• Guten Abend,

    zunächsteinmal...
    Bestimmt gibt es dieses Thema schon zum X-ten Male und die "alten Hasen" schlagen die Hände über den Kopf zusammen. Ja, ich hätte unheimlich gerne Tipps und Tricks zur Erziehung meines Welpen. :muede2:
    Die kleine Juno ist geschätzte 12 Wochen alt und stammt aus dem Tierheim. Als ich mich für sie entschied, hatte ich noch anderthalb Wochen Urlaub und ich wünschte mir seit 8 Jahren einen Hund. Nun zog die kleine Maus also ein und ich konnte nicht glücklicher sein.
    Innerhalb von zwei Tagen konnte sie "Sitz" und "Platz" und war sogar annähernd stubenrein.
    Sie schläft in einer Box, im anderen Zimmer, weint und jammert nicht, wenn Frauchen (also ich^^) mal hinaus geht. Dank fleißiger Übung watschelt sie mir auch nicht andauernd hinterher und kann problemlos mit fremden Hunden und fremden Menschen umgehen.
    Natürlich hatte sie Anfangs große Scheu und versteckte sich bei mir. Ging keinen Schritt weit und machte mir große Sorgen ob ihres Beißverhaltens (sie biss immer ins Gesicht).
    Doch auch das reguliert sich langsam. :smile:

    Nun liebe ich den Schatz abgöttisch, aber auch ich muss einmal zur Arbeit gehen. Ich übte, nachdem sie sich eingelebt hatte, immer mal wieder das Spazieren gehen mit den ansässigen Hunden, "powerte" sie aus und ließ sie mit im Aufenthaltsraum.
    Ich arbeite in einer Tierklinik und kann "eigentlich" den Spatz mitnehmen.
    Allerdings treffe ich jetzt auf das große Problem, was mir schlaflose Nächte, gestresste Arbeitstage und Tränen in die Augen treibt. Stichwort "Du musst wieder ins Tierheim" ist schon häufiger gefallen.

    Juno kann wunderbar im Aufenthaltsraum mit einem anderen Hund und Menschen verweilen. Sie braucht eben Nähe und Beschäftigung, ist ja noch ein junger Hund.
    Doch wenn ich sie eine Sekunde (und sei es auch nur die Türe zwischen mir und ihr) alleine lasse, tobt der Bär.
    Was Zuhause nicht ist, wird auf der Arbeit zum Horror.
    Sie kläfft nicht. Sie schreit, sie jodelt, sie macht kaputt.
    Meine Kollegen winken das ab und auch meine Verhaltenstherapeutin (bzgl. Juno natürlich) rät :
    Einfach weiterüben und schreien lassen, es nutzt nichts, sie zu betüddeln, wenn sie jault.

    Der tränenreiche Punkt ist eher jener, dass sie unter diesen qualvollen Momenten der Trennungsangst eben nicht in der Klinik bleiben kann. Chef sieht das alles andere als gelassen und hat mich bereits mehrfach verwarnt.
    Selbstredend ist so ein schreiender Hund eine Geräuschkulisse die durch Mark und Bein geht und ich verstehe den Frust.
    Allerdings weiß ich mir tatsächlich nicht zu helfen, sodass die Maus nun draußen in einer der Hundeboxen (völlig alleine) immer mal wieder eine Weile fristen muss, schließlich muss Frauchen die Leckerchen verdienen und beim "immer nur abschieben" lernt sie es nicht.
    Das dauernde Üben (also rein, raus, etc.) ist auf der Arbeit nahezu erfolglos. Kaum macht man Anstalten den Raum zu verlassen schreit sie schon los, sodass es nichteinmal Augenblicke gibt, in welchen es sich lohnen würde, sie für ruhiges Verhalten zu belohnen. Wohingegen das reine Ignorieren der Dame völlig gleichgültig ist - Hauptsache sie kann hinterherdackeln.

    Da mit dieser stressigen Situation ihr Leben bei mir auf dem Spiel steht, bin ich dementsprechend auch furchtbar traurig. Ich habe mich 8 Jahre lang auf einen Hund "vorbereitet" und hätte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass ich einmal an einen Schatz gerate, der so unheimlich ängstlich ist, dass ich ihn nichtmal an 2min. Alleinsein gewöhnen kann (was allerdings Zuhause keine Problematik darstellt).
    Ich bin niemand der leicht aufgibt oder unbelehrbar ist, sodass ich bittend und bettelnd auf Tipps hoffe, wie ich ihr derlei beibringen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass es dann doch heißt :

    "Der Hund, oder dein Job."

    Manchmal wünschte ich, ich könnte ihr einfach erklären, dass sie im Aufenthaltsraum nur ruhig sein muss und schon hat sie immer mal wieder Bespaßung, einen anderen Hund bei sich, Aufmerksamkeit, Spiel und Spaß.
    Kein Grund zum Weinen.
    Nun, so fließen auf beider Seiten Tränen.

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    Liebe Grüße und entspannte Weihnachtstage,

    Winterregen

  • och, die arme Maus ! Sie ist noch ein Baby und versteht es nicht. Leider bekommt sie durch Deinen Chef anscheinend auch nicht genügend Zeit um sich daran zu gewöhnen. Schade ! Aber Deinen Chef kann ich auch irgendwie verstehen, wenn sie so laut schreit. Was sollen denn die Patienten denken, klar, ich würde mich auch erschrecken, wenn ich da warten würde mit meinem kranken Hund.
    Hast Du vielleicht einen Hundehort, Hundesitter, Gassi Geher, Familie, Nachbarn oder jemanden der sich um den Hund kümmern könnte, wenn Du arbeiten musst ?
    Eine Bekannte von mir bringt ihren Hund morgens ins Hundedorf. Dort spielt und tobt er. Nachmittags gegen 17.00 Uhr holt sie ihn wieder ab .

  • Gibt es denn die Möglichkeit den Hund zu einem Sitter zu geben? Was Besseres fällt mir auch nicht ein. Außer noch weiter am Alleinbleiben zu üben, vielleicht ja auch mal auf der Arbeit, aber außerhalb der Sprechstunden und wenn der Chef nicht da ist.
    Den Hund schreien lassen wird aber sicher nicht helfen.

  • Nicht jeder Hund mag damit zurecht kommen, an einem Ort allein gelassen zu werden an dem viele andere Hunde sehr viel Stress haben. Gerade wenn der Hund noch ein Welpe ist. Ich würde versuchen einen Sitter zu finden und es nochmal mit der Arbeit versuchen wenn sie älter ist.

  • Ich werfe einfach mal ein paar Ideen rein und hoffe, dass ihr irgendeine Möglichkeit findet, mit der die Kleine leben kann.

    Also meine Ideen wären:

    - Kong mit lecker Wurst oder Paste fertig machen. Ich weiß natürlich nicht, inwiefern das Möglich ist, wenn noch andere Tiere (Hunde) dort sind, aber vielleicht gibt es die Möglichkeit, die Kleine so ein wenig zu beschäftigen.

    - Die Tierklinik hat ja sicher 24h-Notdienst, oder? Hast Du dann nicht mal außerdehalb deiner Arbeitszeit die Möglichkeit, dort hinzugehen, dich hinzusetzen wo die Kleine sonst auch sitzt und dann zu üben? Einfach so als wärst Du zuhause?!

    - Mich würde interessieren, ob sie auch woanders so reagiert. Hast Du schonmal versucht, den Raum zu verlassen, wenn ihr irgendwo zu Besuch seid? Verhält sie sich da auch so? Wenn ja, kannst Du vielleicht auch dort irgendwo üben, ohne die Nerven deines Chefs zu strapazieren?!

    Alles Gute!

  • Ich kann deinen Chef absolut verstehen. Bei uns sind Hunde auch nur solange geduldet, wie sie niemanden auch nur ansatzweise belästigen, rumlaufen, laut sind oder Dreck machen und das ist das gute Recht des Arbeitgebers.

    Ich würde dir raten, such dir einen Hundesitter - mindestens mal für einige Monate, bis sie deutlich älter ist, sich deine Nerven wieder beruhigt haben und dann trainierst du das noch mal neu. So wie du schreibst, bist du - verständlicher Weise - mit den Nerven so am Ende, dass auch ein vernünftiges Training nicht möglich ist. Um einen Hund zur Ruhe zu bekommen, muss man ja selber nun auch ruhig sein innerlich - bei dem Druck den du grad hast mit Jobangst und allem - kann das meiner Meinung nach nicht funktionieren.

    Ich würde mich jetzt auf die Suche nach nem guten Sitter machen - und dann in Ruhe schauen.

  • Wenn ich Dienen Text so lese, tut mir der Wurm unheimlich leid und ich bewundere Deinen Chef für seine Ausdauer und Geduld.
    .
    Ich frage mich ernsthaft, womit Du Dich in den 8 Jahren Vorbereitungszeit beschäftigt hast? Dass ein 12 Wochen alter Hund nicht ellenlang alleine bleiben kann, ist doch eher normal als ungewöhnlich. Das weiß sogar ich, die keinen Welpen hat.

    Wie das Tierheim Dir unter diesen Voraussetzungen einen Welpen geben konnte, verstehe ich auch nicht, aber nun ist das kleine Wesen bei Dir und die Tipps Deiner Kollegen in Punkto schreien lassen finde ich unter aller Würde. Dass aber auch die Verhaltenstherapeutin diese Meinung vertritt, macht mich echt sprachlos. Da kann man ja echt hoffen, nie an so eine Verhaltenstherapeutin zu geraten.

    Dass Du das Training in Sachen Alleinebleiben mit dem Aussperren in eine Box zu verschlimmerst, dürfte Dir klar sein, oder?

    Ganz ehrlich? Wenn Du nicht binnen sehr kurzer Zeit (und damit meine ich quasi übers Wochenende) eine Betreuung fürd den Kleinen findest, gibt dem Welpen ins Tierheim zurück, damit er schnellstens eine Familie findet, die ausreichend Zeit für einen Welpen hat. Jetzt hat er nämlich noch die Chance, aber wenn Du ihn weiterhin wegsperrst usw., wird er nicht nur leiden, sondern vielleicht auch nie alleine bleiben können. Das sind dann die Hunde im Tierheim, wo es heißt, sie haben einen Knacks.

  • @Schlabberhund: :gut: :gut: - du hast es auf den Punkt gebracht!

    Winterregen, ich musste mich gestern abend auf meine Finger setzen um dir nicht unhöflich zu antworten. In 1,5Wochen Urlaub übernimmst du noch mal eben ein Hundchen und trainierst dann noch schnell sitz&platz, das Hundekind schläft in einer Box weit weg von dir und soll dann noch nebenbei lernen, in fremder, stressgeschwängerter Umgebung alleine zu bleiben.

    Bitte suche schnell nach einem Sitter oder überleg dir, ein neues Zuhause für das Hundchen zu suchen - so wie du und dein Umfeld da dran gehst wird das eher nie was...............

  • Ich sehe das nicht so krass wie meine beiden Vorschreiber.
    Ja, 1,5 Wochen Eingewöhnungszeit sind zu kurz für einen neuen Hund. Aber da du ihn mit auf die Arbeit nehmen kannst und das zudem eine Tierklinik ist, wo man auf Hunde eingestellt ist, ist doch super! Davon können viele nur träumen.

    Ich finde die Idee gut, außerhalb deiner Arbeitszeiten hinzufahren und mit ihr zu trainieren. Damit du mal einen ruhigen Moment erwischst, den du belohnen kannst mit deiner Wiederkehr. Denn im Moment kann es sein, dass dein Hündchen denkt, er müsse so schreien, damit du wiederkommst.

    Weitere Ideen:
    - Hast du schon die Box ausprobiert für die Arbeit? Vielleicht hilft ihm das, wenn die im Aufenthaltsraum steht.
    - Kindertürgitter. Je nach Arbeitsbereich kannst du vielleicht eines anbringen, damit er dich sieht und dann nicht schreit - und du von da aus eine gute Übungsausgangssituation hast.
    - Vielleicht können deine Kolleginnen deinen Hund mal mit nach draußen nehmen, wenn sie mit ihren rausgehen. Das könnte deinem Hund helfen, die Fixierung auf dich zu lockern.
    - Das Raussperren ist natürlich super krass. Kannst du ihm da vielleicht einen anderen Hund, der das ruhig und gelassen nimmt, dazu gesellen? Einen Vorbildhund, sozusagen, dazugesellen.
    Und auch hier wieder die Frage nach der Box, dass du die von zuhause mitnimmst oder für die Arbeit eine weitere kaufst (die du vorher auftrainieren musst wie die 1.).
    Auch an einer kurzfristige Unterbringung im Auto (sofern das temperaturmäßig geht) kann man überlegen, für den Übergang/das Training.
    - ich würde auch einen Sitter, oder eine Huta, erwägen.


    Die meisten Hunde lernen das Alleinsein. Ich hoffe, du hast nicht eine der wenigen Ausnahmen "erwischt". Und selbst dann bliebe ja die Möglichkeit, einen Sitter zu engagieren.
    Ich drück dir die Daumen, dass es klappt und bei deinem kleinen Wutz bald der Groschen fällt.

  • Wir haben unsere Maus mit 17 Wochen bekommen. Sie könnte keine Sekunde alleine sein und hat gebrüllt wie am Spieß. Während meiner Arbeit war/ist sie dann bei meinen Eltern.
    Inzwischen ist sie 7 Monate alt und ist erst jetzt bereit das alleine sein zu lernen. Vorher wäre das massiver Stress gewesen und ich Habe nicht auf Teufel komm raus geübt und das war auch gut so!

    Jetzt inzwischen ist sie bereit zu lernen und kann den Frust/Verlust besser kontrollieren. Sie schafft jetzt gut 45 Minuten, bis sie unruhig wird. Das ist für Mich ein Riesen fortschritt.

    Ich würde mich auch erst Mal nach einem sitter umsehen und erst richtig mit ihr üben, wenn sie so weit ist. Jetzt macht ihr das zu viel Angst und ist in meinen Augen pure Überforderung.

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