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Ausbildungsmethode zu brutal?

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    Hallo zusammen,


    ich habe einen kleinen Mischlingshund (ca. 8 kg), der mit seinen 1,5 Jahren zunehmend Probleme mit einem dominanten Verhalten gegenüber anderen Rüden macht. Sie werden angegrummelt und kommen sie zu nahe schnappt er auch gern mal zu.


    Ich bin deshalb zu einer Hundeschule im Ort gegangen, um mit ihm zu arbeiten, bin mir aber nicht sicher, ob die eingesetzten Methoden (man spricht dort von einem System der doppelten Belohnung nicht zu brutal sind). Konkret wurde das Problem der Leinenagressivität folgendermaßen angegangen: Mein Hund bekommt ein Halsband angelegt (normales Lederhalsband mit einem Filzfutter innen) und eine Schleppleine. Die Leine wird lockergelassen und wir gehen über die Wiese. Kommt ein anderer Rüde in die Nähe oder gehen wird dort in die Nähe und mein Hund knurrt oder bellt, wird ruckartig an der Leine gezogen. Es tut ihm zwar nicht weh, aber es nervt ihn. Das knurren stellt er ein und er bekommt zur Belohnung einen Snack, bzw. zunächst einen Klick aus dem Klicker.


    Ähnlich verkehrt es beim Aufbau von Sitz und Platz: Der Hund wird heruntergedrückt, ohne ein Wort zu sagen. Sitzt er oder macht er Platz, dann bekommt er einen Snack, später wird dann ein Wort hinzugefügt...


    Die Methode funktioniert, nur meine Frage: Ist das zu heftig oder brutal für einen so kleinen Hund?

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  • Welche Meinung hast Du denn dazu?
    So richtig scheint Dir die Ausbildungsmethode nicht zu liegen, sonst würdest Du hier - wahrscheinlich - nicht fragen. :smile:


    Mir wäre das zu hart als Ausbildungsmethode.
    Wieso gibst Du ihm bei Sitz/Platz z.B. nicht das Kommando und belohnst ihn dann, wenn er es ausführt?
    Evtl. kannst Du hier mit Clicker arbeiten. Woher soll Dein Hund denn wissen, was Du von ihm möchtest,
    wenn Du es ihm nicht sagst?


    Ich wollte so nicht arbeiten.


    Das mit dem an der Leine zurückreisen - ich denke schon, dass es ihm weh tut.
    Wenn ich mir vorstelle, dass ich das Halsband anhätte und zurückgezogen werden würde - das wollte ich
    auch nicht.

  • Die'Leinenmethode liest sich für mich jatzt nicht so brutal, wenn es nicht ein zurückreissen in dem Moment ist, wenn er schon losgerannt ist, sondern nur ein kurzes ruckeln, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ob es wattebäuschigere Methoden gibt,weiß ich aber ehrlich gesagt auch nicht, da wir als Ersthundebesitzer einen gerade mal 13 Wochen alten Welpen haben und damit keine Probleme.


    Aber gerade Sitz und Platz kann man doch wunderbar mit Leckerlies einüben,'d.h. Leckerlie vor Maul,etwas nach hinten führen und schon sitzt der Hund. Bei Platz ähnlich. Ist schwer zu beschreiben,aber wenn Du mit der Belohnung ein wenig über seinem Kopf nach hintengehst, setzt er sich automatisch hin. Da finde ich das runterdrücken ziemlich überflüssig.

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  • Zu allererst: Die Schleppleine gehört nicht ans Halsband! Wenn man mit der SL arbeitet, sollte man den Hund ans Geschirr nehmen und sich das von jemandem zeigen lassen, der wirklich Ahnung hat und den Hund z.B. nicht immer wieder ins Leinenende knallen lässt – dann läuft im Training was falsch. Die SL ist zur Sicherung des Hundes da, nicht um daran zu rucken.


    Zitat von "Bezoya"

    Ist das zu heftig oder brutal für einen so kleinen Hund?


    Ja. Und nicht nur für einen kleinen Hund, so würde ich mit überhaupt keinem Hund arbeiten wollen.

    «I don't know half of you half as well as I should like,
    and I like less than half of you half as well as you deserve.»

    (Bilbo Baggins, The Fellowship of the Ring by J.R.R. Tolkien)

  • Meine Meinung:
    Das Rucken an der Leine ist für den Hund nichts Positives. Mir wäre die Gefahr zu hoch, dass der Hund die Verknüpfung Leinenbegegnung = Schmerz / unangenehm herstellt, zu groß. Statt dessen sollte trainiert werden, dass Leinenbegegnung was Positives ist.
    Ich hatte mit meinem Rüden anfangs auch das Problem, dass er gegenüber Rüden an der Leine gepöbelt hat. Ich ging also zur Hundeschule und nahm sogar diverse Einzelstunden, aber der Trainer arbeitete nach ähnlicher Methode wie deiner. Also mit Leinengeruckel. Heute könnte ich mich dafür selber in den Hintern treten, dass ich das überhaupt zugelassen habe. Denn die Ursache war nicht mein Hund - die Ursache war ich! Ich war unsicher und da Hunde Spezialisten im Beobachten sind, ist es ihm natürlich nicht entgangen. Getreu dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" pröllte er also herum. Ich wechselte die Hundeschule und damit den Trainer. Diese Trainerin hat erst mal analysiert und ist auf den Punkt gekommen. Mein Hund war nicht das Problem. ICH brauchte die Sicherheit. Ich war unsicher, nachdem ich ein schlechtes Erlebnis mit meinem angeleinten Hund hatte (wurden an der Leine überfallen von 3 Landseern, die sich losgerissen hatten).
    Zusätzlich habe ich meinen Hund immer und immer wieder mit Leine und anderen Hunden konfrontiert und darauf geachtet, dass das extrem positiv für ihn ablief. Also Spaziergänge an der Leine mit ihm bekannten - im Freilauf vorher kennengelernten! - Rüden, Spaziergänge in großen Gruppen etc.
    Hat gedauert, aber heute können wir an 9 von 10 Rüden an der Leine ohne mit der Wimper zu zucken vorbeigehen. Den 10. pröllt er kurz an, lässt sich aber schnell "einfangen".
    Daher meine Meinung: Such dir einen anderen Trainer, der an der Ursache und nicht am Symptom arbeitet.
    Sitz kann man sicherlich auch fein über Klicker rausarbeiten. Sitz konnte meiner recht schnell, aber mit Platz hatte er so seine Probleme. Ist heute auch kein Thema mehr.


    Und so nebenbei: Schleppe am Halsband sollte eigentlich nicht sein. Nimm lieber ein Geschirr. Wenn der Hund in die Schleppe brettert und der Ruck am Hals ankommt...na prost.




    Viel Erfolg!

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  • Ich habe auch einen Hund in der Gewichtsklasse und ein ähnliches Problem. Bzw. haben wir das Problem inzwischen annähernd aus der Welt geschafft.


    Kurz zum Sitz und Platz: wir haben das auch geraten bekommen von einer Trainerin. Haben es auch so gemacht und ich fands in unserem Fall gut. Janosch hat einen ziemlichen Terriersturkopf, wenn er nicht will, dann bringt auch ne tolle Belohnung nix. Bzw. soll es ja so sein, dass der Hund Sitz oder Platz macht und dann eine Belohnung bekommt wenn er es schon kann und nicht, es wird vor die Nase gehalten damit er das Kommando ausführt.
    Durch das runterdrücken und ziehen war das Thema sehr schnell gegessen.


    Dagegen finde ich die Methode wie dein Hund mit anderen Hunden klar kommen soll, ziemlich daneben.
    Mein Tipp (das hat bei uns am besten funktioniert):
    - leine deinen Hund an wenn euch ein Hund entgegen kommt, den du nicht kennst oder den ihr kennt und du weißt, dass deiner da knurrt
    - geh mit deinem Hund einen Bogen um ihn nicht in eine Konfliktsituation zu bringen -> belohne wenn er brav war. War er nicht brav, vergrößere den Abstand
    - belohne immer nettes Verhalten mit anderen Hunden. Dein Hund beschnüffelt sich mit dem anderen und geht weiter -> Keks, dein Hund geht einen Bogen -> Keks, dein Hund knurrt weil er bedrängt wird, geht aber weiter wenn der andere weg geht (lässt also das Abschnappen weg) -> Keks usw.
    - beobachte genau bei welchen Hunden das vermehrt passiert (Rüde, unkastriert?). Versuche gemeinsame Gassigänge zu organisieren und belohne braves oder höfliches Verhalten
    - Wenn er an der kurzen Leine ist, biete ein Ersatzverhalten an. Was kann er machen anstatt zu pöbeln? Z.B. Sitz oder ein Kunststückchen oder eine Handvoll Leckerlie auf dem Gehsteig suchen
    - Belohne Blickkontakt zum anderen Hund und die anschließende Umorientierung zu dir (weil du tolle Leckerlies hast oder einen Ball falls er darauf steht). Der Sinn davon ist, dass dein Hund nicht nur abgelenkt wird, sondern den anderen Hund aktiv wahrnehmen darf und soll, aber lernt sich nicht reinzusteigern, sondern das super Leckerlie bei Herrchen abzuholen.


    Übrigens: was ist an knurren und abschnappen schlimm? Oft müssen die Kleinen sich deutlicher zur Wehr setzen wenn sie bedrängt werden. Es sollte natürlich geschaut werden, dass es nicht ausartet, dass das eher die Ausnahme statt die Regel ist und dass es nur bei einem triftigen Grund passiert und nicht wenn der andere Hund eh schon ängstlich ist oder sich höflich verhält.

  • Jeder Hund ist anders. Manche sind sturer als Esel, andere hibbelig und übersensibel wie Mimosen. Trainer, die mit einem "One size fits all" Konzept ankommen, sind die Zeit nicht wert, die man mit ihnen verbringt.

  • Zitat von "RROdin"

    Meine Meinung:
    Das Rucken an der Leine ist für den Hund nichts Positives. Mir wäre die Gefahr zu hoch, dass der Hund die Verknüpfung Leinenbegegnung = Schmerz / unangenehm herstellt, zu groß. Statt dessen sollte trainiert werden, dass Leinenbegegnung was Positives ist.


    ganz genau das hab ich mir auch gedacht. Mir erschließt sich der Sinn überhaupt nicht. Obs wehtut oder nicht, ist egal, es ist und bleibt unangenehm. Und das wird nicht mit der Leine oder mit dem verbunden, was hinter dem Hund ist, sondern mit dem was der Hund sieht. Das heißt die Leinenaggression kann durchaus noch verstärkt werden.


    Da gibts bessere Methoden.

    Grüße Steffi & der Mini-Tibi
    (Tibet-Terrier, *Mai2013)

  • Zunächst vielen Dank für die (schnellen) Antworten:


    Die angesprochenen Punkte greifen viel von dem auf, was mich auch beschäftigt.


    Zum Thema Sitz und Platz:


    Ich hatte meinem Hund das auch schon angefangen beizubringen. Kritikpunkt an dem Stand des Könnens, mit dem ich in die Schule gekommen bin: Er macht es nur auf Handzeichen, das Wort sitzt noch nicht 100%ig sicher. Darüber hinaus sitzt er sich nur dann hin, wenn er Lust hat. Es besteht kein unbedingter Zwang dazu. Will er nicht, dann macht er es nicht, oder: Er steht wieder auf, wenn er nicht mehr will. Und das stimmt auch.


    Zum Thema Knurren:


    Er ist ein Hund, der sich mit Anfängen der Pubertät zu einem kleinen Mobber entwickelt hat. Er hat also keine Angst vor anderen Hunden, er will sie unterwerfen. Weibchen will er haben und knurrt andere Rüden aus Eifersucht weg. Spielt er, kommt erstmal das Kinn auf die Schulter des anderen und dann wird so lange bedrängt, bis der andere auf dem Rücken liegt, macht er das nicht, dann schaukeln sich die beiden hoch.
    Um das zu unterbrechen, halte ich es schon für sinnvoll, mit einem negativem Impuls zu arbeiten. Er hat sehr sehr schnell gemerkt, dass ich das nicht ok fand und hat mit dem Verhalten sehr stark nachgelassen. An der Leine wirkt er nun wesentlich beherrschter. Und sobald er sich entsprechend gut verhält, kommt der Klick und eine Belohnung. Geht eigentlich ganz gut.


    Was mich beim letzten Mal stutzig gemacht hat: 1. Beim Runterdrücken in den Platz hat er sich so gewehrt, dass er sogar gejault hat. Das hat mich echt traurig gemacht :-( 2. Es gibt einen Schäferhunde in der Gruppe, mit dem wurde mit einem Stachelhalsband gearbeitet. 3. Haben wir eine Übung gemacht, bei dem mein Hund mir folgen sollte. Ich bin zwischen zwei Rüden durchgegangen und habe ihn dann gerufen. Kam er nicht sofort hinterher und diesmal sah man, dass er etwas Angst hatte, dann kam das rütteln an der Leine bis er kam. Das hat mir nicht gefallen, bzw. habe ich den Sinn überhaupt nicht verstanden. Das ging für mich eher in Richtung Willen brechen und nicht so sehr in Richtung Hundeerziehung und Teamwork-zum-Verbessern des Status quo.

  • Zitat von "Bezoya"

    Hallo zusammen,


    ich habe einen kleinen Mischlingshund (ca. 8 kg), der mit seinen 1,5 Jahren zunehmend Probleme mit einem dominanten Verhalten gegenüber anderen Rüden macht. Sie werden angegrummelt und kommen sie zu nahe schnappt er auch gern mal zu.


    Ich finde das nicht schlimm, wenn er sich die anderen Rüden damit vom Hals halten will. Wenn er erst knurrt und dann abschnappt, wenn die anderen das Knurren ignorieren, ist das völlig normal. Das hat Nichts mit Dominanz zu tun, das kann auch Unsicherheit sein


    Zitat von "Bezoya"

    Die Leine wird lockergelassen und wir gehen über die Wiese. Kommt ein anderer Rüde in die Nähe oder gehen wird dort in die Nähe und mein Hund knurrt oder bellt, wird ruckartig an der Leine gezogen. Es tut ihm zwar nicht weh, aber es nervt ihn. Das knurren stellt er ein und er bekommt zur Belohnung einen Snack, bzw. zunächst einen Klick aus dem Klicker.


    Aus dem o.g. Grund, finde ich die Aktion mit der Leine auch nicht o.k. Schonmal gar nicht an der Schleppleine ohne Geschirr. Ich würde mal schauen, ab welcher Distanz er zu den anderen Rüden anfängt zu Knurren und diese Distanz nicht unterschreiten, sondern vorher einen Blickkontakt mit Click belohnen und mich so immer näher an die Rüden heranarbeiten.


    Zitat von "Bezoya"

    Ähnlich verkehrt es beim Aufbau von Sitz und Platz: Der Hund wird heruntergedrückt, ohne ein Wort zu sagen. Sitzt er oder macht er Platz, dann bekommt er einen Snack, später wird dann ein Wort hinzugefügt...


    Geht für mich auch nicht....Hunde kann man prima ins Sitz und Platz mit einen Leckerchen locken (oder warten bis sie es von selbst anbieten ;) ) Clicken und Belohnen. Später kommt das "Kommando" dazu. So hat der Hund Spaß an den Übungen und setzt oder legt sich nicht nur hin, weil er sich dem Druck entziehen will


    Zitat von "Bezoya"

    Die Methode funktioniert, nur meine Frage: Ist das zu heftig oder brutal für einen so kleinen Hund?


    Auch für große finde ich die Methoden unnötig grob


    LG Katrin

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