extrem unterwürfig, senisbel, nicht Kritikfähig
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Hallo An Alle!
Ich habe mal eine Frage zum Hund meiner Schwiegereltern.
Jack, 8 1/2 Monate, Irish Setter. Kommt aus kleiner "Privatzucht" (keine Papiere). Wuchs mit 11 Geschwistern auf, kam mit 8 Wochen in sein neues Zuhause. Seitdem wohnt er hier.
Und zwar ist dieser in Situationen, in denen es für Ihn Ärger gibt, absolut sensibel. D.h.: gibts Ärger für ein bestimmtes Verhalten, fällt der Hund in ein schwarzes Loch. Würde man euch Bilder solcher Momente zeigen, würden wohl viele Vermuten, der Hund würde zu Tode geprügelt.

Mal eine alltägliche Situation als Beispiel.
Man sitzt zum Abendessen am Tisch, Hund soll auf seinem PLatz bleiben (Körbchen in Sicht, ca. 5 Meter weg) Der Hund kennt dieses Spiel seit er hier eingezogen ist. Es soll während dem Essen bitte dort bleiben. Zu Anfang wurde der Hund vorher natürlich ein bisschen bespaßt und konnte somit auch immer recht ruhig hier liegen. Ich bin mir sicher, dass er mitlerweile verstanden hat was "Körbchen" bedeutet. Hier mal die aktuelle Situation: Hund steht auf, Herrchen bemerkt es sofort, gibt Kommando "nein, Körbchen". Hund steht da und schaut, darauf hin macht Herrchen die Ansätze auf zu stehen, Hund flüchtet sofort auf seinen Platz. Allerdings nur um dort ca 10 Sekunden zu verweilen, und wieder auf zu stehen. Das ganze Entwickelt sich zu einem Steh auf Spiel, worauf Herrchen natürlich erst einmal mit Verärgerung reagierte und seinem Frust durch ein klares "GEH ins KÖRBCHEN" mit etwas lauterer Stimme Luft machte. Der Hund zischte natürlich wie zuvor auch, sofort auf seinen Platz, allerdings unter Winseln, Lefzen lecken, "schleichendem Gang" und wagt es Minuten lang nicht mehr rüber zu schauen.Nächstes Beispiel:
Ich gehe mit dem Napf mit Frischfleich meiner Hündin an Jack vorbei, dieser stellt sich auf die Hinterbeine und versucht sich ein Stück zu nehmen. Ich sage noch höflich "nein, lass das" und gehe weiter, Hund versucht das gleiche nochmal, wobei ich ihn mit dem Knie blocke und nochmal etwas kräftiger "nein" sage. Hier dann das gleiche Spiel wie zuvor, der geprügelte Hund schleicht gesenkten Kopfes von dannen, traut sich 10 Minuten nicht mehr zu mir.Noch ein Beispiel:
Wir sind auf dem Feld. Jack ist mitlerweile gut abrufbar, also läuft er wie auch meine Beiden offline. In der Ferne sehen wir einen Hund kommen, ich rufe die Hunde zum anleinen ran, Jack ist dafür aber gerade zu beschäftigt mit einem Maulwurfhügel. Ich handhabe es i.d.Regel so, dass es ein scharfes Abbruchsignal gibt, wenn sie gerade nicht hören. D.h. Hund soll sein aktuelles Verhalten unterbrechen. Danach folgt ein freundliches Alternativverhalten, was die Hunde gut annehmen.
Also ich "Jack, nein" und warte Hund schnüffelt, Also etwas lauter "Jack!" Hund schnüffelt weiter also folgt "JACK!! und zack, Hund hört, rennt winselnd hinter meinen Freund, versteckt sich dort, legt sich hin, leckt sich die Lefzen, schaut weg usw.Für alle Beispiele gilt:
- es ist unheimlich schwer, dem Hund verständlich zu machen, dass man sauer ist, ohne dass dieser so in Grund und Boden versinkt
- Jack ist in solchen Situationen auch dann überhaupt nicht mehr ansprechbar. Ihm ein Alternativverhalten an bieten, nach welchem er sich richten kann um dafür dann Bestätigung zu erhalten ist so gut wie nicht möglich.
- Man erklärt diesem Hund seit 8 Monaten dass er bitte nicht, während wir dabei stehen, vom Esstisch Dinge stehen soll. Macht man nicht enthusiastisch genug, ist es ihm egal, wird man ein bisschen lauter, hat man wieder den geprügelten Hund.D.h. das Hernbringen grundlegender Dinge (nichts vom Tisch klauen, nicht hochspringen, auf dem Platz bleiben, nicht aufs Sofa) ist extrem schwierig. Wenn er auf Kritik reagiert, dann so wie oben beschrieben, dosiert man die Kritik anders, wird es ignoriert. Kritisiert man gar nicht, oder versucht lediglich über positive Bestätigung auf zu bauen, ist es ihm egal, bzw in manchen Bereichen (die Wurst steht auf dem Tisch) einfach gar nicht möglich...
Jetzt meine Fragen:
-Woher kommt sowas? Genetisch bedingt? Fehlende Prägung?
-Hat sonst noch jemand einen solchen Hund?
-Wie geht man damit um? Gibts ein paar andere Ansätze? Oder soll man den Hund einfach leiden lassen?Danke im Vorraus für die Antworten
vg
borderli - Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
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Also ich lese aus deinem Text, dass der Hund (A) keinen Plan hat was "Nein" heisst, (B) verwendet ihr es einfach überall und sagt ihm (C) nicht (oder nur sporadisch) was er stattdessen tun soll. Du schreibt es selbst, die Sache mit dem Körbchen ist ein SPIEL. Spätestens nach dem 2. Mal wäre mein Hund am Korb angeleint, später würde ich dem Futterbrocken ins Körbchen schmeissen während ich am Tisch esse... Mit dem Futternapf genauso. Warum blocken und rumhampeln anstatt zu sagen Ich will ein "Sitz" von dir, dann bekommst du sogar was aus dem Napf. Lasst den Hund doch nicht soviel selbst entscheiden, dann kommt er seltener in die Verlegenheit solche Demutssignale zu zeigen.
Einerseits soll er wissen, dass ihr sauer seid, andererseits soll er nicht demütig umherschleichen - das passt nunmal nicht zusammen.
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Jetzt meine Fragen:
-Woher kommt sowas? Genetisch bedingt? Fehlende Prägung?
-Hat sonst noch jemand einen solchen Hund?
-Wie geht man damit um? Gibts ein paar andere Ansätze? Oder soll man den Hund einfach leiden lassen?Danke im Vorraus für die Antworten
vg
borderliZu 1. Die Sensibilität mag wohl genetisch bedingt sein, das extreme Verhalten ist wohl erworben!
Zu 2. Ja, ich hatte mal so einen Hund, und habe derzeit auch wieder Einen.
Zu 3. Ich bringe den Hunden alles positiv bei. Dabei sorge ich dafür, das sie keine Fehler machen können.
Ist später mal ein "Nein!" notwendig, erfolgt es ruhig und dosiert, eine eventuelle Einwirkung, um das "Nein!" durchzusetzen, erfolgt ebenso ruhig und emotionslos! Ist aber meist nicht nötig, weil das "Nein!" positiv und in ruhigem Ton aufgebaut wurde. -
Zitat
-Hat sonst noch jemand einen solchen Hund?
Hier, ich!
Woher es kommt, weiß ich leider nicht.
Wie ich damit umgehe: Nicht lauter werden, nie sauer werden. Stattdessen habe ich ein neutrales Abbruchsignal eingeübt und wenn Hund wegen zu großer "Ablenkung" mal ausnahmsweise nicht drauf reagierte, dann habe ich das irgendwie körperlich gelöst* : festhalten, wegschieben, Dinge außer Reichweite legen, anleinen... Anbinden ginge auch, brauchte ich aber noch nicht bis jetzt. Blocken mit Körperspannung und womöglich noch bösem Blick geht wieder gar nicht. Also alles körperliche muss bei uns auch neutral sein.
*Danach aber das Abbruchsignal weiter trainiert, sodass es beim nächsten Mal funktioniert.
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Zitat
Also ich lese aus deinem Text, dass der Hund (A) keinen Plan hat was "Nein" heisst, (B) verwendet ihr es einfach überall und sagt ihm (C) nicht (oder nur sporadisch) was er stattdessen tun soll. Du schreibt es selbst, die Sache mit dem Körbchen ist ein SPIEL. Spätestens nach dem 2. Mal wäre mein Hund am Korb angeleint, später würde ich dem Futterbrocken ins Körbchen schmeissen während ich am Tisch esse... Mit dem Futternapf genauso. Warum blocken und rumhampeln anstatt zu sagen Ich will ein "Sitz" von dir, dann bekommst du sogar was aus dem Napf. Lasst den Hund doch nicht soviel selbst entscheiden, dann kommt er seltener in die Verlegenheit solche Demutssignale zu zeigen.
Einerseits soll er wissen, dass ihr sauer seid, andererseits soll er nicht demütig umherschleichen - das passt nunmal nicht zusammen.
Danke für die Antwort.
Nein ist bei uns ein genereller Negativmarker. Meine haben den gleichen und wurde auch genau so aufgebaut. Es kann natürlich sein, dass er ihn nicht so verstanden hat. Woran erkenne ich ob das nein richtig verstanden ist? Bekommen meine beiden ein nein heißt das für sie, dass das aktuelle verhalten nicht richtig ist. sie nehmen dann kontakt mit mir auf und ich gebe das alternativverhalten.Angeleint ist der Hund mitlerweile. Das war nur ein Beispiel um die Situation zu verdeutlichen. Er Hängt üprigens mit dem Geschirr in der leine an der Heizung. Korb ist natürlich unter dem Po und winselt und fängt an zu kläffen.
Futterbrocken wurden am Anfang auch immer in den Korb geschmissen. Aber das ist ja auch nicht das eigentliche Thema. Das hat auch nicht gefruchtet. Er ist dann immer wieder auf gestanden nach dem der Brocken alle war und kam an gerast. das wurde dann irgendwann ein hin und her Spiel. Dann wurde ihm wieder gesagt, er soll doch bitte bleiben und nur für kurze Zeit bleiben wurde gefüttert. Daraus entstand dann das oben genannte Spiel.Das Sitz gab es tatsächlich. Hatte ich oben vergessen. "Nein, sitz". Das Problem ist, dass er nicht reagiert. Er hört einfach nicht darauf. Er nimmt kein Alternativverhalten an, wenn er in diesem ich mach jetzt was ich will modus ist. Das heißt ein Sitz während er an mir hoch springt und in den Napf fassen will, wird gekonnt ignoriert. Wie alles. Es wird erst nicht mehr ignoriert, wenn er ein bisschen Ärger bekommt. Und dann endet es so wie beschrieben.
Meine Hunde schleichen auch demütig umher, beziehungsweise haben gelernt, dass Ärger bedeutet es lief etwas falsch. Mir kann keiner erzählen, dass man seinem Hund nicht mal ein "jetzt reichts aber" in welcher Form auch immer gibt. Es geht auch nicht darum, dass er sich demütig zeigt. Es geht darum WIE EXTREM das ist. Dieser Hund ist dabei nervlich am Ende. Sonst würde ich ihn ja machen lassen und ihm ein bisschen Selbstvertrauen über Alternativen und Lob aufbauen. Aber soweit kommt man garnicht!
Natürlich kann man dem Hund einfach nichts mehr selbst überlassen. Das war ja meine Ausgangsfrage. Aber es ist halt eben auch so, dass er Alternativen nicht annimmt.
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Meine Hunde schleichen auch demütig umher, beziehungsweise haben gelernt, dass Ärger bedeutet es lief etwas falsch. Mir kann keiner erzählen, dass man seinem Hund nicht mal ein "jetzt reichts aber" in welcher Form auch immer gibt. Es geht auch nicht darum, dass er sich demütig zeigt. Es geht darum WIE EXTREM das ist. Dieser Hund ist dabei nervlich am Ende
Dass dir das nicht zeigt, dass das bisherige Verhalten wohl nicht richtig sein kann............
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Aber es ist halt eben auch so, dass er Alternativen nicht annimmt.
Dann setzt man damit weit vorher an, in einer Situation wo man das Alternativverhalten eigentlich nicht braucht und nicht erst wenn die "Notsituation" eingetroffen ist. Ich sag immer, wenn der Hund KÖNNTE, dann WÜRDE er auch. Aber jedes Verhalten ist konsequenzgesteuert...
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Der Hund IST sensibel UND erhält keine klaren Signale. Erst hellgrau, dann grau, dann dunkelgrau - und plötzlich nachtschwarz. Großer Ärger, tiefes Loch. Warum laßt Ihr offensichtliches Fehlverhalten zu, wenn Ihr wißt, daß der Hund offensichtlich Eure Anweisungen nicht befolgt und dann eine Eskalation beginnt, die mit extremem Meideverhalten endet?
Ich würde den Hund schon VOR dem Essen mit einem Knabberzeugs an seinem Platz anleinen. Ich würde VOR Ignorieren des zweiten Rufes den Hund mittels Schleppleine ranholen. Ich würde vor Bedrängen der fremden Futterschüssel ihn aus dem Raum bringen.
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mal ne blöde Frae, wieso erwartet ihr, das der Hund so lange in seinem Körbchen liegen kann?
habt ihr ihm das beigebracht?
vielen Hunden fällt es schwer, unter Ablenkung (essende Menschen) ruhig liegen zu bleiben. Und wenn man dann gleich verlangt, das der Hund mal eben 20 Minuten ruhig liegen bleibt, dann ist das einfach zu viel.
Er hat, so wirkt es auf mich, nicht im Geringsten verstanden, was er da eigentlich gerade machen soll.Genauso in dem Moment, wenn er an den Napf in deiner Hand will und du das 'sitz' einforderst..
Ich glaube, ich würde da mit dem Training noch mal komplett neu anfangen, wie bei nem Welpen.
Immer wieder kurz ins gewünschte Kommando bringen und gleich wieder auflösen. Und dann eben gaaaaaaanz ganz langsam die Zeitspanne steigern. So dass er eben irgendwann lernt, das er die Position so lange einnehmen soll, bis ihr das Kommando auflöst. -
Zitat
Zu 1. Die Sensibilität mag wohl genetisch bedingt sein, das extreme Verhalten ist wohl erworben!
Zu 2. Ja, ich hatte mal so einen Hund, und habe derzeit auch wieder Einen.
Zu 3. Ich bringe den Hunden alles positiv bei. Dabei sorge ich dafür, das sie keine Fehler machen können.
Ist später mal ein "Nein!" notwendig, erfolgt es ruhig und dosiert, eine eventuelle Einwirkung, um das "Nein!" durchzusetzen, erfolgt ebenso ruhig und emotionslos! Ist aber meist nicht nötig, weil das "Nein!" positiv und in ruhigem Ton aufgebaut wurde.D.h. für uns ein neues positives Abbruchsignal aufbauen. Generelle Faktoren bei denen der Hund Fehler machen kann so weit es geht reduzieren.
Ich bin nur noch etwas kritisch, ob der Reiz bei manchen Dingen nicht zu groß ist. D.h. in 1-2 Jahren, wenn der Hund sein Abbruchsignal verinnerlicht hat und gelernt hat sich hierbei zu entspannen und Alternativen zu folgen, die sich für ihn lohnen, wird es doch immer wieder Situationen geben, in denen etwas neues interessanter ist oder lohnenswerter erscheint.
Wie gehst du hiermit um? Reicht hier das positiv aufgebaute Abbruchssignal aus, und die Aussicht auf etwas besseres als der gesichtete Reiz? - Vor einem Moment
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