Wenn das Ziel extrem toll ist - wie arbeite ich mich mit dem Hund da hin

  • Ich verstehe immer nicht so ganz, warum man dem Hund denn jede höhere Erregungslage "verbieten" will.
    Klar, Unansprechbarkeit und Unkontrolliertheit darf nicht sein. Aber was ist schlimm daran, wenn die Hunde in Erwartung einer für sie tollen Sache aufgeregt sind?

    Den Startpunkt beim Trailen zum Beispiel. Im Sport möchte ich doch bewusst eine gewisse Anspannung haben, Motivation,...mir liegt es da irgendwie völlig fern großartig die Erwartungshaltung zu minimieren. Im Gegenteil. Im Sport ist genau diese Erwartungshaltung "Yeah, jetzt gehts los!" das was ich möchte.

    Oder auch beim See, wo die Hunde im Sommer plantschen dürfen. Klar soll der Hund nicht aus 500m Entfernung zerren oder im Freilauf direkt lossprinten ohne abrufbar zu bleiben. Aber was ist der Sinn dahinter, dem Hund das ganze "zu nehmen", damit er dann mit einer "Ich darf ja eh nicht rein"-Haltung dort hingeht?

  • Also ich persönlich brauche und möchte nicht, dass meine Hunde ihre Energie schon vor der eigentlichen Arbeit verpufft haben. Auch bei Spiel, Spaß und Sport sehe ich keinen Vorteil darin vorher wertvolle Energie für Nichts zu verbrauchen. Ruhig arbeitende Hunde sind schlicht effektiver und die Erholungszeit danach ist auch geringer.

  • Wenn es um Spiel und Spaß geht, dürfen meine Hunde gern auch aufdrehen. Ich halte nichts davon, Hunde immer nur "schaumgebremst"zu führen. Deswegen können sie trotzdem umschalten und mit Ruhe und Konentration arbeiten. Meine Hunde sind (wie auch Kinder) keine "kleinen Erwachsenen", die immer mit absoluter Selbstbeherrschung agieren müssen.

  • Ich habe im großen und ganzen sehr sehr konzentriert und überlegt arbeitende Hunde (jaaaa und das OBWOHL es Aussies sind :lol:).

    Nun haben wir in unserer Dummy Gruppe auch einen jungen Golden Rüden, der absolut "überschäumt" und dann nicht mehr ansprechbar ist. Der darf nun die nächsten Stunden erstmal zuschauen bei gewissen (ruhigen) Übungen aus angepasstem Abstand. Das wird dann natürlich immer variiert je nach Fortschritt.

    Ich finde es unrealistisch zu sagen, dass die Erwartung des Hundes absolut NIE erfüllt wird. Da geht's ja um diverse Punkte. Andere Hunde, Wasser, spiel und Spaß, rennen usw.

    Ich denke es ist schon sinnvoll, diese Dinge gezielt zu üben und die Erwartungshaltung nicht zu erfüllen. Macht man ja bspw beim dummy immer wieder - man wirft und sammelt selbst ein.
    Aber auch das können viele Hunde jungen Alters nicht leisten.
    Ich würde klein beginnen und es dann immer weiter steigern.

    Aber bei Zeitmangel oder auch Nervenmangel (Solls ja auch geben), die "Top Ten Reize" bequem meiden so gut es geht und das Verhalten lediglich managen.

  • Mein Hund darf, gerade vor dem Ziehen hochfahren. Das endläd sich dann ja nach vorne. Aber gut, das haben wir schon ma, irgendwo diskutiert.

    Ansonsten, hier ist es, wenn Wasser in der Nähe ist auch 'aus'. Da wir nicht viel Wasser haben und ich immer längere Strecken fahren muss, trainiere ich da auch nicht. Bin mir auch nicht sicher, ob ich es trainieren würde, wenn ich hier um die Ecke alles voller Seen hätte.

    Ich löse das ganze einfach. Zuggeschirr, Zugleine und ggf. Bauchgurt drum und los geht's. Sie macht nichts falsch, kann Stress entladen und wir haben beide was davon.

  • Wo steht denn eigentlich was von Quälerei? :???:


    Ich bin kein großer Freund von völlig hohl drehenden Hunden, aber das Erregungslevel permanent zu kontrollieren finde ich genauso anstrengend bei MEINEN Hunden. Mexx darf auch mal die sau raus lassen. Feli tuts eh nicht |) Der Hund kann glaub ich gar nicht hoch drehend.

    Und wenn mexx beim trailen vorm Start fiept ists auch nicht schlimm in Meiner Welt - solange es sich in einem vertretbaren Rahmen bewegt.
    oder wenn er beim joggen zu Beginn vor Freude rumhüpft.
    Finde ich nicht dramatisch.

    Es kommt halt auch immer auf die Hunde an. Und auf deren Menschen. Schema F finde ich wenig zielführend.

  • Es kommt ja etwas drauf an was wildsurf mit ihrem Hund erreichen will. Leinenführigkeit oder wirkliche Ruhe?

    Was das Arbeiten angeht, kann ich flying-paws nur zustimmen. Auch beim Trailen verleitet ein aufgeregter Start dazu Fehler zu machen, Abgänge zu überlaufen usw.
    Im Dummytraining kann man schon beim ersten Fieps in WTs rausfliegen (weiß ich gar nicht ob sie das vor hat).
    Also da ists schwierig mit aufgedreht lassen.

    Leo ist letztens auch erst beim zweiten Mal die Schleppfährte wirklich gezielt gelaufen. Davor war er zu aufgeregt und hat erstmal sinnlos Energie verschwendet. Erfolg hatte er nämlich so nicht.

  • Ich löse das ganze einfach. Zuggeschirr, Zugleine und ggf. Bauchgurt drum und los geht's. Sie macht nichts falsch, kann Stress entladen und wir haben beide was davon.

    Ich habe da vor Jahren mal ein Experiment gemacht bei meinem Spitz. Chill war in der Standhitze, er wollte sie auch. Ich habe ihn ans Geschirr gemacht (nutze ich im Alltag gar nicht mehr), Leine um den Bauch und habe ihn zerren lassen, nichts korrigiert. Chill läuft immer vorne, er also auch mit Zug immer hinterher. Nach dem Spaziergang war er total drüber, tränende Augen ... nach zwei Tagen begann er sich die Füße blutig zu nagen ... ich habe dann wieder regulierend eingegriffen, die Läufigkeit von Chill war auch vorbei. Es hat einige Zeit gedauert bis er wieder einigermaßen auf Spur war. Er ist vom Temperament "durchgedrehter" als meine Border Collies, sollte ich vielleicht noch dazu sagen.

    Bei der nächsten Läufigkeit ganz anders: Reguliert von Anfang an. Abbruch, Wegschicken, Regeln wann er wo laufen darf, Alternativverhalten, gezielt erwünschtes Verhalten bestätigt. Kein Vergleich zu vorher. Wir konnten unangeleint spazieren gehen. Klar, tiefententspannt ist so eine Zeit nie, aber er kam ganz offensichtlich besser mit Regulierung und Anleitung klar.

  • Mhm, das unterstreicht aber ja die getroffene Aussage, dass es kein Schema F gibt!

    Für meinen Hund ist Ziehen Entspannung. Sie kann Frust und Spannung abbauen. Sie ist danach echt tiefenentspannt und zufrieden. Sonst würde ich es natürlich nicht machen. Bei deinem Beispiel ein absolutes NoGo, das stimmt!

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