Ich mag meinen Hund nicht?
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Hallo Foris,
Ich habe mich hier angemeldet, um euren Rat einzuholen. Ich bin alleinstehend, habe einen 8jährigen Hund (DSH) vom Welpenalter an und habe mir nun einen zweiten Hund mit 6 Jahren aus einer Privatabgabe (quasi Scheidungskind) dazu geholt.
Ich hatte schon mehrere Jahre den großen Wunsch nach einem zweiten Hund. Ich habe mich lange informiert, viel nach dem Hund gesucht, nun passen die Lebensumstände und der Zweithund ist vor 3 Wochen eingezogen, den ich immer wollte.
Es ist ein Rüde, Mischling, mittelgroß, unglaublich toll und lieb. Ich habe nur wenige Baustellen mit ihm, er versteht sich super mit der Ersthündin. Er hat einen tollen Charakter, ist recht unkompliziert, putzmunter und entspannt hier zusehends. Eigentlich habe ich wirklich ü-ber-haupt nichts zu meckern.
Nur eine Sache, die wurmt mich: Ich kann überhaupt keine Bindung zu ihm aufbauen. Ja, er ist lieb und toll und ich mag ihn irgendwo, nur sind da sonst keine Gefühle für diesen so liebenswerten Hund. Er ist halt da.
Diese Bedenken fressen sich in mich hinein. Wieso mag ihn jeder, nur ich nicht? Ich bin doch verantwortlich für ihn.Um ein paar Vorurteile vorweg auszuräumen: Mit dem Hund an sich bin ich nicht überfordert. Klar, das Händeln soll gelernt sein, aber es fällt mir nicht schwer mit den Zweien. Ich fühle mich im Prinzip nicht überfordert oder der Aufgabe gewachsen. Der Rüde orientiert sich gut an mir und kommt oft schmusen, ich kann beide gut auslasten. Der Hund hat eigentlich ein schönes Leben bei mir.
Nur ein gutes Zuhause reicht doch nicht, oder? Der Hund braucht doch einen, der in lieb hat. Ich überlege ernsthaft, wenn sich die Gefühle für den Hund nicht ändern, für ihn ein anderes Zuhause zu suchen, wo dieser tolle Hund geliebt wird.
Ich bin wirklich verwirrt ob meiner Gefühle für den Hund. Erst wollte ich einen, hab mich schlau gelesen, ewig gesucht - und nun empfinde ich rein gar nichts für ihn. Was soll ich tun? Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
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Hi,
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Abwarten. Bindung kann per definitonem gar nicht von jetzt auf gleich auftauchen. Für Bindung braucht ihr einfach Zeit. :)
Vermutlich vergleichst du das Gefühl mit dem, was du für deine Hündin hast. Mit der lebst du aber seit 8 Jahren (!) zusammen. -
Hey,
also ich denke, dass dein Verhalten nicht schlimm ist. Ich lese hier raus, dass alles mit dem Hund stimmt und auch passt, der Funke aber einfach noch nicht übergesprungen ist. Für mich muss man sich nicht in einen Hund auf den ersten Blick unsterblich verlieben. Es ist doch normal, dass eine Beziehung und eine Bindung erst nach einer Zeit entsteht.
Ich finde die Bindungen, die am Anfang etwas Zeit brauchen werden nachher umso stärker und reißen nicht so abrupt ab, wie sie auch gekommen sind.
Geb dir und dem Hund noch etwas Zeit und überhaupt die Chance eine dicke Freundschaft zu entwickeln ;-) -
Gib dem ganzen Zeit. Gerade weil er so unkompliziert ist, löst er in dir vielleicht keine Beschützergefühle aus. Oder dieses "Fury-Gefühl" - nur ich komme mit diesem Tier zurecht! Er "braucht" dich nicht.
Und er hat ja selbst sein Zuhause verloren und braucht ein bisschen Zeit um sich einzulassen, weniger "neutral" zu sein.
Er macht dir ja keine Probleme. Sieh ihn als Gast an, warte ab, schau was sich entwickelt.
Und wenn es tatsächlich nicht "dein Hund" wird, dann wäre es natürlich auch ok, ihn in ein gutes Zuhause zu vermitteln.
so sehe ich das... Liebe ist nicht immer gleich da, das muss sich auch entwicklen dürfen. Das ist doch sogar bei Eltern und Kindern so, dass die Bindung erst entsteht und nicht immer direkt da ist.
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Irgendwie verstehe ich das nicht:
Dem Hund geht es gut?
Er hat sich eingelebt und in sein Leben ein gefunden?
Er bekommt Futter, Aufmerksamkeit, Auslastung....?Was fehlt Deiner Meinung nach im Leben diese Hundes?
Denkst Du ernsthaft, ein Hund der ein GUTES Leben hat, findet es dann doch Scheiße, weil der Mensch nicht in der Lage ist, ihn sofort kompromisslos zu "lieben"?Lass Dir Zeit, lernt Euch kennen, wer weiß, was kommt.
Und wenn die tiefe Zuneigung nicht kommen sollte, ist der Hund dennoch sicher nicht unglücklich, denn eigentlich hat er alles, was er braucht!
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Was du tun solltest? Geduld haben mit dir selbst.
Beziehungen müssen Zeit haben, um zu wachsen. Dein Zweithund und du, ihr seid vorläufig noch Fremde füreinander. Such mal hier im Forum nach dem Stichwort "Welpenblues", da findest du jede Menge Beiträge von Menschen, denen es ähnlich geht wie dir. Ob Welpe oder erwachsener Hund, das Prinzip ist das Gleiche, wenn ein neuer Hund ins Leben tritt.
Die Beziehung zu deinem Ersthund das Ergebnis von 8 Jahren. Den Zweithund hast du erst seit drei Wochen. Ist doch klar, daß ihr noch keine vergleichbar tiefe Beziehung aufbauen konntet.
Gib euch Zeit und lebe einfach mit dem Hund, ohne vorerst die ganz tiefe Liebe zu erwarten, und dann wird er dir ganz allmählich ans Herz wachsen.Mir ging es anfangs mit meinem Welpen ähnlich. Niedlich war sie ja, aber die Beziehung war mit meiner vor Jahren verstorbenen Hündin nicht zu vergleichen. Das hat sich erst ganz allmählich entwickelt.
Dagmar & Cara
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Ich finde auch, dass du euch einfach Zeit geben solltest
Eine Bindung entsteht doch erst durch gemeinsame Unternehmungen und Zeit, die man miteinander verbringt.
Man muss den anderen doch erst einmal richtig kennen lernen - seine Macken, seine Liebenswertigkeiten,.... um zu wissen, wofür man ihn liebt
Nach 3 Wochen gibt es ja einfach noch nicht so viel, was man schon gemeinsam "durch" und erlebt hat - du kennst deinen Neuling ja noch gar nicht in all seinen Facetten und grad wenn alles so easy going läuft bei euch kannst du ja auch nicht sagen : "Wahnsinn, was wir schon gemeinstert haben!"
Aber das kommt sicher und dann lachst du bestimmt darüber, dass du dir am Anfang solche Sorgen darüber gemacht hast

Bei meinem damaligen Gassi-Hund hat mich den ersten Monat auch dieses Gefühl begleitet... Ist eben kein kleiner Welpe mehr mit Kindchen-Schema, dass einen dazu verleitet, sofort die absoluten "Mutter-Gefühle" zu schieben ^^
Aber wenn man ein bisschen was Schönes zusammen erlebt hat, dann kommt dieses "Wir-Gefühl" meist ganz heimlich und leise von ganz allein
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Danke für eure schnellen Antworten.
Ich bin selbst sehr hin und her gerissen. Einerseits denke ich wie ihr - er ist neu, ich bin ihm neu, ich kann ihn nicht mit meiner Emma vergleichen (die ist wirklich meine tierische Seelenverwandte). Ich sollte uns beiden Zeit lassen.
So, und was ist, wenn da nichts mehr kommt? Ich habe aus rationalen Gründen entschieden ihn zu nehmen (Pro und Contra abwägen usw) und war ja schon etwas verliebt, das ist aber schon nach einem Tag weg gewesen. Was ist, wenn er sich so stark an mich bindet, nachdem er seine Familie schon einmal verloren hat, und ich erst nach vielen Wochen oder Monaten eingestehe, dass er halt "nur" dabei ist (und ich ihn eigentlich gar nicht "brauche"). Dann muss sich der arme Tropf schon wieder von seiner Bezugsperson trennen. Ist es da nicht sinnvoller einen sauberen Cut zu machen und ihm ein Herrchen zu suchen, dass ihn genauso gut behandelt wie ich, aber das ihn einfach über alles lieb hab?
Ich weiß halt auch nicht, was ich gegen ihn habe. Teilweise nervt er mich, weil er so lieb und anhänglich ist. Mensch, ist das ein schlimmer Hund. Ich habe ein schlechtes Gewissen und habe das Gefühl ihn gar nicht zu verdienen.
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habe mir nun einen zweiten Hund mit 6 Jahren aus einer Privatabgabe (quasi Scheidungskind) dazu geholt.
Ist doch normal, dass Du zu einem Hund, den Du als Notfall aufgenommen hast, nicht von jetzt auf gleich dieselben Gefühle aufbringst wie zu Deinem Hund, den Du schon lange hast.
Du darfst Deine Gefühle für den einen Hund nicht mit denen für den anderen vergleichen.Bindung braucht Zeit.
Von anderen Hundebesitzern, die erwachsene Hunde aufgenommen haben, und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass da locker mal 2 Jahre ins Land gehen können, bis die Gefühle für den Zweithund so sind wie für den ersten.Wenn der Hund so toll ist, wie Du schreibst, dann gib ihm die Chance und habe Geduld mit Dir selbst.
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Hallo @frolleinvomamt
Danke dir. Aber ich hab ihn ehrlich gesagt nicht aus Mitleid oder aus der Not heraus genommen. Den Exbesitzern tut es sehr leid, dass sie ihren Hund abgeben müssen, sie hätten aber noch ein bisschen auf den "Richtigen" gewartet. Ich kam nur zufällig zum Hund und dann stimmte für mich halt sehr viel.Ich versuche die beiden nicht zu vergleichen. Das fällt mir ehrlich gesagt auch nicht schwer, sie sind äußerst unterschiedlich in Aussehen und Charakter. Mir ist auch irgendwo klar, dass Rasco nicht so eng mit mir sein kann wie Emma. Das verlange ich gar nicht. Aber ein bisschen Empathie braucht man schon, oder?
Vielleicht hab ich auch zu hohe Erwartungen gehabt. Jahrelang war da dieser Wunsch, nun hat sich alles besser und schneller erfüllt als gedacht. Vielleicht ist das die Leere, die ich spüre.
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