Fremder Hund

  • Ich könnte mir vorstellen, dass es leichter ist, wenn du dem Besitzer sagst du hättest das Geschirr geschenkt bekommen, z.B. weil der Hund eines Bekannten verstorben ist...
    Ich glaube ich würde es als Hundebesitzer sehr seltsam finden, wenn du ordentlich Geld für ein Geschirr ausgibst - das lässt den Besitzer ja in einem sehr schlechten Licht dastehen, weil er nicht selbst für solche Dinge aufkommt. Aber was soll er gegen ein abgelegtes Geschirr haben, das seinem Hund zufällig so gut passt.

    Dann kannst du ja noch dazu sagen, dass du persönlich ein Geschirr beim Joggen praktischer findest - ich kann mir nicht vorstellen, dass er da eine genauere Erklärung für braucht.

  • Danke Cherubina. Meine Bedenken gingen auch in die Richtung. Da der Typ sehr großspurig ist.
    Deine Lösung ist spitze.

  • Im Mietshaus meiner Freundin wohnt ein Mann, der sich mehr oder weniger gar nicht um seinen Hund kümmert. Es handelt sich um einen Huskymix, der von ihm vor 3 Jahren aus dem Tierheim geholt wurde. Der Typ sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher.

    Hi...woher wisst ihr das? Beobachtet ihr den Nachbarn ernsthaft 24/7 ?
    Warum ich das frage? Weil ich krank bin und körperlich-optisch-auch nicht der Mensch bin, dem man einen Huskymix zutraut. Mich sieht man auch nur selten mit Yla draussen, und ja, ich wurde auch schon von Nachbarn darauf angesprochen, das der arme Hund doch viel viel Auslauf bräuchte...man sieht NIE das ich mit ihr Laufen gehe....ob das denn so richtig sei...
    Nett angesprochen erkläre ich gern:

    Morgens zwischen 5 und 6 Uhr geht mein Mann mit ihr 1-1,5 Stunden, dann gehe ich vormittags 15-20 Minuten mit ihr, von 14-15 Uhr kommt ihre beste Freundin zu uns heim und die Hunde toben und interagieren 1-1,5 Std, um 19 Uhr hol ich meinen Mann vorm Haus ab und Yla spinnt 10 Minuten rum, um 22 Uhr je nach Bock vom Hund 30 Minuten bis 1 Stunde spazierengehen. Wochenende Wald oder Hundeplatz oder wir fahren ans Meer mit ihr. Ich denke, jede Menge Action für einen Huskymix.
    Sehn meine Nachbarn nur nicht. Und was sie nicht sehn, gibts nicht.
    Ausserdem bin ich ja viel zu dick für so einen Hund...usw.
    Ich seh es halt kritisch, wenn ich lese, der geht NIE mit dem Hund usw, normalerweise sieht man nicht alles, ausser man hat keine anderen Hobbies als nur andre Menschen zu beobachten(und auch da sieht man nur bis vor die Haustüre). Vielleicht ist es für ihn eine wirkliche Erleichterung wenn jemand sein Tier mit auslastet, vielleicht sitzt er nicht nur vorm TV oder steht am Kühlschrank, und wenn du selber schon findest, das du ihn nervst, soll er trällern und jubeln? Nett genug das du den Hund trotzdem mitnehmen darfst.

    Und das mit dem Geschirr, sprechs doch einfach an, das dir der Hund zusehr zieht und du ihm das gern anziehen würdest.Auf deine Kosten. Bricht doch keinem eine Zacke aus der Krone :)

  • Eventuell hilft es, wenn du dich ein wenig (beabsichtigt) in eine Bittsteller-Position bringst, indem du ihm verdeutlichst, dass du den Hund gerne dabei hast, weil du dann nicht alleine raus musst. Dann hätte der Besitzer vielleicht das Gefühl dir etwas Gutes zu tun und nicht, dass du ihm vorführst. (Auch wenn du das am Ende durchaus tust.) Bedanke dich ggf. dafür, dass du den Hund mitnehmen kannst - unter Umständen könntest du ihm so auch das Geschirr als "Dankeschön" unterschieben, denn immerhin lässt er dich mit seinem Hund raus gehen. :) Manchmal kann es helfen einfach die Rollen zu tauschen, das stellt die Dinge dann schnell in einem anderen und versöhnlichem Licht dar.

  • Ich würde bei so einem undurchsichtigen Typen wirklich mit Ehrlichkeit und Samthandschuhen kommen. Die harte Tour oder "lügen" kommen bei dem sicherlich nicht gut an. Am Ende nützt das nämlich dem Hund gar nichts!

    Wie gut kennst Du ihn, dass Du ein gutes Gespräch führen könntest? Wäre er vielleicht bereit Dir den Hund zu übereignen mit der Option, dass er ein stündliches Besuchsrecht eingeräumt bekommt?

    Der Hund stammt doch aus einem Tierheim. Können die Mitarbeiter dort nicht helfen?

  • Hi...woher wisst ihr das? Beobachtet ihr den Nachbarn ernsthaft 24/7 ?Warum ich das frage? Weil ich krank bin und körperlich-optisch-auch nicht der Mensch bin, dem man einen Huskymix zutraut. Mich sieht man auch nur selten mit Yla draussen, und ja, ich wurde auch schon von Nachbarn darauf angesprochen, das der arme Hund doch viel viel Auslauf bräuchte...man sieht NIE das ich mit ihr Laufen gehe....ob das denn so richtig sei...
    Nett angesprochen erkläre ich gern:

    Morgens zwischen 5 und 6 Uhr geht mein Mann mit ihr 1-1,5 Stunden, dann gehe ich vormittags 15-20 Minuten mit ihr, von 14-15 Uhr kommt ihre beste Freundin zu uns heim und die Hunde toben und interagieren 1-1,5 Std, um 19 Uhr hol ich meinen Mann vorm Haus ab und Yla spinnt 10 Minuten rum, um 22 Uhr je nach Bock vom Hund 30 Minuten bis 1 Stunde spazierengehen. Wochenende Wald oder Hundeplatz oder wir fahren ans Meer mit ihr. Ich denke, jede Menge Action für einen Huskymix.
    Sehn meine Nachbarn nur nicht. Und was sie nicht sehn, gibts nicht.
    Ausserdem bin ich ja viel zu dick für so einen Hund...usw.
    Ich seh es halt kritisch, wenn ich lese, der geht NIE mit dem Hund usw, normalerweise sieht man nicht alles, ausser man hat keine anderen Hobbies als nur andre Menschen zu beobachten(und auch da sieht man nur bis vor die Haustüre). Vielleicht ist es für ihn eine wirkliche Erleichterung wenn jemand sein Tier mit auslastet, vielleicht sitzt er nicht nur vorm TV oder steht am Kühlschrank, und wenn du selber schon findest, das du ihn nervst, soll er trällern und jubeln? Nett genug das du den Hund trotzdem mitnehmen darfst.

    Und das mit dem Geschirr, sprechs doch einfach an, das dir der Hund zusehr zieht und du ihm das gern anziehen würdest.Auf deine Kosten. Bricht doch keinem eine Zacke aus der Krone :)

    Weil seine Freundin/Frau darüber immer meckert und meine Freundin Tür an Tür mit ihm wohnt. Anfangs hat er seinen Hund bis zu 24 Std. allein gelassen und das auch so erzählt, denn meine Freundin sollte den Hund Mittags 5 Min laufen lassen. Dadurch kam ich erst auf die Idee ihn mitzunehmen. Die erste Zeit konnte ich ihn noch eigenständig aus der Wohnung holen, weil der Typ nie da war. Der meinte immer nur "Tür ist auf, geh man rein". Der Hund hatte alles vollgepisst und kein Wasser mehr. Mittlerweile fährt der Typ gar nicht mehr weg, aber der Hund kommt trotzdem nicht raus. Keine Ahnung ob er seinen Job verloren hat.

    Außerdem ist das zig Leuten mehr aufgefallen. Ich denke, der Hund ist vom Verhalten her auch auffällig. Der zittert und steht unter Dauerstrom. Außerdem klammert er extrem und will nie nach Hause.

  • Ich würde bei so einem undurchsichtigen Typen wirklich mit Ehrlichkeit und Samthandschuhen kommen. Die harte Tour oder "lügen" kommen bei dem sicherlich nicht gut an. Am Ende nützt das nämlich dem Hund gar nichts!

    Wie gut kennst Du ihn, dass Du ein gutes Gespräch führen könntest? Wäre er vielleicht bereit Dir den Hund zu übereignen mit der Option, dass er ein stündliches Besuchsrecht eingeräumt bekommt?

    Der Hund stammt doch aus einem Tierheim. Können die Mitarbeiter dort nicht helfen?

    Ich kenne das Tierheim nicht.
    Er ist schwierig und ich kann mich nicht so stark verstellen, weil ich ihn einfach aus tiefstem Herzen hasse. Mit Mühe und Not bin ich nett und bittend.
    Er hat halt alles an Technik, Markenkleidung und einen aufgemotzten Wagen. Schwäche ist bei ihm gar nicht drin.
    Ich bin mir nicht sicher, ob er mir, sobald ich wirklich kritisch wäre, nicht sogar ins Gesicht spuckt. :muede: Das ist aber mein Gefühl als Mann.
    Was denkst du?

  • Eventuell hilft es, wenn du dich ein wenig (beabsichtigt) in eine Bittsteller-Position bringst, indem du ihm verdeutlichst, dass du den Hund gerne dabei hast, weil du dann nicht alleine raus musst. Dann hätte der Besitzer vielleicht das Gefühl dir etwas Gutes zu tun und nicht, dass du ihm vorführst. (Auch wenn du das am Ende durchaus tust.) Bedanke dich ggf. dafür, dass du den Hund mitnehmen kannst - unter Umständen könntest du ihm so auch das Geschirr als "Dankeschön" unterschieben, denn immerhin lässt er dich mit seinem Hund raus gehen. :) Manchmal kann es helfen einfach die Rollen zu tauschen, das stellt die Dinge dann schnell in einem anderen und versöhnlichem Licht dar.

    Klingt logisch, wird mir aber schwerfallen.

  • Kann ich verstehen. :/ Man muss sich schon zurücknehmen und verstellen, das würde mir auch schwer fallen. Aber vielleicht erreichst du damit ein gewisses Maß an Vertrauensverhältnis, das irgendwann unter Umständen dazu führt, dass er dir den Hund länger und öfter oder ganz überlässt. Und sei es nur, weil er sich als Gönner vorkommt. Vielleicht stellt sich auch heraus, dass sich irgendeine menschliche Tragödie hinter dem Verhalten verbirgt - und wenn nicht, dann kannst du das am Ende zumindest ganz sicher wissen.

    PS:
    Wahrscheinlich ist der Mann sich seiner Unzulänglichkeiten bewusst und schämt sich ggf. sogar dafür, kann aber nicht über seinen Schatten springen (was schade ist). Ich würde vorerst davon ausgehen, dass er tatsächlich weiß, das er Fehler macht aber zu stolz oder zu verbohrt ist, etwas daran zu ändern. Und dagegen hilft meistens nur Geduld und Freundlichkeit, in der Hoffnung, dass der Mann sich ändert. Denn eins ist (so ungerne man das anerkennt) klar: Ändern kann sich jeder nur selbst.

  • Vielleicht habe ich durch mein anfängliches Verhalten schon viel kaputt gemacht. Ich arbeite an mir und lasse ansonsten meine Freundin vor. Vielleicht funktioniert das ja.

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