• Moin,

    ich noch mal, ich hab meinen Lucas ja direkt aus Spanien und er ist jetzt, seit dem 18. Oktober bei uns, also - auch noch nicht so lange...

    Du bist ein wenig zu schnell..... das ist nicht böse gemeint, aber solche Hunde brauchen gut 8 Wochen plus/minus bis sie "angekommen" sind. Wenn sie als Straßenhund gelebt hat, hat sie gelernt, "Menschen - öh - brauch ich nicht", sie war allein unterwegs, hat sich durchschlagen müssen - ist vielleicht verjagt worden, mit Steinen beworfen oder was Straßenhunde noch so alles erleben.... hier bei Euch ist alles neu und unbekannt, das braucht seine Zeit.

    Lucas etwa interessiert sich null für Spielzeuge, kennt er nicht, (er ist aber wohl auch schon um die 6 Jahre alt), egal was ich damit mache, er schaut nicht hin..... spielen? Ja, ein wenig.... aber nur wenn echt nix anderes los ist und draußen -lieber nicht, da muss er schauen, was um ihn herum passiert.... wenn er mal eines in der Schnauze hat und ich versuche daran zu ziehen, lässt er sofort los, sofort - und rührt es nicht mehr an. Wir spielen also anders, Pfoten schnappen etwa - oder kuscheln dafür viel (natürlich nicht beim Spaziergang).

    Uns haben die Übungen mit dem "Lucas" und belohnen (Aufmerksamkeitstraining echt geholfen) - auch weil er eben früher allein unterwegs war. Und sich das jetzt sehr wünscht, er findet es blöd, an der Leine zu sein und mit mir mitzugehen, keine Mäuse mehr jagen zu dürfen und den Rehen, den doofen Dingern, nicht hinterher jagen zu dürfen und es gab eben in seinem Leben eine Zeit, da durfte er und konnte das - so wie es ihm gefiel. Ich bin sicher, er vermisst das heute.

    Draußen ist immer auch ein bisschen Gefährlich, je nachdem was so ein Hund erlebt hat. Heute Morgen, wir gehen raus, 30 meter hinter uns fällt eine Autotür ins Schloß - nicht heftig, eher normal und Lucas, der mit seinen Gedanken grad ganz woanders war - startet Fullspeed durch - menno, mich hats einfach nur herum gerissen. Hinterher stand er da, schaute dem Auto nach, kam sofort zu mir und drückte sich kurz an mich - so nach dem Motto "also, ich weiß auch nicht, war nicht bös gemeint....." bei Knallern zu Silvester zuckte er nicht mal, aber diese Tür - wer weiß was er erlebt haben mag?

    Das braucht seine Zeit, gib sie Euch. Aufmerksamkeitstraining halte ich für eine gute Idee..... vermutlich hat noch nie in ihrem Leben jemand mit ihr gespielt? Oder sie überhaupt beschäftigt, draußen zumindest?

    Sundri

  • Woher soll ein ehem. Strassenhund das alles können?
    Hunde, die hier gross werden, lernen das von Anfang an ( im besten Fall ) , dass es z.B. für Blickkontakt ein Leckechen gibt.
    Aus Hundesicht macht deine Hündin alles richtig, sie schaut weg, um euch nicht zu provozieren, sie ist neu und will keinen Stress mit euch.
    Ihr müsst ihr erst beibringen, dass es sich für sie lohnt, zu euch zu schauen, euch anzuschauen, auf euch zu achten.

  • tja, naja.

    der absolut perfekte rückruf ist eigentlich schon das "abitur" - und damit das irgendwann wirklich klappt, muss man mit dem kleinen ABC anfangen - in kleiner, leichtverdaulicher dosis.

    wie hier alle schon geschrieben haben, erstmal ganz langsam ohne ablenkung üben. nicht zu oft hintereinander - sonst wirds langweilig (wie du ja eh schon beschreibst) - wenns also beim drittenmal nicht mehr so gut funktioniert, dann lass es nach dem zweitenmal wo es funktioniert hat und mach lieber zwischendurch was ganz anderes.

    die kunst und das knifflige beim funktionierenden rückruf ist für mich immer gewesen, eben genau DIE absolute supermotivation für genau diesen hund zu finden. ob nun superleckerli, superspiel, superknuddler, superkampfschrei ( ;) ) - das muss man dann auch noch anfangs wirklich ganz gezielt einsetzen - nicht zu oft aber auch nicht zu selten.

    und wenns beim üben wirklich einmal gut geklappt hat: dann party feiern und gut isses dann auch wieder! nicht todüben.

    der schmale grad zwischen "unerreichbar" weils der hund einfach noch nicht kann (was durchaus demotivierend für den hund ist - in dem fall einen gang runter schalten) und "laaaangweilig" (jetzt ruft die schon wieder, wie oft denn noch? - dann ruhig mal die übung ein bisschen verändern), dem punktgenauen loben und dem langsamen steigern ist oft nicht einfach zu sehen.

    also: immer gibt der hund das tempo und den schwierigkeitsgrad und die häufigkeit der übung vor. manche hunde machen mit begeisterung und der richtigen motivation 10x hintereinander das gleiche und haben spass - andere finden genau das absolut nervend und verlieren schnell die konzentration. da muss man immer gucken, wo dann der goldene mittelweg ist.

    und vorallem: geduld! lass deinem hund die zeit, die er braucht um das, was er lernen soll, umzusetzen.

    wie gesagt': der perfekte rückruf ist für die meisten schon das abitur! ich kenne hhs die brauchen genau dafür jahre!

  • Bei meiner Luçi hilft Futter auch null, oder nur 2 Mal, egal ob Leberwurst, Käse, Leckerli, die Welt ist einfach viel zu spannend für ihre Podenconase und was da alles so rumläuft und weht und "Oh ein Vögelchen...."

    Wir haben mit Schleppleinentraining angefangen, Richtungswechsel etc. Klappt soweit auch schon ganz gut, meistens.... Für das "meistens" und um es so weit geschafft zu haben, hab ich mir einen Quietsche-Ball geholt. Der ist immer beim Spazieren mit dabei, und dann mal ganz unerwartet, mein Rückruf Notfall Wort ist "Schnell", Schnell und Quietsch und dann fliegt sie auch schon in meine Richtung, weil "oh ja Frauchen hat mein Lieblingsspielzeug" und das wirft sie und dann kann ich das jagen, is ja viel toller als Vogel.... :headbash:
    Das Spielzeug ist auch nur für Schleppleinentraining, ansonsten hab ich's unter Verschluss, damit es was besonderes bleibt.

    Bei uns klappts ganz gut. Mit Futter ging das nie so gut, sie braucht immer etwas Action. Leckerchen gibts dann bei aus, obwohl nochmal werfen da auch höher im Kurs steht.

  • Moin,

    und bei meinem Diego hat es über ein ganzes Jahr gedauert, bis er mich am anderen Ende der Leine überhaupt zur Kenntnis genommen hat - der stellte draußen schlicht auf "ich bin dann mal weg" - drinnen war er ein wunderbarer Hund, ein Traum.... und wenn ich in all unseren viel zu wenigen Jahren eines von ihm gelernt habe, so dass jedes Tier sein eigenes Tempo hat und Geduld, Geduld hab ich von Diego lernen dürfen.

    Leckerchen, drinnen dafür sterben und draußen nicht mal hinsehen, Ohren? Schleppleine? Ging nicht, der drehte sofort auf Fullspeed und rein in das Ding, wie haben alles ausprobiert..... Hundeschule? Der am besten hörenden Hund auf dem Platz - auch ohne Leine - aber runter vom Platz? "ich bin dann mal weg" - nichts hat geholfen, bis er eines Tages so weit war....

    Letztes Frühjahr war es erstmals möglich - nach 4 Jahren - ihn abzuleinen und er kam auf Rückruf.... nicht toll und umwerfend, aber ausreichend. Was habe ich mich gefreut - nach so langer Zeit..... und dann hat er den Herbst nicht überleben dürfen :tropf:

    Es braucht seine Zeit, Lucas zumindest hört schon mal an der Leine, was für ein Erfolg ;)

    Bleib geduldig, das wird schon werden. Ganz sicher, früher oder später....

    Sundri

  • Zitat


    So das habe ich mit Lana gestern ausprobiert und sie machte das gleiche wie der Dackel.
    Dann habe ich Sie zum spielen aniemiert was auch 2 mal geklappt hat, wo sie freudig wedelt auf mich zu kam.
    Aber das hielt nicht lang von Dauer. :verzweifelt:

    Wie gesagt, dann kam auch wieder die Desinetresse auf


    Erste Regel:
    Am Anfang mit KEINER Erwartung an den Start gehen. Die Erfolge kommen von alleine.
    Es kann mitunter Wochen dauern, bis sich die ersten sichtbaren Erfolge einstellen. Ebenso musst Du Dich auch auf derbe Rückschläge gefasst machen.
    Ist nicht einfach ich weiss. Allerdings sind selbst die kleinsten Erfolge hinterher umso schöner.
    Zweite Regel:
    Beim Training ist nicht die Intensität wichtig sondern die Kontinuität.
    Wenn sie der nach 2-3 Versuchen das Interresse verliert, brich sofort ab. Lass ihr eine Pause. Neues lernen, ist für einen Hund extreme Kopfarbeit und stresst/erschöpft dementsprechend.
    Wenn sie also nach 3 Versuchen nicht weiter mitmacht liegt das nicht am allgemeinen Desinterresse sondern daran, das sie einfach nicht mehr kann.
    Sie ist neu, muss sich an Vieles erst noch gewöhnen und dann ist der Kopf einfach dicht.
    Wenn es 2-3 Male funktioniert hat brich für ein paar Miuten ab und versuchs ein paar Min später nochmal.
    Lass sie dann einfach an der Schleppleine zwischendurch für ein paar Minuten einfach nur Hund sein.
    Ich habe seit 6 Wochen auch einen Neuling, der ca. 11 Monate alt ist (also in der absoluten Rüpelphase) der auch auf der Strasse aufgefunden wurde. Noch dazu besitzt er als Pointermix einen ausgeprägten Jagdtrieb.
    Allerdings ist er extrem auf mich fixiert und im Haus muss ich ihn fast dazu zwingen mir von der Seite zu weichen. Noch dazu ist er extrem verfressen. Daher hab ich das Problem des "Zugangs" nicht so wirklich.
    Ich laufe mit ihm an der Schleppleine. Bleibe einfach stehen und gebe eigentlich erstmal gar keine Kommandos. Irgendwann (kann schon mal 4-5 Minuten dauern) kommt er ganz von alleine zu mir wenn er alles in Leinenreichweite abgeschnüffelt hat.
    Wenn er auf dem Weg ist, ruf ich "komm" und belohne total überschwenglich mit Leckerli.
    Sonst benutze ich "komm" überhaupt nicht.
    Dieses Stehenbleiben, mach ich 1-2 Mal und lass ihm dann wieder 10 - 15 Min Pause.
    So langsam stellen sich die ersten Erfolge ein.
    Schleppleinentraining ist echt ne feine Sache. Ist für einen selber und für den Hund schön, da der Hund zwar angebunden aber trotzdem halbwegs bewegungsfrei ist.
    Aber noch ne Frage am Rande. Steht bei euch das Fressen immer da oder gibt es direkte Fresszeiten?
    Wenn das Fressen nämlich immer dasteht, ist der Anreiz für den Hund was fürs Leckerli zu tun nicht besonders hoch.

  • versuch mal folgendes:

    Mach draussen in der Nähe des Hundes mal richtig Krach (z.B. mit ner leeren Plastikflasche gegen eine Stein oder ähnliches schlagen). Wichtig: Nicht Richtung Hund !

    Tu den Hund dann draussen auf ner grossen Wiese (ohne Ablenkung) ins Platz.
    Geh dann so 30-50m weg. Du merkst am Verhalten des Hundes wenn es ihm unangenehm wird. Warte dann noch etwas und rufe den Hund zu Dir her. Wenn er kommt Leckerli und überschwenglich loben.

    Idelaerweise machts Du das Ganze wenn der Hund hungrig ist.


    LG, Tom

  • Liebe TE und das machst du bitte NICHT!!!

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