Schleppleine, kurze Leine - viel Disziplin, wenig Disziplin .... ?

  • Nicht jeder Spaziergang muss von vorn bis hinten Training sein, nein.
    Aber die Freizeit, die Zeit wo Hund schnüffeln und sein Ding machen kann, wird klar vorgegeben (hier mit "Lauf" ), das wird dann durch Ansprechen oder Abrufen abgebrochen. Wirklich "gearbeitet" habe ich während dem Gassi minutenweise.
    Kannst es dir so vorstellen: Wir gehen raus, erstmal muss Hund seine Geschäfte erledigen, daher gibt's Kommando "Lauf". Ich achte nur auf lockere Leine und dass er auf der zugewiesenen Seite läuft.
    Hat er das erledigt, geht's ins Training. Ansprechen, Ranrufen, Loben. Dann lass ich ihn Mal sitzen/liegen, gehe 30m weiter, rufe ab, Hund kommt, wird belohnt, 2 Minuten "Fuß mit Blickkontakt", loben. Dann wieder mit "Lauf" in die Freizeit schicken.
    Selbstständigen Blickkontakt immer loben-umso häufiger wird er dir gegeben.
    Dann versteck ich was/schmeiß unbemerkt nen Dummy weg. Ich rufe den Hund, lass ihn sitzen und schicke ihn suchen. Fürs Apportieren wird er gelobt, dann schicke ich ihn nach 2-3x wieder in die Freizeit, wenn er eigentlich gern noch weiter machen würde..
    Seh ich ne Mauer, nen Baumstamm o.ä. nutze ich das auch. Ich lass ihn balancieren, drüber hüpfen, drauf ablegen etc, Belohnung, Freizeit.
    Hier gibt's inzwischen natürlich auch Runden, wo außer notwendigem Gehorsam nichts gefordert wird.
    Das wird Beagle aber auch schnell fad, dann lassen sie sich nach einigen Tagen gern Unsinn einfallen bzw fallen in alte Muster zurück.
    Nerven tut es den Hund nicht, wenn du es lohnenswert machst, auf deine Anweisungen zu reagieren, ganz im Gegenteil.
    Ich habe anfangs sehr viel seiner Futterportion draußen gefüttert, Rest dann nach dem Gassi zu Hause. Futter war das einzige, was ihn intessierte, Spiel oder Streicheln war für ihn nicht lohnend.
    Mein Senior (fast 15 nun) läuft die meiste Zeit "sein Ding" machend durch die Gegend.
    Er bekommt sofort wache Augen und eine freudige Haltung, ist bereit wenn ich dann zwischendurch mal etwas an Übungen einbringe und mit Eifer dabei.
    Zum Nebenherlaufen ohne Aufwand hast Du dir den falschen Hund ausgesucht.
    Sieh es nicht als Arbeit, sieh es als Spiel mit Regeln & Gewinnen wenn ihr trainiert.
    Man kann so viel mehr mit Beagles machen, als 15 Jahre nur hinterherlaufen. Musst nur was finden, was Spaß macht und konsequent sein.

  • Da hat beaglebine recht. Besonders, wenn der Hund ja bereits jagdlich geführt wurde.
    Ich persönlich fand Ines Scheuer-Dinger "Leben mit Jagdhund" aufschlussreich. Ob ihr das so umsetzen könnt, weiß ich natürlich nicht. Aber es hilft vielleicht zu verstehen.

    Und ich persönlich finde jeden Tag 6-8km schon viel. Vielleicht kürzt du die Stecke und beschäftigst dich artgerecht quasi? Rennen am Rad wird deinen Beagle nicht zufrieden stellen. Der braucht was für die Nase.
    Lola hat glaub ich keinen übermäßigen Jagdtrieb, trotz Jagdhundanteil, aber was sie wirklich gern mag sind Überraschungspakete und Schnüffelkisten. Und ein Beagle hat evtl Spaß am Fährten?

  • Hmm....ein Beagle...zudem aus einer Jagdmeute...

    Ich befürchte ehrlich gesagt, dass Du die Vorstellung, mit dem Hund ohne Leine entspannt (im Sinne von Abschalten) spazieren gehen kannst, vergessen kannst.

    Ich kenne/kannte in meinen 25 Jahren Hundehaltung bestimmt 50 Beagles - und genau einer (1!) davon (ehemaliger Laborbeagle) war zuverlässig abrufbar und jagdlich desinteressiert.

    Vielleicht 10 waren ableinbar, wenn der HF hochkonzentriert im Ansatz das Verselbständigen unterband (da ging kein kurz aufs Handy gucken, quatschen mit anderen o.ä.) und der Rest musste dauerhaft an SL oder Flexi laufen, weil ansonsten abgehauen wurde.

    Wenn man sich für diese Rasse entscheidet, muss man damit rechnen, dass man einen Hund erhält, der vergleichsweise wenig will-to-please hat und eventuell starken Jagdtrieb und große Eigenständigkeit. Schwierige Kombi.

  • Da kenne ich nach 10 Jahren mit Beagle schon eindeutig mehr, die Freilauf genießen können. :D Bin aber auch in der "Szene" viel unterwegs gewesen - Beagletreffen, Beagle-, Spaziergänge usw. Da hab ich viele gesehen, die ich nicht geschenkt haben möchte - und viele, wo viel mehr drin wäre - hätte Halter Interesse dran..
    So entspannt wie Lupo und ich sind aber wenige unterwegs, die meisten müssen beobachten, ab/umlenken wenn Beagle bestimmte Verhaltensweisen zeigt, die Umgebung im Blick behalten. Ich kann durchaus die Umgebung genießen, kann Fotos machen, Hund auch mal 20m hinter mir laufen lassen ohne die Befürchtung, dass er abzischt.
    Viele versauen sich den Freilauf auch sehr flott, geben dem Beagle zu früh zu viel Freiraum, zu viel Zeit mit sich und der Spur - und dann isser weg, wo es doch sonst so gut klappt - ohne Ablenkung wohlgemerkt.
    Selten werden bewusst Verleitungen gesucht & zum Training genutzt, zB die frische Wildspur auf der man gezielt Ruhe, Fokus zum Halter und Gehorsam üben kann.
    Impulskontrolle ist den meisten auch fremd, man freut sich so, wenn der Beagle Ball & Stöckchen so freudig verfolgt.. Dass man da viel versaut in Sachen Freilauf (weil: Hund ist nun auch angefixt auf Bewegung-nicht nur Spur) verstehen viele nicht.
    Generell ist die Einstellung: "Ist halt ein Beagle, eh kaum erziehbar, soll ja kein Roboter wie aufm Hundeplatz werden, wir sind ja nicht im Zirkus, ist eben eigenständig" unheimlich verbreitet- leider!

  • Danke für Eure Gedanken ... ich bin auch nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, habe mehrere Hunde gehabt und Erfahrung mit Meutehunden (da allerdings nur jaglich geführte, die regelmäßig Schleppjagden gehen).

    Mir ist bewußt, dass ich mir da eine durchaus verzwickte Aufgabe angetan habe ... und wie Beaglebiene schon sagt, es gibt immer solche und solche ... und man muß auch den Charakter des einzelnen Hundes akzeptieren.

    Aber ... solange noch Möglichkeiten bestehen, möchte ich die natürlich ergreifen.

    Also, zwei Fragen habe ich noch nach Nachdenken und gestrigem Gang:

    1. Hatte dann (um mich interessant zu machen ;-) ) zwischendurch nach erfolgreichem Abruf Stöckchen geworfen ... mit dem ist sie dann (Beute-Beute!!!!) gleich ins Unterholz geprescht, um es in Sicherheit zu bringen.
    ?
    Hö? Nö, so hatte ich mir das nun aber auch nicht vorgestellt, da treibt man ja den Teufel mit dem Beelzebub aus.
    Ist also "Spielzeug" unterwegs eher kontraproduktiv, pusht den Hund eher noch mehr auf?

    2. Mit dem Gebüsch/Grabenhopsen ... das klappte mit dem "vorauseilenden bzw. in letzter Sekunde-Abruf" meist sehr gut, allerdings wuselte sie auch noch einige Male ab. Da habe ich dann gleich auf die Leine getreten und sie so gestoppt, darauf ist sie meist fast sofort oder auf einmaliges Ansprechen zurück auf den Weg gekommen.
    Ist das nun so richtig/sinnvoll?
    Eigentlich simuliere ich ja Freilauf und da stoppt normalerweise nix mechanisch den Hund.
    Ist es jetzt sinnvoller, das SO weiterzumachen oder die Variante "reinlaufen lassen bis zum Leinenende, dann daran "entlanghangeln", bis ich den Hund überholt habe und ihn dann deutlichst auf die Straße "zurückscheuchen"" zu praktizieren?

    PS: Falls das noch nicht so 'rübergekommen ist, sie wird immer ganz doll gelobt, geknuddelt und geleckerliet, wenn sie zu mir kommt.

  • Ich würde immer versuchen, den Hund nicht in den Fehler laufen zu lassen, sondern ihm vorher schon sagen, was ich von ihm möchte/ was richtig ist.
    D.h., ich würde den Hund vorher schon ansprechen und zum Umkehren animieren, aber, wenn ich den Punkt verpasst habe, mit der Leine und einem "nein" stoppen und, wenn Hunde daraufhin kehrt macht, das Kehrt bei mir belohnen. Dann klappt das irgendwann auch ohne Leine, nur übers "nein" (oder eben ein anders Wort)

  • Ich würde immer versuchen, den Hund nicht in den Fehler laufen zu lassen, sondern ihm vorher schon sagen, was ich von ihm möchte/ was richtig ist.

    Das finde ich persönlich einen ganz wichtigen Punkt, denn m.E.n. ist es so, je öfter ein Hund etwas falsch machen kann (auch wenn man ihn dann korrigiert), desto schwerer tut er sich zu wissen, was richtig ist.

  • Guten Tag liebe Hundefreunde,

    ich hätte da mal eine Frage bezüglich der Wirkungen von der Schlepp und der Flexi.

    Vor 6 Tagen habe ich einen 4 jährigen DSH Rüden aufgenommen. Alles was über Sitz und Platz hinaus geht ist Spanisch für ihn. Arbeiten sehr erfolgreich von Anfang an an der Leinenführigkeit und begannen vor 3 Tagen an der Schleppl. das "Hier her", was auch super klappt, auch teilweise bei Ablenkung (kleveres, fröhliches Kerlchen). Ich gebe ihm zu Anfang ein ca. 5 Meter Radius, denn ich dann schritt für schritt auf bis zu 10 erweitern möchte. Prob. ist jetzt, ich finde die Schlepp teilweise mega gefährlich. Es kommt des öfteren vor, dass er sich verhäddert. Ich rufe ihn dann her, entwirre, ausgiebig belohnen und schicke ihn wieder los. Aber wenn er einen Vogel etc. sieht prescht er los und ich muss mich dann wirklich in den festen Stand stellen und dann rutsche ich aber noch einen Meter unter dem Waldboden. Wenn er in so einer Situation sein Beinchen eingeschlingelt hat :omg:
    Deswegen hatte ich mir überlegt, ob diese Übung mit der Flexi gleich viel Sinn macht.... Sie zieht sich ein, und verändert sich nicht so schnell, ODER?

  • Ich habe das alles was ich beim Gassi brauche meinen Dackeln an der Flexileine gelernt weil ich Schleppleinen aufgrund der Verletzungsgefahr nicht mag.

  • Deswegen hatte ich mir überlegt, ob diese Übung mit der Flexi gleich viel Sinn macht.... Sie zieht sich ein, und verändert sich nicht so schnell, ODER?

    Puh. Ich finde, nicht.

    Bei einem Hund in dem Kaliber nimmt man am besten die Leine immer wieder auf, wenn er in der Nähe ist und lässt sie länger, wenn er vor einem läuft. Wie eine menschliche Flexileine. Das ist lästig und dreckig, aber dann verheddert sich der Hund auch nicht so oft.

    Wenn Du einfach nur das Ende festhälst, die Leine am Boden schleppt und der Hund dann durchstartet, haut's Dich bei einem Hund mit 30 kg Gewicht und 20 Meter Anlauf definitiv aus den Latschen!

    Wenn Du noch ein, zwei Meter Schleppleine in der Hand hast, kannst Du ihn auch besser bremsen und der Hund kriegt nicht den ultimativen Ruck ab, wenn die Leine mit Anlauf zu Ende ist. Handschuhe sind dabei sehr, sehr wichtig!

    Bei der Flexi kannst Du nicht sachte bremsen. Da gibt's immer einen harten Ruck. Und der ultimative Ruck, wenn die Leine zu Ende ist, ist übrigens auch für Dich mit der Flexi hart. Viele sichern die Flexi ja noch mit einem Gurt oder kurzer Leine quer über den Oberkörper vor dem versehentlichen Loslassen. Mache ich auch so und daher weiß ich: Der Schlag, den Du selber dann im Ernstfall in den Nacken kriegst, ist auch nicht ohne.

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