Allergien,- der kranke Hund, Hilfsmöglichkeiten, Erfahrungen, offene Diskussion

  • Hallo,
    ich muss mich hier mit meinem Hund leider auch einreihen. Milo ist 2 Jahre alt. Im Oktober 2024 hatte ich mich erstmals mit der Problematik im Forum gemeldet, weil damals das Nüchternerbrechen begonnen hat. Mit selbstgekochtem Futter bekamen wir das zunächst ganz gut in den Griff, aber es kamen immer wieder Phasen mit Bauchschmerzen dazu – viel Grasfressen, zeitweise Probleme mit den Ohren … Es war nie richtig gut, aber auch nie so eindeutig schlecht, dass jemand sofort etwas Konkretes sagen konnte.

    Wir haben dann Blut abnehmen lassen und parallel eine Ernährungsberaterin hinzugezogen. Bei Enterosan haben wir ein Kotprofil erstellen lassen – dabei fiel besonders der hohe Zonulin-Wert von über 800 auf.

    Außerdem hat sich Milo über die ganze Zeit hinweg immer wieder gekratzt, vor allem an den Lefzen. Der Tierarzt meinte jedoch, die Zähne seien in Ordnung und sonst sei nichts Auffälliges zu sehen. Trotzdem wurde das Kratzen immer stärker, bis es in sehr kurzer Zeit so schlimm wurde, dass ich zum Dermatologen ging.

    Jetzt bekommt er das volle Programm: Antibiotikum wegen einer sekundären Infektion, Numelvi für einen Monat und für zwei Monate ein hydrolysiertes Futter. So soll sich erst einmal alles beruhigen, bevor wir entscheiden, wie es mit der Fütterung weitergeht.

    Zum Glück hat das Numelvi sofort angeschlagen. Zwischen den beiden Fotos liegen 10 Tage – das aktuelle gute Foto ist von heute, nach 6 Tagen Numelvi.

    Ich habe parallel auch noch mal Blut abnehmen lassen, um auf Umweltallergien zu testen. Da war alles negativ.

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  • Fischl beachte bei Numelvi, dass es zu einer Erstverschlechterung kommen kann in den ersten ca. 14 Tagen.

    Bei uns läuft es soweit mit Numelvi ganz gut. Eine Erstverschlechterung hatten wir zum Glück nicht. Der Juckreiz ist nicht vollständig weg, aber weitestgehend. Wir bleiben erstmal dabei.

  • Ich hab heute jetzt das Desensibilisierungsmedikament für Sky mitgenommen. Nun heißt es lange Zeit regelmäßig spritzen und hoffen das es was bringt ;)

    Viel Erfolg damit, hier sind alle Daumen gedrückt!
    Und berichte gern weiter, wie gut es hilft. Mit dem spritzen kommst Du einfach so zurecht? Oder bist Du in irgend einer Art
    vom Fach? (Da hätte ich richtig Respekt vor... also ich meine nicht, dass Du das nicht kannst, ich meine, dass ich da echt Angst hätte.)

  • Viel Erfolg damit, hier sind alle Daumen gedrückt!

    Danke :) Erste Spritze hat er drin. Hat er brav mitgemacht :)

    Mit dem spritzen kommst Du einfach so zurecht? Oder bist Du in irgend einer Art
    vom Fach? (Da hätte ich richtig Respekt vor... also ich meine nicht, dass Du das nicht kannst, ich meine, dass ich da echt Angst hätte.)

    Ich arbeite nebenbei beim Tierarzt. Beim Hund hab ich da nicht so wirklich Übung drin, hauptsächlich beim Kaninchen. Aber unterscheidet sich von der Technik her jetzt auch nicht und er macht brav mit :) Hab ihm dieses Jahr auch schon mal Cortison in den Muskel spritzen müssen, da war er auch sehr anständig. Amy würde da nicht so gut mitmachen.

  • Allergien bekommt man nicht mit Homöopathie oder anderen Dingen in den Griff, als absolut konsequent jegliches Allergen zu vermeiden.


    Wenn es von Nahrungsmitteln ist, ist das mit dem medizinischen Futter die beste Variante. Ewiges Probieren ist eher ein quälender Tierversuch in meinen Augen.

    Ist es von der Umwelt KANN man es oft nicht vermeiden, da helfen dann Medikamente. Apoquel zB. (Früher blieb nur Atopica oder Cortison, das ist schon alles ein Riesen Vorteil heute).


    Und wenn es Besserung gibt, würde ich mal mindestens ein Jahr lang nix dran ändern, damit sich alles beruhigt. (Ich persönlich gar nix mehr, aber wenn man meint man muss, würde ich Minimum ein Jahr vergehen lassen)


    Oft ist es Umwelt plus Nahrungsmittel- dann hilft nur beides zusammen.
    Solange der Körper unbeholfen den Allergenen ausgesetzt ist, wird es eher schlimmer als je besser.


    Deswegen bei Allergie für mich: keine Kompromisse. Die Tiere leiden einfach extrem.

  • Weiß ich gar nicht, ob ich das so absolut so sehe, aber vielleicht ist das auch gar nicht so gemeint?
    Was Homöopathie angeht, ja, klar, keine Frage, das bringt nix.

    Aber was so die Futtermittelallergien angeht, finde ich vor allem das diagnostische Verfahren irgendwie mittelalterlich.

    Aber mal kurz zu mir selbst:
    Ich hab Asthma, Migräne und Neurodermitis (also, atopische Dermatitis).
    Drollige Kombination, und das war auch in der Humanmedizin einiges an Herumprobieren und vor allem Protokollieren, bis die jeweiligen Trigger klar waren.
    Ich hab eine diagnostizierte Hausstaubmilbenallergie, also, per Blut & noch per Pricktest - die ist definitiv da. Und mir total egal.
    Ich fang nur an zu niesen, wenn ich staubsauge, das war's. Damit kann ich echt leben, die Einschränkung ist so gering,
    ich hab hier keine spezielle Bettwäsche und nix.
    Alles andere habe ich anders in den Griff bekommen.
    Das Asthma ist bei mir infekt- und anstrengungsbedingt. Home office ist für so Menschen wie mich echt ein Segen,
    man wird nicht ständig aus dem Kollegenkreis angesteckt. Vor home office-Zeiten musste ich zeitweise immer mal wieder Kortison nehmen,
    seitdem - keine Infekte, kein Kortison. Das ist wirklich schön.
    Die Migräne - zyklusbedingt, dagegen ist man nu machtlos, aber auch durch einen unvernünftigen Schlafrhythmus.
    Da bin ich teilweise echt selbst schuld, verfluche meine Unvernunft hie und da, andererseits, wenn das Buch halt gerade so gut ist...
    Dabei wäge ich echt schon ab. Obwohl so dieses Gefühl von glühender Eisenstange im Schädel, kombiniert mit Übelkeit, so gar, überhaupt nicht witzig ist.
    Aber ich bekomme es halt mit den passenden Mitteln zumindest soweit in den Griff, dass ich am nächsten Tag arbeitsfähig bin und der Hund
    vernünftig 'raus kommt und auch sonst versorgt ist. Und spätestens nach 48 h ist der Spuk bei mir wieder vorbei.
    Andere Migränepatienten haben erheblich längere Attacken, bei denen greifen auch teilweise Medikamente nicht, wäre das bei mir der Fall,
    ich würde ganz sicher nicht immer mal so schludern.
    Atopische Dermatitis habe ich mit sehr konsequenter Pflege mit den richtigen Mitteln - Urea ist so unglaublich hilfreich! - im Griff,
    auch seit Jahren ohne Kortison.
    Aber die Dermatologen, die auf alles Kortison werfen und damit die Behandlung als abgeschlossen ansehen, kenne ich aus der Humanmedizin leider auch.
    Dabei kann ich mit Schwarzteekompressen bei einem akuten Schub echt noch das Ruder herum reißen.
    Das kann aber alles bei jemandem anderes mit genau denselben Diagnosen wieder ganz anders sein.

    So. Aber wenn mir jetzt wer sagen würde, wenn ich mein Leben lang keine Schokokekse mehr essen würde, wäre die Neurodermitis Geschichte,
    ich würd trotzdem noch hie und da Schokokekse essen. Weil, Schokokekse!
    Würde mir wer sagen, nie mehr Schokokekse = nie mehr einen Asthmaanfall, ich würde keinen Schokokeks mehr anrühren.

    Ganz klar hängt das bei mir damit zusammen, was jetzt wie ausgeprägt ist und na, ja, was jetzt potentiell wie lebensbedrohlich werden kann.

    Für einen Hund ist der Spielraum sehr viel eingeschränkter, man kann ja leider nicht fragen.
    Durch z.B. diese Juckreizskala ist er aber doch gegeben.
    Wäre Sammy jetzt bei einer 10 - also dauerhafter Juckreiz - ich würde ganz bestimmt nicht so vorgehen, wie ich es gerade mache.
    Er ist aber eine 0 und manchmal eine 2. (ich meine die Skala von 1-10 logischerweise).
    Damit kann ich den aktuellen Versuch hier vereinbaren - also, Entenprotein und kein Apoquel, weil man ja sehen muss, ob es hilft (und das Apoquel die
    Symptome überdecken würde.)
    Dieses *so viel wie nötig und so wenig wie möglich* hat ja schon auch seine Berechtigung.
    Es geht ja darum, das Bestmögliche an Lebensqualität für den Hund heraus zu holen.
    Also klar hab ich mich hier immer wieder gefragt, ob ich zu wenig mache. Einen Hund, dem man nur helfen kann, indem man ihn 2x die Woche
    für 10 Minuten einshampooniert, shampooniert man halt 2x die Woche für 10 Minuten ein. Gar keine Frage.
    Aber einen Hund, bei dem das nicht erforderlich ist? Ich fänd das ja bei mir schon doof, (also die 10 Minuten jetzt, ich shampooniere mich deutlich häufiger ein,
    hab aber auch generell andere Geruchsvorlieben als Sammy).

    Insofern finde ich schon, dass hier letztlich alle ihren eigenen Weg finden müssen, was jetzt das Beste für den eigenen Hund ist.
    Na und es gibt einfach bestimmte Nahrungsmittel, die ich gern ausprobieren würde... Reis zum Beispiel, war bisher immer mein go-to move bei
    Durchfall, da findet man ja idealerweise schon besser heraus, ob man das füttern kann, bevor man es dann braucht.
    Und es gibt einfach Sachen, die er so sehr gern mag, fressen ist ja auch für einen Hund ein gutes Stück Lebensqualität.
    Na, je nach Hund, aber bei Sammy gibt es Sachen, mit denen ich Begeisterung auslösen kann - was soll ich sagen, er hat mich da erfolgreich konditioniert. :)
    Da habe ich schon so eine gedankliche Liste, was... und hadere so vor mich hin.

    Diese versammelten Erfahrungen hier finde ich ausgesprochen hilfreich.
    Es ist ja einfach gut zu wissen, wohin man noch eskalieren kann, wenn der aktuelle Ansatz nicht greift.
    Oder, wie man vorgehen würde, würden sich die Symptome verschlimmern statt verbessern.
    Oder, wie gut hilft eine Desensibilisierung im konkreten Fall wirklich.

    Das ergibt jetzt hoffentlich Sinn, sorry für den langen post, ich denke da halt häufig drüber nach.

  • Nunja... Kann man machen, wenn man es für sich selbst verantworten kann. Muss man aber auch nicht.

    In meinen Augen fehlt dem Hund kein Stück Lebensqualität, wenn er jetzt nen bestimmten Anteil Futter, auf den er reagiert, nicht bekommt.

    Außerdem mag es ja sein, dass es im ersten Moment nur etwas Durchfall ist. Langfristig kann ein Darm, der dauerhaft in Entzündungsprozessen ist, wichtige Nährstoffe nicht in das Blut transportieren und zudem auf lange Sicht Darmkrebs entwickelten.

    Kann man riskieren, oder auch lassen.

  • Kurzes Update:

    Am Freitag haben wir mit Numelvi begonnen (Übrigens ganz schön teuer das Zeug mit 220EUR für 90 Tabletten also drei Monate). Man merkt bereits das die kratzerei leichter wird. Noch nicht perfekt aber deutlich besser. Das bewirkt auch natürlich das er nicht mehr ganz so nervös und gestresst war am Wochenende. Also wenn es nun wirklich so weitergeht und noch etwas besser dann nehmen wir das dauerhaft.

    Frage an alle: Bekommt man das Numelvi irgendwo etwas günstiger als beim Tierarzt? Es ist ja verschreibungspflichtig und somit bleibt ja nicht viel alternative. 70EUR pro Monat wären schon eine Hausnummer aber wir würden es trotzdem machen wenn es hilft.

    Wir sind auf einem sehr guten Weg.

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