Vanessa Bokr - Meinungen und Erfahrungen

  • Ich war jetzt rund zehn Jahre als Trainerin tätig, gewerblich nebenberuflich.

    Meiner Meinung nach ist ein ganz entscheidender Teil des Problems, dass der HH seltenst vorher auftaucht, sich wirklich ein Bild macht, sich beraten lässt, auch beratungsfähig! ist und nicht trotzdem losfährt und den Border Collie abholt, weil zweimal in der Woche Joggen ja schon sportlich ist und BCs ja auch sehr gelehrig und lieb (beliebige Rasse einfügen).

    Mehrere TSV haben mich von ihrer Vorkontrollliste genommen, weil ich den Leuten ja Horrorgeschichten erzähle, wenn ich im Rahmen der VK frage, was denn ist, wenn der Hund nicht stubenrein ist, sich kaum raustraut, nicht alleine bleiben kann... nunja, da sollte man sich aber doch Gedanken drüber machen bevor man die Probleme aber keine Lösungen hat.

    Nö, dass ist einfach nicht gewollt, keine Kratzer in die Illusion, bitte!

    Und da müssen wir aber mMn hinkommen, wenn wir aufhören wollen immer zu spät zu kommen und nur irgendwie die Scherben zusamenzukehren und immer mehr Hunde irgendwo "einzulagern", müssen wir da den Fuß in die Tür bekommen.

    Gleichzeitig müssen weniger Hunde angeboten, geboren werden. Zucht, Import... da gehört überall mehr Daumen drauf, auch in der Verbandszucht könnte man an einigen Stellen doch den Zügel wenigstens mal aufnehmen, aber da stößt man ja leider auf taube Ohren...alles ist wundertutti.

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    Ich habe wirklich überhaupt keinen Bock mehr darauf, dann irgendwelche Hunde am besten per Handauflegen und gestern bitte, wieder halbwegs zurechtzubiegen, obwohl die Krux beim Halter liegt, und oft schwer auszugleichen oder aufzuarbeiten ist, weil es halt nicht reicht strammer zu laufen, sich mehr aufzurichten und Kommandos härter rauszurasseln bzw. "Ansagen"zu machen. da aber wirklich richtig in die Arbeit mit sich selbst zu gehen ist aber nicht, warum man bei einem Hundetrainer landet, der soll einfach machen, dass der Köter funktioniert.

    Deshalb mach ich das nicht mehr, es nervt mich und es ist total unfair dem Hund gegenüber. Man muss einfach was können, wenn man was fordern will, fertig.

    Bei meinem neuen, in Planung befindlichen, Projekt, wird das VORHER ein relevanter Baustein sein, mit vielen kostenlosen Informationen und Hintergrundwissen.

    Wir müssen da ansetzen, das ist die Wurzel, alle diese jetzt übrigen Hunde wurden irgendwann von jemandem gekauft.

  • Gibt es seit der Durchsetzung der "gewaltfreien Erziehung" mittels "öffentlicher Überwachung" prozentual mehr oder weniger Problemhunde?

    Man stelle sich vor, jemand kommt an einen "Fehlwurf", der nicht geprägt wurde - Griff ins Klo, der nicht auf Kekse anspricht. Was dann?! Irgend wann könnte ja der Halter die Schnauze voll haben...

  • Gibt es seit der Durchsetzung der "gewaltfreien Erziehung" mittels "öffentlicher Überwachung" prozentual mehr oder weniger Problemhunde?

    Man stelle sich vor, jemand kommt an einen "Fehlwurf", der nicht geprägt wurde - Griff ins Klo, der nicht auf Kekse anspricht. Was dann?! Irgend wann könnte ja der Halter die Schnauze voll haben...

    Worauf spielst du da an? Du meinst seit die Leute den Hund nicht mehr auf den Rücken schmeißen und vor im Pieseln damit er auch ja versteht wer Alpha ist? Oder was meinst du genau?

  • Gibt es seit der Durchsetzung der "gewaltfreien Erziehung" mittels "öffentlicher Überwachung" prozentual mehr oder weniger Problemhunde?

    Ich glaube nicht, dass es einen kausalen Zusammenhang gibt, aber sehr wohl, dass beides ein Symptom der selben (Fehl)Entwicklung in der Hundehaltung ist.

  • Reglements gibt es irrsinnig viele!

    Einhalten sollten diese der Mensch, bestenfalls schon aus freien Vernunftgründen.

    Das allerdings macht er auch in vielen anderen Gebieten schon nicht.

    Die totale Überwachung/Überprüfung durch den Staat kann doch auch nicht gewollt sein oder :denker:

    Es ist ein schwieriges Thema - Änderungen/Verbesserung ja unbedingt, nur wie?

  • @Pardo:

    Nochmal zu deinem Statement:

    Meine These wäre (paar Statistiken hab ich auf Statista gefunden dazu), dass die Anzahl an Hunden einfach steigt seit Jahren weltweit und damit auch in Resultat ein Anstieg an Verhaltensauffälligkeiten.

    Gerade in Wohlstandsgesellschaften wie DE ist es zudem nicht mehr gängig Hunde zu entsorgen wie es früher gängig war. Nur das Problem der damit Übrigen will keiner lösen.

    Ich behaupte: die Erziehungsmethodik ist erstmal wurscht, solange es überhaupt “Erziehung” ist, prozentual gibt es mehr Problemhunde, einfach weil es mehr gibt.

  • ..............

    Gerade in Wohlstandsgesellschaften wie DE ist es zudem nicht mehr gängig Hunde zu entsorgen wie es früher gängig war. Nur das Problem der damit Übrigen will keiner lösen.

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    Ich bin ja schon älter und solange ich denken kann, war es hier in Deutschland nicht allgemein üblich Hunde zu entsorgen, wie du schreibst. Ja es gab bestimmt Ausnahmen, aber die Regel war es garantiert nicht. Ich weiss jetzt nicht, wie weit zurück du da denkst.

    Was allerdings früher anders war, dass Hunde nicht zum Mittelpunkt des Lebens gemacht wurden und Hunde eher danach angeschafft, dass sie auch tatsächlich in das Leben paßten.

    Also Familie mit Kids holten sich eher einen kleinen Hund und der Schäferhund und andere größere Hunde wurden eher zum Aufpassen angeschafft. Jäger holten sich Dackel, Terrier oder Deutsch Drahthaar. Und der Spitz paßte auf dem Hof nebenan auf.

    Exotische Hunde holte sich eher die "schräge Tante" von nebenan - die mit dem komischen Mops war es bei uns in der Nachbarschaft ;-)

    Es war aber in meiner Jugendzeit auch kein Drama, wenn mal der Nachbarhund mal eines von uns Kindern gebissen hat. Da bekam nicht der Hund Ärger, sondern wir Kinder, denn uns wurde von klein auf bei gebracht, dass man Hunde in Ruhe lassen soll und nicht ärgern. Es rannten aber auch keine Hunde frei herum, die nicht verträglich oder gehorsam waren. Allerdings kenne ich tatsächlich auch noch die Zeit, wo es mitten im Ruhrpott bei uns Hunde gab, die tagsüber alleine unterwegs waren, ohne Probleme.

    Ich glaub tatsächlich, dass heute die ganzen Probleme mit den Hunden tatsächlich daran liegt, dass viele völlig ungeeignete Menschen Hunde halten. Früher hätte sich z.b. niemals als "Hunde Mami" bezeichnet, außer vielleicht die "schräge Tante von Gegenüber" ;-) .

    Naja, ist aber mittlerweile wohl zu viel OT hier im Thema - nichts für ungut

  • Ich denk in Problm ist auch das Hundn häufig das Hundsein angesprochen wird sonder s wird erwartet dass es nette Fluge knuddelwuddel sind.

    Ohne das auf ihre Bedürfnisse Rücksicht genommen wird.

    Und wenn der Hund dann doch mal hündisch seinen Unmut zeigt dann sind die Leute überfordert und du Sache eskaliert.

    Ein Guts Beispiel Hit für ist Kind und Hund .

    Früher wurde Kindern beigebracht streichel keine fremden Hunde die könnten beißen heute wird zetr und mordio Fischrogen wenn der Fremde gestreichelte Hunde beißt.

    S wird einfach erwartet das r das aushält sonst muss r Weg aus der Geseltschaft.

  • Meiner Meinung nach ist ein ganz entscheidender Teil des Problems, dass der HH seltenst vorher auftaucht, sich wirklich ein Bild macht, sich beraten lässt, auch beratungsfähig! ist und nicht trotzdem losfährt und den Border Collie abholt, weil zweimal in der Woche Joggen ja schon sportlich ist und BCs ja auch sehr gelehrig und lieb (beliebige Rasse einfügen).

    Ich kenne Hundetrainerinnen, die kostenlose(!) ausführliche Beratung vor dem Kauf anbieten. Wird aber absolut nicht nachgefragt. Dafür wird dann nach dem Kauf die zehnjährige Tochter mit dem Australian Shepherd in den Kurs geschickt, "denn es ist ja ihr Hund, den soll sie auch selbst erziehen".

    Kostenlos ist die Beratung deshalb, weil diese engagierte Hundetrainerinnen sich zutiefst wünschen, so manche Katastrophe schon im Ansatz zu verhindern.

    Gibt es seit der Durchsetzung der "gewaltfreien Erziehung" mittels "öffentlicher Überwachung" prozentual mehr oder weniger Problemhunde?

    Es gibt statistisch soweit ich weiß insgesamt mehr Hunde. Also auch mehr problematische Hunde.

    Welche Möglichkeiten gab es vor einigen Jahrzehnten für bissige, unerwünscht gewordene Hunde? - Der eigene Zwinger oder die Hütte mit Kette im Garten. Es gab auch noch viel mehr Bedarf als heute an Wach- und Hofhunden (Zwinger/Kette), so daß man einen Hund dorthin weggeben konnte. Da waren "böse" Hunde durchaus erwünscht. Einschläfern (städtisch) oder heimlich im Wald erschießen (ländlich) als dritte und letzte Möglichkeit.

    In all diesen Fällen traten diese Hunde dann nicht mehr öffentlich in Erscheinung und stellten also kein Problem mehr dar. Ausnahme waren die nicht ganz seltenen Fälle, in denen Zwingerhunde ausbrachen und Menschen anfielen.

    Der Zeitgeist hat sich seither sehr gewandelt. Resozialisierung für gefährliche Hunde stand früher gar nicht zur Debatte. Daß ein Hund, der Menschen ins Krankenhaus gebissen hat, trotzdem Anspruch auf Liebe und ein gutes Plätzchen hat, und man auf der Suche danach halb Deutschland durchkämmt, wäre undenkbar gewesen.

    Dagmar & Cara

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