Wenn das Ziel extrem toll ist - wie arbeite ich mich mit dem Hund da hin
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Es hat sich eine interessante Diskussion entwickelt, die mir ein paar Denkanstösse geheben hat.
Was möchte ich:
Ich möchte von Hunden, dass sie denkfähig durch den Alltag führbar sind. Ich will keine unkontrollierbaren Bomber, die sich in die Leine schmeissen und das Hirn ausschalten und sich oder andere gefährden.
Denn auch wenn es zur Arbeit geht, soll ja das Hirn nicht blockieren durch bedeppertes Gehabe. Ich will die volle Leistung abrufen können, oder trainieren können. Und das geht ja nicht im Frust und Stress.Den Eingangspost habe ich in Bezug auf den Labrador geschrieben, welcher hier ein Teilzeit-Zuhause hat. (Die Umstände wieso der Hund hier lebt sind nicht Teil dieser Diskussion! )
Meine Hunde + Labi dürfen toben, dürfen ausflippen, Mist anstellen, etc.
Aber ich will denkfähige, ansprechbare Hunde - was der Labi momentan in gewissen Situationen überhaupt nicht ist. Und das stresst ihn und meine Schulter
Das kleinschrittige Alltagsübungsgedöns ist logisch, wird hier sowieso permanent geübt, das fliesst permanent irgendwie mit ein.
Aber das Management, die Handlungsketten für schnell erregbare Hunde - das interessiert mich. Und es interessiert mich auf "hohem Level", da gerade zB der Labi nicht zum Spass ausgebildet wird. Eines Tages muss er unter grösstem Stress denkfähig sein. Den Grundstein dazu möchte ich jetzt legen, nicht flicken müssen wenn er älter ist.
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Aber was ist besser und weniger schikanös für den Hund, wenn er an gespannter Leine zerrt mit Erregung bis dorthinaus und ja trotzdem nicht schneller vorwärts kommt? Er wird genauso gebremst und "gehemmt" und kommt nicht so schnell ans Ziel, wie er gerne würde... Mir geht es darum, dass der Hund lernt, sich runterzufahren und "im Denken bleibt". Ich würde das eher als angenehmer empfinden, als einen Hund, der komplett hochgespult ist . Klar ist es am Anfang eher mehr Anstrengung für den Hund, sich zurückzunehmen, statt fiepend in der Leine zu hängen. Aber bei deinem Weg sind der Frust und die Übererregung ja über Monate ständiger Begleiter.
Du hast mich offenbar komplett missverstanden. Ich habe nicht gesagt, es sei besser für den Hund, wenn er so hocherregbar ist. Ich habe versucht zu erklären, warum dein Weg (der durchaus gut ist) bei manchen dieser Hunde keine so schnellen Erfolge zeitigt, wie du dir das vorstellst. Es wären also auch bei deinem Weg Frust und Übererregung über Monate ständige Begleiter. Und zusätzlich hätte man das Problem, dass man eben doch mal einen Termin hat, und nicht unendlich Zeit hat, und dann eben doch nicht ultrakonsequent ist. Was den Hund fürs Durchhalten belohnt.
Bei meinem Hund (und ich rede nur von dem, obwohl ich inzwischen einige ähnliche kenne) gingen Frust und Erregungslevel deutlich runter, als ich aufgehört habe, ständig zu regulieren. Und - auch wichtig - bei mir auch! Wir kamen wieder gut gelaunt und ohne schmerzende Schultern in unserem Spazierwäldchen an, Splash konnte da Dampf ablassen, war aber ohne den vorangehenden Marathon an pausenloser Impulskontrolle deutlich weniger geladen. Und wir konnten dann trainieren, wenn die Voraussetzungen dafür günstig waren.
Ich behaupte nicht, dass das der einzige oder beste Weg wäre, aber es ist einer, der bei uns funktioniert hat und den Hund deutlich entstresst hat. Bedeutet übrigens nicht, dass ich einem völlig hohl drehenden Hund das Ziel seiner Begierden ermöglicht habe - ich habe immer die Selbstkontrolle abgefragt, zu der der Hund fähig war. Und wir haben viel Zeit mit langweilig Rumstehen und -sitzen verbracht. Aber wir konnten eben auch Zeiten und Situationen managen, in denen ein ultrakonsequentes Training nicht praktikabel war.
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Meine Hunde + Labi dürfen toben, dürfen ausflippen, Mist anstellen, etc.
Aber ich will denkfähige, ansprechbare Hunde - was der Labi momentan in gewissen Situationen überhaupt nicht ist. Und das stresst ihn und meine SchulterDas kleinschrittige Alltagsübungsgedöns ist logisch, wird hier sowieso permanent geübt, das fliesst permanent irgendwie mit ein.
Aber das Management, die Handlungsketten für schnell erregbare Hunde - das interessiert mich. Und es interessiert mich auf "hohem Level", da gerade zB der Labi nicht zum Spass ausgebildet wird. Eines Tages muss er unter grösstem Stress denkfähig sein.
Ich denke, es führt kein Weg an dem kleinschrittigen üben vorbei - es wird besser werden, die denkfähigen Situationen werden sich ausweiten, aber es wird dauern. Und zwischenzeitlich ist es wichtig, dass du auch für dich den Stress rausnimmst. Es ist vermutlich unvermeidlich, dass ihr ab und an in Situationen geratet, in denen es dem Labi das Hirni raushaut. So be it - Ruhe bewahren, eine Führhilfe am Hund haben (zB Balanceleine oder duale Führung am Brustring), Ruherituale anwenden, so praktikabel, oder sonst ruhig und gelassen Hund aus der Situation führen. Kein Fass aufmachen.
Ich weiss ja nicht, was ihr mit dem Labi vorhabt - bildet den nicht der Besitzer aus? Und ob du jeweils einzeln unterwegs bist mit ihm, oder noch deine Zwei am andern Arm hängen hast? Allenfalls müsstest du überlegen, was für dich noch händelbar ist. Wenn du mit 3 Hunden unterwegs bist, wird nicht mehr als allerdrundlegenstes Management möglich sein....
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offtopic:
tränende Augen
Mein Hund hat auch tränende Augen bei Stress, das ist jetzt das erste mal, dass ich das von einem anderen Hund höre. Beruhigt mich sehr. Was ist der Mechanismus dahinter?
Sorry, beim Ausgangsthema kann ich nicht mitreden, aber ich finde es sehr sehr spannend.
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Bei anderen Hunden steigt auch die Produktion der Tränenflüssigkeit unter Stress. Ich vermute, dass seine Tränenkanäle das nicht mehr packen, weil sie schlicht zu eng sind. Bei den kleineren Spitzen ist das ja ein Problem - also bei vielen laufen die Augen permanent über. Bei Lisko ist das unter normaler Menge nicht der Fall. Nur bei Stress und bei starken, kalten Wind laufen sie über.
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Geübt wird mit jedem Hund einzeln.
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Geübt wird mit jedem Hund einzeln.
Und passiert das Hirni rausfliegen nur beim üben, nie beim spazieren in Begleitung der anderen Hunde?
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Das ist unabhängig davon, ob die anderen zwei mit dabei sind. Es ist seine innere Kontrolle, die noch nicht "funktioniert ".
Wenn ich aber weiss, dass eine solche Situation kommen könnte - beispielsweise Ausflug ans Wasser ohne Möglichkeit vorher abzuleinen und kontrolliert laufen zu lassen, dann hab ich nicht alle drei dabei
nene, das wäre etwas too much ;-) -
Ich wollte eigentlich nur rausfinden, ob es dir jetzt ums Management geht, oder ums Training - das ging nämlich aus deinen Beiträgen nicht wirklich hervor, schien mal so, mal anders. Denke aber, punkto Training besteht bereits ein Plan, nur geht das klarerweise nicht von heute auf morgen, du musst den Hund aber auch heute händeln können.
Zum Management kann ich nicht genug betonen: wichtigste Zutat ist die eigene absolute Gelassenheit und Ruhe. Was zugegebenermassen nicht immer ganz einfach ist, wenn das Tierchen schon wieder so
baut. Dann Techniken zum runterfahren - ist von Hund zu Hund sehr individuell, denke ich. Und zur Entlastung der Schultermuskulatur empand ich das Halti Harness von Grossenbacher als sehr hilfreich. Sitzt wesentlich stabiler als die üblichen Halti Harness, und der Effekt war besser als beim vorne einklinken ins normale Führgeschirr. Habe es eine Zeitlang genutzt, um mit Splash gesittet vom Trail zurückzukommen, wenn er völlig high war vom Jagderfolg und ihm das Adrenalin aus den Ohren tropfte. -
Ich erfülle die Erwartung nicht.
Genau so würde ich das auch versuchen. Und zwar nicht in der Form, daß er dort gar nicht hin darf. Also zB ins Wasser. Sondern, indem ich stehenbleibe, sobald er zieht, wie bei der Leinenführigkeit. Sobald er zieht, darf er nicht ins Wasser. Erst, wenn er ein Stückerl am Wasser gesittet gegangen ist, darf er rein. Sodaß er aus entspannter Situation ans Ziel kommt.
Man muß natürlich gucken, ob der Hund sich wirklich entspannt hat, oder nur dank Unterordnung gesittet läuft, aber eigentlich noch auf 180 ist.....
Sowas kann man ja im ganzen Alltag üben, daß er nur im entspannten Zustand ans Ziel kommt. ist n Haufen Arbeit, aber wenn sie das Prinzip verstanden haben, müßte es so funktionieren.Fraglich ist allerdings, ob sowas wie das Trailen, bei dem es ja durchaus wünschenswert ist, heiß auf das Ziel zu sein, in der Zeit nicht kontraproduktiv ist.... Aber ich denke, die können das schon unterscheiden, meist hat man ja beim Trailen extra Ausrüstung (Geschirr) und Kommandos, da kommt einem dann wieder das situationsgebundene Lernen des Hundes entgegen :-)
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