Körperkontakt trainieren

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    Also Schlepp hatte ich damals mal dran aber das war für mich überhaupt nichts. Mira läuft zu 99% frei und ist in so gut wie allen Situationen Abrufbar. Es passiert nur sehr selten das sie sich vor Lauter freue zu anderen Menschen hinstürmt (da ist Körperkontakt nähmlich nicht giftig)

    Mira Liebt alle Menschen! Es gibt sehr selten welche die sie nicht mag. Sie freut sich auch wenn wir zum Tierarzt gehen oder zur Chiro

    Hat sie denn draußen auch Probleme mit dir, wenn du sie anfassen willst? Oder generell nur mit dir? Weil du ja sagst, mit anderen Menschen hat sie keinerlei Probleme - die Hündin von meiner Ma findet nämlich generell alle Menschen erst mal doof :D

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    Es ist mir schon oft Aufgefallen das ich manchmal echt viele Kommandos von ihr abverlange :D Das "einfach mal so" spazieren gehen gibt es wirklich selten. Einfacher ist es wenn wir auf Hundewiesen unterwegs sind.

    Hihi, na schau an :D Ich habe extra danach gefragt, weil ich selbst dazu tendiere, meinen Hunden sehr viel "abzuverlangen" - und am Ende merke ich dann, dass sie ziemlich unausgeglichen und unzufrieden scheinen. Ich habe "Trainingseinheiten" auf ein paar Minuten täglich runtergeschraubt, früher hab' ich jeden Spaziergang benutzt, um intensiv zu trainieren... zum Leidwesen meiner Hundis. Spaziergänge sind jetzt Entspannung, schnüffeln, spielen, trainiert wird nur auf dem Hundeplatz oder auf einer ausgewählten Wiese.

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    Draußen ist sie auch super offen für alle nur drin will sie eben ihre ruhe und kaum körperkontakt.

    Finde ich grundsätzlich überhaupt nicht schlimm, denn auch bei uns gilt - in der Wohnung ist Ruhe und Entspannung angesagt. Getobt, gespielt, geübt und alles, was aufdreht, wird draußen gemacht. Die Wohnung ist ein Rückzugsort um sich zu Erholen.

    Ich würde mir wirklich nicht so einen Kopf machen - dein Hund ist super, finde ich :D Und glaub mir, so eine Klette wie unseren Balu würdest du auch nicht 24 Std. haben wollen... :lachtot:

  • So eine Klätte wäre ab und zu ganz schön :D aber immer wollte ich es auch nicht haben

    Nein draußen freut sie sich immer zu mir zu kommen weil ich essen dabei hab. Ab und an auch mal wenn ich keins dabei hab...

    Wenn mein Opa sie streichelt schaut sie auch immer so gequält also ist es an sich drinnen körperkontakt egal ob nun an mir liegen oder streicheln.
    Draußen ist das alles super :D

    Aber vielleicht liegts wirklich am Entspannen. Bei uns ist es drin auch so das eben ruhe ist. Spielen tun wir nur selten. Entweder ich mach ihr einen Futterball oder mal kurz mit ihren Spielzeugen.

    Allein spielt sie aber auch nur sehr selten.

  • Versuche es mal mit Annäherung und Rückzug - aus dem Pferdebereich (Natural Horsemanship) kenne ich das als "Friendly Game"

    hier kann man das kurz und knapp nachlesen: http://www.sibylle-duerr.ch/category/pferd…nh/die-7-spiele

    Ist bei Hunden eigentlich ganz genauso.

    Im prinzip: Nie was aufzwingen, nie weitergehen, als der Hund das zulassen kann. Dann verschiebt sich die Grenze oft recht schnell.

  • Ich persönlich würde das nicht trainieren. Dein Hund lässt sich von dir überall anfassen, wenn es sein muss, sie lässt sich streicheln, wenn man denn unbedingt will, aber wenn sie kuscheln grundsätzlich doof findet, wieso zwingen?
    Ich hatte schon beide Extreme.
    Benny, mein Collie, ein echter Schmuser, der hätte 24 Stunden kuscheln können, wenn ich ihn gelassen hätte. Alle Menschen (außer Handwerkern in Dienstkleidung) waren super, weil sie ja streicheln könnten - und bei einem Collie wollten das auch alle.

    Senta, die Straßenhündin, hat echt lange gebraucht, bis sie Zuneigung ertragen bzw. schließlich auch genießen konnte. Ihre Erfahrung mit Menschen beschränkte sich auf Schläge, Tritte und Wurfgeschosse, wie das bei osteuropäischen Straßenhunden halt oft der Fall ist. Ich war eine ziemlich lange Zeit ihre Gassigängerin, bis sie sich das erste Mal im Zwinger an mich schmiegte und dann auch bitte gleich auf den Schoß wollte. Kontaktliegen fand sie auf dem Boden mal ganz schön, aber bitte nicht zu lange, kraulen dagegen war super. Allerdings habe ich sie immer kommen lassen und auch nicht geholt, wenn sie nicht kam, weil ich bei ihr sehr darauf geachtet habe, ihre Grenzen zu respektieren, um ihr die Sicherheit zu geben, die sie als Angsthündin nun einmal brauchte.

    Sunti, meine Pflegehündin, Kangal, findet Körperkontakt erst mal eher überflüssig, was zum einen an ihrer Rasse, zum anderen an ihren schlechten Erfahrungen liegt. Weil es nun mal meine Aufgabe ist, an ihrem Trauma und ihrer Angst zu arbeiten, musste ich mit ihr auch Körperkontakt üben. Erst hab ich ihr beim Füttern aus der Hand mal mit dem Finger über die Schnute gestrichen, dann haben wir TTouch gelernt (ich das Ausführen, sie das Dulden), sie lernte, dass ich einen Ohrentick habe, ich durfte dann irgendwann auch an ihre Ohren, meine Finger im Winter in ihrem Kragen wärmen, bürsten... Seit einem Jahr mache ich gezielt Körpertraining mit ihr, ausstreichen, Pfote in die Hand nehmen etc., und das hat ihr sehr geholfen mit ihren Ängsten. Ich KÖNNTE mit diesem Hund alles machen, aber halt nur deswegen, weil sie weiß, dass ich es nicht tue, wenn es nicht dringend nötig ist. Seit etwa einem Jahr merke ich, dass sie einige Berührungen (Öhrchen pulen z.B.) sehr gern hat, auch wenn sie sich scheut, das zu zeigen. Manchmal geht es aber auch mit ihr durch und sie drückt sich richtig an meine Finger. =)

    Spooks hat auch eine Weile gebraucht, bis er sein Maß gefunden hatte. Wir sind ein echt gutes Team, aber erst seit einem halben Jahr kommt er Kontaktliegen (da war er etwa vier Monate bei mir). Auch ihn hab ich gelassen, er ist nicht so der Dauerkuschler, sondern kommt ab und zu an, dann möchte er schmusen, und nachts schleicht er sich ab und zu auf mein Bett und macht mich wach, indem er seine spitzen Knochen auf mir parkt.

    Meiner Meinung nach muss man die Hunde einfach lassen, es sei denn, sie wurden wirklich traumatisiert und müssen erst lernen, dass Berührungen was Schönes sein können. Wissen sie das, würde ich an ihrer Grundeinstellung zum Thema Kuscheln nichts ändern, das hat ja auch was mit ihrer Persönlichkeit zu tun. Ausnahme ist für mich allerdings immer das medizinisch Notwendige: Wenn es sein MUSS, muss der Hund da durch. Aber nicht einfach so. Gut, ich bin auch nicht so der Kuschler (mit Menschen; mit Tieren kuschle ich gern und ausgiebig), daher kann ich es nachvollziehen, wenn Mensch/Tier nicht angegrabbelt werden mag. Ist allerdings nur meine persönliche Einstellung dazu. Zuneigung kann man auch anders zeigen, das hab ich bei der Arbeit mit Sunti lernen dürfen.

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    Kenn ich gerade bei RR, dass die nicht zwingend Mega-Schmuser sind. Aber ich bin dann für Zwangsbekuscheln - hat bei beiden RR die ich kenne, die so waren super Erfolg gehabt. Nehmen, bei sich halten, sanft streichen oder einfach die Hand ruhig auf den Hund legen und das so lange bis sie einschläft und das täglich. Hat jeweils 2 Wochen gedauert, dann kamen die Hunde von selber an und wollten das.

    Ist bestimmt vielen hier zu "böse". ;) Clickern würde ich das nicht. Das ist doch kein Trick, dass mein Hund gerne bei mir ist - zumindest für meine Sicht der Dinge.


    so, bzw so ähnlich läuft das hier auch. Wenn ich das bei Ole nicht gemacht hätte, würde er heute noch nicht zu mir kommen, beim Rückruf, denn er fand die Nähe einfach nur doof. Mittlerweile kommt er viel öfter von allein an, legt sich auch mal kurz zu mir auf die Couch oder sucht meine Nähe. Für uns war es auf jeden Fall der richtige Weg :smile:

  • Ich hab nicht alle Antworten genau gelesen, würd aber gerne meine Meinung dazu schreiben.
    ich finde nämlich, dass du NATÜRLICH Berührungen klickern kannst. Dazu musst du deinen Hund nciht zum Schmusehund machen wollen, und das ist dann auch kein Trick.
    Man verbindet ganz einfach etwas was dem Hund augenscheinlich unangenehm ist mit was angenehmen. Ich nenne das schönklickern. Das hab ich hier im Forum auch schon oft gelesen,deshalb versteh ich gerade nicht warum sich alle so dagegen aussprechen.
    Mir kommt ein bisschen vor, dass es euch vorkommt als würde man die Liebe seines Hundeds kaufen, aber das ist reine Ansichtssache. Leute die ganz extrem so denken geben ihrem Hund ja auch nie Leckerlis, weil sie ja nicht nur für Futter gemocht werden. Ich find das kindisch, irgendwie...

    Mein Hund ist sehr sensibel auf Körperkontakt. Er hat das nie so gemocht und er ist jetzt 1,5 Jahre alt und wird immer noch laufend "kuschliger" Als Welpe konnte man ihn kaum anfassen und er hat KEINE schlechten Erfahrungen gemacht, das ist einfach seine Art. Er wird auch im gewissen Sinne immer so bleiben, und ich will ihn auch gar nicht zum Oberschmuser machen. Aber trotzdem arbeite ich daran. Ich klickere Berührung, indem ich ihn leicht an der Seite berühre - Click n treat - und das nur wenn er nicht ausweicht, also nur freiwillig, bis er es zu mögen beginnt und selbst herkommt, dann üb ich auch andre Stellen. Das hilft uns dabei, dass er sich alles anschauen lasst und zb beim Geschirr anziehen. Ich nehme ihm einfach das Unwohlsein bei Berührungen. Das hat dür uns beide nur Vorteile und ändert ganz gewiss nicht seinen Charakter. Er wird nie in richtiger Schmusehund werden, aber trotzdem kann ich erreichen, dass er sich nicht mehr unwohl fühlt wenn ich ihn berühre.
    Auch Zwangskuscheln hab ich gemerkt das hilft, auch wenn ich esnicht für möglich gehalten hätte. Da bin ich einmal in einem überfüllten Nachtzug gefahren und musste mich dann mit ihm zwischen die ganzen Leute legen. Normal schlaft er zwar gerne in meiner Nähe, aber imme rmit gut Abstand und bloß nie mit Körperkontakt. Das war da logischerweise nicht möglich wegen der ganzen anderen Leute, deshalb hab ich ihm nciht dei Wahl gelassen und er musst gnaz nah bei mir schlafen. Seitdem kommt er öfter freiwillig neben mit zu liegen.

    Mittlerweile schläft er gerne an mich gekuschelt, selten sogar auf mir, aber es gibt auch Tage da kommt er gar nicht zu mir ins Bett und schläft auf seinem Platz.

    Was ich bei ihm merke: er mag mittlerweile Körperkontakt (zu mir) ganz gerne, was er aber nicht bzw nur sehr selten mag ist gekrault werden und einfach bewegtes kuscheln mit streicheln usw. Das ist mal kurz drinnen, wenns ihn wo juckt oder so, aber so auf die Dauer liegt gerne an mich geschmiegt aber wenn ich ihn da zu viel antatsche geht er.

    Ist deine Hündin auch so? Probier vl einfach mal weniger offenisv zu kuscheln, vl mag sie einfach diese aktive Kuschlerei nicht so gerne und legt sich deshalb gleich weg.

  • Bei Mira ist das eher anders rum.

    Wenn ich mich mal zu ihr lege und sie kraule findet sie das gar nicht so schlecht weil eben da mal juckt oder die Öhrchen findet sie auch ganz klasse.

    Aber es ist wirklich eher der Kontakt an sich. Also Kontaktliegen.
    Einzig im Bett (weil es zu klein ist) kommt sie und muss an mir dran liegen. Dann aber eher an den Füßen :D

    Ich werde es einfach mal versuchen zu clickern
    Fände es einfach nur schön wenn es von ihr kommt das sie mal gestreichelt werden möchte :D

  • Ich denke das kannst du bedenkenlos klickern. Entweder es ist irgendwie von Furcht bzw Unwohlsein bedingt, dann kann man es wegklickern bzw zumindest verbessern, und damit tut man ihr auch was gutes, oder aber es ist Charaktersache, dann wird sich daran nichts ändern, aber versuchen kann mans ja trotzdem ;)
    Ich persönlich schätze es wird eine Mischung sein, so dass du es vl etwas verbessern kannst aber sie trotzdem nie ein richtiger Körperkontaktfreak sein wird :D
    Schadet jedenfalls niemandem wenn mans probiert. Achte nur darauf, dass du dich keinesfalls reinsteigerst. Probiers einfach ganz locker und denk daran, dass es unter Umständen auch gar nichts ändern wird weil dein Hundi eben so ist :)

  • Also Shira ist auch überhaupt kein Kuschelhund. Manchmal wünsche ich mir da wirklich einen Kletten-Zweithund, der am liebsten den gaaaaanzen Tag kuscheln möchte. Ist einfach schön :) Frodo von meiner Mam ist so einer...wenn der sich mal beruhigt hat, sucht er richtig den Kontakt und legt sich am liebsten an/auf irgendeinen Menschen (nein, bei ihm ist das kein Kontrollverhalten) und will einfach nur bei jemandem sein und gekuschelt werden. Wirklich süß...

    Die Hyäne ist eher so ein Hund, der irgendwo rumliegt, man geht hin und legt sich dazu, und nach 10 Sekunden steht sie mit "neee lass mal"-Blick auf und geht woanders hin :hust: Als Welpe und Junghund war sie noch ein totaler Kuschler und das hat sich dann im Laufe des Erwachsenwerdens ziemlich ausgeschlichen. Schade, aber ok.
    Auch Streicheln draußen als "Belohnung" findet sie nicht so toll, von Fremden erst recht nicht. Aber generell anfassen, hochnehmen etc ist gar kein Problem.

    Sie ist eher so der Typ "wenn ich bock auf Kuscheln hab, komm ich zu dir" - und ja, ich gehe da drauf ein, solang sie mich nicht nervt oder bedrängt.
    Mit meinem Freund kuschelt sie mehr und häufiger als mit mir, da wird man schon mal ein bisschen neidisch...aber naja, so isse halt - der nächste Hund wird nach Kuschelfaktor ausgesucht und ein Mamakind!! :fies:

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