Bindung stärken

  • Aus aktuellem Anlass frag ich mich mal wieder was die Sache mit der Bindung genau ausmacht. Und wie man als HH die fördern kann.


    für mich bedeutet "Bindung" dass Hund und ich uns kennen und einander vertrauen und verstehen. Dazu gehört nicht, dass der Hund nun unbedingt mir gehorcht, oder nicht Jagd oder so.
    Nicht mal, dass ich da Respektsperson bin. Als Respektsperson oder Anhaltspunkt bei Zweifeln würde ich dann doch eher Führungsqualitäten beim Menschen nennen.
    Zum Beispiel hatten Hund und Kleinkind eine super Bindung, allerdings hat der Hund aufs Kind aufgepasst. Subjektiv (also aus Hundesicht) und Objektiv.
    Das Kind musste schon mehr auspacken, damit der Hund ihr später auch gehorcht hat.


    Bindung fühle ich allerdings auch, wenn wir gemeinsam was machen und das läuft einfach efolgreich und zusammen. Mit Kommandos, aber eben als Team. bei Menschen nennt man das ja "flow".


    So entsteht meiner Ansicht nach auch Bindung, bzw. so kann ich die fördern. Und so muss ich die auch immer mal wieder auffrischen, neben dem Alltagstrott. Also mit dem Hund gemeinsam Äktschn machen und dabei die Erfahrung auf beiden Seiten haben, dass das geht, wenn man aufeinander hört, dass das Spass macht und einfach fetzt.


    Und ich persönlich finde: Je mehr Adrenalin da in eine gemeinsame Aktion reinfließt, desto besser. Positiver Stress sozusagen.
    Je nach Hund z-b. nach nem fetten Jagdtraining (also wir "jagen"gemeinsam) Oder einer erfolgreichen Fährte, oder sportliches "Sitzplatzfuss" auf dem PLatz etc. oder eben bei meinen Schneehunden, das gemeinsame fahren, so richtig mit Stoff und schwierigen Passagen.


    Wie seht ihr das? Was funktioniert bei euch? Ist das Hundetypabhängig? Oder menschentypabhängig?
    Oder braucht es doch auch den Sicherheitsaspekt für den Hund? Oder Futter?


    Ich würd mich über Input freuen.

    • Neu

    Hi


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    • Unsere Bindung geschieht über kleine Dinge wie Kontaktliegen, kleine Spielchen (mit ihr körperlich und mit ihm über Spielzeug), gegenseitige Köperpflege mit ihr (ich streichle, sie leckt meine Arme). Sowas.


      Schöne Spaziergänge wo wir die ganze Zeit schweigend lustwandeln ist wohl eher nur für mich ein Bindungsding.

    • Mit dem Begriff Bindung aufbauen konnte ich anfangs nicht viel anfangen muss ich gestehen. Ich dachte das wäre bei "den Hund ankommen lassen" schon mit "dabei" und wenn der Hund sich anfassen lässt und die Nähe des Menschen sucht besteht eine Bindung |)
      Jetzt ist Luna 1,5 Jahre bei mir und jepp, das ist MEIN Hund und ich bin IHR Mensch.
      Was gruseliges in der Dämmerung gesehen? Direkt mal mit Herrchen zusammen anschauen gehen. Ein Rüde nervt? Direkt zu Herrchen, der regelt das.
      Mit der Zeit wurden es immer mehr Dinge wo entweder ich gestaunt habe (der erste Sprung ins Wasser) oder andere bemerkten wie stark unsere Bindung bzw. das Vertrauen des Hundes ist (z.B. 1. Hilfe Kurs am Hund, mit Fixieren, Seitenlage usw.).
      Gestärkt haben wir das wohl indem wir einfach viel Zeit aktiv und an verschiedenen Orten miteinander verbracht haben. Sei es nun Körperpflege, spielen (lernen), Training, im Büro oder einfach mal ne Stunde im Garten/Park auf ner Decke chillen. Irgendwann kam der Punkt an dem der Hund mir auch außerhalb des gewohnten Umfeldes viel mehr Aufmerksamkeit schenkte.


      Inzwischen machen wir auch viel über die Schiene gemeinsame Action. Mal ne Runde im THS mitflitzen und im Anschluss völlig fertig in der Platzecke chillen oder ne Runde longieren im Garten und danach gemeinsam nen Nickerchen :sleep:


      Ob man Bindung mit Action besser aufbauen kann würde ich stark vom Hund abhängig machen. Bei Luna wäre das anfangs ein Fiasko geworden weil sie dann überdreht. Ich kenne auch andere Hunde die z.B. einfach kein Bock auf Action haben, aber trotzdem den jeweiligen Menschen anhimmeln.
      Für essentiell halte ich aber die Berechenbarkeit des Menschen, da Hunde halt Opportunisten sind. Stringent und konsequent handelnde Menschen machen es jedem Hund leichter Bindung aufzubauen mMn.

    • Bindung definiere ich über gemeinsames Verständnis und Vertrauen darauf, dass die Beziehung nicht gleich an einem kleinen Konflikt zerbricht.


      Ein schreckliches und zugleich schönes Beispiel fand vor etwas über einer Woche im Notdienst einer Tierklinik statt. Und in der Folge auch noch beim Tierarzt.


      Mein Rüde hatte einen Bandscheibenvorfall. TA erkannte bei ihm keine Schmerzen, denn beim TA schnappt er nunmal nicht um sich, knurrt nicht, zuckt nicht. Alles, was zur Interpretation bleibt, ist der Ausdruck in seinen Augen. Also stand ich während der Untersuchung vor ihm und sagte an, wann er Schmerzen hat.
      Dafür ist er eine Furie, wenn ich ihm die Krallen schneide - ich weiß, er hat damit Probleme und wir stehen das durch. Das kann er bei mir rauslassen und das ist in Ordnung. Dabei nimmt unsere Beziehung keinen Schaden, er muss sich bei mir nicht zusammenreißen.


      Bindung zum Hund ist für mich, was ich auch gerne in der Familie habe. Respekt, Vertrauen, Verständnis, auch mal Schwächen zeigen und Bockmist bauen können - ohne Liebesentzug oder einen Bruch befürchten zu müssen. Das geht bei dem einen Wesen sehr einfach. Da passt es einfach von Anfang an. Bei dem anderen muss ich viel Vertrauensarbeit leisten, immer wieder beweisen, dass ich schütze, da bin, ein "nein" einfach ein "nein" ist und keine schlimmen Folgen nach sich zieht - und immer wieder beweisen, dass es auf beiden Seiten der Beziehung Grenzen gibt, die vom anderen eingehalten werden (müssen).

    • Für mich ist Bindung ein inniges Miteinander. Wie eine gesunde Partnerschaft oder eine starke Familie.
      Es sind viele Kleinigkeiten. Zum einen das Urvertrauen, dass man sich aufeinander verlassen kann, dass der andere für einen vorhersehbar ist. Das muss kein Kadavergehorsam sein. Aber ein Wissen und Verständnis um die Reaktionen, auch die (in meinen Augen) unangemessenen. Zum anderen Rücksichtnahme und Respekt. Ein Stück weit auch körperliche Zuneigung, welche auch sehr fein sein kann.
      In unserem Fall hat die richtige Bindung lange auf sich warten lassen. Mittlerweile ist es nur schön. Balou kennt mich in- und auswendig und ich ihn. Unterwegs vertraut er mir, sichert sich über Blicke zu mir ab und glaubt mir, wenn ich sage, dass alles gut ist, obwohl er es gerade total doof oder gruselig findet. Wenn er sich erschreckt, bellt er vielleicht, aber dann schaut er zu mir und lässt sich von mir helfen. Er freut sich, wenn ich mich freue und umgekehrt. Rennt er im Freilauf grinsend herum und ich lächle ihn an, läuft er noch zufriedener weiter.
      Zuhause gibt es Kontaktliegen und auch einfach mal ein Vorbeischauen, aber ohne zu kontrollieren. Alles entspannt. Bindung hat für mich viel mit dem Gefühl von „Das passt!“ zu tun.

      • Neu

      Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

      Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


      Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


      Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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      Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


    • Wie seht ihr das?

      Bindung erwächst für mich aus dem Umgang mit und der Fürsorge um den Hund.


      Der Hund fühlt sich folglich bei mir und Männe wohl, weil wir ihn gut behandeln, er angstfrei und unversehrt durchs Leben gehen kann, seine Bedürfnisse adäquat erkannt und befriedigt werden. Da zählt genauso die abwechslunsgreiche, beständige Futtergabe hinzu wie Spielen, den Hund ruhen lassen wenn er Ruhe braucht, ihm bequeme Liegeplätze anbieten zu können, so dass er wählen kann, auch sich um ihn kümmern, wenn er ein Wehwehchen hat oder ihn trockenrubbeln, wenn er aus dem Regen reinkommt. Einfach ein entspanntes, empathisches soziales Miteinander. Ich erkenne daraus im alltäglichen Zusammenleben viele Stellschrauben, die die Bindung (und somit Verhalten) beeinflussen können.

    • Bindung, oder Verbundenheit, heißt für mich das man sich gegenseitig vertraut, das man ein Gefühl füreinander hat, das der Hund sicher sein kann das es ihm gut geht, das er geliebt wird und Hund sein darf.
      Bei uns entstand die Bindung über viel Körperliches, vom Kuscheln über Kontaktliegen bis hin zum liebevoll abschlecken und anknabbern dürfen.
      Ich habe Cody ja erst mit 12 Wochen bekommen, ich denke aber nicht das es einen Unterschied gemacht hätte wenn es eher gewesen wäre.
      Er vertraut mir, egal bei was.
      Das erste mal Krallen schneiden- Schere gezeigt, Pfote geben lassen und los.
      Hund guckt interessiert, hat aber keine Unsicherheit.
      Ihm Zecken ziehen- Hund hinlegen und los.
      Er guckt und hält still. Oder Hund sagen er solle gerade mal warten, Zecke packen und weg damit.
      Als er eine Wunde am Kopf hatte - Kopf in die Hand gelegt und rasiert und gewaschen. Er guckt und wartet.
      Ich werte das als vertrauen und ich freue mich darüber.


      Andersherum kann ich ihm vertrauen und ich weiß was ich verlangen kann und was nicht.
      Ich weiß was er kann, ich versuche ihn nicht in Situationen zu bringen die er nicht meistern kann.
      Sei es ein Freilauf wenn zuviel Ablenkung da ist oder eine Übung oder ein Ausflug wenn er gerade geplättet ist.


      Wir achten gegenseitig unsere Bedürfnisse.
      Das halte ich für eine gute Grundlage.


      Die Bindung zum Herrchen war anders.
      Es ging eher über gemeinsame Erlebnisse, ob er Tricks und Leckerlie, über Spielen.
      Mittlerweile sind sie auch bei der Komponente Körperlichkeit angekommen, also Kuscheln und kraulen.
      Die beiden verstehen sich, aber das feingeistige, das intuitive Gespür hat das Herrchen nicht so. Das ist auch völlig ok, bringt mich aber zum Schluss das es von Mensch zu Mensch verschieden ist, wie bzw welchen Grundstein man legt.

    • Ich finde das Thema auch sehr spannend. Hat die Bindung nach eurer Erfahrung etwas mit dem Alter zu tun - also entwickelt es sich über die Zeit?

      Welche Erfahrungen gibt es über Bindung in der Pubertät?


      Meine 10monatige Hündin ist zuhause anhänglich und aufmerksam. Draußen schaut sie mich beim Spaziergang teilweise gar nicht an (hab drauf geachtet, weil ich clickern wollte...) - das ist teilweise sehr frustrierend. Wir arbeiten dran und in fremden Gelände ist es auch besser. Ich frage mich, ob das auch an der Bindung liegt bzw. ob draußen alles interessanter ist als ich...

    • Ich denke tatsächlich, dass man zu Personen eine sehr gute Bindung haben kann, ohne dauerhaft auf sie zu achten.


      Wenn ich mit meinem Freund tagtäglich unterwegs bin, dann kann es auch Mal sein, dass ich mein eigenes Ding mache. Das liegt jedoch nicht an einer schlechten Bindung.


      Ein Hund der jagen geht oder sich draußen für alles interessiert, hat keine schlechtere Bindung zum Besitzer, als einer, der es nicht macht. Im Umkehrschluss ist ein Hund der draußen auf seinen Gassigänger achtet vielleicht nicht an diesen gebunden, sondern läuft eventuell einfach nur gerne bei dem Gassigänger mit, weil der immer etwas interessantes macht.

      Der Fokus verschiebt sich durchaus im Leben eines Hundes manchmal mit der Zeit. Aber Bindung würde ich da nicht als die Hauptstellschraube betrachten.

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