Schluss mit lustig für „Tutnixe“

  • Aber wir haben hier im Forum auch Menschen, die Angst vor Hunden haben @Hektorine z.B.. Alleine hier über Hunde zu lesen, sich schlau zu machen, mal einen paar zu treffen, lässt die Ängste nicht schwinden.

    Ich weiß jetzt gerade nicht, wieso ich gerufen wurde :ops:
    Die ersten paar Seiten hatte ich schon gelesen, aber wieso seid ihr jetzt bei Hundeangst gelandet? Was soll ich nachlesen?

  • Ok, Angst mal beiseite - was ist mit Allergikern?
    Es gibt genug Menschen, die schlichtweg mit Atemnot auf Fellkontakt reagieren. Einen solchen Fall kenne ich selbst, da reicht es schon, wenn ich vorher in denselben Klamotten meinen Hund gebürstet hätte und ihm dann die Hand schüttele.
    Natürlich gibt es Notfallmedikamente, aber muss das sein?

    Auch Allergiker dürfen außer Haus, ohne sich mit Medikamenten vollpumpen zu müssen, weil jemand seinen Hund nicht ordentlich erziehen und sichern kann.
    Die Diskussion führe ich gefühlt ständig, wenn jemand meint, Hunde auf Bahnsitze zu lassen oder eben zu jedem hinlaufen zu lassen.

  • @Rübennase:
    Angst ist nie rational. =)
    Kann sie nicht sein, weil Angst ein Gefühl ist. =)

    Und da werden mir auch noch 10000 Leute erklären können, dass Blindschleichen keine Schlangen sind und ich kann noch 10000 Bücher lesen...
    sieht aus wie eine und der Magen dreht sich um und mein Frühstück geht mir durch den Kopf.

    Es FUNKTIONIERT nicht so einfach.
    Man kann Ängste schüren und man kann Ängste versuchen, in den Griff zu bekommen.
    Aber man kann Ängste nicht einfach wegerklären.

    Aber man kann auch nicht erwarten, dass sich die Welt um einen dreht und jeder Mitmensch Rücksicht auf die potenziellen Ängste nehmen muss. Genauso wie ein Mensch Angst vor Hunden haben könnte, könnte er auch Angst vor Radfahrern haben (vielleicht mal blöder Unfall durch Anrempeln, weiß der Geier). Oder vor Schüssen. Oder dunkelhäutigen/dunkelbärtigen Menschen. Oder Männern, die im Dunkeln hinter einem gehen. Oder vor Menschen allgemein. Gerade WEIL Ängste irrational sind , ist es kaum möglich, angstbewanderte Menschen entgegen zu kommen. So leid es mir tut, aber es ist schlicht nicht möglich, jeder potenziellen Angst zu vermeiden. Das heißt natürlich nicht Freifahrt für Tutnixe. Aber für Menschen mit Hundeangst ist eben auch ein angeleinter Hund blöd...ja, aber der gehört nun mal zum deutschen Alltagsbild. Darf ich ihn nirgends mehr mit hinnehmen, weil eventuell irgendwo jemand mit einer Hundeangst sitzen könnte? Ich kenne keine Statistiken, aber es ist vielleicht einer von Tausend?

  • Ok, Angst mal beiseite - was ist mit Allergikern?
    Es gibt genug Menschen, die schlichtweg mit Atemnot auf Fellkontakt reagieren. Einen solchen Fall kenne ich selbst, da reicht es schon, wenn ich vorher in denselben Klamotten meinen Hund gebürstet hätte und ihm dann die Hand schüttele.
    Natürlich gibt es Notfallmedikamente, aber muss das sein?

    Auch Allergiker dürfen außer Haus, ohne sich mit Medikamenten vollpumpen zu müssen, weil jemand seinen Hund nicht ordentlich erziehen und sichern kann.
    Die Diskussion führe ich gefühlt ständig, wenn jemand meint, Hunde auf Bahnsitze zu lassen oder eben zu jedem hinlaufen zu lassen.

    Gebetsmühlen an: Es ist völlig egal, aus welchem Grund jemand keinen Kontakt will.
    Angst, Allergien oder die anderen 1000 Gründe - völlig einerlei.

    Das jetzige Gesetz sagt nur, dass man als "Belästigter" nicht dulden muss, dass sowas passiert - aus welchem Grund auch immer. Oder im Falle einer Auseinandersetzung oder eine Folge daraus auf den Kosten sitzen bleibt.

  • Ich weiß jetzt gerade nicht, wieso ich gerufen wurde
    Die ersten paar Seiten hatte ich schon gelesen, aber wieso seid ihr jetzt bei Hundeangst gelandet? Was soll ich nachlesen?

    Schluss mit lustig für „Tutnixe“
    (Müsste man dann rückwärts lesen)

    Es dreht sich wieder einmal darum, dass sich nicht die HH anders/besser/rücksichtsvoller/empathischer verhalten sollen/wollen, sondern der Rest der Gesellschaft das übernehmen sollte. Und das gilt wohl auch für die Bekämpfung von Ängsten.

    Der Tenor las sich, wer sich ausreichend bildet, wer gut sozialisiert wurde, der schafft sich auch Wissen über Hunde an und damit kann er Hunde besser einschätzen (so als Erziehungs- und Pflichtprogramm), Angst fort. Also kauf Dir ein Buch ;), ferdisch ... Am besten schon in der Schule, als Erziehungsprogramm, denn sonst nicht gut sozialisiert bzw. die, die es getan haben, sind quasi die Supi-Sozialisierten.

  • So ganz verstehe ich die Diskussion hier gerade nicht. Es ist doch normal das ich meine Hunde so führe das sie niemanden belästigen, das ich sie zurückrufe wenn Menschen, Hunde, Fahrräder, Autos usw. kommen und anleine. Hört mein Hund nicht bleibt er an der Leine. Fühlt ein Mensch sich bedroht ist Abwehrverhalten eine natürliche Reaktion. Liest man doch selbst hier im Forum das man Tutnixe vertreiben soll , was ist das denn anderes ? Das bedeutet ja nicht das jemanden mit einem Knüppel durch die Gegend läuft und wahllos Hunde vermöbbelt. Sich wehren bedeutet auch immer angegriffen zu werden. Ignoriert mein Hund Menschen ist doch alles super. Und klar kann ein junger Hund mal durchstarten, aber dann kommt es auch immer auf die Reaktion des Halters an.

  • Ich sehe das Urteil zwiespältig. Klar, es gibt viele rücksichtslose HH, die wird aber auch ein Urteil nicht abhalten, sich weiterhin rücksichtslos zu verhalten. Wieso auch? Die Haftpflichtversicherung zahlt am Ende ja.

    Allerdings habe ich ein Problem damit, dass jetzt wieder jeder Depp (und damit meine ich die echten Deppen) meint, seinen Frust am Leben an den Hundehaltern auslassen zu dürfen. Das krieg ich hier in Niedersachsen jedes einzelne verdammte Jahr mit. Die BuS beginnt, und gleich am ersten Tag wird von allen Seiten z.T. mehrere Hundert Meter weit gebrüllt, dass gefälligst all die bambimordenden Köter an die Leine gehören. Teilweise sogar an Stellen, für die die BuS gar nicht gilt. Nö, stimmt nicht, man hat in der Zeitung gelesen, dass jetzt alle Hunde immer und überall angeleint werden müssen, also leinen Sie den Drecksköter gefälligst an.

    Das nervt. Und es nervt meistens so ungefähr drei, vier Wochen, dann ist das Thema auch wieder erledigt und die Frustbolzen wenden sich anderen Schwächeren zu, die sie anbrüllen können.

    Mit einem solchen Urteil in der Hinterhand befürchte ich, dass diese Sorte Mensch wieder einmal über die HH herfallen wird.
    Mein Collie wurde von einem alten Mann mit einem Stock geschlagen, als er neben dem Weg an diesem vorbeischlenderte und sich nicht für den Menschen interessierte. So richtig fett mit dem massiven Gehstock druff auf den armen Hund, der nicht wusste, was ihm geschah. Einfach, weil er existierte. Vorher hatte der Mann nichts gesagt, das darauf hindeutete, dass ihn ein ignorant im Gras schnüffelnder Collieopa stören könnte. Sonst hätt ich den Hund ja angeleint.

    Spuk wurde, während er im "Bleib"-Kommando war, von einem Jogger mit voller Absicht anvisiert, der hatte ganz klar vor, den Hund umzurennen. Ich hab schnell das Kommando aufgelöst und Spuk sprang weg, aber auf meine Frage, ob er noch alle Latten am Zaun hätte, meinte der Kerl, die Stelle des (wirklich breiten) Weges, an der mein Hund stand, sei halt sein Weg, der Köter habe da nichts verloren.

    Beim bloßen Anblick meines angeleinten Hundes sprangen drei kleine Kinder nach einem Ausruf ihres Vaters (ich kann kein Türkisch, vermute aber, dass er "Vorsicht, Hund!" geschrien hat) kreischend, fuchtelnd und fast heulend auf die Straße. Wäre in diesem Moment ein Auto gekommen, wär ich dann haftbar gewesen?

    Das sind alles solche Situationen, in denen das genannte Urteil herangezogen werden und sich negativ auf die Rechtsprechung gegenüber Hundehaltern auswirken könnte.

    Das Urteil selbst finde ich in Teilen okay. Man sollte sich verteidigen dürfen, aber doch bitte nur im Rahmen und ohne exzessive Gewalt. Auch bei Notwehr und Nothilfe gilt nach wie vor die Verhältnismäßigkeit und ich hätte bitte gern, dass die auch weiterhin für HH und ihre Hunde gilt. Wenn mein Hund einen Schaden anrichtet, muss ich dafür zahlen bzw. meine Halterhaftpflicht bemühen. 100I%ige Haftung seh ich in diesem Fall allerdings auch nicht, denn der Hund hat den Menschen nicht einmal berührt.

    Der letzte "Wenn ein Tutnix auf mich zu kommt, mach ich den platt, bevor er an meinem Hund schnuppert!"- Thread ist noch gar nicht so lange her, und da war die Meinung der Mehrheit der Schreiber, dass man im Fall eines Angriffs massiv werden sollte, ansonsten aber doch nicht. Es wurde von Schreckreizen, geworfenen Leckerchen etc. gesprochen. Und jetzt auf einmal finden HH ein Urteil gut, das zur Folge haben könnte (ich schreib absichtlich nicht "wird"), dass Hunde-Nicht-Möger massiv gegen Hunde vorgehen, die keine bösen Absichten haben?
    Jemand schrieb, dass sein am Wegrand rumstehender Hund getreten wurde. Irgendwo hatten wir mal einen Thread, in dem es darum ging, dass ein Jogger einen WELPEN totgetreten hat, der nur in seine Richtung schnupperte.
    Wenn jetzt eine Grundlage dafür geschaffen wird, dass Gewalt gegen nicht aggressive Hunde dem Gesetz nach okay ist, seh ich ganz düstere Zeiten auf uns HH zukommen. Denn auch wenn es nicht die Mehrheit der Nicht-HH ist, so gibt es doch genug Menschen, die auf Grundlage eines solchen Urteils ihren Frust und ihre Wut an Hunden auslassen.

  • Aber für Menschen mit Hundeangst ist eben auch ein angeleinter Hund blöd...ja, aber der gehört nun mal zum deutschen Alltagsbild.

    Stimmt. In dieser Situation ist aber schon maximales Entgegenkommen vollzogen. Verlangt ja keiner, dass Hundehalter sich gänzlich in Luft auflösen. Aber Kontakt des frei laufenden Hundes mit Menschen - ängstlich oder nicht ängstlich - sollte verhindert werden. Mehr verlangt ja keiner. Dafür kann ich als Hundehalter dann auch verlangen, dass der Angsthaber mich ziehen lässt, ohne Schimpftiraden abzulassen.

  • Eigentlich ist ja auch vollkommen egal, ob jemand aus Angst heraus keinen Hundekontakt haben will, oder aus irgendwelchen anderen Gründen. Er will es halt nicht. Punkt. Da geht es auch niemanden etwas an warum nicht. Und wer will, dass Hunde in seinem Umkreis an die Leine genommen, oder zumindest ran geholt werden, muss das auch nicht begründen.

    Mal ein schräger Vergleich: wenn ich morgens auf dem Weg in die Kanzlei im Kostümchen in der S-Bahn sitze, möchte ich auch nicht, dass das Kleinkind mir gegenüber mit den Beinen so strampelt, dass meine Hose dreckig wird, oder das Kind neben mir seine Bäbbfinger an mir ab wischt. Auch das muss ich dann nicht begründen.

    Warum sollte das bei einem Hund anders sein? Warum haben viele ein Problem damit auf Aufforderung den Hund zumindest ran zu holen und zwar ohne vorher eine ewige Diskussion vom Zaun zu brechen? Ich verstehe das echt nicht.

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