Wie erziehe ich konsequent meinen Hund?

  • Wie erziehe ich einen Hund konsequent, der beim Spaziergang Fahrräder und Moppeds attackiert?
    Gute Frage!
    Meine Erfahrung:
    Wir hatten einen spanischen Hund zur Pflege. Leider hatte auch er eine schlechte Vergangenheit. Er hatte vor Allem Angst, was schnell und laut war.
    Eines Tages beim Spaziergang attackierte er ein Fahrrad, ich dachte, das kommt ja bei mehreren Hundebesitzern vor und nahm das so hin. Doch es häufte sich sehr schnell, so dass er einen Mopedfahrer fast runter riss. Da musste also was schnelles passieren:
    Ich nahm mir eine Cola-Flache, bohrte ein kleines Loch in den Deckel und füllte sie mit Wasser. Jedesmal wenn er zum Angreifen attackierte, spritze ich ihm mit dem Wasser in die Schnautze. Jetzt die Fazination: Es hat nur eine Woche gedauert und er hat diese attacken abgelegt. Der Hund ist seit einem halben Jahr vermittelt und kann jetzt sogar ohne Leine spazieren. Das ist doch einfach nur toll.

    Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag jemanden helfen.
    Vieleicht könnt Ihr mir ja mal eure Erfahrungen mit der Erziehung mitteilen?

  • Mal abgesehen davon, dass ich nicht weiss, was dein Thema mit Barf zu tun hat, frage ich mich, warum du den Hund über positive Strafe erzogen hast?

    Es gibt doch viel bessere Alternativen.
    Und vor allen dingen, was lernt der Hund daraus? Frauchen/ Herrchen ist doof, da sie mich einfach mit Wasser bespritzen.
    Anstatt mal ein Alternativverhalten aufzutrainieren.
    Aber Hauptsache, das Problem ist schnell gelöst, anstatt an der Ursache zu arbeiten.....

  • Ich hoffe wirklich, dass diesen Tipp niemand befolgt!

    Einem Hund, der Fahrräder und Motorräder attackiert würde ich erstmal nicht ableinen damit er dazu keine Gelegenheit mehr hat. Dann würde ich ihn bei Sichtung von Fahrrädern beschäftigen mit einer Übung die er ausführen kann, gern mit Bestärkung durch Fressi. Ich würde ihn blocken falls er Angst vor Fahrrädern hat. Sollte das alles nicht funktionieren würde ich einen Trainer auf die Situation gucken lassen.

    Durch das Nassmachen wurde das Verhalten nur gedeckelt und nicht an der Ursache gerabeitet.

  • Das ist wohl in die falsche Kategorie gerutscht. Bin neu hier, habe daher wohl das Thema verfehlt. Sorry!

    Mit der Erziehung kam mir diese Wassermethode, da nicht erst jemand verletzt werden muss. Mit dem DOOF lassen wir mir so stehen. Er hat es gelassen und jetzt ein ganz enspannter Hund in einem neuen Zuhause, was sich wahrscheinlich jeder Hund wünscht.

    Nochmal danke für das ehrliche Feedback!

  • Ich weiß jetzt an sich nicht, worauf du hinaus willst, bin aber doch erstaunt, wie einige diese Methode so verharmlosen.
    Der Hund lernt so nie mit dem Problem umzugehen.
    Zumal ich bei meinem Hund sowas z.b. nie machen könnte. Er ist an sich ein unsicherer Zwerg und sensibel dazu. Würde ich ihn so bestrafen, wäre wohl einiges an Vertrauen (zumindestens in solch einer Situation) flöten.
    Lieber zeige ich ihm Alternativen mit der Situation umzugehen. Das dauert, aber wird auf lange Sicht viel besser und entspannter damit umgehen können.
    Und das Vertrauen zu mir wäre nicht erschüttert, eher gefestigt.

  • Mal abgesehen davon, dass ich nicht weiss, was dein Thema mit Barf zu tun hat

    Ich habs mal in eine passende Rubrik verschoben.

    Zum Thema:

    Jemand mag keine Spinnen, er fühlt sich nicht wohl in ihrer Gegenwart, vor allem deshalb, weil er sie nicht wirklich einschätzen kann und das einzige, was ihm bisher dazu einfällt, ist die Spinnen sofort mit einer Fliegenklatsche platt zu machen. So als "lieber einen Freund weniger als einen möglichen Feind zuviel"-Masche.

    Nun ist der Partner aber ein Spinnenfreund und findet das platt machen total doof.

    Ergo - nimmt er sich eine Cola-Flasche, bohrt ein Loch in den Deckel und spritzt den vor-Spinnen-etwas-Angst-habenden jedesmal kommentarlos nass, wenn der die Fliegenklatsche in die Hand nimmt. Der vor-Spinnen-etwas-Angst-habende ist nun nass, traut sich nicht mehr die Fliegenklatsche zu nehmen und steht noch genauso ratlos vor der Konfrontation mit der Spinne wie vorher auch, eher noch ratloser, denn er weiss jetzt nur, was er nicht soll (Spinnen platt machen), aber was er stattdessen tun soll, wenns ihm unangenehm wird, weiss er immer noch nicht....


    Meine Methode ist das nicht.

    Warum?
    Weil dabei nicht das gelernt wird, was vermitteln möchte - nämlich, dass Spinnen auch ihre Existenzberechtigung haben und man nicht alles gleich platt machen muss, was einem unangenehm/ungewohnt ist und einen deshalb vielleicht verunsichert.

    Man kann sich mit Hilfe des beschützenden Partners die Spinnen aus der Entfernung anschauen und feststellen, dass sie einem doch eigentlich gar nix tun.
    Man kann jemanden bitten, die Spinne für einen nach draussen zu befördern.
    Man kann lernen, dass Spinnen i. d. R. nicht darauf bedacht sind, hinter Menschen herzurennen und "Buh" zu rufen - man kann lernen, ihnen auszuweichen und man kann lernen, dass Spinnen soooo schlimm nun gar nicht sind und dass man es allmählich immer besser aushalten kann, sie in der Nähe zu haben. (Spinnen sind ein doofes Beispiel, ich meine jetzt natürlich keine Phobiker, sondern mehr die, die es unangenehm finden, wenn Spinnen in der Nähe sind)

    Jetzt kann man im Text Spinnen durch Fahrräder ersetzen.

    Und dann weiss man, warum das Naß-Spritzen für mich in so einem Moment keine gut erscheinende Lösung ist.

    LG, Chris

  • Mein Rüde verbellt Fahrradfahrer und Männer denen wir begegnen, die die ihm unheimlich sind oder die so nah sind, dass sie ihn bedrohen, bedrängen könnten.
    Er ist unsicher und zeigt auch Angst, hat gelernt, wenn er sich groß macht und so tut, als wenn er auch zubeißen würde, dann verschwinden die. Mein Hund merkt ja nicht, dass die auch so verschwinden würden, ohne sein Zutun.
    Ich bin dabei diese Verknüpfung zu löschen, sein Verhalten so zu verändern, dass er nicht mehr aktiv gegen bestimmte Personen wird.
    Ich möchte, dass er bei so Begegnungen irgendwann eben gar keinen Stress mehr hat und ihm diese Situationen kein Unangenehmes Gefühl mehr machen...
    Mein Anspruch ist es, dass er das negative Gefühl von Angst und Unsicherheit wirklich für alle Zeit ablegen kann.
    Daran arbeite ich mittels Markertraining (Wort und/ oder Clicker) und habe da auch ganz schnell Erfolge mit verzeichnet. Bis sich das Alles aber so im Hundehirn verankert hat, wird es noch eine lange Zeit dauern.
    Ist keine rasante Lösung des Problems, aber es lässt sich so wirklich langfristig lösen, dauerhaft!

  • Da hat wohl jemand das Rad mit der falschen Seite neu erfunden.
    Schade, denn ich habe mir vom Treadtitel mehr erhofft als der Eingangspost beschrieb.
    Ich erziehe meine Hunde nach meinem Baugefühl und nicht nach irgendeiner Erziehungsmethode. Aber worauf ich achte und zwar sehr bewußt drauf achte ist, das mein jeweiliger Hund positiv lernt und durchs Leben geht.
    Das heißt für mich das wir am Alltag lernen und zwar ohne Hilfsmittel wie Wasserflasche und Co. Eine Wasserflasche ist kein Allheilmittel und kann unter Umständen die Situation verschlimmern.
    Bei diesem einen Hund mag es geklappt haben, dem nächsten Hund macht die Wasserflasche gar nichts aus. Er erschreckt nicht mal.
    Mein Hund wird nicht durch Erschrecken erzogen (was die Wasserflasche ja tun soll) sondern mit positiver Verstärkung und anbieten eines Alternativverhaltens.

    P.s. @Chris2406 Ich finde deine Erklärung wunderbar. Gut geschrieben, bildhaft und für jeden nachvollziehbar.

  • Endlich jemand, der nicht nur meckert, sondern auch es vernünftig erklären kann. Danke für das Verschieben.

    Tut mir leid, aber gemeckert hat hier keiner. :ka:
    Hier hat jeder seine Sicht dargestellt (am Beispiel des eigenen Hundes).
    Das sind Erfahrungswerte die hier gegeben werden kein gemecker. Im Endeffekt muss jeder halt sehen, wie er am besten mit dem Hund arbeiten möchte.

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