Verbale (emotionale) Kommunikation

  • Zitat

    Jetzt ist nur noch die Frage: Wie sieht ein überschwängliches Lob in besonderen Situationen aus, wenn ich nicht anfange wie eine Gummiente zu quietschen? Also z.B. speziell in der oben genannten Situation, wo er wegen meinem Zuruf ein Spiel unterbrochen hat.

    Zitat

    Aber anscheinend ist das ja alles nur normales Welpenverhalten und wird bald verloren gehen wenn ich nicht anfange mit ihm zu quietschen..

    Wie ich schon geschrieben habe, ich habe noch nie gequietscht.
    Ich habe schon sooo viele Welpen aufgezogen, fremde Tierschutzhunde in Pflege gehabt.
    Was die Hunde an mich bindet und sie bedingungslos folgen lässt, ist meine ehrliche Zuneigung und mein Respekt vor dem Hund.

    Ich leine selbst fremde Pflegehunde nach 1-3 Tagen ab und sie folgen mir. Die Zuneigung ist ein unsichtbares Band, da braucht man keine Leckerlie, Tricks oder Quietschen.

    Ich knuddel meine Welpen mal durch, wenn ich mich freue oder lobe sie mit normaler freundlicher Stimme oder lasse sie mit meiner Hand spielen. Ein Leckerlie gibt es als besonderes Highlight.

    Hunde sind Meister in der Körpersprache. Sie spüren selbst kleinste Gefühlsregungen.
    Darum brauchst Du nur Du selbst zu sein, Dein Hund wird Dich verstehen.
    Das hält auch über die Welpenzeit hinaus.

  • Zitat

    ...Die Zuneigung ist ein unsichtbares Band...

    :gut: :gut: :gut:

    Genau diese Worte solltest du tief in dir Verankern. :ja:

    Glaub mir, Hunde sehen viel viel mehr von uns, als wir denken....

  • LG Katrin

  • Also ich finde definitiv du musst nicht "quietschen " :D .
    Ich bin kein Kerl, aber eine eher handfeste Frau, und ich mag nicht "quietschen und flöten". Ich hab es schon mit meinem Sohn nicht getan und immer normal mit ihm geredet, der ist damit gut aufgewachsen und klargekommen - und ich habe mit geweigert, es mit meinen Hunden zu tun - und es hat auch funktioniert.

    ABER... ich glaube schon, dass wir nicht nur bei den Hunden, auch bei unseren Mitmenschen leicht mal das ausgiebige Loben zu sehr vernachlässigen. Jeder so wie er mag, aber dass Lob muss schon deutlich sein. Und dass kann man so gestalten wie man mag, Hauptsache, es ist deutlich. Und in einer Lernphase sollte es manchmal ein klein wenig "übertrieben" sein, bis dein junger Hund es so richtig verinnerlicht hat. Vielleicht plädiert deine Trainerin für das " Quietschen" , weil es ihre Art ist und bei Ihr gut funktioniert. Heisst aber nicht, dass du nicht was anderes erfinden kannst, was für dich passt.

    Für unseren Jäger brauchte ich eine Zeitlang ein übertriebenes Lob, um ihn besser abrufen zu können. Mir haben besonders tolle Leckerlis , Fleischwurt, Hühnerhälse, Käse , geholfen, in Kombi mit "Party machen". Heisst, auf die Schenkel klopfen, den Hund zum Spielen animieren, ein bisschen hüpfen, toben, auch mal kurze "Ich fang dich" Spiele, einfach was, was Hund und mir gefällt. Mann kann auch irgendein Wort nehmen, was man nicht völlig blöd findet, und es ein bisschen übertreiben. Bei uns war das ein langezogenes "Priiiiimaaa" . Schau doch einfach, was für dich passt, pack nochmal 20% drauf, und dann ist es gut.

    Es hat bei uns garnicht lange gedauert, bis unser Hund dass so verinnerlicht hatte, dass ich das Lob auch wieder etwas ruhiger gestalten konnte. Heute kraule ich ihn auch manchmal nur einmal durch und sag ihm ganz leise, das er der tollste Hund der Welt ist. Hört sich vielleicht blöd an, aber das klappt, wir kennen uns gut und ich glaube er findet diesen leisen lobenden Tonfall ziemlich gut.

    Mein Freund ist noch weniger begeistert als ich von grossen verbalen Ausbrüchen ;) - der krault unseren grossen auch manchmal einfach nur an seiner Lieblingsstelle hinter den Ohren - und ich bin mir sicher, Diego würde fast alles für diese eine Runde Ohrenkraulen tun - da könnten drei quietschende Hundetrainerinnen um ihn rum stehen, er würde Ohrenkraulen bei Herrchen bevorzugen.

    Viel Glück für Euch, ihr werdet ganz sicher ein tolles Team,
    Lg, Trixi

  • Zitat


    Auch dir erstmal ein Danke für die mutmachenden Worte. Aber was genau meinst du mit dem ernst gemeinten Lob vor der Belohnung? Ein bestimmtes (lobendes) Wort zu einem festen Kommando machen? Ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe.


    Naja Kommando ... sag einfach dein Lob - ich habe "Klassssseeee" oder "Feiiiiiinnn" oder andern Kram.
    Einfach vor der Belohnung loben :)

    Zitat


    Jetzt ist nur noch die Frage: Wie sieht ein überschwängliches Lob in besonderen Situationen aus, wenn ich nicht anfange wie eine Gummiente zu quietschen? Also z.B. speziell in der oben genannten Situation, wo er wegen meinem Zuruf ein Spiel unterbrochen hat. Ein von stolz erfülltes Gesicht mit einem feinen Leckerli wird ja wohl kaum reichen. Oder doch?


    Doch - warum nicht? Mit der Zeit kennt dich dein Hund. Aber du kannst z.B. auch ein Spiel anfangen oder ein besonderes Leckerlie geben oder so. Spiel hat halt noch ne besondere soziale Komponente in der Belohnung.

    Mach dich einfach locker - denk nicht so viel nach. Hunde sind keine Menschen aber sie kennen ihre Menschen mit der Zeit sehr gut und wissen wenn sie erfreut sind. Ich bin mir sicher auch ein Autist kann z.B. mit einem Hund eine Beziehung aufbauen bei der der Hund genau weiß woran er ist.

  • Entschuldigung, dass die Antwort jetzt so spät kommt.

    Zitat

    ABER... ich glaube schon, dass wir nicht nur bei den Hunden, auch bei unseren Mitmenschen leicht mal das ausgiebige Loben zu sehr vernachlässigen. Jeder so wie er mag, aber dass Lob muss schon deutlich sein. Und dass kann man so gestalten wie man mag, Hauptsache, es ist deutlich.


    Ja klar, aber daran scheitert es bei mir auch nicht. Gelobt wird natürlich schon, das bitte nicht falsch verstehen. Bei mir entfällt einfach nur diese überschwängliche "ausflippen" wie es viele einfach ständig machen - zumindest bei Welpen/Junghunden.

    Zitat

    Mein Freund ist noch weniger begeistert als ich von grossen verbalen Ausbrüchen ;) - der krault unseren grossen auch manchmal einfach nur an seiner Lieblingsstelle hinter den Ohren - und ich bin mir sicher, Diego würde fast alles für diese eine Runde Ohrenkraulen tun - da könnten drei quietschende Hundetrainerinnen um ihn rum stehen, er würde Ohrenkraulen bei Herrchen bevorzugen.


    Wie wäre ich froh wenn das auch bei uns funktionieren würde. Aber bis jetzt macht er sich leider noch gar nichts aus kuscheln, streicheln und gekrault werden. Ich hoffe, das ändert sich noch und er kann es irgendwann mal richtig genießen so liebevoll gekrault zu werden. Vielleicht ist er zur Zeit einfach noch zu viel mit der Umwelt und all den Eindrücken beschäftigt. Denn wenn er richtig müde ist, lässt er sich richtig schnell "in den Schlaf streicheln". :)

    Zitat


    Naja Kommando ... sag einfach dein Lob - ich habe "Klassssseeee" oder "Feiiiiiinnn" oder andern Kram.
    Einfach vor der Belohnung loben :)


    Ah ja okay, das mach ich ja eh immer. Einfach nur ein Leckerli geben wäre mir dann doch zu langweilig und emotionslos. ;D

    --

    Soo, also ihr habt mir (oder besser gesagt uns) wirklich sehr geholfen. Ihr habt mir viel Sicherheit gegeben und Mut, mich einfach so zu nehmen wie ich bin und eben ich selbst zu sein. Unsere Beziehung leidet darunter auch kein bisschen - ich empfinde es sogar als besser. Nicht, weil die Bindung enger geworden wäre, sondern weil ich irgendwie eine Last losgeworden und viel entspannter geworden bin. Auf jeden Fall ist nichts schlechter geworden. Nach wie vor kann ich meinen inzwischen fast 15 Wochen alten Welpen während dem Spiel mit anderen Hunden abrufen und herkommen lassen und solange das funktioniert, mach ich glaube ich nicht sehr viel in unserer Beziehung falsch.

    Danke nochmals an euch alle, ihr seid echt lieb und wirklich hilfreich. Ich denke ich werd hier bald noch etwas aktiver werden. :)

    Liebe Grüße

  • Zitat

    Super Artikel!

    Sehr emotionales Lob, Quitschen etc, scheint mir auch gelegentlich dazu zu führen, dass der Hund hochfährt und vor lauter Emotion nicht mehr weiss, wofür er gelobt wird. Mir ist da ein etwas ruhigeres Loben lieber, es muss eben auch zum HH passen.

    Dass der Hund nicht geknuddelt werden mag, sollte dich nicht beunruhigen, da sind halt nicht alle gleich. Meine hat sich auch schnell eingeengt gefühlt, erst mit der Zeit mochte sie die Nähe. Wobei sie nach wie vor kein 'Schosshund' ist.

  • Nun ja, aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass die Trainerin nicht so ganz unrecht hat.

    Ich sehe es immer wieder bei uns im Verein. Da ich selbst als Trainer teils mehrere Stunden auf Dem Platz stehe, trainiere ich oft während der anderen Trainingsstunden in einer Ecke für noch.
    Und es passiert mir in schöner Regelmässigkeit, dass wir Besuch von anderen Hunden bekommen, Wenn ich meine Hunde bestätige.
    Interessanterweise bin ich diejenige, die laut quietscht und die anderen die, die eher emotionslos loben.

    Dito Wenn ich als Trainer auf Dem Platz bin. Ich habe mir schon ab und an einen Hund geschnappt, dessen HF sehr emotionslos lobte und Hundi entsprechend eher motivationslos seine Übungen absolvierte. Und siehe da ... Auf einmal Brian Hund einen ganz anderen Gesichtsausdruck, hellwache Augen und War mit Begeisterung bei der Sache.
    Mich würde es traurug machen, Wenn ein Fremder meinem Hund mit etwas Gequietsche so eine Begeisterung wecken kann, ich aber nicht.

    Du hast jetzt einen Welpen. Für die Grunderziehung reicht es. Und Welpen sind eh begeisterungsfähig. Die Frage ist, was willst du machen. Nur grunderziehung oder weiter?

    Und dann ist es natürlich auch eine Frage des Hundes. Wie hoch ist die Grundmotivation eines Hundes?

    Habe ich nen durchgeknallten Mali reicht es idR relativ emotionslos zu loben. Bei vielen Hunden reicht es aber nicht. Oder soll das heissen, dass sich die Leute alle nicht freuen, die Hunde nicht in der Lage sind die Körpersprache obese Menschen zu lesen, oder was auch immer?

  • Da Hunde auf Authentizität reagieren und auf Stimmung und - auch wenn manche ob der Wortwahl vielleicht mit den Augen rollen - eine innere Energie des Menschen (und auch bei anderen Hunden ;) ), braucht man nicht quietschen, wenn man kein Quietschmensch ist. Ich finde das auch ganz schrecklich und es wäre eine Posse, wenn ich es täte und genau so käme es beim Hund an. Wenn man nun der Typ Mensch ist, der selber sehr gerne quietscht vor Freude ist es ja auch okay. Ich denke es ist nur wichtig, dass beim Hund ankommt, dass er was gut gemacht hat und ich behaupte, genau wie Hunde unsere Anspannung merken, ohne dass wir sie kommunizieren, merken sie Stolz und Freude.

    Warum sollten sie da auch blind sein, wenn sie bei negativen Emotionen - wie einem jeder unterschreibt - so feinfühlig sind.

    Ich bin auch eher der Freund des ruhigen, stolzen Lobens.

    Wer weiß? Vielleicht ist dein Welpe auch nur deshalb so toll, weil du authentisch bist und Ruhe verbreitest in dieser hektischen und gerne aufgezwungen quietschenden Welt... ;)

    Lass dich nicht verunsichern.

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