Therapiebegleithunde und Kastration

  • Hallo zusammen,

    ich mache zur Zeit mit meinem Labrador Newton eine Ausbildung zum "Therapiebegleithund-Team". Das Institut bei dem ich die Ausbildung mache, vertritt die Meinung, dass Therapiebegleithunde kastriert gehören. Nun ist es leider/zum Glück so, dass ich eher Kastrationsgegner bin und es nicht einsehe, warum ich einen gesunden, im Verhalten völlig unproblematischen Rüden, unters Messer legen und kastrieren lassen soll. Im Laufe der beiden Seminar-Wochen hatte ich mich deswegen auch mehrfach mit der Ausbilderin in der Wolle.

    So, nun steht kommende Woche einer der nächsten Prüfungsteile an und ich befürchte, dass es wieder auf das Thema Kastration kommen wird. Ich habe aber nach wie vor meine Meinung dazu nicht geändert. Die Argumente, die vorgebracht werden, sind vor allem, dass man mit unkastrierten Hunden nicht zuverlässig "arbeiten" kann und dass kastrierte Hunde "führiger" sind. Beide Beobachtungen kann ich so nicht bestätigen.

    Was meint ihr dazu? Seht ihr das auch so? Warum? Warum nicht? Vielleicht finden sich doch noch Argumente, wie die Frau zu überzeugen ist...

    [Da Newton in erster Linie MEIN Hund ist (und nicht "Schulhund", etc.) steht es außer Frage, dass ich ihn kastrieren lasse, nur um bei den Prüfungen nicht durchzufallen...]


    Danke im Voraus für eure Antworten und Beiträge.

    Grüße,
    Rafaela

  • Ich war lange bei einer Trainerin, die Behindertenbegleithunde ausbildet. Und ich VERSTEHE die Einstellung und Handhabe, dass DIESE Hunde - die einen JOB ausführen - kastriert werden. Privat kann ich meinen Hund halten wie ich will und eine andere Meinung haben, aber das ist eben (scheinbar gängige) Vorgehensweise.

    Wenn dir das gegen den Strich geht such dir jemanden, der nicht kastrierte Hunde ausbildet aber lass doch bitte anderen Ausbildern auch ihre Art und Weise, wenn sie damit erfolgreich waren/sind.

  • Die Argumente, die vorgebracht werden, sind vor allem, dass man mit unkastrierten Hunden nicht zuverlässig "arbeiten" kann und dass kastrierte Hunde "führiger" sind. Beide Beobachtungen kann ich so nicht bestätigen.

    Unterschreibe ich so.
    Viele Sporthunde in den höchsten Klassen sind auch Deckrüden und die arbeiten zuverlässig. Und führiger wird ein Hund durch die Kastra auch nicht zwingend. Natürlich muss ein intakter Rüde lernen, mit läufigen Hündinnen umzugehen und auch in deren Nähe noch zuverlässig zu gehorchen. Das ist aber Erziehungssache. Eine Kastration ändert nichts an der Arbeitseinstellung des Hundes. Das ist Veranlagung und (ganz wichtiger Punkt) Aufgabe des Hundefüherers, diese zu fördern.

    Ich würde gar nicht erst versuchen, jemanden zu überzeugen. Es ist deine Einstellung, deine Entscheidung und dein Hund. Eingefahrene Einstellungen ändern sich meist nicht. Und es zu versuchen kostet meist nerven.

    Bilde deinen Hund gut aus, gib dir Mühe und beweise den Leuten, dass es eben doch geht. da zählen wohl nur Taten ;)

  • Ich war lange bei einer Trainerin, die Behindertenbegleithunde ausbildet. Und ich VERSTEHE die Einstellung und Handhabe, dass DIESE Hunde - die einen JOB ausführen - kastriert werden. Privat kann ich meinen Hund halten wie ich will und eine andere Meinung haben, aber das ist eben (scheinbar gängige) Vorgehensweise.

    Wenn dir das gegen den Strich geht such dir jemanden, der nicht kastrierte Hunde ausbildet aber lass doch bitte anderen Ausbildern auch ihre Art und Weise, wenn sie damit erfolgreich waren/sind.

    Ein Assistenzhund ist etwas ganz anderes als ein Therapiebegleithund. Da kann ich die Argumente noch halbwegs nachvollziehen.

    Aber ein Therapiebegleithund ist in erster Linie ein Familienhund, der eben ab und zu auf der Arbeit eingesetzt wird. Dieser Einsatz ist kein MUSS. D.h. wenn der Hund einen schlechten Tag hat, etc. bleibt er eben zuhause.

    Ich sage auch nichts gegen die Ausbildung. Ich bin nur dagegen, meinen Hund unnötig kastrieren zu lassen.

  • Ist eine Kastration denn Pflicht für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Ausbildung?
    Wenn nein, dann würde ich mich da gar nicht auf eine größere Diskussion einlassen.

    Gründe wären für mich, dass kastrierte Hunde teilweise zu Unsicherheiten neigen, was ja gerade bei Schulhunden sehr ungut wäre.

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass es in manchen Fällen sehr schwierig sein könnte mit unkastriertem Hund. Z.B. wenn man öfter Spaziergänge mit den Kindern macht und die den Hund auch mal halten sollen. Aber du wirst ihn ja die meiste Zeit im Schulhaus einsetzen, oder? Da ist die Gefahr meist sehr gering, dass eine läufige Hündin vorbei kommt.
    So könnte man auch argumentieren, also den individuellen Einsatzort miteinbeziehen.

  • Ein Therapiebegleithund ist ein Hund, der eine Therapie begleitet, die von einem professionellen Therapeuten durchgeführt wird.
    Ich bin kein Therapeut und werde niemals einen Therapiehund haben, egal wie toll dieser Ausdruck klingt. Wen therapierst du? Welche Therapie soll der Hund begleiten, bist du nebenbei noch Psycho-, Ergo- oder sonst eine Therapeutin?
    Was ist das für eine unseriöse Organisation?

    Bei uns ist selbstverständlich jedem selbst überlassen, wer nun kastrieren lässt. Wir haben alles da, von unkastrierten Hunden bis hin zu welchen mit Chip oder Kastraten und auch sterilisierte Hunde.
    Dabei arbeiten wir auch oftmals in Hundegruppen und nicht allein mit einem Hund. Da müssen die Hunde also auch miteinander klar kommen.

    Wenn dir die Einstellung der Orga nicht passt und sie dir keinen Schein ausstellen möchten, musst du dir halt eine andere suchen, den Hund kastrieren lassen oder ganz lassen.

  • Ist eine Kastration denn Pflicht für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Ausbildung?

    Offiziell nicht... Aber ob ich mit einem unkastrierten Hund die Prüfung bestehen werde...

    Aber du wirst ihn ja die meiste Zeit im Schulhaus einsetzen, oder?

    Ja, er wird eigentlich nur im Schulhaus eingesetzt. Wenn wir mal nen Spaziergang machen, läuft Newton frei bzw. wenn ich anleinen muss, führe ich ihn.

    So könnte man auch argumentieren, also den individuellen Einsatzort miteinbeziehen.

    Ja, dafür gibt es sogenannte Supervisionsbesuche bei denen die Ausbilderin an die Schule kommt, und sich vor Ort einen Eindruck verschafft.

    Die praktische Prüfung ist jedoch für alle Hunde gleich. Egal ob der Hund in der Schule oder zum Beispiel bei der Ergotherapie eingesetzt wird.

  • Ein Therapiebegleithund ist ein Hund, der eine Therapie begleitet, die von einem professionellen Therapeuten durchgeführt wird.
    Ich bin kein Therapeut und werde niemals einen Therapiehund haben, egal wie toll dieser Ausdruck klingt. Wen therapierst du? Welche Therapie soll der Hund begleiten, bist du nebenbei noch Psycho-, Ergo- oder sonst eine Therapeutin?
    Was ist das für eine unseriöse Organisation?

    Wie das jetzt heißt, soll hier bitte nicht schon WIEDER Thema sein. Dass die Begriffe nicht rechtlich abgesichert sind, ist allgemein bekannt. Die Ausbildung nennt sich nunmal so. Am Ende ist Newton schlicht und ergreifend "Schulhund".

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