Großen Hund einfacher händeln - Tricks?

  • Hallo ihrs,

    ich hab mal ne Frage. Ich bin im Moment gesundheitlich angeschlagen, und daher instabil mit meinem Skelettsystem. Unser großer Labdoodle ist oft etwas stürmisch (und hat das Körperbewustsein einer Planierraupe) - und rennt mich daher öfter mal fast um.

    Ich würd ihr jetzt gerne endlich beibringen vor der Tür usw sitzenzubleiben, find es aber schwierig sie zu händeln, im Sinne von fest greifen ohne ihr wehzutun und in ihrer Bewegung einzuschränken. Eine normale Leine ist mir zu lang dafür (da falle ich dann drüber)

    Habt ihr da eine Idee? Vielleicht?

    Danke!

  • Also im ersten Schritt würde ich immer das Sitzen verlangen, also Kommando geben und dann erst geht die Tür auf. Wenn man dann die Tür aufmacht, und sie durchstürmen will...ich blocke dann. Das verstehen meine Hunde am besten und werden dann gesitteter. Mein Collie ist nämlich auch so ein Trampel.

  • Das würde ich auch üben. Und wenn er an dir vorbei will würde ich ihn warnen und dann zurück schicken. Entweder den weg abschneiden/blocken und dann auf ihn zu oder mit Befehl. Ich habe meinem Hund zurück beigebracht. Leckerchen nah vor seine Brust halten und er bekommt es erst wenn er ein paar Schritte zurück geht. Das funktioniert natürlich an der Tür o.ä aufregendem nur wenn das schon gut sitzt.

    Aber mal generell, ohne das Thema wieder aufflammen lassen zu wollen, du darfst deinen Hund schon beschränken und auch wenn du ihn/Sie mal am Kragen packst ist das nicht schlimm.

    Und zur Leine, es gibt auch 1m Leinen und noch kürzere ;)

  • Zitat

    ohne ihr wehzutun und in ihrer Bewegung einzuschränken

    Merkst du was? Dem Hund gestehst du das Recht zu, mit dir genau das zu tun, was du ihm auf keinen Fall antun möchtest. Sprich: Du hast mehr Respekt vor ihren Grenzen als sie vor deinen.

    Insofern würde ich mir da ganz klar mehr Respekt ausbitten, und ich weiß, wovon ich hier rede: nachdem mein junger Terrier mich mal fast mit einem Blumenkübel im Arm die steile Treppe runterbefördert hätte, weil sie sich un-be-dingt noch durchquetschen mußte, hab ich - nach einem Donnerwetter erster Güte, weil ich so erschrocken war - hier auch ziemlich durchgegriffen. Achte mal drauf, wie wenig diese Trampel sich bei einem respektierten anderen Hund erlauben - oder welche Reaktion da kommt, wenn sie unhöflich in einen anderen rumpeln.

    Mein grobmotorischer Terrier durfte hier zum Beispiel nur noch nach einem "Sitz" und einem Auflösekommando durch die Außentür. Nach einer Zeitlang konnte ich die Regeln wieder lockern, weil das trampelige Durchrasen aufgehört hatte. Jetzt stoppt sie automatisch kurz, sieht mich an, und wir können uns verständigen.

  • Ich würde bei der Haustür folgendermaßen vorgehen:
    Hundi absetzen, Haustür einen Spalt auf: wenn Hundi brav ist Leckerlie rein und Tür weiter auf. Dreht er durch, steht auch oder was auch immer Tür zu und ihn wieder ins Sitz bringen! Wenn du eine Tür hast die nach innen aufgeht und den Hund weit genug weg ins Sitz bringst brauchst du normal gar keine Leine dazu ;)

  • Aber du willst sie doch in ihrer Bewegung einschränken, damit sie dich nicht fast umrennt und wenige stürmisch ist.
    - Da stehst du dir ein wenig selbst im Weg, wenn du sagst, du willst sie nicht beschränken ;)

    Körperpräsenz macht ganz viel aus. Wenn du stehst wie ein Baum, merkt das auch der Hund (der will nicht vor einen Baum laufen, wohingegen ihm Grashalme nichts ausmachen).
    Insofern lautet mein Tipp: Bau dich mehr auf vor dem Hund.
    Du kannst das hinterher wieder abbauen, wenn sich der Hund daran gewöhnt hat, dass du Respekt und eine gewisse Disziplin von ihm verlangst.
    Vielleicht hast du das auch mal im TV gesehen, dass ein Trainer zeigt, wie HH "den Raum vor der Tür für sich beanspruchen" lernen? Das geht rein über Körperpräsenz.

    - Das hört sich vielleicht schlimmer an, als es ist. Aber auch unter Hunden wird sich nicht "umgebombt", das ist artgerecht, wenn du das auch deinem Hund beibringst ;)

    Stichwort "Impulskontrolle" ist auch noch wichtig. Denn vermutlich ist dein Hund sehr erregt, wenn er so stürmisch ist. Da gibt es Übungen, wie er lernt, seine Erregung auszuhalten und nicht unmittelbar auszuagieren. Ist ein Reifungsprozess für den Hund, den man selbst aktiv fördern kann. (ZB mit Absitzenlassen vor der Tür, abwarten bis er ruhig ist, erst auf Kommando fressen usw.)


    Gute Besserung dir!

  • Gerade bei der Tür ist einfach - da behält man die Hand an der Klinke und zieht sie sofort wieder zu, wenn der Hund aus dem Sitz aufsteht und versucht, sich durchzuquetschen. Da muss man den Hund gar nicht für anfassen und dafür braucht man auch keinen stabilen Stand. Das kann man ganz lässig und unaufgeregt machen und der Hund lernt es schnell.

    An der Tür kann man super üben - wenn der Hund schlau ist, überträgt er das gelernte dann auch auf andere Situationen. Im Sinne von "Sitz heißt sitz, alles andere bringt mich sowieso nicht weiter, die sagen mir schon Bescheid, wenn ich losdarf."

    Manche Hunde (meiner z.B.) sind nicht so vernünftig, da muss man das in jeder Situation einzeln üben. Zum Beispiel beim Spielzeugwerfen. Den Hund anleinen, Sitz machen lassen und Fuß auf die (kurze!) Leine stellen. Spielzeug erstmal sachte nur zwei Meter weit werfen. Im Idealfall bleibt der Hund sitzen. Wenn nicht, kommt er nicht weit, weil Du ja auf der Leine stehst. Dafür brauchst Du auch keine Kraft, Dein Körpergewicht hält die Leine ja am Boden fest und aus der Sitzposition an 60cm Leine hat der Hund auch nicht allzuviel Schwung. Nach ein paar Wiederholungen hat er raus, dann er erst dann hinterher darf, wenn Du es erlaubst. Und dann kann man später auch mal weiter werfen und den Reoz damit erhöhen.

    Ich kenne das Problem mit dem stürmischen Hund besonders beim Rückruf. Die rennt mich auch fast vor Begeisterung um - es gibt ja immer was Gutes für's Herkommen, da kann sie sich nicht beherrschen und ich mag sie dabei nicht streng korrigieren, weil ich beim Rückruf genau diese Begeisterung haben will.
    Da vermeide ich den Aufprall, indem ich mich leicht zur Seite drehe und das Leckerchen seitlich auf Schnauzenhöhe halte. Dann rennt sie nur gegen die Hand ;-).

  • Ich trainiere dem Hund an , sich sobald man vor die Tür tritt, sich sofort wieder zu mir umzuorientieren.
    D.h. Der Hund geht vor( eine Leinenlänge) und dreht sich um, setzt sich/ bleibt stehen- egal- und wartet auf mich.
    Denn es bringt ja nichts, wenn Hunde brav wartet, bis die Tür aufgeht um dann mit Karacho rauszupreschen.

    So kann ich die Tür abschliessen ohne dass die Hunde in die Verlegenheit kommen, schonmal " vorzugehen"

    Ich kenne Labradoodles als hibbelige ungestüme und distanzlose Hunde, aber auch denen kann man beibringen, Abstand zu halten und meine Körpergrenzen zu wahren.

  • Zusätzlich zu allen anderen guten Tipps, die hier schon gegeben wurden, würde ich auch noch mit einem klaren Signal für alle Gelegenheiten, in denen sie dich "bedrängt" arbeiten.

    Am besten ein Kommando und ein Zeichen - z.B. "Ab" und der ausgestrecke Arm mit Handfläche nach vorn als "STOPP" Signal.

    Bei mir klappt das sowohl mit dem 600 kg Haflinger ( Pferd), der ist auch gerne mal distanzlos, was bei seiner Grösse wirklich nicht lustig ist, als auch bei unserem grossen Hund, der hat das schon als Junghund gelernt, und auch bei der kleinen alten Jagdhündin. Die ist zwar nicht gross , aber wuselig, auch distanzlos und kann nicht mehr so gut gucken - was sie nicht stört, im Zweifelsfall einfach losspreschen und durchdrängeln :roll: Dabei würde sie mich regelmässig glatt von den Füssen holen - dagegen arbeite ich auch mit Signal und Kommando " bis hierher und nicht weiter".

    Nimm dir dafür einfach vor, dass Du ganz viel "körperliche Präsenz " hast - du stehst da wie ein Baum und signalisiert " Hier stehe ich und an mir kommst du nicht vorbei und rempelst mich auch nicht an ". WEnn sie es missachtet, kannst du sie mit dem Arm wegdrücken, wenn das körperlich nicht gut geht auch mit dem Unterschenkel / Fuss ( Turnschuhe, keine harten Absätze). Ganz ruhig, du sollst ihr natürlich nicht wehtun und sie nicht erschrecken, sie soll nur merken, dass sie gerade in " deinem Tanzbereich" ist. Stell dir das vor wie diese Distanzzonen am Bank schalter. Das geht finde ich gut :smile: !

    Viel Glück und gute Besserung !
    Lg, Trixi

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