre. In der Zeit stand ich im Offenstall, im Pensionsstall mit Vollpension oder Mithilfe und jetzt zum Schluss im Selbstversorgerstall. Wobei wir uns die Arbeit teilen. Ich kenn tatsächlich also alles. Auch zu allen Preisen.


    Ich kann Dir nur raten, Dir genau zu überlegen was Du willst und wieviel Zeit und Geld Du investieren magst.


    Also willst Du reiten und bezahlen oder willst Du versorgen und weniger reiten. Im Pensionsstall, mit Vollpension oder selbst misten, reitet man deutlich mehr, oder hat mehr Zeit mit dem Pferd. Die Infrastruktur ist besser. Man bezahlt halt Betrag X und dafür muss man aber auch Vertrauen haben. Wenn hier in unseren Ställen einer anfängt mit Heuanalyse oder Bodenproben und ich nenn es mal "nervig" werden, wird er sich über kurz oder lang einen neuen Stall suchen müssen. Dafür hat kein Stallbetreiber Zeit und hier sind die Ställe voll. Also ist er auch auf den einzelnen nicht angewiesen. Ich denke man nimmt viel hin, den Pferden geht es hier in der Regel in den Ställen aber auch sehr gut. Und den perfekten Stall gibt es nicht. Dann muss man es selbst machen.


    Jetzt im Selbstversorgerstall reite ich nicht mehr soviel. Das Pferd ist 24. Er steht in der Gruppe und wir haben das "ordentlich" Reiten aufgegeben. Wir haben einen kleinen Platz, da wird er fit und flexibel gehalten. Also gesund geritten. Aber er muss nichts mehr lernen und der Trainigszustand ist ein anderer. Aus 6 Tage die Woche was tun, ist max vier Tage bummeln geworden. Und er ist so glücklich. Ich dafür hab jetzt Arbeit. Misten, Zäune ziehen, Wasser fahren, Mistentsorgung und Heulieferung planen usw. Zum Glück bin ich nicht allein und ich mach eher nur die täglichen Sachen. Dafür ist es echt günstig, also preislich gesehen. Wir haben Strom, aber kein fliessend Wasser.

    Also mein Tipp:

    Überleg Dir, was Du willst und was Du zahlen kannst. Je nachdem stehen Ställe zur Verfügung und du benötigst Wissen.

    Mit größerem Budget sind es Vollpensionsställe. Dann lernst Du im täglichen Umgang und musst einfach vertrauen. Ändern kann man eh nicht viel. Du hast aber die Chance mit der Zeit Dir Wissen anzueigen und zu erlernen, was genau Du Diir für euch vorstellst.

    Ist das Budget kleiner, dann bist Du viel näher an der Versorgung und wirst von dem Alltag und Deinen Mitmenschen wahrscheinlich am meisten lernen. Trotzdem brauchst Du dann ein Vorwissen um das leisten zu können, was dann gemacht werden muss.


    Und davon ganz ab, die Theorie ist eh immer anders als Dein Pferd es sein wird.

    Es gibt soviele Kurse und Bücher und und und. Das sieht jeder anders und jeder macht es anders. Ich behaupte, jeder muss seinen Weg dabei finden!

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