Impulskontrolle -verbraucht sie sich wirklich ?

  • Zitat

    Ich glaub, dass die Wahrheit dazwischen liegt. Schaue ich den "Moment" an, dann kann der Hund sich nur eine gewisse Zeit lang oder bis zu einem gewissen Grad zusammenreißen. Das kann dann bei zu hoher Belastung "ausgereizt" sein, diese Fähigkeit. Aber ich bin ebenso davon überzeugt, dass man das durch Training immer weiter ausbauen kann, so dass die Spannen und Fähigkeiten eben immer größer werden. Insofern: Ja und Nein. Ja, es ist endlich, Nein diese Endlichkeit ist nicht in Stein gemeißelt, sondern kann erweitert werden.

    So wie Du es schreibst, macht es für mich Sinn !

    Zitat


    Das sehe ich auch so! :gut: Durch das Training braucht der Hund auch immer weniger Selbstbeherrschung, um den Impuls in einer bestimmten Situation zu kontrollieren - er braucht also den Vorrat weniger schnell auf. Drum halte ich auch wenig davon IK zu "sparen" - der Hund soll in Übung bleiben, es soll was Normales werden für ihn. Natürlich trieze ich ihn nicht endlos mit Frustübungen, ist eh nicht meine Art....


    :gut:

  • Hi,
    für mich ist "die Fähigkeit zur Impulskontrolle" genetisch festgelegt und wird dann durch Umwelterfahrung ausgebaut.

    Ich finde "verbraucht" ist ein klasse Begriff. Man kann sich das so gut vorstellen. Es hat auch etwas mit Konzentration zu tun und mit Tagesform.

    Mich nervt morgens evt. noch nicht, wenn der Bus zu spät kommt .

    Aber beim 3. mal umsteigen und 2 mal vor der Nase abgefahrenen Bussen kann ich auch mal sauer reagieren. (impulsiv, natürlich angepasst....aber genau so angepasst, wie es meiner natur (Vererbung/Genetik) entspricht und welche Umwelterfahrungen ich machte (Erziehung ect.)
    Manch einer regt sich schon beim 1. Bus auf, der im vor der Nase wegfährt.

  • Zitat


    Manch einer regt sich schon beim 1. Bus auf, der im vor der Nase wegfährt.

    Vielleicht, weil er es nie gelernt hat, dass seine Wünsche (bzgl Bus in dem Fall ;) ) auch mal zurückstehen können, ohne dass es ein großes Übel für ihn bedeutet, dass es sich vllt sogar lohnt.

    Ich bin da auf Hummels Linie.
    Ich sehe ind er Impulskontrolle nicht so das ominöse Dings, sondern letztenendes bezeichnet das, was wir als Impulskontrolle benennen, ein bestimmtes Verhalten. Es sollte also auch erlernbar sein. Und so habe ich das auch erfahren. Lernt ein Individuum, dass die sofortige Umsetzung einer Idee nicht zum Erfolg führt, das Abwarten aber schon, wird damit das, was wir als Impulskontrolle verstehen, ausgebaut.
    Gleichzeitig ist es aber sicherlich anstrengend, sich zu beherrschen.
    Sieht man doch auch beim Mensch wunderbar in all den gesellschaftlichen Konventionen. Es bringt mehr, wenn man sich beherrscht oder es wurde lange geübt und läuft daher schon ohne bewusste Abschätzung des Nutzens ab, also tut man es, aber dennoch ist man nach dem großen Aufwand an Beherrschung danach unbeherrschter.

  • Ich glaube nicht das sich die Impulskontrolle verbraucht, wenn man sie lange und häufig übt.

    Höchstens wenn man nicht konsequent ist und der Hund zB das Stoppkommando beim Ansatz zum Hetzen eines Rehs nicht ausführen muss/man es nicht durchsetzt.

    Aber vernünftig aufgebaut und sooft geübt, dass es sich verinnerlicht schadet in meinen Augen nicht der zuverlässigen Ausführung

  • Ich verstehe das so und das entspricht auch meinen Erfahrungen: Die Impulskontrolle ist über Training (auch Lebenserfahrung) zu festigen und auszubauen. Und trotzdem hat sie ein Ende, im Sinne von: Dann ist der Hund zu gestresst, um dem Impuls widerstehen zu können. ABER nur in dieser Situation, bzw. in dieser Abfolge der Ereignisse.
    Kommt der Hund zwischendurch komplett runter, läuft die Uhr (im Sinne von einem "IK-Akku") danach wieder neu.

    Aber zum komplett Runterkommen kann es auch schon mal einige Tage dauern, wenn es zB viel Adrenalin abzubauen gibt im Hundekörper.
    Ist der Hund noch nicht wieder runtergekommen, startet er auf einem höheren Erregungslevel - und ist schneller im nicht mehr ansprechbaren Bereich bzw. "mit seinen Nerven am Ende".
    Deshalb verordnen hier ja auch viele gerne "Ruhe lernen" - das ist sozusagen die passive Medaillenseite der Impulskontrolle: Dass der Hund entspannen lernt, damit sich die Impulskontrolle weniger schnell verbraucht.

    So versteh ich's.

  • Zitat

    Hi,
    für mich ist "die Fähigkeit zur Impulskontrolle" genetisch festgelegt und wird dann durch Umwelterfahrung ausgebaut.

    Ich finde "verbraucht" ist ein klasse Begriff. Man kann sich das so gut vorstellen. Es hat auch etwas mit Konzentration zu tun und mit Tagesform.

    Mich nervt morgens evt. noch nicht, wenn der Bus zu spät kommt .

    Aber beim 3. mal umsteigen und 2 mal vor der Nase abgefahrenen Bussen kann ich auch mal sauer reagieren. (impulsiv, natürlich angepasst....aber genau so angepasst, wie es meiner natur (Vererbung/Genetik) entspricht und welche Umwelterfahrungen ich machte (Erziehung ect.)
    Manch einer regt sich schon beim 1. Bus auf, der im vor der Nase wegfährt.

    Da hilft dann Schlafen und Fressen, um die Kontrolle wieder aufzuladen. :D (Ein sehr schönes Konzept, merk ich mir!)

    Hm, ich habe den Eindruck, dass Impulskontrolle, wenn man sie regelmäßig übt bzw einfordert, eher besser wird als schlechter. Ist mir gerade vor zwei Tagen aufgefallen als meine Maus geradezu vibrierte mit dem Wunsch nach vorne zu den Eichhörnchen zu laufen, aber mit mir brav im Fuss die Strasse überquert hat bis ich 'Lauf!' sagte. Ich war echt beeindruckt, da ich es nicht mal so ausdrücklich eingefordert hatte.
    Ich habe allerdings auch den Eindruck, dass Impulskontrolle sehr situativ zu sein scheint und nicht an allen Orten und allen Situationen gleich gut funktioniert.
    Interessantes Thema!

  • Ich glaube nicht, dass ein Hund Impulskontrolle verbraucht, er muss sie lernen. Je mehr man übt, um so besser wird es. Was man nicht übt, ist auch nicht da. Man übt erst reizarm, wenn es klappt, dann steigert man es. Wobei ich das Jagen da komplett ausnehme.

    Und so wird die Impulskontrolle nicht verbraucht, sondern vergrößert. Man muss aber immer die Mentalität eines jeden einzelnen Hundes sehen, die Reizschwelle ist bei jedem Hund anders und auch rassebedingt.

    Wie gesagt, wer die Impluskontrolle übt, steigert sie, er verbraucht sie nicht. Aber auch ein Hund hat gute und schlechte Tage.

    Was man jedoch nie tun sollte, ist, sinnlos Worte sagen, hinter denen Kommandos stecken und man reagiert dann nicht.

  • Ich sehe es wie Hummel ...

    Zitat

    Ich glaub, dass die Wahrheit dazwischen liegt. Schaue ich den "Moment" an, dann kann der Hund sich nur eine gewisse Zeit lang oder bis zu einem gewissen Grad zusammenreißen. Das kann dann bei zu hoher Belastung "ausgereizt" sein, diese Fähigkeit. Aber ich bin ebenso davon überzeugt, dass man das durch Training immer weiter ausbauen kann, so dass die Spannen und Fähigkeiten eben immer größer werden. Insofern: Ja und Nein. Ja, es ist endlich, Nein diese Endlichkeit ist nicht in Stein gemeißelt, sondern kann erweitert werden.

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