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Beiträge von RuDako

    Sorry aber solche Aussagen sind nur eins: Intolerant. Niemand weiß, was sonst noch aktuell ins Leben und die Gedankenwelt einspielt. Jeder reagiert irgendwo mehr oder weniger als andere.

    Stimmt. Das Leidensempfinden ist für jeden anders, was die eine Person als Leid empfindet, ist für den anderen nicht ein Wimpernzucken wert.


    Wenn ich aber weiß, dass ich extrem Stressanfällig bin, mit Abweichungen von meinen Plänen schlecht oder gar nicht umgehen kann, ich bei (scheinbarer) Zurückweisung anderer (Lebewesen) mit innerer Zerrissenheit reagiere oder gar ehrlich und ernsthaft verzweifelt bin ... dann sollte ich die Anschaffung eines lebendigen (kindlichen, unerzogenen, hilflosen) Tieres sehr, sehr gründlich überdenken.


    Es ist ein Welpe. Kein schrecklicher Tyrann. Nichts schlimmes. Und wenn ich nicht in der Lage bin dies in (angemessen kurzer Zeit) zu realisieren und meine innere Mitte (bezüglich des Hundes) wieder zu finden, dann muss ich (meiner Meinung nach) meine eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Haltung eines Hundes sehr, sehr kritisch hinterfragen.


    Und ja, ich denke ich sollte auch dringend hinterfragen, warum ich auf eine von mir selbst getroffene Entscheidung, hinter der keinerlei Zwang und nur der eigene Wunsch nach einem Hund steht, so dermaßen negativ und übermäßig stark reagiere.


    Und diese Feststellung ist absolut nicht intolerant - denn ich spreche niemanden die Tatsache ab, dass er oder sie leidet. Ich hinterfrage nur, wie es in dieser ganz speziellen (selbst herbei geführten und niemals erzwungenen) Situation dazu kommen kann, weil das nicht die Regel sein sollte - eine solche Reaktion impliziert immerhin ein gewisses Leid und Unglück über diese (eigentlich harmlose) Situation.

    Kann es sein, dass manche Neuhundebesitzer nur an Welpenblues leiden wenn nicht alles nach Lehrbuch läuft und sie evtl. mit diesem Welpen überfordert sind weil er sich nicht so verhält wie ursprünglich gedacht?

    Oder gibt es auch Neuhundebesitzer die Welpenblues haben obwohl der Welpe total brav und unkompliziert ist?

    Aber in welchem Lehrbuch steht denn:

    Welpen werden dich nicht einschränken in deinem Leben, es wird sich gar nichts ändern, außer dass du ein süßes Welpenkind an der Leine hast. Sie werden sofort auf dich hören und innerhalb von wenigen Tagen Stubenrein. Sie kuscheln gerne und viel, sie zerstören nichts und werden für die Aufmerksamkeit ihrer neuen Halter ewig dankbar sein. Alles ist rosa vor Liebe und Freude.


    In jedem Welpenratgeber, online oder auf Papier, steht, dass Welpen anstrengend sind, dass sie langsam lernen und erst vieles, vieles kennelernen müssen und auch, dass ein Welpe Zeit, Geld und Freiheit kostet. Insofern laufen doch wirklich die aller-meisten Welpen nach Plan.


    Die meisten Welpen laufen nach lehrbuch, allerdings nicht in der verkürzten Version:
    Kaufen. Seelenverbindung. Ewiges Glück.


    Das meine ich mit selektiver und unreflektierter Informationsbeschaffung. Ob das an den ersten Hund gekoppelt ist, kann ich nicht sagen. Und ich weiß zumindest aus eigener Erfahrung, dass auch der erste eigene Hund, der sich anormal entwickelt (krankheitsbedingt), nicht zu einem Welpenblues führen muss.


    Mit Sicherheit ist das aber eine Sache der Persönlichkeit und des persönlichen Umfeldes - und natürlich des Welpen selbst.


    Menschen, die dazu neigen, anderen die Schuld zuzuschieben, kenne ich nicht als anfällig für Gemütszustände wie den Welpenblues. Solche Sachen erlebe ich vor allem bei Menschen, die zu Selbstzweifeln neigen, die sich selbst verantwortlich fühlen für Dinge, auf die sie gar keinen Einfluss haben.


    Ich lehne mich nun weit aus dem Fenster und ich weiß, dass ich extrem vereinfachte und verallgemeinerte Aussagen tätige (die ganz sicher nicht auf alle Personen zutreffen, aber meinen Gedankengang vereinfacht und in die Extreme geschrieben widergeben), aber:


    Es ist deutlich schicker zu sagen, dass man perfektionistisch und extrem selbstkritisch ist, als festzuhalten, dass man die eigenen Erwartungen unreflektiert an ideellen Werten anderer festmacht, ohne die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.

    Selbstzweifel sind netter zu lesen, als die Unfähigkeit eine Situation einzuschätzen oder - noch besser - sich für eine Handlungsweise zu entscheiden und die Geduld und die Frustrationstoleranz aufzubringen, um den Erfolg einer Trainingsmethode oder einer Entscheidung abzuwarten. Und zu ihr (der Entscheidung) zu stehen, auch wenn die Nachbarn, die Familie, de Freunde, das Dogforum, Facebook, ... die Anderen nicht direkt jubeln oder bestätigend nicken.


    Wenn ich mir etwas gut überlegt habe und mich aus vollem Herzen (und voller Überzeugung) für einen Welpen entscheide, dann kann ich doch nicht in Selbstzweifeln versinken, wenn der Furzknoten nicht innerhalb von sieben Tagen durchschläft, noch in die Wohnung pinkelt oder die Stuhlbeine weiter annagt. Oder schlimmer: Nicht aus dem Nichts heraus seinen neuen Halter mit bedingungsloser Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet.


    Woher kommt diese (scheinbar unbewusste?) Erwartung, das bei einem selbst alles nach einem idealisierten, utopischen Plan läuft?


    Und wenn sich dann heraus stellt, dass meine eigene Entscheidung unreflektiert war, dann liegt die Schwierigkeit viel zu schnell bei jemand anderem, gerne: Die Gesellschaft oder das anonyme "man". Dieser "man" mag keine bellenden, laufenden, haarigen, großen, kleinen, schwarzen, weißen, kinderlieben, artgenossenaggressiven , ... Hunde. Man weiß das. Man macht dies. Man erwartet jenes. "Man" beeinflusste angeblich die eigenen Entscheidungen. Und "man" ist dann auch gleich ursächlich (also gemeinhin schuldig) für das eigene Handeln.


    Dabei ist das eigene Handeln - hier nur auf den Hund und die Anschaffung des Welpen bezogen - doch voll und ganz das Ergebnis eigener Entscheidungen (und nur der eigenen).

    Der Entscheidung für bestimmte Informationsquellen. Die Entscheidung für die Art und Weise mit den Informationen umzugehen. Die Entscheidung für die Beschaffungsquelle des Hundes, für den Zeitpunkt, für die Rasse, für jede einzelne, kleine und große Handlung. Vor allem für die Entscheidung die eigenen Wünsche, die eigenen Vorstellungen, aber auch die eigenen Fähigkeiten (zum Beispiel mit Frust und Einschränkung umzugehen) und Möglichkeiten ehrlich oder nicht zu reflektieren.


    Ich wage zu behaupten, dass ganz selten der Welpe ursächlich für eine tatsächlich auffällige Abweichung der Norm (seiner Art, seiner Rasse, seiner Herkunft ...) ist.


    Aber vielleicht bin ich auch zu kritisch mit den Möglichkeiten vieler Menschen und ihnen ist es einfach bisher im Leben noch nicht gegeben worden, die eigene Frustrationstoleranz, Kompromissbereitschaft und die eigenen Fähigkeiten in punkto Problembewältigung (Abweichung von idealisierten Traumbildern) kennenzulernen oder einzuschätzen. Vielleicht liegt einfach in dieser mangelhaften Erfahrung der Grund für die plötzliche Überforderung mit den eigenen Entscheidungen (der Hundeanschaffung, die ein Hobby und für niemanden ein Zwang ist, also freiwillig getätigt wird).


    (Und diese mangelnde Erfahrung mache ich auf gar keinen Fall am Alter fest, genauso wenig die Fähigkeit zu reflektiertem, achtsamen Verhalten.)

    Ich kenne den Welpenblues nur aus dem Forum. Bei keinem meiner Hunde, auch nicht bei dem wirklich kranken, verhaltensauffälligen Welpen Hamlet, hab ich je einen solchen dramatisch beschriebenen Zustand der Selbstauflösung erlebt.


    Auch wenn ich Zweifel und Hadern in gewissen Grenzen vollkommen natürlich finde, gibt mir spätestens die Schuldverschiebung wirklich zu denken.


    Da ist das Internet Schuld. Die endlosen Informationen. Die zu geringen Informationen. Der dubiose Züchter. Die falsche Tiervermittlung. Die neugierige Gesellschaft. Die kritischen Gesetze. Die Anderen, die gucken. Die Anderen, die hören. Die Anderen, die ...


    Hauptsache nicht die eigene Person und Persönlichkeit, die da ganz offenbar nicht mit Verantwortung und der Beschneidung der eigenen Selbstverwirklichung zugunsten eines anderen Lebewesens klar kommt. Aus welchen Gründen auch immer.


    Damit will ich auf keinen (!) Fall die Existenz von Depressionen, Burn Out und anderen psychischen Erkrankungen weg- oder klein reden. Gerade nicht im Bezug zum Thema Hund, wie es für einige (die dies geschrieben haben) hier bittere Realität ist. Diese Fälle gibt es, unumstritten.


    Ich bin nur fest davon überzeugt, dass in der absoluten Mehrzahl der Fälle von "Welpenblues" die oben genannte Schuldverschiebung als Strategie genutzt wird, um die eigene Unfähigkeit und / oder den eigenen Unwillen jemand oder etwas anderem in die Schuhe zu schieben. Das ist leichter, als an der eigenen Person zu arbeiten (arbeiten zu müssen, weil man selbst und niemand und nichts sonst Schuld hat).


    Selektive (und unreflektierte) Wahrnehmung bei der Informationsbeschaffung und Auswertung der Informationen, eigene Selbstdarstellung bei der Planung und Inszenierung sowie keine ausreichende Selbstreflexion bei der Beurteilung eigener Möglichkeiten, Fähigkeiten und Wünsche, sind hier Stichworte, die mir dann immer durch den Kopf schießen. Und natürlich ein erhebliches Maß an fehlender Frustrationstoleranz und Kompromissbereitschaft.


    Um meine Gedanken dazu einmal in sehr klare Worte zu fassen. Ich kann nämlich bei vielen Niederschriften auch nur fassungslos den Kopf schütteln, auch wenn ich weiß dass das eigene Leidempfinden an einem ganz persönlichem und nicht an irgendeinem generellen Richtwert bemessen wird.

    Hier spielt und bockt und springt und wuselt auch die Achtjährige noch herum - aber die ist eh ein Partygirl,wie sich das für die Mischung auch gehört. ;)


    Trotzdem ist die reifer geworden im Kopf, etwa mit vier Jahren würde ich sagen. Sie ist kontinuierlich weniger kindlich in ihren Entscheidungen geworden und weniger sprunghaft im Verhalten, verlässlich auf eine vorhersehbare und ruhige (nicht inaktive) Weise. Artgenossen fand sie hingegen schon mit anderthalb komplett an ihren Bedürfnissen vorbei geschaffen.


    Der Spaniel hat diesen Schritt früher gemacht, auch wenn er sicher noch ein Weilchen im Reifeprozess ist. Er ist vom ganzen Wesen her ernster (trotz großer Freundlichkeit, eher als Nachdenklichkeit gemeint) und konsequenter in seinen Verhaltensweisen. Die Entwicklung war weniger 'heftig'. (Oder eher deutlich?)


    Ich würde das Erwachsenwerden also an einer gewissen Reife und einer Kontinuität in den Aktionen und Reaktionen festmachen. Eine hohe Verlässlichkeit, bei grundsätzlicher Sicherheit in den eigenen Entscheidungen und bei der Findung derselben.

    Aber natürlich spielt bei einzelnen Hunden noch viel mit hinein.


    Erwachsene Hunde sind einfach toll. ❤️


    Was zieht denn ein Brizo ?

    Hier bekommen die Hunde auch zweimal täglich Futter, plus Mittags einen kalten Gurken/Möhrensnack (den hat die Schwiegermutter eingeführt und der ist nicht immer, aber oft, dabei). Beide bekommen Trockenfutter, welches auch als Belohnung genutzt wird, neben anderen Kleinigkeiten (Kaustreifen, mal Leckerchen, öfter Sprotten, ...). Da die Trockenfutterportionen eher klein sind und das alte Mädchen zwischenzeitlich zu wenig getrunken hat, haben wir uns angewöhnt mit gekochtem Gemüsemix (manchmal auch mit Obst) aufzufüllen und ein wenig einzuweichen. Manchmal gibts auch ein bisschen Nassfutter untergemischt. Also bunt variiert.


    Die Grundportion liegt für Dakota (~24kg, 8 Jahre) bei etwa 275 Gramm (Markus Mühle Senior) und für Pepper (~26kg, 2,5 Jahre) bei etwa 360 Gramm (Bosch Adult Soft).


    In Zeiten, in denen viel los ist, wir also aktiver sind, bekommen sie auch einfach mal etwas mehr - ansonsten ist aber im Gemüse/Obstmix oft auch kalorientechnisch Gehaltvolles drin. :) Die Portionsgröße variiert also auch über die Zeit, nicht nur über den Tag verteilt.

    Apropro hübsche, kleine, agile ... Senörchen. Hier ist die Schönste von allen. Und gleich noch von der Schokoladenseite - dem Pö! ;)




    So richtig eine Seniorin ist sie nicht, aber mit acht Jahren durchaus nicht mehr jugendlich. Ruhiger ist sie jedenfalls definitiv geworden. Viel ruhiger. Im Vergleich zu ihr war der Spaniel-Junghund wirklich entspannt, da waren wir einfach anderes gewöhnt. Dabei ist Pepper kein lethargischer Hund, überhaupt nicht. Nur anders. Ob ich aber auf den spinnerten Boxerwahnsinn wirklich für immer verzichten könnte, wenn es einmal soweit ist ...? Ich weiß nicht.

    Pepper hat auch alles noch beim Runterschlucken wieder verbrannt, da konnte und kann man schnell alle Rippen fühlen. Jetzt mit fast 2,5 Jahren kriegt der Hund Substanz und wird (immer schöner! :cuinlove:) etwas breiter. Pepper bekommt auch über Angabe Futter.


    Ich fütter nicht bis er satt ist, dann würde er platzen, aber schon nach Bauchgefühl und Bedarf. Letzterer ist inzwischen wieder etwas gesunken, aber bislang muss ich mir um 50Gramm mehr gar keine Gedanken machen. Verbrennt er einfach. (Obwohl er gar nicht hyperaktiv oder extrem sportlich unterwegs ist.) Auch zusätzlicher Kaukram macht keinen Unterschied.

    Und selbst wenn man es schaffen würde, dass sowohl der Rüde auf dem Papier deckt, als auch der zweite "heimliche" Rüde, wüsste ich am Ende ohne DNA Test doch gar nicht ob und wenn welcher Welpe von welchem der beiden Rüden abstammt.


    Um also meinen "Inzest"Welpen zu bekommen (wenn der heimliche Rüde dann der Bruder, Vater oder Sohn war), müsste ich einen DNA Abgleich machen ... Und damit wäre dann auch wieder nachvollziehbar was Sache ist.


    Wenn ich natürlich die Papiere am eigenen PC erstelle, dann kann ich mit Namen bunt ausdenken und reinschreiben, ob die Hunde dann existieren ist vollkommen egal, vom Verwandtschaftsgrad ganz zu schweigen.

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