Züchter Ahnung von Erziehung?

  • Erziehung ja, Ausbildung bei HUnden deren Zuchtzulassung es vorschreibt das eine Arbeitsprüpfung dazu gehört ja ansonsten ist ein ein schönes Plus aber kein Muss. Natürlich ist es toll zu sehen was die Eltern sportlich leisten aber mir genügt auch zu sehen dass sie theoretisch die Veranlagung dazu haben. Nicht jeder Züchter ist gezwungenermaßen auch Hundesportler und selbst wenn fehlt dazu auch oft die Zeit.

  • Also ich finde, die hauptsache bei einem Züchter ist das Wissen um die Rasse (-eigenschaften, -geschichte, -bedürfnisse), und um Aufzucht sowie die Fähigkeit, im Rahmen des eigenen Zuchtzieles "gute" Verpaarungen zu wählen (und das eben mit Begründung und den richtigen Hintergedanken).

    "Erziehung", das sieht man ja schon in den vielen Internetforen und auf dem Hundeplatz, handhabt eh jeder nach unterschiedlichen Ideen und Idealen.
    Ich denke, wenn ein Züchter Hunde hat, die NULL Anstand an den Tag legen, würde mir das persönlich nicht gefallen und ich würde vermutlich Abstand von der Sache nehmen - aber ein schlechter Züchter ist er darum ja noch lange nicht.
    Wenn sie aber einfach nicht 100%ige Gehorsamsmaschinen sind, sondern ein bisschen sehr lebhaft, nicht perfekt leinenführig, neigen sie zum Hochspringen an Menschen, lösen ihr Sitz-Bleib auch mal selbst auf oder sind sonstwie mit kleinen Defiziten gesegnet, kann ich damit super leben. Für sowas gehe ich zum Hundeplatz und nicht zum Züchter.

    Was mir wichtiger ist, als "Erziehung", ist eine vernünftige Sozialisation der Tiere (nur dann kann ich auch glauben, dass auch die Welpen in den ersten Wochen vernünftig aufgezogen und mit gewissen Dingen konfrontiert werden).
    Und bei Rassen mit Arbeitsprüfung als Voraussetzung zur Zuchtzulassung hätte ich schon gern, dass der Züchter die Tiere dafür selbst ausgebildet hat und auch selbst geführt hat oder führt. Denn nur dann kann er mir detailliert etwas über die entsprechende Qualität, Stärken und Schwächen der Elterntiere sagen - und das will ich dann ja wissen.

  • Für mich persönlich finde ich es sehr wichtig.
    Mein Rüde ist eine Arbeitsrasse und dementsprechend arbeiten seine Vorfahren und Rudel im Team und müssen die wichtigsten Kommandos im ZHS kennen, absolvieren Leistungsprüfungen.
    Auch im Haus ist die Erziehung und Kontrolle von 8 Hunden wichtig.
    Ein Züchter sollte Kompetenz ausstrahlen und dazu gehört eben auch dass die Hunde erzogen sind und hören.

  • Bin grad etwas erstaunt, womit man Käufer blenden kann....

    Wenn der Züchter eine andere Vorstellung von Erziehung hat als ihr (zB Hunde dürfen auf Couch und Bank, und betteln), dann nehmt ihr von da keinen Hund, auch wenn er top veranlagt ist? Und nehmt ihr umgekehrt einen Welpen von in eurer Sicht top erzogenen Eltern, auch wenn da anlagemässig wenig drinsteckt? :???:

  • Ich denke, die Anlagen sind doch sowieso das erste, worüber ich mich informiere, noch bevor ich die Hunde kennen lerne, oder? Also wenn ich mir vorstell, ich wollte einen Arbeitshund, schaue ich mir doch automatisch bei der Züchterwahl die Prüfungen/Bewertungen der Elterntiere (oder Junge aus früheren Verpaarungen) an, klar ist ein persönliches Bild nochmal anders, aber die Grundtendenz (ob "gut" oder nicht "gut") sollte doch schon vorhanden sein, wenn ich die Leute aufsuche.

    Zumindest stelle ich mir das so vor, hab mir noch nie einen Züchter gesucht *kopfkratz*

  • Zitat

    Bin grad etwas erstaunt, womit man Käufer blenden kann....

    Wenn der Züchter eine andere Vorstellung von Erziehung hat als ihr (zB Hunde dürfen auf Couch und Bank, und betteln), dann nehmt ihr von da keinen Hund, auch wenn er top veranlagt ist? Und nehmt ihr umgekehrt einen Welpen von in eurer Sicht top erzogenen Eltern, auch wenn da anlagemässig wenig drinsteckt? :???:

    :gut:


    Das ist es ja was ich sagte: Ein Züchter ist ein Züchter, kein Trainer.
    Er soll bitte Ahnung von der Ausbildung oder wenigstens von der Verwendung der Hunde haben, wenn es sich um eine Arbeitsrasse handelt, denn nur dann kann er beurteilen was im Elterntier qualitativ drinsteckt. Ebenso sollte er die Planung einer passenden Verpaarung im Sinne der Rasse hinbekommen und die Welpen in dne ersten paar Wochen 'gut' aufziehen.
    Aber Ausbildung/Verwendung und Zucht - das sind eine ganz andere Sachen, als Erziehung und Alltagsgehorsam.


    Mal die Liebe zum Hund beiseite geschoben und es sachlich ausgedrückt: Der Züchter soll mir bitte einen guten Rohling liefern - was ich draus mache, das ist dann mein Bier.

  • Zitat

    Bin grad etwas erstaunt, womit man Käufer blenden kann....

    Wenn der Züchter eine andere Vorstellung von Erziehung hat als ihr (zB Hunde dürfen auf Couch und Bank, und betteln), dann nehmt ihr von da keinen Hund, auch wenn er top veranlagt ist? Und nehmt ihr umgekehrt einen Welpen von in eurer Sicht top erzogenen Eltern, auch wenn da anlagemässig wenig drinsteckt? :???:

    Elterntiere in denen anlagemässig nichts steckt, würden für mich nicht in Frage kommen.
    Mit Erziehung meine ich keinen Kadavergehorsam, sondern einfach Basics die jeder Hund kennen sollte.
    Wenn ich zu einem Züchter fahre, muss dieser mit seinen Hunden zurecht kommen. :smile:

  • Zitat

    Das ist es ja was ich sagte: Ein Züchter ist ein Züchter, kein Trainer.


    Die Fragestellung hat fuer mich nicht beinhaltet, ob der Zuechter zuechten kann. Nur, ob Erziehung auch ein Kriterium bei der Wahl ist. Bei einer Verpaarung, die ich fuer mich nicht interessant finde, komme ich gar nicht soweit, festzustellen, ob und wie der Zuechter seine Hunde erzieht.

    Aber ehrlich gesagt: mir ist es ziemlich wurscht, wieviele Championtitel die Eltern meiner Hunde haben. Da zaehlt viel mehr mein persoenlicher Geschmack. Ob die Eltern sportlich unterwegs sind, find ich interessant im Hinblick auf das zu erwartende Temperament meines Welpen. Aber ich hab da nur Vorlieben und betreibe eher Hausfrauensport. Da waehle ich natuerlich bewusst und fuer mich passend. Aber ich hab keine Arbeitsrasse, die ich professionell einsetzen will. Im Gegenteil: ein wirklich noch huetender Collie als Elternteil waer bei mir einfach falsch.

  • Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es schon wichtig finde, dass die erwachsenen (!) Hunde des Züchters eine gewisse Grunderziehung genossen haben. Diese muss sicher nicht perfekt sein, also ich erwarte da keinen Kadavergehorsam, aber ich möchte schon den Eindruck haben dass er die Tiere zumindest kontrollieren kann.

    Für mich ist das einfach ein Zeichen von "Hundeverstand". Jemand, der Hunde züchtet sollte meiner Meinung nach auch wissen, dass Hunde eine gewisse Grunderziehung brauchen, und der sollte genau das auch seinen Welpenkäufern vermitteln können.
    Ein Züchter, der seine Hunde draußen nicht frei laufen lassen kann, nur deshalb weil er keinen Bock darauf hat (oder nicht in der Lage ist), sie zu erziehen, der wird auch keinen Wert darauf legen, dass der Welpenkäufer den Hund erzieht, und einfach hinnehmen, dass dieser sein zukünftiges Leben an der Flexi-Leine verbringen muss.

    Ein Züchter, der seine Hunde einfach pöbeln lässt wird auch nicht darauf achten, Käufer zu finden, die dagegen angehen.

    Und schon steigt die Zahl der Problemhunde an.

    Sind wir doch mal ehrlich, wir verlangen doch selbst von anderen Hundehaltern, dass sie ihren Hunden eine gewisse Hundeerziehung zukommen lassen damit sie die Umwelt nicht stören. Ob jemand ein kompetenter Hundehalter ist oder nicht wird doch meistens genau daran gemessen. Und meiner Meinung nach muss ein Züchter auch ein kompetenter Hundehalter sein, mit allem drum und dran.

  • Zitat

    Ihr Lieben,
    Gestern hab ich mir die Frage gestellt, ob ein Rassehundezüchter eigentlich gezwungenermassen auch seine Hunde gut erzogen haben sollte... :ops:

    Also wäre das ein Kriterium für einen Käufer?
    Wär euch sowas wichtig?
    Oder sind das zwei Paar Schuhe, die nichts miteinander zu tun haben?

    Eine benachbarte HH ist jetzt eingetragene Züchterin geworden, Mitglied des DRC und ich war aus Neugierde auf der HP, weil ich die Hunde ja auch persönlich kenne.

    Wenn ich die unterwegs treffe mit ihren drei bis vier Hunden, kann man da nicht von " Kontrolle" sprechen.
    Muss oder sollte man das als Züchter ( seine Hunde unter Kontrolle haben )?

    Hmmmm ... also ich würd sagen "nicht mehr als andere auch". (Es sei denn der Züchter hält (auch) erfahrene Deckrüden, die komplett unverträglich ggü. fremden Rüden geworden sind :D )

    Wenn ich zu einem Züchter gehe, stelle ich Ansprüche an Aussehen und Verhalten des Hundes, nicht an die "Trainingsfähigkeiten/Trainingswillen" des Züchters. Vom Züchter möchte ich lediglich die Information wie der Hund am besten motivierbar ist. Also er sollte schon wissen, was dem Hund wichtig ist, wie er am besten arbeitet etc. pp. - ob er ihn aber selber gut trainiert hat (und ich mein nicht, dass er nen Jagdhund auch erfolgreich jagdlich führt), wäre mir eigentlich egal oder eher gesagt nicht ausschlaggebend. Ich schau auf den Hund, denn von dem will ich ja nen Abkömmling, alles andere trainiere ich sowieso daheim, da würde mir die gute Erziehung/Gehorsam der Eltern wenig nützen, wenn ich nen Welpen mitnehm, der ja noch ein "weisses Blatt Papier" ist.

    Andererseits ist gute Erziehung NATÜRLICH auch das Aushängeschild eines jeden Hundehalters - ganz besonders bei denen, die ein gutes Bild abgeben "müssen", weil sie Geld damit verdienen (wollen). Und wie schon gesagt wurde, Züchter ist Züchter und kein Trainer. Meiner Meinung nach kann ich von einem engagierten ZÜCHTER nicht erwarten, dass der eine Palette an Trainingsmethoden anbietet und über jede Entwicklung im Ausbildungsbereich bescheid weiß, ich kann darauf hoffen, dass er mir Tipps mitgibt und beratend zur Seite steht, doch meine erste Anlaufstelle in Sachen Ausbildung/Erziehung wär ein Trainer und nicht ein (eigentlich nur) "Halter dieser bestimmten Rasse".

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