Denken in komplexen kausalen Zusammenhängen?
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Ich glaube dass manche Menschen Ihre Hunde und das Denken der Hunde zu sehr vermenschlichen. Wenn ich mit einem meiner Hunde irgendwo hingehe wo er von einem anderen Hund gebissen wird (zB.) wird er mir nicht die Schuld daran geben. Wenn ich ihn aber 5 Mal an den selben Ort bringe und er wird 5 Mal gebissen wird der eine oder andere Hund "denken", mein Mensch ist ist Scheisse und bringt mich in diese Situation. Ein anderer Hund wird dann eher aggresiv und angreifen bevor er gebissen wird.
Als die Hündin meines Sohnes Kyra gebissen hatte musste meine TA sie nach der Operation sofort mittels Spritze aufwecken weil sie Probleme mit der Atmung hatte (Bruta hatte ihr die Speiseröhre perforiert). Ich hatte unten im Cafe auf den Ausgang der OP gewartet. Bin also hoch als meine TA mit angerufen hat und wollte sie abholen. Kyra wollte sich nicht von mir anfassen lassen und hat sich vor mir versteckt und versucht mir zu beissen als ich sie auf den Arm genommen habe. Dass alles ist für mich nachvollziehbar, der Angriff, die Schmerzen, etc.
Der Angriff fand bei mir im Garten statt. Nun gestern hatten wir die Situation dass mein Sohn und ich auf dem Sofa von dem Ferhseher sassen, alle 6 Hunde waren drinnen. Kyra ist die einzige die auf das Sofa darf. Plötzlich sprang sie runter und tippelte nervös hin un her. Sie musste raus zum pinkeln, traute sich aber nicht alleine raus weil sie an Bruta hätte vorbeigehen müssen. Also bin ich aufgestanden und mit ihr raus.
Daraus ziehe ich den Schluss, dass Kyra mir nach wie vor 100% vertraut obwohl ICH damals die böse Bruta mit ihr alleine gelassen habe, ICH sie nach dem Angriff unter dem Bett herausgzogen und in eine Kiste gesperrt habe (an dem Tag hatte ich kein Auto und mein Nachbar hat mich in seinem neuen Auto zum TA gefahren und ich wollte das nicht vollbluten) und ICH habe sie danach 2 Wochen jeden Tag gespritzt.
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Hi,
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Ich finde das Thema sehr interessant, weil ich mich lange damit beschäftigen musste. Luna ist ein unsicherer Hund, war sie schon immer. Aber die Symptome sind ja doch recht ähnlich, ob da ein sicherer oder ein unsicherer Hund prollt. Meine Unwissenheit gepaart mit den üblichen Sprüchen wie "das muss sie alleine regeln" usw. (ihr kennt sie ja alle
) habe ich sie nicht unterstützt in entsprechenden Situationen, selbst als sie bei mir war. Im Nachhinein bin ich soooooooo sauer auf mich
.Lange Rede, kurzer Sinn: Sie hat das Vertrauen in mich verloren gehabt. Aber nicht, weil ich sie in die Situationen gebracht habe, sondern weil ich die Situationen nicht vernünftig geregelt habe. Ob der Hund dann so weit zurückdenken kann, hmm...
Das Vertrauen wieder aufzubauen ist übrigens (zumindest bei Luna) extrem schwierig.
Ich finde das Thema, super spannend
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Draußen regelt mein Hund seinen Kram lieber selbst. Normalerweise macht er das auch ganz gut.
Da vertraue ich ihm, sozusagen. Ist mir eigentlich auch ganz recht so.Ansonsten ist sein Vertrauen zu mir grenzenlos, würde ich mal sagen. Hat er vor etwas Angst (Hängebrücke, Gitter, enge Wendeltreppe) und ich sag: Da kannst du ruhig rüber, dann geht er rüber. Vielleicht geduckt und mit eingezogenen Schwanz, aber er hat bislang alles gemacht, was ich von ihm gefordert hab. Mittlerweile sogar schwimmen

Als wir beim TA waren wurde Djego eine entzündete Kralle gezogen. Ohne Betäubung und ich hab ihn während der Prozedur gewaltsam auf dem Behandlungstisch runtergedrückt. Danach war er nicht anders zu mir als vorher.
Und trotzdem springt er auf meine Aufforderung hin auch immer noch auf den TA Tisch.
Sieht er allerdings jemanden in weißer Hose ins Wartezimmer kommen, macht er sich ganz klein und hofft, dass ihn niemand sieht.Vielleicht hab ich auch nur ein besonders einfältiges Exemplar erwischt, das zu solch komplexen Gedankenschritten nicht in der Lage ist

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Hi,
Einfältigkeit und Souveränität schließen sich nicht gegenseitig aus...
In dieser gesunden Mischung hört sich das sehr nach glücklichem Hund an.Mikkki
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Dann bin ich auch froh über meine / wobei Hilde nicht souverän ist. Und Theo ist dahingehend auch nur der Einäugige unter den Blinden.
Ich bin fest davon überzeugt dass Hunde diese Gedanken nicht haben "mein Mensch hat mich hier her gebracht also ist der doof". Wenn ich als Kind auf dem Spielplatz mit einem anderen Streit hatte, fand ich deswegen auch meine Mutter nicht doof, sondern das andere Kind.
Jedenfalls hat keiner meiner Hunde und Pflegis und Sitterhubde jemals sowas gezeigt, was in die Richtung des Beschriebenen geht.
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Mein Arthos wurde einmal als Welpe, einmal als Junghund grundlos von Golden Retriever Rüden verprügelt.
Da diese Angriffe wie aus dem Nichts kamen, war ich zu spät dran, um ihn zu schützen.Hat er die Kloppe mit mir verknüpft? Nein!
Als er sich erwachsen genug fühlte, waren seine Haßobjekte große blonde Rüden, die er dann gerne verprügelt hätte.
Da ich ja ein sehr neugieriger Mensch bin, habe ich mich auch mit ND beschäftigt, bzw. mich über diese "Idee" informiert.
Mein Fazit war ebenfalls, was ich davon halten soll? Abstand
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Ich glaube auch, dass man den Hund in seiner Intelligenz etwas überfordert, wenn man ihm das Erkennen solcher Zusammenhänge unterstellt. Wobei es wahrscheinlich Spezies gibt, die zu so etwas in der Lage sind, eine Krähe zum Beispiel. Deren Gehirn ist in Proportion zu ihrer Körpergrösse etwa doppelt so gross wie der Durchschnitt. Unsere Hunde sind diesbezüglich eben "nur" durchschnittlich.
Das Tierarzt-Argument halte ich auch nach dieser ganzen Diskussion noch für sehr schlüssig :-)
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Zwei Rüden treffen sich im Hundefreilauf-Gebiet. Der eine Rüde bekommt vom anderen eins auf die Mütze. So, nach diesem Vorfall, so die Dozentin, denkt sich der unterlegene Rüde "Weil du (also der HH) mich hier hergebracht hast, bin ich in diese für mich unangenehme Situation gekommen. Kann ich dir so noch weiter vertrauen?"
Das kenne ich von meinem Terrier.
Er ist ja eh ein Problemhund, was das Vertrauen zu Menschen angeht, und wir haben uns das hart erarbeitet.Irgendwann letztens im Hundeverein beim Training:
In der Gruppe war ein Rüde, den mein Terrier nicht mag. Terrier pöbelte an der Leine, also raus aus der Gruppe, Hund wieder auf mich aufmerksam machen usw.
Terrier pöbelte wieder.
Da meinte der Trainer, er müsste dem Terrier mal ganz "old school" eine Lektion verpassen.
Ergebnis: Trainer musste seine zerbissene Hand im KH behandeln lassen.
Und der Terrier hat mich einige Tage ignoriert, denn ich hatte ihn in diese Situation gebracht und nicht beschützt. -
Und der Terrier hat mich einige Tage ignoriert, denn ich hatte ihn in diese Situation gebracht und nicht beschützt.
Oder er hat dich ignoriert, weil du dich aufgrund dieses Vorfalls anders verhalten hast :-)
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Das kenne ich von meinem Terrier.Er ist ja eh ein Problemhund, was das Vertrauen zu Menschen angeht, und wir haben uns das hart erarbeitet.
Irgendwann letztens im Hundeverein beim Training:
In der Gruppe war ein Rüde, den mein Terrier nicht mag. Terrier pöbelte an der Leine, also raus aus der Gruppe, Hund wieder auf mich aufmerksam machen usw.
Terrier pöbelte wieder.
Da meinte der Trainer, er müsste dem Terrier mal ganz "old school" eine Lektion verpassen.
Ergebnis: Trainer musste seine zerbissene Hand im KH behandeln lassen.
Und der Terrier hat mich einige Tage ignoriert, denn ich hatte ihn in diese Situation gebracht und nicht beschützt.Hat er dich "nur" ignoriert oder hat er dich ignoriert UND Situationen selbst in die Hand genommen? Bei einem Terrier mit einer solchen Reaktion wäre nur zweiteres für mich ein Hinweis auf fehlendes Vertrauen.
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