Hund kann in Stadtwohnung nicht glücklich sein!

  • "Guten" Abend zusammen.

    Ich hatte gerade ein sehr aufreibendes Gespräch mit einem nahen Verwandten.

    Er hat selbst einen Hund, allerdings im Ausland. Der Hund hält sich auf dem uneingezäunten Grundstück (verschiedener Bewuchs, Wäldchen) oder beim Nachbarn auf, Nachts ist er im Haus. Aktionen mit dem Hund bestehen aus Gassi gehen, pflege und knuddeln. Sie können dort gut wandern und an den Strand (wo der Hund allerdings nicht hin darf).

    Nun hat er mir vorgehalten, man könne keinen Hund in einer Wohnung in der Stadt halten.
    Und dass mein Hund halt leben würde, aber dass sie glücklich wäre, wäre eine Einbildung des Besitzers.
    Der Hund könne ja schließlich nicht raus wann er will, nicht einfach mal umherstreifen.

    Zur Wohnsituation - 80qm die nicht mal voll genutzt werden. 5 Minuten bis zur Isar wo ich sie ableinen kann und sie auch km weit unangeleint laufen kann (verschiedenste Untergründe, mehrere Teiche, Wiesen zum flitzen).
    In der Nähe ein riesiger Park mit Wiesen, Wald, Seen und Bächen.
    15 Minuten mit dem Auto ein großer Forst wo sie ebenfalls frei laufen darf.
    Wir gehen Fahrradfahren, spielen mit dem Futterdummy, üben Tricks, gehen im Sommer zusammen schwimmen, sie spielt mit anderen Hunden...
    Wir sind stundenlang draußen und liegen schonmal lange an einem Ort faul in der Sonne rum.

    Mich hat die Aussage mein Hund würde sozusagen vor sich hinvegetieren echt getroffen. :sad2:

    Ich würde sagen dass es eben verschiedene Arten von Hundehaltung gibt.
    Aber das ein Hund nicht in die Stadt und oder Wohnung gehört?

  • Ich denke, dass man das so extrem einfach nicht sagen kann.
    Ich denke durchaus, dass dieses "Bauernhof-Land-Leben" für die Hunde schon ein Ideal ist. Rein und raus können wie man möchte, auf einem großen Grundstück herumstreunern können, einfach frei handeln zu können in einem gewissen Handlungsrahmen, nicht dauerhaft gebunden sein an die Zeit des Halters. Kontakt zu anderen Menschen, Hunden, Tieren haben, etc.

    Aber das ist halt etwas, was nicht jeder seinem Hund bieten kann, beziehungsweise was die wenigsten ihren Hunden bieten können. Und entsprechend versucht man auch aus weniger dem Hund das beste zu machen.

    Ob ein Hund, der in einem so "freien" Leben aufgewachsen ist, glücklich ist, wenn er plötzlich in der 30qm Wohnung ohne Garten ist und drei mal am Tag ne Runde Gassi geht. Mag ich sogar zu bezweifeln.
    Aber Hunde, die es nicht "anders" kennen, die sich gern auf die gemeinsame Aktivität mit dem Halter einlassen. Nein, ich denke nicht, dass die Hunde dann unglücklich sind.

  • Finde ich absoluten Blödsinn. Ich lebe genauso in der Stadt in einem Randbezirk in einer Wohnung. Ich glaube wenn mir jemand so etwas sagen würde dann könnte ich mich nicht mehr zurück halten.
    Amber bekommt so viel Auslauf dass sie zuhause sowieso nur mehr schläft ! Da ist es komplett egal ob sie jetzt nun zuhause auch noch einen Garten hätte oder nicht.
    In meiner Familie gibt es viele Gärten wo wir auch immer an den Wochenenden (ab und zu auch unter der Woche) sind und Amber rennt nie wirklich viel herum sondern ist meistens bei mir. Ihr macht spazieren gehen in der Natur sowieso mehr Spaß.


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  • Ich kann dich gut verstehen. Bin aber nicht der Meinung das ein Stadthund nur "dahinvegetiert".

    Mira und ich haben vor 1-2 Jahren in Offenbach gewohnt und ich muss sagen - jetzt zum vergleich, da wir nun im Haus wohnen, hat sich nicht viel verändert.

    Drin ist ruhe Angesagt also schläft sie. Sie hat in der 40qm Wohnung damals genau so viel genutzt wie jetzt im Haus - ihren Platz und ab und an das Sofa!

    Ich würde meinen Hund hier auch nicht unbeaufsichtigt raus lassen. Es gibt einfach zu viele Hundehasser die gerne mal was über den Zaun werfen. Außerdem frisst Mira alles was fliegt - da hätte ich zu viel schiss das sie mal in eine Biene beißt oder diese verschluckt.

    Ansonsten war ich mit Mira in der Stadt viel mehr unterwegs als jetzt auf dem Land ;) Ich hab sie so gut wie überall hin mit genommen.
    Hier im Ort fahren wir einfach mit dem Auto das ist nicht das selbe als Bus und Bahn fahren dann in den Park dann wieder zurück :)

    Ich würde behaupten ein Hund hat es in der Stadt genau so gut wie auf dem Land. Es kommt nur auf den Halter drauf an wie viel er sich um seinen Hund kümmert :)

  • Ich denke beides ist ok.. und es kommt auch immer auf so vieles an.
    Wichtig finde ich den Kontakt zu anderen Hunden, wenn ein Hund als Einzelhund auf einem großen Grundstück lebt und sonst auch keinen Kontakt hat finde ich das nicht besonders toll.

    Den Hund definiert ja seine Beziehung zum Menschen, das ist es was den Hund zum Hund macht - von daher denke ich ein Leben wie es dein Hund führt ist wohl kaum ein dahinvegetieren! Ist ja auch ein bisschen krass, sowas zu sagen.

  • Also meine Hunde würden kein Haus mit Garten brauchen.

    Wir leben hier sehr ländlich, der Garten ist groß, noch nicht einmal eingezäunt und geht direkt ins Naturschutzgebiet über. Meine Hunde haben sich trotzdem noch nie aus dem Garten heraus bewegt und bleiben selten ohne mich im Garten.
    Geh ich ins Haus, kommen sie hinterher.

    Klar, sie genießen es im Sommer, im Garten zu spielen oder zu chillen oder sich im Hundepool abzukühlen.
    Aber wirklich brauchen würden sie das nicht. Coco spielt am liebsten, und das auch gerne im Haus. Oder eben mit anderen Hunden, wenn wir spazieren laufen.

  • Manche Hunde wollen gar nicht erst herumstreunen, von sich aus nicht, auch wenns ie die Möglichkeit hätten. Also ein Ideal gibt es nicht. Das kommt auf den Hund und dessen Leben an.

  • Ich würde sagen, du solltest dir da keinen Kopf machen. Ich bin auf dem Land aufgewachsen (deutlich ländlicher gehts fast nicht mehr) und habe für mich selbst die gegenteilige Erfahrung gemacht: Die Landhunde bei uns waren meist entweder Hofhunde ganz ohne Auslauf oder ein zusätzliches Familaccessoir zur Komplettierung des Dorfidylls der Familie mit zwei Kindern. Die Hunde wurden dementsprechend kaum erzogen (da die Eltern viel zu sehr damit beschäftigt waren, ihre Kinder zu ihren Hobbys zu fahren) und konnten dementsprechend auf den wenigen Spaziergängen nicht von der Leine trotz all der vielen Wiesen und Wälder drumherum. Da nützt auch der kleine Garten nichts, in dem sie dann laufen durften. Da hat ein Hund mit einem Besitzer, der seinem Hund vernünftige Auslastung bietet, in der Stadt es m.M.n deutlich besser.
    Allerdings würde ich natürlich aus meinen Erfahrungen nicht auf alle Hundehalter in Dörfern und Städten schließen. Das wäre Unsinn. Aber genauso Unsinn war es somit meiner Meinung nach von deiner Bekannten so eine generalisierte Aussage zu treffen - vor allem da sie dich und dein Auslastungsprogramm doch wohl kennen sollte. Ich lebe mit Byron in der Stadt. Wir haben für kleinere Runden und Spaziergänge trotzdem direkt nebenan viele Parks und Grünflächen. Für größere Schnüffelgänge, fahre ich ein wenig weiter raus in den Wald oder angrenzende Wiesenwege und dann passt das auch. Das ist jeden Tag 100-mal mehr Bewegung und Beschäftigung als z.B. unser Familienhund hatte, der außer Gartenauslauf alleine dann jeden Tag drei angeleinte Runden - ohne Hundekontakt, da selten ein Hund im Dorf von der Leine durfte - hatte.

  • Zitat

    Der Hund könne ja schließlich nicht raus wann er will, nicht einfach mal umherstreifen.

    Klingt für mich, als würde da jemand Hund und Katze verwechseln. :pfeif:

    Ich komme vom Land und habe sehr viele Hofhunde kennengelernt, die sich drei Beine abschneiden würden, damit der Besitzer mal was mit ihnen macht. Auch bei unseren Familienhunden war das so, als ich noch klein war.

    Als ich in die Stadt gezogen bin, habe ich mir eher wegen der Lärm- und Schmutzbelastung Gedanken gemacht. Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass das weder für Menschen noch für andere Tiere gesund ist, aber da das Stadtleben andere Vorteile hat, leben wir nun trotzdem hier. Nach einem Jahr hin und her auch mit Hund. Wir haben weder Balkon noch Terasse, stattdessen chillen wir täglich im Park oder im Hundeauslaufgebiet. Dort darf sie zwar nicht frei umherstreifen aber ist das in Deutschland nicht sowieso verboten sobald es nicht auf dem eigenen ausbruchssicher umfriedeten Grundstück passiert?

    An Bewegung mangelt es meinem Hund wahrlich nicht und Hundekontakte gibt es nirgendwo mehr als in der Stadt. :hust:

  • Ich kenne einige Leute, die auch diese Ansicht vertreten, ein Hund gehöre nicht in eine Wohnung.
    Ich würde sagen, wenn der Hund genug Bewegung/Auslauf hat, ist das okay. Und ein Hund kann sicher auch bei Wohnungshaltung ein schönes Hundeleben haben.

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