Hundeschulen und ihre Methoden

  • Hallo,

    ich habe einen 3-jährigen Hund der nicht perfekt ist (welcher Hund ist das schon). Heute habe ich mit einer Freundin eine Frau mit Hund getroffen, die von ihrer Hundeschule erzählt hat. Ich kenne die Hundetrainerin und finde sie sehr eigen.

    Es wird ohne Leckerchen gearbeitet, die Frau erzählte, daß ihr Hund schon nach einem Tag perfekt bei Fuß laufen konnte und "Sitz und Platz" kann. Für Platz muß sie sich so über den Hund beugen, daß er gar nicht anders konnte als ins Platz zu gehen.

    Neulich hab ich die Trainerin beobachtet, ein kleiner Hund sollte ins Sitz, der Hundehalter stand gebeugt vor dem Hund und die Trainerin direkt hinter dem Hund, so daß er nicht ausweichen konnte. Ich hatte das Gefühl, der Hund war total überfordert.

    Die heutige Hundehalterin meinte, sie würde sehr streng sein, aber der Hund müsse verstehen, daß sie der Rudelführer wäre. Der Trainerin ihr weißer Schäferhund kenne ich fast nur im Fußlaufen, perfekt, aber mir tut es für den Hund schon fast leid.

    Was ich sehr witzig fand. Der heutige Hund (eine 6jährige Setter-Mix Hündin aus Rumänien) hatte einen extremen Jagdtrieb. Ohne Leine laufen ist wohl nicht möglich, da alles gejagt wird, Vögel, Eichhörnchen einfach alles. Die Trainerin meinte, da könne man nix machen, eine Ersatzbeschäftigung suchen wäre die einzige Möglichkeit. Fand das schade, das am Jagdproblem nicht gearbeitet wird, Sitz und Platz ist für mich nicht das Wichtigste.

    Ich arbeite mit Leckerchen, nicht übermäßig aber wenn meiner was toll gemacht hat, wird er belohnt. Meiner ist ein totales Weichei mit Strenge kommt er gar nicht klar, ich will kein Rudelführer sein (glaube das man das als Mensch eh nicht kann). Ich möchte mit meinem Hund zusammen Spaß haben, er muß einen Grundgehorsam haben aber er muß nicht gedrillt sein. Er darf auch mal bischen sein Ding machen, wenn es im Rahmen ist.

    Ich finde jeder muß für seinen Hund das finden, was zum Hund und Halter paßt. Für mich gibt es nicht nur eine richtige Methode. Aber einen Hund mit Angst und Streß zu erziehen finde ich traurig.

    Wie sind Eure Meinungen, was habt ihr für Erfahrungen? Wie erzieht ihr?

    LG Sabine

  • Ich kenne jetzt nur ein Hundeverein und mit der habe ich nur positive Erfahrungen gemacht. Darüber bin ich wirklich froh,wenn ich ansonsten die Horror Storys lese. Bei der Auswahl hat mir das Internet geholfen. Dennoch war ich beim ersten Besuch nervös, gott sei dank wurde dort positiv trainiert. Die Leute waren/sind auch total nett.

    Suchst du eine Hundeschule?

  • Wenn mir ein Trainer sagen würde, er arbeitet generell nicht mit einer bestimmten positiven Motivation, wäre er für mich schon unten durch, denn letztlich käme es für mich immer auf den Hund an. Smilla z.B. würde prima ohne Leckerlie leben können, leider bekomme ich das Timing mit Spielzeug aber nicht genug hin, um ihr Hirn am abschalten zu hindern, so dass ich Leckerlies bei ihr gerne nutze :D .

    Grundsätzlich steht bei mir am Anfang von allem: Freude an der Zusammenarbeit, viele gemeinsame Erfolgserlebnisse, Aufmerksamkeit, sich dafür interessieren, was der andere will (keine Einbahnstraße!), aber auch dass der Hund lernt, sich und seinem Körpergefühl zu vertrauen und aus Übungen immer mit einem guten Gefühl geht, egal ob auf dem Hundeplatz oder im Alltag. Wenn dieser Grundstein da ist und es an die Feinheiten geht, dann schaue ich, womit der Hund motiviert, aber auch "denkend" bleibt, teile ihm aber auch mit, was ich nicht möchte. Ausgehend davon, dass der Hund Zusammenarbeit eh prima findet und man nicht unfair oder völlig miserabel im Timing ist, wird der Hund dann nicht zusammen brechen, sondern ein "das will ich nicht" als Aufforderung zum Ausprobieren von etwas anderem sehen. Das ist das Optimum für mich und wirkliche Zusammenarbeit. Ich bin für dieses Optimum eher hinderlicher, als meine Hunde, denn am Timing und am gelassen-bleiben in allen Stresssituationen arbeite ich nach wie vor :ops: .

    Ich liebe Hunde, die ein Leuchten in den Augen haben, wenn man sie anspricht und eine "Übung" vorschlägt (was auch immer), so dass Training über "Angst vor Konsequenzen" für mich gar nicht ginge.

  • Als ich mit meiner ersten Hündin vor gut 20 Jahren in der Hundeschule war, ging es primär um die "Erziehung" des Hundes, darum, ihn in korrekter Haltung die Kommandos richtig ausführen zu lassen.
    Motivation waren aber auch da schon primär Leckerlis. Also die Trainer rieten dazu, es war aber jedem HH selbst überlassen, ob er das möchte. Ein paar haben verzichtet und nur mit Stimme gelobt. Bei einem Mann mit seinem (dritten oder vierten, weiß nicht mehr) Berner Sennen-Rüden, fand ich das so bemerkenswert, weil er nur ganz ruhig stimmig gelobt hat, NIE ein Leckerli in die Hand nahm oder gestraft hat und die beiden mit Abstand das harmonischte Gespann im Kurs waren.

    Das Rüsselinchen wird ge-leckerlit. ;) Anders ginge es bei ihr ohnehin nicht, wenn sie nicht will, setzt sie sich hin und schaut einfach nur süß aus. :D

    Morgen gehen wir zum ersten Mal in den Welpenkurs. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dort abläuft, gewaltlose Erzieung haben die sich jedenfalls auf die Fahnen geschrieben.
    Wobei ich weiß, dass ich meinem Hund die Grunddinge wie Sitz, Platz und Fuß usw. selbst beibringen kann, die Kleine ist genau die richtige Mischung aus eifrig und verfressen. =) Aber ein guter Trainer schaut ja auch auf andere Dinge, die dem HH ev. nicht auffallen, beantwortet Fragen, die über die rudimentären Kommandos hinaus gehen. DAS ist es, was ich mir von einer Hundeschule erwarte. :smile:
    Wenn die Tiere gezwungen werden, sehen uns die eh kein zweites Mal.

    PS: Rüsseline hat in ihrem zarten Alter innerhalb von einem Tag gelernt, sich eifrigst und unter Gewedel auf ihren Popo zu setzen, weil sie dafür Leckerli mit Fischgeschmack gekriegt hat. Für solche Dinge brauchts keine körperliche Dominanz.

  • Hi,

    positiver Verstärkung finde ich ebenfalls als Erziehungsmethode das einzig wahre. Hat ein Hund Angst wenn er etwas tun soll, wird er sich dies eh nicht merken, er wird überfordert sein, was sich wenns ganz schief läuft auf sein gesamtes Wesen auswirken wird. Gerade bei sensilen Hunden.
    Aber auf der anderen Seite habe ich als Hundehalter auch die Pflicht für Sicherheit ( auch soziale, ernährungstechnische usw.) für meinen Hnd zu sorgen, sprich er kann sich in jeglicher Hinsicht auf mich verlassen. Tue ich das nicht, fühlt sich mein Hund für das entsprechende Thema verantwortlich und reagiert möglicherweise mit unerwünschtem Verhalten.
    Beispiel: Der Hund hört Leute an der Haustür und fängt sofort an zu bellen, weil er sich aus welchem Grund auch immer für die Sicherheit zuständig fühlt. Ich mache dem Hund dann klar, dass dies meine Haustür ist und ich mich um die Leute an der Tür zu kümmern habe. Ich schicke Sino dann fort von der Tür und begrüße den Besuch. Jeglicher Besuch der zu uns kommt, weiss das er sich in den ersten paar Minuten gar nicht um den Hund kümmern darf.
    Sino weiss nunmehr: Mein Herrchen kümmert sich um Sicherheit und ankommender Besuch ist immer langweilig. Ergebnis: Völig ruhiger Hund beim Schellen.

    Ob man das jetzt als Rudelführerverhalten bezeichnet oder als Maßnahme in einem freundlichen Über bzw. Unterordnungsverhältnis ist eigentlich egal. Wichtig ist doch nur dass man seinem Hund klare für ihn verständliche Anweisungen gibt und eine Führungsstärke vermittelt in welcher sich der Hund wohl fühlt.

    Das Gegenteil wäre für mich eine antiautoritäre Erziehung. Der Hund wüsste nie genau ob er jetzt die Führung als Alphatier übernehmen müsste weil er einfach die Schwäche des Anführers spürt. Ein starker Verunsicherungsfaktor mit vorprogammiertem Stress für alle. Würde ich bei einem Dobermannrüden nicht erleben wollen. ( Nur als Beispiel für eine starke Hunderasse, ich liebe Dobermannner)

    Ich persönlich hab kein Problem mich auch als Rudelführer zu bezeichnen.
    Hab zwei Jungs großgezogen, da ist man sowieso so eine Art Rudelführer.
    ( Nicht ganz ernstgemeint)

    Eine Hundeschule, die nicht mit positiver Verstärkung arbeitet kann mir gestohlen bleiben. Es kommt darauf an dass die Schule die sozial notwendigen Belange des Hundes gut annimmt.


    VieleGrüße

    Mikkki

  • Solche Hundeschulen gibt es wohl überall immer noch.
    Hier ist eine Trainerin, die ähnlich arbeitet. Was ich gesehen habe, verschlug mir den Atem.
    ein Hund sollte Platz machen, das machte er nicht, da wurden ihm die Vorderläufe weggezogen und Hund lag.

    Mit Atti war ich bei einer Trainerin, die mit pos. Verstärkung arbeitete und dann, nachdem sie auf einem Seminar war, wurde die Methode verändert und die Trainerin arbeitete nach Uli Köppel....da habe ich den Platz verlassen.

    Gehorsam der Hunde finde ich sehr wichtig, aber ich möchte keine Hunde haben, die nur hören, weil sie Angst vor mir haben, sondern weil sie gern zu mir kommen und gern mit mir arbeiten und das erreicht man über eine spielerische Erziehung.

    Faro ist seit Ende Februar bei uns, ein jetzt 2 jähriger BC aus dem span. Tierschutz mit viel Angst vor fremden Menschen. Würde ich Faro unter Druck setzen, hätte er kein Vertrauen zu mir und ich könnte die Erziehung knicken. Wir bauen alles positiv auf, spielen viel und haben in dieser kurzen Zeit riesengroße ERfolge zu vermelden

  • Eigentlich ganz einfach: sowas nicht unterstützen, wenns einem nicht zusagt. Gerade in den Ballungsgebieten gibt's genug andere Einrichtungen die man besuchen kann - und wenn man dann die passende HuSchu/Verein/Trainer gefunden hat, fleißig weiterempfehlen :smile: Mund-zu-Mund Propaganda auf der Hundewiese ist Gold wert!

    Meine Trainerin arbeitet nicht ausschließlich positiv, aber nie mit Zwang und Gewalt. Sie achtet auch sehr auf die Signale des Hundes und versucht zu analysieren warum er etwas gerade nicht kann/macht. Der Fehler liegt dann meistens auch beim Menschen, der widersprüchlich agiert. Oder aber der Hund hat einfach noch nicht verstanden was er machen soll.

    Für mich und meinen Hund passt das sehr gut und ich bin zufrieden mit dem was und wie wir es machen.

  • Ich kann mir vorstellen, dass in der Hundetrainerszene eine Menge Profilneurosen rumlaufen (die auch nur mit Wasser kochen wie Lieschen Müller von nebenan). Wozu braucht man heute für jeden Furz einen Coach, um klarzukommen. Von der Farb-Beratung bis zum Wickelkurs - auf mich wirkt das immer wie ein Haufen unmündiger Bürger, die sich von einem Haufen mehr oder weniger geschickter Geschäftsleute einen Haufen Geld aus der Tasche ziehen lassen, das sie auch besser investieren könnten.

    Sitz und Platz ist für mich nicht das Wichtigste.

    Genau genommen so überflüssig wie ein Kropf. Ich brauche das nie.

    ich arbeite mit Leckerchen, nicht übermäßig aber wenn meiner was toll gemacht hat, wird er belohnt

    Ich nur mit Lob oder Tadel (selten mal mit Spielzeug). Will heißen: verschiedene Abstufungen der Freundlichkeit/Unfreundlichkeit in der Stimme, so dass der Hund mitkriegt, ob etwas gut oder nicht gut ist. Perfekten Gehorsam verlange ich nur für Kommandos, die für die Sicherheit des Hundes wichtig sind und nicht um des Durchsetzens willen.

  • Hallo,

    als ich fand es für mich schon wichtig, dass ich beim ersten eigenen Hund die Unterstützung einer guten Hundeschule habe. Beim zweiten, dritten, vierten, etc. Hund werde ich sicher nicht mehr in diesem Umfang eine Hundeschule besuchen.

    Generell finde ich, dass es nicht DIE Hundeschule gibt. Ich habe mir mehrere Hundeschulen angesehen bevor Newton einzog und fand eine einzige davon wirklich brauchbar. Im Laufe der Zeit erkannte ich jedoch auch hier, dass ich mit einigen der angewandten Methoden nicht 100%ig überein stimme. Da ich persönlich mit der Trainerin aber gut klarkomme und es für sie kein Problem ist, wenn man gelegentlich andere Wege wählt als sie vorgibt, bin ich dort geblieben.

    Ich finde, es gibt auch nicht DEN Erziehungsstil. Ich schaue worauf mein Hund gut anspricht und picke mir dann überall das raus, was zu mir und meinem Hund passt. Bisher fahre ich damit sehr gut.

    Grüße,
    Rafaela

  • Bei uns in der Gegend ist keine Hundeschule wo ich sage WOW genau in diese würde ich gehen wenn ich an so etwas interesse hätte . Ich war einmal in einer Welpenstunde bei der es mir nach der ersten Stunde sofort wieder verging. Seitdem war ich mit keinen Hund mehr in einer Hundeschule .

    In der Welpenstunde mussten die Welpen nur funktionieren und hatten keine einzige Minute zum spielen. Vom 5 Minütigen Ruhig sitzen bleiben (was ich beim Welpen total übertrieben finde) bis hin zum Platz machen und Herrchen soll weg gehen.

    Für mich waren diese Vorstellungen einfach Utopisch und von dem her war es das erste und letzte mal . :hust:

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