Wenn das Ziel extrem toll ist - wie arbeite ich mich mit dem Hund da hin
-
-
Ich hab mit Joey einen Hund, der relativ gut im Denken im bleibt, schnell Zusammenhänge begreift und nicht völlig abdreht, bloß weil da ein toller Reiz ist. Also kann ich da wohl nur bedingt mitreden. Aber sie hat einen starken Willen und viel Energie und ist halt erst 6,5 Monate alt. Wenn ich mit 4 Hunden an der Leine unterwegs bin, geht es schlicht nicht, dass sie da Chaos reinbringt, wie wild rumwuselt oder sich auch "nur" in die Leine schmeißt. Also habe ich meinen Grundsatz (bewege dich nie in die Richtung, in die der Hund gerade zieht), bei ihr recht konsequent durchgezogen. Natürlich darf sie in die Talsperre stürmen, sie ist total wasserverrückt (endlich mal einer meiner Hunde
), aber es sieht dann eben so aus, dass wir uns nur weiter auf das Wasser zubewegen, wenn die Leine locker ist. Und das absolut konsequent. Sie läuft ja fast nur frei, so halten sich die Abschnitte, an denen sie sich zusammen reißen muss, sehr in Grenzen. Aber an der Leine gibt es keinen Erfolg mit ziehen. Das muss man ja nicht gleich mit dem wichtigsten Reiz überhaupt üben (obwohl, warum nicht...). Ich mach da auch gar nicht groß Ansagen oder so, sobald sie kurz vorm in die Leine knallen ist, bleibe ich stehen. Dann kann sie zerren, fiepen, sich aufregen, bittesehr. Ist Joey eh nicht groß der Typ für, sich mit sinnlosen Aktivitäten aufzuhalten, also schenkt sie mir irgendwann Aufmerksamkeit. Ich spreche sie an, ich lotse sie in meine Richtung, ich laufe weiter und lobe sie in den Himmel... knallt sie wieder rein, weil Wasser interessanter ist... bleib ich wieder stehen. Zum Ziel kommt man nur mit lockerer Leine oder gar nicht. So muss ich ihr auch nichts versagen, auch wenn es mal länger dauert, um ein Ziel zu erreichen.Gut, es mag Hunde geben, die steigern sich nur immer mehr rein. Wobei doch jedem Hund irgendwann mal auffallen sollte, was ein zielführendes Verhalten ist und was nicht
. Es versucht ja auch kein Hund, quer durch einen Baum zu laufen, um am Wasser anzukommen.
Muss man halt wirklich absolut konsequent sein mit dem Weg, sonst bringt man dem Hund eher bei, dass Hartnäckigkeit sich auszahlt und er es bloß noch vehementer probieren muss
.
Wenn der Hund viel an der Leine laufen muss, vielleicht wirklich als Krücke unterschiedliche Vorgaben für das Laufen am Geschirr und für das Laufen am Halsband aufbauen? - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Leo ist auch so einer der sich dann nur noch schwer im Griff hat. Es ist dann auch recht schwierig seine volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Oft macht er irgendwas, ohne drauf zu hören, was ich gerade sagte.
Bei uns hilft recht gut sitz machen lassen und schauen lassen bis er sich halbwegs beruhigt hat. Ansonsten wird der Abstand vergrößert.
Leo hat an sich ne gute Impulskontrolle. Er führt auch in hohen Aufregungslagen noch Kommandos aus, ist dann allerdings trotzdem gespannt und fängt bspw. das Fiepen an wenns wirklich arg ist.
Ich bin auch dabei seine Erwartungshaltung zu ändern. Ich lasse ihn zum Beispiel am Anfang des Spaziergangs lange an der Leine bis er runter gekommen ist.Und wenn man selbst ruhig bleibt hilft das auch viel

-
Ich denke, diese kleinschrittigen Impulskontrollübungen sind Dinge, die wildsurf eh schon übt - es geht um die Situationen, die der Hund noch nicht leisten kann. Und da braucht es eine Grundsatzentscheidung, ob sie solche Situationen komplett vermeiden kann auf unbestimmte Zeit, bzw. immer unendlich Zeit hat, um eben 1000% konsequent zu sein. Oder ob es eben doch mal äussere Zwänge gibt, Termine, die man nicht einfach sausen lassen kann, die Bedürfnisse des Ersthundes, usw.
Gut, es mag Hunde geben, die steigern sich nur immer mehr rein. Wobei doch jedem Hund irgendwann mal auffallen sollte, was ein zielführendes Verhalten ist und was nicht
Ich kenne Mojito nicht gut genug, um zu wissen, wie ähnlich er Splash wirklich ist. Aber es muss weder mit sich reinsteigern, noch mit Begriffsstutzigkeit zu tun haben, wenn ein Hund in spannenden Momenten immer wieder in die Leine geht. Es kann auch einfach eine Frage des Fokus sein, was gepaart mit einer hohen Erregbarkeit, die Frage eben täglich wieder aufwirft. Der Hund denkt im Moment einfach nicht dran - und wenn er noch so jung, und eben auch entsprechend veranlagt ist, schafft er das schlicht noch nicht. Da hilft auch nicht, zu wissen, dass andere Hunde das mit etwas Konsequenz locker können - für solche Hunde kann das einem Hochschulabschluss entsprechen, und das ist mit 9 Monaten etwas viel verlangt....
-
Erklär bitte mal, ich kann es nicht nachvollziehen
. Ich gebe zu, ich hatte noch nie einen solchen Hund. Aber in meinem Kopf ist es so: der Hund hat einen Fokus, will etwas unbedingt... dann muss ihm doch erst Recht daran gelegen sein, einen Weg zu finden, das zu erreichen? Wie kann es so unmöglich sein, dass der Hund erkennt, was ihn weiter bringt und was nicht?
Dass ein Junghund irgendwann völlig drüber ist und da einfach keine Konzentration mehr da ist, absolut! Aber das Grundprinzip nicht zu verstehen, wie er seinem Ziel näher kommt und wie nicht?! -
Aber in meinem Kopf ist es so: der Hund hat einen Fokus, will etwas unbedingt... dann muss ihm doch erst Recht daran gelegen sein, einen Weg zu finden, das zu erreichen? Wie kann es so unmöglich sein, dass der Hund erkennt, was ihn weiter bringt und was nicht?
Der erkennt das sehr wohl, welche schikanösen und völlig arbiträren Regeln wir grad etablieren - aber da er sie für eher hinderlich als zielführend hält, ist das nicht nachhaltig. Er hat sich uns zuliebe auf ein völlig stumpfsinniges Theater eingelassen, kann aber am nächsten Tag nicht glauben, dass wir da wirklich einen Glaubenskrieg aus sowas Doofem machen, und wie die Heilige Inqusition darauf bestehen. Und selbst wenn das langsam durchsickert, dass uns diese schikanösen Regeln wirklich heilig sind, vergisst man sie doch momentan, wenn (aus Hundesicht) wirklich wichtige Dinge anstehen.
Um deine konkrete Frage zu beantworten: der Hund hat einen Fokus, und lässt sich nach dem ersten verhinderten Versuch darauf ein, das Ziel nach unseren Regeln zu erreichen. Er erkennt das durchaus, aber es ist immer nur eine zweitbeste ad-hoc-Lösung für ihn, wenn die erste nicht geht. Das kann unglaublich zermürbend sein für den HH, jeden Tag wieder bei Null anzufangen. Das hat nix damit zu tun, dass der Hund nicht lernfähig ist oder unwillig - Splash war immer der kleine Streber, wollte es gut machen. Aber bei manchen Dingen ist die genetische Verankerung einfach enorm stark, und lässt sich nicht mit mit ein paar Keksen und drei Wochen Konsequenz aus dem Programm löschen. In der Beziehung können diese Hunde eine immens hohe Frustrationstoleranz haben - sie versuchen es trotz Misserfolg immer und immer wieder. Und wenn sie dank eines menschlichen Alltags, der eben nicht IMMER ALLES dem Hund unterordnen kann dann mal einen "Erfolg" verzeichnen, fängt man erst recht von vorne an.
Zweifelsohne lernen auch diese Hunde über die von dir skizzierte konsequente Schiene, aber in der Praxis hat einfach nicht jeder so viel freie Zeit und jederzeit Flexibilität übrig, dass da niemalsnie auch nur ein Millimeter nachgegeben wird. Und in der Praxis ist es IMO auch nicht nötig. Denn besser, als den Hund auf Schritt und Tritt mit ultimativer Konsequenz zu überfordern und zu frustrieren ist meiner Meinung nach, sich auf das einzulassen, was er leisten kann, und den Rest mitmöglichst wenig Aufwand zu managen - besonders, wenn man als Mensch auch mal äusseren Zwängen unterliegt, und den Hund mal einfach von A nach B bringen muss in gegebener Zeit.
-
-
hoppla, hat sich gekreuzt.
Corinna, ich verstehe worauf du hinaus willst.
Frage: du gehst dann wenn es wie aktuell sehr heiss ist mit so einem Hund nie an ein Gewässer? Solange bis er sich beherrschen gelernt hat? (Reine Verständnisfrage)Ja. Wobei sich das nicht auf ewig hinauszögern würde, weil ich ein gut aufgebautes System zum Runterkommen über bestimmte abfragbare Verhaltensketten an der Leine habe. Die sind so gut duchtrainiert und in den Alltag integriert, dass es einfach sehr tief verankert ist. Ich stelle immer wieder fest, dass das DER Schlüssel ist, um mit einem hocherregbaren Hund vernünftig durchs Leben zu kommen.
Ich sehe absolut keinen Vorteil darin den Hund losballern bzw. sich hochfahren zu lassen und so ans Wasser zu gehen, denn eine solche Kette setzt sich fort, in eine Richtung, die auch für den Hund nicht gut ist. Zum einen regt er sich immer früher und immer länger auf und zum anderen kann das echt gefährlich werden, wenn wir jetzt mal beim Thema Wasser bleiben. Ein Hund, der einem in fremdem Gelände auf mehrere hundert Meter unkontrollierbar durchgeht, weil er Wasser gerochen hat ... da kann man nur hoffen, dass keine Straße dazwischen ist, kein Fahrradfahrer zu Fall kommt, kein Jäger was falsch versteht ... nein, ICH möchte so was nicht mehr.
Abgesehen davon - habe ich schon mehrfach erwähnt - habe ich Hunde, die in echter Arbeit eingesetzt werden. Da darf der Hund schlichtweg niemals in einen Bereich kommen, dass er nicht mehr steuerbar und beeinflussbar ist, weil das sonst gefährlich werden kann. Daher trainiere ich überall dort, wo ich die Gelegenheit habe, dass der Hund bei aller Anstrengung und Beherrschung lenkbar sein "muss". Wie ich oben schrieb - ich habe bei einem Hund früher einige Sachen laufen lassen, weil ich der Geister nicht Herr wurde, die ich gerufen hatte. Dieser Hund ist bei realen Einsätzen nur sehr selten zum Einsatz gekommen. Irgendwann versagte dann immer die Steuuerung und war auch nicht mehr zurückzugewinnen.
-
Der erkennt das sehr wohl, welche schikanösen und völlig arbiträren Regeln wir grad etablieren - aber da er sie für eher hinderlich als zielführend hält, ist das nicht nachhaltig.
Aber was ist besser und weniger schikanös für den Hund, wenn er an gespannter Leine zerrt mit Erregung bis dorthinaus und ja trotzdem nicht schneller vorwärts kommt? Er wird genauso gebremst und "gehemmt" und kommt nicht so schnell ans Ziel, wie er gerne würde... Mir geht es darum, dass der Hund lernt, sich runterzufahren und "im Denken bleibt". Ich würde das eher als angenehmer empfinden, als einen Hund, der komplett hochgespult ist
. Klar ist es am Anfang eher mehr Anstrengung für den Hund, sich zurückzunehmen, statt fiepend in der Leine zu hängen. Aber bei deinem Weg sind der Frust und die Übererregung ja über Monate ständiger Begleiter. Ein Hund, der gelernt hat, wann es sich lohnt hochzufahren und eben auch gelernt hat, sich selbst zu regulieren und runter zu fahren... das ist doch auch für den Hund angenehmer und vor allem stressfreier? -
Huhu,
ich habe jetzt nur überflogen... Generell finde ich es gut, wenn ein Hund lernt, dass positive Dinge nur passieren, wenn er sich absolut ruhig und gelassen verhält. D.h. Futter gibt es zum Beispiel erst, wenn er ruhig darauf wartet. Der Ball fliegt erst, wenn er ruhig darauf wartet. Man kann das beliebig ausweiten. Auch auf die Situationen, die du beschreibst.
Man fängt natürlich einfach an und steigert sich dann. Der Gang zum Startpunkt beim Trailen wäre für mich ehrlich gesagt schon das allerhöchste Niveau. Ich würde mit einfacheren Dingen beginnen.
-
Theoretisch finde ich den Ansatz, den Reiz so lange zu minimieren, bis die Erregungslage niedrig genug für die Kooperation mit dem Menschen ist, richtig, logisch und zielführend.
Praktisch würde ich es vermutlich nicht übers Herz bringen, an heißen Sommertagen meinem ungestümen Hund den Gang ans Badegewässer zu verweigern, weil er sich in der Vorfreude zu sehr reinsteigert.
Ich halte es daneben für unrealistisch, z.B. Hundebegegnungen komplett zu vermeiden oder permanent so zu kontrollieren, daß der zum Ausflippen neigende eigene Hund nicht an die Reizschwelle kommt, die ihn eben ausflippen läßt. Gerade junge Hunde dürften dann überhaupt wenig Kontakt mit der Realität bekommen, die ich selbst leider nicht 100 % nach Hundeerfordernis gestalten kann.
Ganz pragmatisch fahre ich deshalb mit meinen Hunden ein Kombiprogramm: wo möglich, wird der Reiz ganz niedrig dosiert und gezielt hervorgerufen, um trainieren zu können. Wo ich auf die Reizstärke keinen Einfluß nehmen kann, vermeide ich ihn nicht, sondern hüte mich, Unmögliches von meinem Hund zu fordern und manage. Der wichtigste Punkt dabei ist auch RUHE - und zwar MEINE. Ich tue so, als ob die stressige Situation in perfekter Manier bewältigt wird und ignoriere jedes Ausflippen. Sobald die Reizstärke aber soweit abgenommen hat, daß mein Hund mich wieder wahrnimmt, bestätige ich diese Kontaktaufnahme freundlich.
Damit fahre ich seit einigen Jahren sehr gut.
-
Was beim Wasser evtl. auch helfen könnte. An der Leine lassen (und vielleicht auch ziehen lassen) bis man am Ufer ist und dann hinsetzen. So lange den Hund an der Leine lassen bis er ruhig ist, dann ableinen.
Zusätzlich würde ich nichts mehr ins Wasser werfen. Dummies kann man gut dahinter werfen. - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!