Pöbeln - aber NUR an der Leine?

  • nunja aber wenn man sie halt nutzt ohne drauf zu treten, das war jetzt meine frage. wenn man eh drauf tritt kann man ja auch ne kurze leine nehmen. Aber eben die Schlepp als ausweichmöglichkeit

    Fremdmenschen, nicht du selbst. Leider ist es oft nicht möglich, die und ihre Hunde zu kontrollieren.

  • spannend, wäre dann bei sowas eigentlich eine schleppleine eine alternative ?

    Nein, das ist mir zu unsicher. Ich möchte nicht, dass Dino unkontrolliert in andere Hunde reinbrettern kann und ich zu weit weg bin, um da möglichst sofort einzugreifen. Das würde außerdem die bisherigen Fortschritte zunichte machen, weil er dann ja zu fast jedem Hund hinkönnte - und eben das will ich ihm austreiben. Er darf eben nicht zu jedem Hund hin - ICH entscheide, zu wem er hindarf. Und momentan hat er abseits von meinem Ersthund genau einen anderen Hundekontakt: den unheimlich freundlichen und geduldigen, einjährigen Aussierüden einer Freundin. Da wir uns offline in ihrem Garten mit den Hunden zusammengesetzt haben, gab es keinerlei Leinenpöbelei - Dino hat nur seine Grenzen ausgetestet und von uns HH ein, zwei deftige Ansagen kassiert. Danach war gut und er konnte stundenlang friedlich mit dem Aussie toben.

  • Zum einen wird da bei einer "echten Leinenaggression" die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit an der Leine und/oder Frust mit reinspielen, zum anderen – ich kenne hier wirklich 'ne auffällige Zahl Hunde, wo die Besitzer sagen, dass der "nur an der Leine so ist, ohne ist der ganz lieb."

    Isser dann aber nicht. ;) Das problematische Verhalten zeigt sich da nur anders und wird von den Leuten häufig nicht als solches erkannt. Konkretes Beispiel: Hier gibt's einen dreijährigen Hütehund-Mix, der an der Leine total abgeht – Pöbeln, Springen, Schreien, in die eigenen Besitzer knappsen, etc. – sobald die Leine ab ist, ist der dann leise, aber die Besitzerin sieht nicht, dass der dann einfach auf mobben und fixieren des anderen Hundes "umschaltet". :roll: Ist für den Mensch bequemer, aber jetzt nicht wirklich "netter", weder für den Hund, noch für die Umwelt.

    (Ich lass deswegen bei solchen Leinenpöblern grundsätzlich keinen Kontakt zu meinem Hund zu, auch nicht nach Absprache im Freilauf, da kann der Besitzer noch sooft beteuern, dass der ohne Leine ganz brav ist – zu viele schlechte Erfahrungen gemacht...)

    das werd ich auch mal versuchen zu beobachten. Da hab ich (bis jetzt zumindest) noch nie drauf geachtet.

  • Mein Balou pöbelt bei größeren, intakten Rüden an der Leine und bei ihm ist der Grund, dass er keinen Kontakt möchte und den Hund von sich fernhalten.

    Es gibt bei mir aber auch keine „lassen wir die Hunde mal ohne Leine zusammen laufen“-Situationen denn das ist mir bei einem kleinen Hund, der zwar keinen Streit sucht aber auch nicht aufgibt zu heikel. Ich glaube aber, dass Balou ohne Leine den anderen Hund meiden würde aber das sieht der andere Hund vielleicht anders.

    Nach meiner Erfahrung pöbeln Hunde an der Leine weil die Leine sie in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkt. Ohne Leine würden diese Hunde einen Bogen um den anderen Hund laufen. Das ist an der Leine aber nicht immer möglich oder der Halter möchte, dass der Hund im Fuß am anderen Hund vorbeigeht,sieht das Ausweichen als Ungehorsam und holt den Hund wieder ins Fuß und daher näher an den Fremdhund. Oder der Halter baut, in dem er die Leine kurz nimmt und nicht gelassen in die Situation geht Spannung auf.

  • Nein, ein Halsband ist keine gute Idee nur weil es Leinenaggression heißt. :shocked:
    Greift man ins Halsband hat man alle Probleme noch komprimierter.

    schon klar. Aber was würdest du machen, wenn du mit dem 26kg schwarzen Hund in der U-Bahn stehst und es steigt ein weiterer Hund ein?
    Mala geht ohne Rücksicht darauf, was gerade an Menschen und Kindern so um sie steht, in Richtung von dem Hund und bellt. Ich muss das in solchen Situationen erst einmal im Keim ersticken.
    Ich reagiere ja sofort und spreche sie dann auch umgehend an, inkl. Superleckerlie, wenn sie ablässt und mich anschaut. Das heißt der Griff ans Halsband ist der absolute Notfall und dauert ein paar Sekunden bis ich ihre Aufmerksamkeit hab. Meistens hängt sie da auch nicht drin, sondern ich sehe den Hund vor ihr und kann sie schon davon abhalten, dass sie sich körperlich reinhängt. Oder ich kann mich falls möglich vor sie stellen, damit sie den Raum zum aktiv werden nicht hat.

    Alle Situationen die mir Raum und Zeit zum Reagieren lassen trainiere ich möglichst ohne manuelle Einwirkung auf sie. Nur kann ich mir das nicht immer aussuchen.

  • schon klar. Aber was würdest du machen, wenn du mit dem 26kg schwarzen Hund in der U-Bahn stehst und es steigt ein weiterer Hund ein?Mala geht ohne Rücksicht darauf, was gerade an Menschen und Kindern so um sie steht, in Richtung von dem Hund und bellt. Ich muss das in solchen Situationen erst einmal im Keim ersticken.
    Ich reagiere ja sofort und spreche sie dann auch umgehend an, inkl. Superleckerlie, wenn sie ablässt und mich anschaut. Das heißt der Griff ans Halsband ist der absolute Notfall und dauert ein paar Sekunden bis ich ihre Aufmerksamkeit hab. Meistens hängt sie da auch nicht drin, sondern ich sehe den Hund vor ihr und kann sie schon davon abhalten, dass sie sich körperlich reinhängt. Oder ich kann mich falls möglich vor sie stellen, damit sie den Raum zum aktiv werden nicht hat.

    Alle Situationen die mir Raum und Zeit zum Reagieren lassen trainiere ich möglichst ohne manuelle Einwirkung auf sie. Nur kann ich mir das nicht immer aussuchen.

    Breites Halsband mit Griff wie das

    ist bei meiner Teilzeitpöblerin auch dran. In Situationen wo nicht trainiert wird bzw. nur Management der Situation möglich ist wird hierüber abgesichert. Der Hund ist groß genug dass ich sie bequem am Halsband sichern kann ohne überhaupt Spannung drauf zu haben, gleichzeitig hat sie 0 Chance aus der Situation auszubrechen und evtl. doch ihr Ziel zu erreichen. Bei explosiven ~30kg an der Leine sieht das durchaus auch mal anders aus. Positiver Nebeneffekt bei uns ist bisher, dass die Versuche bei Absicherung am HB zu 99% gänzlich eingestellt wurden - evtl. weil sie so niemals erfolgt hatte.
  • Aber was würdest du machen

    Es ging mir hier ja nicht um Training oder Management sondern um mögliche Auslöser einer Leinenaggression. Da gehört unter anderem dazu, dass die Hunde sich ins Halsband schmeißen.

  • Leinenaggression kann so verdammt viele Ursachen haben.
    zb

    -frust
    -tatsächliche aggressivität (die aber ohne leine ggf von den haltern nicht warhgenommen werden)
    -eingeschränkte kommunikationsmöglichkeit
    -durch die Leine kein ausweichen möglich, dadurch unterschreiten der Individualdistanz
    -schlechte erfahrung an der leine
    -mangelnde führung der halter
    -evt droht auch der hund, der auf einen zu kommt und der "böse" leinenpöbler reagiert nur auf das Verhalten des gegenübers
    -schmerzen
    -gesundheitliche probleme
    -eine zickige läufige hündin
    -abgespeicherte routine
    -angst und erfolgreiches vertreiben des anderen hundes durch pöbeln

    ich glaube, die liste kann man fast endlos weiterführen

  • ohja "zickige läufige hündin" das kenn ich auch :D
    Da ist meine Hündin tatsächlich ein ganz besonderes Gänseblümchen, da reicht dann oft schon ein "falsch" herumwehendes Blatt damit sie kreischt (nicht bellen.... kreischen).
    Nach der Läufigkeit ist das aber auch wieder vorbei (zum glück, das wäre sonst wirklich stressig für alle beteiligten)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!