Qualzuchten

  • ANZEIGE:
    Nach dem Hundespaziergang BURNHARD GRILL an und den Feierabend genießen🔥*
  • schau mal hier:
    Qualzuchten

  • Die Crufts ist wohl eher nicht geeignet, sich über den Durchschnitt einer Rasse zu informieren.

    Das ist richtig... aber Laien sehen so etwas und das wird dann auf die komplette Rasse übertragen.

  • Wobei man nun aber auch nicht sagen kann, dass da Hunde gewinnen, die so gaaanz anders aussehen als 99 % der üblichen Rassevertreter, sozusagen die Ausnahmen von der Regel.

    Im Großen und Ganzen spiegeln die Gewinner gewisse Trends in der Zucht, was ja nicht heißt, dass diese von allen Züchtern/Haltern befürwortet werden. Aber grundsätzlich ist die Liebe zum Extrem schon stark sichtbar, dafür brauche ich nicht mal rüber zu den Briten schauen, da reicht auch ein Gang durch das deutsche Ausstellungswesen.

    Vor etwa vier oder fünf Jahren wurde ein Deutscher Schäferhund z.B. in Rostock (?) Best in Show. So aus der Erinnerung raus mag ich den nicht mit der Crufts Hündin vergleichen, aber ich saß damals am Ehrenring und weiß noch, dass ich ziemlich entsetzt darüber war, dass ausgerechnet sowas unter all den tollen und vor allem gesunden Hunden als Gewinner hervorgeht - der lief nämlich definitiv auch NICHT normal.

  • Ich kann mir vorstellen, dass man evtl. eine andere Vorstellung von "vernünftig laufen" hat, wenn man einen normal laufenden DSH mit einer Hunderasse mit geradem Rücken vergleicht, da ja der DSH eine abfallende Kruppe hat.

    Ich kann eine abfallende Kruppe schon mit einem völlig instabilen Gang unterscheiden ;) Wenn man die Hunde einmal kräftig angepustet hätte, hätten sie auf den Hintern gesessen.

  • In diesem Thread wurde die Bruchneigung der Vordergliedmaßen bei Prager Rattler und Whippets erwähnt.


    Nein, Whippets wurden nicht erwähnt (bzw nur von mir als Positivbeispiel, weil Beinbrüche im Gegensatz zum Windspiel bei denen nicht extem häufig sind), es ging um Italienische Windspiele.

    Zitat

    Beim Prager Rattler wären die Vorderbeine bei einem Sprung von einer ein Meter hohen Mauer gebrochen. Meine PR-omi ist ganze 21 cm hoch. D.h., das knapp 5 fache der Körpergröße ist der Hund in die Tiefe gesprungen. Rechne ich das jetzt auf einen 60 cm großen Hund um, müsste dieser aus 3 m Höhe springen - ich bin mir sicher, dass der ähnliche Verletzungen davon tragen wird.

    Ja, aber von ner 1 m hohen Mauer oder vom Sofa springen oder mal 3 Treppenstufen mit Schwung und auf einmal nehmen ist was, was Hunde einfach machen und meiner Meinung nach auch machen können sollten, weil es zu einem normalen Hundeleben einfach dazugehört - was man eben auch daran sieht, dass auch solche Fliegenwichtshunde das liebend gern und
    häufig machen.

    Einem "normal kleinen" Hund von 4-5 kg aufwärts passiert dabei auch seltenst was, und denen passiert meistens auch nix, wenn man sie mal versehentlich in der Tür einklemmt oder ihnen auf die Pfote tritt oder ein großer Hund sie umrennt oder sie vom Arm runterfallen. Den ganz zarten Vögelchen halt schon.

    Dagegen ist es doch relativ selten, dass mittelgroße bis große Hunde freiwillig mehrere Meter in die Tiefe springen.

    Hunde können halt ihre eigene Größe nicht komplett einschätzen, in ihrem Kopf sind sie alle Wölfe. Im Umgang mit Artgenossen müssen sie lernen, wie man mit sehr kleinen oder sehr großen Kollegen umgeht und selbst das hat Grenzen, wenn die Interaktion wilder wird (egal ob Spiel oder Ernst), dann vergessen sie sich schonmal.
    Im Umgang mit der Umgebung ist es das gleiche - klar kann ein kleiner Hund ungefähr abschätzen, wo er rauf und runter kommt, aber grade (sehr) kleine Hunde überschätzen sich da häufiger mal.

    Bei den Windspielbesitzern wird das gern "Größenwahn" genannt und die Kleinen werden als besonders mutig und verwegen bezeichnet, aber ganz ehrlich, das ist vermenschlicht, der Hund macht einfach das, was ihm laut seinem Instinkt möglich sein sollte, egal ob er den Körper dafür hat oder nicht.

    Das ist halt die Sache, was ist normal? Ich find es auch nicht normal, dass man sehr große Rassen die ersten 1-2 Jahre vor sich selber beschützen soll/muss, nicht springen, keine Treppen steigen, nicht zu lange spazierengehen, bloß nicht so lange toben lassen wie der Hund von selber will (weil sein Ermüdungsgefühl und die Leistungsfähigkeit seines Körpers nicht zusammenpassen), spezielles Futter...

    Warum ist klein nicht klein genug und es muss umbedingt winzig sein? Warum reicht groß nicht und es muss gigantisch sein?
    Wäre ein Chi oder ein Rattler mit 5 kg wirklich so schrecklich, wäre eine Dogge mit 70 oder 75 cm keine ordentliche Dogge mehr?


    Wovon reden wir denn jetzt? Von einem watscheligen Gang bei nem Welpen oder von Hunden mit einem abartigen Schrägheck?
    Watscheligen Gang kenne ich bei DSH-Welpen und Junghunden auch. Aber das hat bisher bei allen DSH verwachsen die ich kenne/gesehen habe.

    Und so ein wobbeliger Gang bei Welpen und Junghunden ist normal? Oder ist das nicht eher auch schon ne Verschiebung von "normal für einen Hund" zu "normal für die Rasse, so wie sie heute ist"?
    Watscheln andere Gebrauchshunderassen als Junghunde auch oder sind die straff?



    [...] ich habe solche Extreme wie von der Crufts noch nie irgendwo live gesehen.
    Ebenso wenig die Massen an verkrüppelten HZ Hunden, die angeblich jeder hier kennt.
    Schlecht bemuskelte Junghunde Mal nen Karpfenrücken oder lose Bänder, ja , aber nie diese dramatischen Massen, die andere offenbar jeden Tag vor der Haustür stehen haben

    Ich sehe durchaus auch normale/moderate DSH, sowohl aus Hochzucht als auch aus Leistungszucht.
    Insofern würde ich angesichts der großen Wurfzahlen bei der Rasse nie behaupten, dass alle oder auch nur das ein Großteil der DSH so extrem wären. Aber ich seh eben im beruflichen Rahmen beim HD-Röntgen auch andere - eventuell haben wir die falschen Züchter um die Ecke.

    Viele von diesen Hunde, möchte ich wetten, sieht man im Alltag eher nicht im Straßenbild - ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen, dürfte sich deren Leben im Zwinger, auf dem eigenen Gelände, im Hundehänger, auf dem Hundeplatz und auf Ausstellungsgeländen abspielen. Spazieren gehen ist beim einen oder anderen Züchter schon aufgrund der Menge an Hunden und Würfen wahrscheinlich nicht drin (sicher nicht nur beim DSH, aber grade das ist eine Rasse, bei der es scheinbar recht viele "Großzüchter" gibt?).


    Mir ging es nur darum, dass grade die DSH-Fraktion immer sehr drauf pocht, dass deren typische Showpose und das ausstellungsmäßige laufen zum Großteil Trainingssache wären und auch diese Hunde in Wahrheit gar nicht so extrem wären.
    Aber wenn ich Hunde sehe, die mit 9 Monaten beim vorröntgen x-beinig und rundrückig reingewatschelt kommen und die, wenn sie mal nen Minütchen irgendwo stehen müssen, nach und nach hinten runtersacken bis die plantare Seite der Tarsi im Stand (wenn man das denn so nennen will) fast den Boden berührt, dann ist das wohl kaum antrainiert.

    Da ist vielleicht (im Gegensatz zu anderen Rassen) nicht die ganze Rasse Qualzucht, aber ein Teil davon geht mMn schon sehr in die Richtung.

    Ich kann mir vorstellen, dass man evtl. eine andere Vorstellung von "vernünftig laufen" hat, wenn man einen normal laufenden DSH mit einer Hunderasse mit geradem Rücken vergleicht, da ja der DSH eine abfallende Kruppe hat.

    Siehe oben... sollte "normal für einen Hund" wirklich so verschieden sein von "normal für diese Rasse"?
    Ich denk genau da fangen die Probleme an, ob's nun darum geht, dass man seine Rasse 2 Jahre lang "großschonen" muss (und dann 3 Jahre was davon hat und sich danach als Altenpfleger/Sterbebegleiter betätigen kann), dass man ihnen die Falten ausputzen und intensive Ohrenpflege betreiben muss, oder eben das sich der Bewegungsablauf sehr von dem anderer Hunde unterscheidet.


    Ich mein, ich bin ein großer Fan von Rassehunden, ich mag die Verschiedenheit und in Maßen ist auch eine etwas tiefere Kruppe und eine etwas stärkere Hinterhandwinklung und ein leichter Rundrücken wohl nicht schädlich... aber das ist dann wieder die gleiche Sache wie mit den sehr kleinen und sehr großen Hunden, irgendwann muss man auch mal zufrieden sein und den Hund zuerst als Hund sehen und nicht als Rasse XY die eben gottgegeben so und so aussieht und die und die "Besonderheiten" hat.

  • Ob das normal ist? Keine Ahnung. Für DSH finde ich es normal, aber ich bin kein Experte und ich finde es schwer, das zu vergleichen. Gerade da hier eine andere Rasse sitzt und ich diese Hunde nur so kenne, dass sie sehr schnell gar keinen Welpengang mehr haben (wir hatten einen Terv-Welpen mit 10 Wochen und einen Bernerwelpen mit 16 Wochen im Welpengarten. Das waren WELTEN im Gangbild bzw. der Kontrolle über den eigenen Körper).
    Von daher kann ich nicht vergleichen.

    Allerdings sehe ich das Problem auch nicht, wenn der Hund dann später (so mit 10 Monaten) vom Gangwerk her wie jeder andere Hund auch läuft.

  • Was verspricht man sich denn genau von so einer extremen Hinterhand?
    Wozu braucht ein Gebrauchshund eine stark abfallende Kruppe?
    Was kann so ein Hund besser als Hunde, die nicht so abfallende Kruppen und extreme Winkelungen haben?

  • Traben? :D
    Das Watscheln nennt man traben? :D

    Irgendein schlauer Physiker hat mal die perfekten Winkel eines Trabers ausgerechnet, und daran SOLLTEN die Züchter sich orientieren.
    Der DSH wäre ein Traber.

    Namen, Daten, Zuchtziel erreicht ja/nein kann ich nicht sagen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!