Verbale (emotionale) Kommunikation

  • Hallo,

    ich kann das mit diesem quietschigen Gefreue, aber mache es nicht. Komme mir total blöd vor und habe auch nicht das Gefühl das meine Hunde dadurch freudiger sind. Mein Schäferjungspunt hat mich beim ersten Mal völlig verdutzt angeschaut. In ihren Augen las ich eigentlich nur: die spinnt die Alte. :rollsmile:
    Ich lobe mit ruhiger Stimme und schiebe ab und an ein Leckerchen rein. Auch ein Zergel oder ein Ball wirken irgendwie mehr. Mein Hund hat keine Probleme damit, auch nicht damit das ich meine Stimme sehr selten auf laut stelle. Das gibt es höchstens mal als Warnung und dann reagiert sie sofort. Alles andere geht hier ruhig von statten und trotzdem hört die Kleine sehr gut und ist ein gelassener Hund. Ein Knuddeltier ist sie auch nicht, freut sich aber sichtlich über kleine, kurze Streicheleinheiten. Sie tobt und rennt gerne mit mir herum und ist dann total albern. Trotzdem passiert das alles sehr leise. Sie bellt auch nicht laut dabei und das freut mich total.
    Ich habe das Gefühl das sie mehr auf mich achtet, weil eben weniger passiert. Ich versuche es mehr mit Körperhaltung und eindeutigen Zeichen sie auch mich aufmerksam zu machen und es scheint zu funktionieren.
    Die beiden anderen Hunde sind da etwas anders. Der Border braucht eher Sichtzeichen und die kleine Mix-Hündin achtet sehr auf meine Stimmlage.
    Ich denke man muss ausprobieren wie und auf was ein Hund reagiert und wird schnell merken was am Besten ist.

    LG Terrortöle

  • Ich denke nicht, dass man quietschen muss - aber überschwängliche Freude auszudrücken, ist schon eine tolle Motivation für den Hund, vor allem einen jungen Hund. Ich würde das aber nicht mitten in einer Übung machen, denn der Hund wird unkonzentriert davon. Für mich war das immer vor allem die Verstärkung des Rückrufs (den ich in dem Alter überhaupt für das einzig wichtige halte...), da darf man sich vor Freude rumkugeln und überschlagen.

    Ich bin bekennender Quietscher und wenn mich niemand hört rede ich auch in Babysprache :headbash: Zur Erklärung, warum das viele Menschen tun, empfehle ich die Lektüre von "Das andere Ende der Leine". Wir Primatenmütter können nix dafür ;) und blöd sind wir deswegen nicht, genausowenig wie die Nicht-Quietscher.

    Echte emotionen müssen aber nicht laut und quitschig sein. Echt sollten sie halt sein. Wichtig ist ein offener zugewandter Blick, häufiger Blickkontakt, immer ein Lächeln. Mach ausgelassenes Wettrennen mit dem Hund oder kugel mit ihm auf dem Boden rum, geh aus dir heraus. Das wird den Welpen für dich begeistern. Anfassen/Streicheln würde ich in jeglicher Übungssituation vermeiden, das führt oft eher zu mehr Distanz. Die meisten Hunde, selbst große Schmuser, mögen das Gegrabbel nicht, wenn sie draussen sind oder konzentriert auf was anderes. Wir Menschen machen immer zuviel mit den Händen.

    Vielen fällt offene Freude vor Zuschauern natürlich doppelt schwer, und dass du vor dieser Trainerin deine Freude nicht so recht zeigen kannst, ist ja auch kein Wunder. Versuche es, wenn du mit dem Hund alleine bist. Hundeplatz ist ja nur ein ganz kleiner Teil eures Lebens.

    Was mir aufgefallen ist, ist die Behauptung der Trainierin, dass das tolle Verhalten verschwinden wird... ja wird es. Natürlich wird sich dein Hund als Teenie nicht mehr benehmen wie als Baby. 13 Wochen - klar ist der anhänglich und begeisterungsfähig. Das WIRD sich verändern, egal, wie emotional du bist. Ein adoleszenter Hund findet andere Sachen durchaus interessanter... darauf muss man vorbereitet sein, und es wird NICHT deine Schuld sein, nur weil du nicht genug gequietscht hast.
    Die Emotionalität jetzt kann helfen, eine starke Bindung aufzubauen, die dann auch im Teenie-Alter hält (mal übersimpel ausgedrückt).
    Wichtiger für die Bindung aber ist: Dem Hund Sicherheit geben, beständig, berechenbar, konsequent sein, tiefe Zuneigung empfinden, es für den Hund lohnend und gut machen, bei dir zu sein (Spaß, Futter, Beschäftigung und wieder vor allem anderem: Sicherheit). Das zählt. Wenn qietschen allein reichen würde... das wär schön, aber Hunde sind ja nun auch nicht blöd!

  • Hallo,
    ich bin auch ein anerkennender Quietscher :D ! Kann dran liegen dass Jacke mein erster Hund ist und ich mich einfach selber total freue wenn etwas neues klappt oder einfach weil ich auch sonst meine Freude gerne zeige.
    Allerdings hab ich festgestellt, dass dieses Gequietsche bei meinem Hund leider teilweise kontraproduktiv ist.
    Als Beispiel:
    Hund läuft bei Fuß, ich am quietschen usw. Am nächsten Tag alles vergessen. Irgendwann klappts wieder, ich wieder am quietschen. Am nächsten Tag dasselbe. Wir haben über Monate keinerlei Fortschritte gemacht mein Freund mit seiner ruhigen Art aber schon. Seit ich mich etwas zurückhalte machen auch wir beide Fortschritte.
    Vielleicht mochte Jacke das Gequietsche nicht oder war damit überfordert (er braucht normal kein Anstacheln um bei irgendetwas begeistert bei der Sache zu sein, findet alles toll und wir müssen eher schaun, dass er nicht hochdreht).

    Lustigerweise gibt es dann Situationen in denen das Gequietsche wieder sehr gut ist. Rückruf klappt bei mir super, bei meinem Freund allerdings noch nicht wirklich gut. Sobald sich Hund auch nur minimal zu mir gedreht hat, fing ich an zu Quietschen und hab ihn damit begleitet während er zu mir gerannt kommt. Als Belohnung ein Leckerlie und ein RUHIGES EINFACHES "Supi" und er ist glücklich. Mein Freund hat mittlerweile einfach ein Spielzeug dabei und wenn Hund sich umdreht kommt es aus der Tasche und ist Hundi da gibts ein Spiel als Belohnung. Ist scheinbar genauso gut wie quietschen :)!

  • Quietschen beim Fuss gehen ist nicht soo gut, weil der Hund sich dabei konzentrieren muss. Das Quietschen führt eher dazu, dass sich die Konzentration auflöst, die (freudige) Erregung steigt und damit nimmt die Konzentration ab. Bei großer Erregung kann er nix abspeichern.

    Ausserdem kann es gut sein, dass ihr Fuss am Anfang einfach zu lange geübt habt. Gerade diese schwierige Übung merkt sich der Hund am besten, wenn er es ganz kurz macht und dafür ganz eindeutig bestätigt wird.

    Klar ist das beim Rückruf anders - das ist ja nix abstraktes, was der Hund erst lernen muss - zu seiner Bezugsperson zu laufen ist für einen Welpen ja erst mal das natürlichste Verhalten der Welt, dafür braucht er keine Konzentration. Das Freuen, Belohnen und eben gf. Quietchen untermauert es nur noch stärker - damit mans über die Pubertät retten kann ;) sozusagen.

  • also ich quietsche auch manchmal, aber auch nicht immer.
    klar kann man den hund damit prima belohnen, hoch fahren, glückshormone ausschütten lassen usw....aber das ist ja nicht die einzige möglichkeit dafür...
    ich finds viel wichtiger, dass du dich einfach mit ihm freust. hunde reagieren auch sehr stark auf mimik, was oft vergessen wird.

    und wenn du irgendwie das gefühl hast, dass es nicht reicht...werd kreativ...renn ein bisschen mit ihm, kraul ihn ganz dolle oder was auch immer er mag :)
    meiner zum beispiel findet es schon klasse, wenn ich den keks ein bisschen in die luft werfe und er ihn fangen muss, anstatt ihn einfach zu geben ;)
    er ist ja noch so jung, da hast du noch ne menge zeit, rauszufinden, was für euch das richtige ist...wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst! das überträgt sich auch auf deinen hund.

  • Zitat

    Sehr emotionales Lob, Quitschen etc, scheint mir auch gelegentlich dazu zu führen, dass der Hund hochfährt und vor lauter Emotion nicht mehr weiss, wofür er gelobt wird. Mir ist da ein etwas ruhigeres Loben lieber, es muss eben auch zum HH passen.


    :gut: :gut:

    Eine differnezierte, klare Kommunikation mit dem Hund halte ich für sehr hilfreich und wichtig.

    Dabei spielt die Körpersprache eine wichtige Rolle. Beuge ich mich zum Hund hin, drücke ich ihn quasi weg,
    nehme ich meinen eigenen Körper zurück, ziehe ich meinen Hund zu mir hin. drehe ich mich seitlich, bin ich weniger präsent (drücke also meinen Hund nicht weg), genauso wie wenn ich mich hinhocke.

    Stimmlich kann ich meinen Hund beeinflussen, indem ich mit ruhiger, tiefer Tonlage nicht flüsternd) beruhigend auf ihn einwirke, oder in hoher Tonlage, motivierend wirke.

    Ich kann wirkungsvoll loben, mit einem langen "Jaaaaaaaa", oder als Marker auf den Punkt mit einem gut getimten, kurzem "Ja",
    genauso, wie ich ihm einen Fehler ansage (recht gefühlsneutral, bitte), mit einem "ähäh".

    DAS ist in erster Linie Übungssache! Dafür brauche ich mich nicht zu verbiegen. ;) ;)

  • Wir habens auch immer so gemacht, und machen es auch heute noch so: Während einer längeren Übung (z. B. bei Fuß) , wenn Milo sich konzetrieren soll, wird nur bestätigt, mit einem kurzen "super" o. Ä. wenn er es eine angemessene Zeit lang gut gemacht hat (wurde natürlich gesteigert, das macht man intuitiv), ist die Übung abgeschlossen, erfolgt bei uns immer eine Freigabe. Wenn ich Milo etwas Neues beibringe, sind wir beide solange in höchster Konzentration, dass nicht viel Emotion zu sehen ist, aber, sobald die Übung abgeschlossen ist und gut war, kann man mich auch mal mit meinem Hund auf der Wiese kugeln sehen. Bei Unterordnungsübungen sind wir auch total konzentriert. Der Dummy wird umgangen, auf Kommando gebracht, wo anders abgelegt usw. Und nach der "Arbeit" folgt "Töte den Dummy, keibel, zerr, wirf" Auch jetzt noch, obwohl er schon über 1 1/2 Jahre alt ist. Somit hat er gelernt, dass sich konzentriertes "Arbeiten" in einem angemessenen Zeitraum, lohnt. Denn, wenn er durchhält, bekommt er das größte Gut "absolute Zuwendung, rumblödeln, zusammen frei sein". Und uns hat das zusammen Laufen und gegenseitiges Jagen sehr viel Bindung gebracht. Ohne gequietsche :D , auch wenn ich bei manchen Übungen einfach überschwenglich sein musste, damit ich meinen Hund motiviere..... das ist echt eine intuitive Sache, meiner Meinung nach. So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Und Spaß dabei haben.

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