Hund(e) und Baby - Plauderthread

  • Ich bin hier momentan am verzweifeln was Hund angeht.

    Ich hab es ja in der Schwangerschaft verpasst Lilly beizubringen, dass sie auch mal alleine bleibt und sich die Welt auch ohne mich weiterdreht. Seit den fünf Tagen in der Klinik ist nun mein Mann in die Rolle geschlüpft und er ist da noch schlimmer als ich weil er sie auch noch an Bett und Sofa gewöhnt hat.

    Jetzt geht er immer mal arbeiten und ist natürlich viel lieber im Homeoffice und ich krieg diesen Hund nicht zur Ruhe weil ich ja beim stillen null Zugriff mehr hab.

    Wenn ich ins OG gehe wird rumgefiept, zuerst trotzig aber dann später eher ängstlich. Sie wartet ja auch immer aufs Herrchen.

    Weil sie heut ohne ihn wieder nicht runterkam bin ich nach oben geflüchtet und hab das Gefiepe aber nicht ausgehalten und nun pennt sie hier immerhin an meinen Füßen.

    Woe soll ich je das allein sein üben wenn es im Haus schon nicht geht?

    Manchmal denk ich, sie hätte woanders vielleicht dich besser ... :-(

  • dass viele Mütter das Kinderkriegen bereuen und die Lebensqualität durch das Kind stärker gesenkt wird als beim Verlust des Partners durch einen Todesfall

    Und woher weißt du das?


    LillyLuzifer

    Für den Hund ist ja gerade auch alles anders. Neues schreiende Ding Zuhause. Herrchen verhält sich anders als vorher, Grenzen sind schwammig, Frauchen ist total hormongesteuert und gestresst ...

    Wie alt ist der Hund?

    Ich würde erstmal wieder einen Familienrythmus mit Baby finden, (bin gerade nicht auf dem Laufenden, aber es liest sich so als seid ihr frisch gebackene Eltern und der Hund noch Recht jung?)

    Ruhe und Struktur reinbringen. Dann, wenn der Hund und ihr ruhiger seid, das alleine bleiben ohne Stress üben.

  • Stört sie dich beim stillen?

    Wenn nicht dann lass sie doch dazu.

    Übt das alleine bleiben in anderen Situationen wo ihr Ruhe und Zeit habt. Wo du auch aktiv eingreifen kannst

  • Und woher weißt du das?

    Da gibt es inzwischen immer mal wieder Reportagen drüber, hab auch mal einen sehr interessanten Artikel gelesen. Gibt auch mindestens eine Studie dazu (die das bekannt(er) gemacht hat), inzwischen aber vermutlich mehr.

    Das ist kein ausgedachtes Thema, sondern tatsächlich so. Wird es auch schon immer gegeben haben.

    Aber es ist so ein unheimliches Tabu Thema in Deutschland, dass das so gut wie niemand offen zugeben würde. Der negative Rückwind dazu ist viel zu groß.

    Deswegen sind die meisten Interviews mit solchen Müttern/Beispiele in Reportagen etc auch anonym.

    Es ist aber inzwischen durchaus ein bewiesener Fakt und gibt vermutlich viel mehr als man denkt.

  • dass viele Mütter das Kinderkriegen bereuen und die Lebensqualität durch das Kind stärker gesenkt wird als beim Verlust des Partners durch einen Todesfall

    Und woher weißt du das?

    Das habe ich mir natürlich alles ausgedacht

    Zitat

    Die befragten Paare sollten zu mehreren Zeitpunkten – von vor der ersten Schwangerschaft bis mindestens zwei Jahre nach Geburt des ersten Kindes – die Antwort mit Hilfe einer Bewertungsskala von 0 (völlig unzufrieden) bis 10 (völlig zufrieden) abgeben. Das Ergebnis: Ein Kind kann einen erheblich negativen Einfluss auf den Gemütszustand einer Personen haben – schlimmer als der Tod des Ehepartners.

    Im Schnitt bewerteten die Befragten ihre Zufriedenheit in den ersten zwei Jahren nach der Erstgeburt um 1,4 Punkte schlechter als im Vergleich zur kinderlosen Zeit. Dieser Abfall ist drastischer als bei vergleichbaren Studien, in denen die Auswirkungen von anderen prägenden Lebensveränderungen auf die menschliche Psyche untersucht wurden. Nach einer Scheidung sanken die Werte der Betroffenen etwa nur um 0,6 Punkte, der Verlust des Berufs oder der Tod eines Partners verursachten Abstürze um einen Punkt. Insgesamt blieben die Zufriedenheitswerte nur bei etwa 30 Prozent der Befragten nach der Geburt des ersten Kindes stabil oder verbesserten sich.

    https://link.springer.com/article/10.1007/s13524-015-0413-2

  • Aber es ist so ein unheimliches Tabu Thema in Deutschland, dass das so gut wie niemand offen zugeben würde. Der negative Rückwind dazu ist viel zu groß.

    Deswegen sind die meisten Interviews mit solchen Müttern/Beispiele in Reportagen etc auch anonym.

    Es ist aber inzwischen durchaus ein bewiesener Fakt und gibt vermutlich viel mehr als man denkt.

    Genau, deswegen wird in diesem Bereich zunehmend mit objektiven Messmethoden geforscht (also nicht via Selbstauskünften, die verzerrt ausfallen können, sondern so dass die Proband:innen denken, etwas ganz anderes als z.B. "Lebenszufriedenheit mit Kindern" wird gemessen)

  • "Regretting Motherhood" wird das meistens genannt.

    Gibt auch mehrere Bücher zu dem Thema und diverse Reportagen und Artikel.

    Ich finde es sehr interessant.

    Vor allem weil das Bereuen des Mutterwerdens ja nicht dasselbe ist wie schlechte Eltern sein, oder sein Kind nicht zu lieben.

  • Manfred007 Unsere Tochter ist knapp 6 Monate und Lilly 14 Monate, wart bei zweiterer auch grad, dass sie (endlich) läufig wird das erste mal.

    Auch dir Kara's Family danke fürs beruhigen.

    Die ersten zwei Monate mit Baby waren seeehr anstrengend weil stillen nicht klappte und dann pumpen usw., kennen ja einige hier. Da war mir Hundeerziehung ziemlich wumpe. Aber nun hab uch kangsam auch mental wieder Kapazität dafür und draußen läufts auch gut. Aber diese Unruhe im Haus stresst mich weil ich weiß, dass der Hund gestresst ist.

    Sie stört beim stillen an sich nicht aber klebt halt dann wieder an mir statt einfach irgendwo mal zu schlafen.

    Versteht man was ich meine?

    Ich werd ab Oktober wieder arbeiten und da muss sie ja dann auch alleine bleiben. Ich fibde nur hier keinen Rhythmus, weil mein Mann mit seinen einzelnen HO-Tagen immer wieder alles durcheinander bringt - so fühlt es sich für mich an. Es nervt uns beide wenn ich ihn immer bitte mal die Tür zu seinem Zimmer zuzumachen und sie ins Bett zu schicken wenn sie davor winselt. Wenn ers dann aber macht haben wir schon das Gefühl, dass es ok für sie ist da jetzt aufpassen zu müssen.

  • "Regretting Motherhood" wird das meistens genannt.

    Gibt auch mehrere Bücher zu dem Thema und diverse Reportagen und Artikel.

    Ich finde es sehr interessant.

    Vor allem weil das Bereuen des Mutterwerdens ja nicht dasselbe ist wie schlechte Eltern sein, oder sein Kind nicht zu lieben.

    Jop, sieht man in der Donath Studie, einer der ersten Veröffentlichungen zum regretting motherhood Phänomen. Auch wenn die Mütter das Kinderkriegen bereuen, lieben sie ihr Kind (zumindest 95 Prozent der Stichprobe)

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